Küstenschutz auf Langeoog

NLWKN verbessert Sturmflutschutz am Pirolatal und Hafen

Der Winter ist die Zeit der Sturmfluten. Um diesen entgegen­zuwirken, ist der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) gleich an zwei Stellen auf Langeoog aktiv (der „Utkieker“ berichtete mehrfach). Rechtzeitig vor der Sturmflutsaison sind die Arbeiten im Wesentlichen vollendet.

Helmpflanzung im Pirolatal
845-1Als Maßnahme gegen „Angriffe“ von der Seeseite her ließ der NLWKN die Piroladünen verstärken. Ab Ende August wurde die Schutzdüne im östlichsten Dünenabschnitt des Pirolatals auf 500 Metern Länge um bis zu drei Meter erhöht. Verbaut wurden über 60.000 Kubikmeter Sand, die aus einem Strandabschnitt in Höhe der Jugendherberge stammten. Mit dem Sandeinbau erhielt die Düne ein naturnahes Profil; eine Heuabdeckung sicherte sie zunächst gegen ein Verwehen des Sandes. Seit Oktober folgt nun die Bepflanzung des Areals mit Strandhafer, auch Helm genannt. Als Pionierpflanze erfüllt das bis zu einem Meter hohe Süßgras eine wichtige Schutzfunktion: Die Hauptwurzel reicht bis zehn Meter tief und bildet ein weit verzweigtes Geflecht, das die Düne mit ihrer zentimeterdünnen Vegetationsschicht zusammenhält.
845-2Das Helmsetzen ist mühsame Handarbeit, die im Winterhalbjahr erfolgen muss. Nur dann ist der Sand feucht genug, dass die Pflanze gut anwurzeln kann. Den Strandhafer sticht das Team des NLWKN aus dicht bewachsenen Weißdünen der Insel. „Das regelmäßige Ausdünnen bekommt dem Helm – und damit der Düne – gut, da es seiner Verfilzung vorbeugt“, erklärt Vorarbeiter Lars Kuper. Mit messerscharfen Spaten wird der Helm knapp unter der Sandoberfläche gekappt, sodann von Sand und Stroh befreit und mit Strandhaferhalmen zu dicken Garben gebunden, den sogenannten Schoofen. Eingepflanzt wird der Strandhafer von Zweiergruppen: Während der erste Arbeiter mit einem Spaten in Halbmeterabstand schmale Pflanzlöcher sticht, stellt der zweite eine Handvoll Halme gefächert in jedes Loch ein. Ein Schoof reicht für etwa 20 Quadratmeter Dünenbepflanzung. Zuletzt wird die Pflanzung zum Schutz mit Heu abgedeckt. Wind und Wetter vorbehalten, dauern die Arbeiten noch den Winter hindurch.

Bahnschart am Hafen
Die zweite Maßnahme des NLWKN am Hafen ist ebenfalls nahezu abgeschlossen. Hier wurden ab August die Deichquerungen für die beiden Hafenzufahrten umgestaltet und das Deichschart für die Inselbahn neu gebaut. Das neue Bahnschart ersetzt den im Jahr 1951 errichteten und 1976 sanierten Vorgänger. Dieser besaß nur ein einfaches Torpaar, welches außerdem zu niedrig war. Das neue Bauwerk besitzt zwei Stemmtorpaare, die sich im Sturmflutfall schnell und sicher schließen lassen.
845-6„Das Schartbauwerk für die Inselbahn und die Deichübergänge an der Hafenstraße und der Störtebekerstraße sind weitest­gehend fertig gestellt. Mitte Dezember wurden Restarbeiten bei der Pflasterung der Hafenstraße umgesetzt und die Tore des Scharts nachjustiert“, umreißt Frank Thorenz, Leiter der zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney, den aktuellen Stand. Die enge Abstimmung und gegenseitige Rücksichtnahme zwischen dem NLWKN und den bauausführenden Firmen mit der Schiffahrt der Inselgemeinde habe dafür gesorgt, dass trotz Kreuzung der Baustelle durch die Inselbahn ein reibungsloser Zugverkehr stattfand und die Baumaßnahme optimal umgesetzt werden konnte. So wurden auch das Einsetzen der Schartschwelle, die das Gleisbett trägt, und das Verschweißen der alten und neuen Schienen in sehr enger zeitlicher Taktung außerhalb der Bahnbetriebszeiten realisiert.
Restarbeiten, wie die Feinprofilierung und Ansaat der Böschungen erfolgen ab dem Frühjahr nächsten Jahres, um einen Grasanwuchs auch sicherzustellen. Frank Thorenz: „Die Sturmflut­sicherheit ist gegeben und somit ist der Schutz der Insel vor Sturmfluten weitaus besser als bei dem Vorgängerbauwerk des Scharts.“