Neues DGzRS-Boot für Langeoog

Seenotrettungsboot SRB 67 seit 23. Juni auf Langeoog – Taufe am 12. August auf der Werft

Im Herbst 2016 hatte alles angefangen: Die Schiffbauer der Fass­mer-Werft in Berne/Wesermarsch hatten die ersten Aluminiumteile auf die Baulehre gelegt, um sie zusammenzuschweißen. Das war die Geburtsstunde von „SRB 67“, dem neuen Seenot­rettungsboot für Langeoog (der „Utkieker“ berichtete). Bereits ­einige Monate später, genauer: seit dem 23. Juni 2017, liegt das neue Seenotrettungsboot im Hafen, um von hier in den Einsatz zu fahren. Die Taufe der noch namenlosen Rettungs­einheit ist für Samstag, 12. August geplant – allerdings nicht auf der Insel, sondern auf der Werft. Wer Zeit hat, ist herzlich eingeladen, dem Ereignis beizuwohnen, das im Rahmen eines Erlebnistages auf der Fassmer-Werft stattfindet.
Ab 14.30 Uhr wird SRB 67 getauft und anschließend zu Wasser gelassen. Als weiteres Highlight an diesem Tag kann zusätzlich noch der neue 28 Meter lange Seenotrettungskreuzer „Anne­liese Kramer“ besichtigt werden. Der Fassmer-Erlebnistag bietet allen Besuchern einen ganzen Tag lang die Möglichkeit, einen Blick „hinter die Kulissen“ zu werfen.

 Beim Rundgang durch die Fertigungshallen gewinnt man einen guten Eindruck, welche Produkte von der Werft aus in die ganze Welt geliefert werden. Besucher sollten die Fahrt mit einem Fassmer-Kreuzfahrt-­Tender auf der Weser nicht versäumen.

 Für kleine Gäste gibt es außerdem eine Malwerkstatt, Hüpfburg, Kletterwand und vieles mehr. Die Azubis stellen ihre Ausbildungsberufe vor und auf der Bühne sorgen Live-Musik und weitere Showauftritte für Unterhaltung. Das Werkstor der Fassmer-Werft in der Industriestraße in Berne ist für Besucher von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Das neue Seenotrettungsboot SRB 67 . . .
ist einer von derzeit insgesamt zehn beauftragten Neubauten gleichen Typs – der letzte soll 2020 seinen Dienst aufnehmen. Sie entstehen außer auf der Fassmer-Werft noch bei Tamsen Maritim in Rostock. Im Zuge der turnusgemäßen Modernisierung der Rettungsflotte werden sie ältere Einheiten ersetzen. Es ­handelt sich um modifizierte Nachbauten der bewährten 9,5-/ 10,1-Meter-Klasse der DGzRS, zu denen auch der Langeooger Vorgänger „Casper Otten“ gehört, der seit kurzem seinen Dienst in Lauterbach auf Rügen versieht. -ut/köp-

Die DGzRS . . .
ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst auf Nord- und Ostsee. Sie setzt auf 54 Stationen 60 moderne Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote ein. Ihre Seenotleitung in Bremen (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) ko­ordiniert Jahr für Jahr mehr als 2.000 Einsätze. Die DGzRS führt ihre Aufgaben eigenverantwortlich und unabhängig durch. Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident. Seit der Gründung am 29. Mai 1865 haben die Seenotretter über 84.037 Menschen aus Seenot gerettet oder aus Gefahrensituationen auf See befreit. Das entspricht der gesamten Bevölkerung der Stadt Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) und übertrifft bereits deutlich die Einwohnerzahl von Minden (Nordrhein-Westfalen), Marburg (Hessen) oder der gesamten Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern).
Langeoog gehört zu den ältesten Stationen der Seenotretter. Bereits 1861, vier Jahre vor Gründung der DGzRS, stationierte der erste regionale Verein zur Rettung Schiffbrüchiger in Ostfriesland dort ein erstes Ruderrettungsboot.