Neubau des Deichscharts für Inselbahn

Altes Deichschart am Hafen abgängig – Hafenzufahrten
werden seit August ebenfalls neu gemacht

Baustelle im Hafenbereich: Anfang August begannen die Arbeiten für den Neubau des Deichscharts der Inselbahn sowie die Umgestaltung der Deichquerungen für die beiden Hafenzufahrten. „Die Maßnahmen tragen erheblich zur Verbesserung des Sturmflutschutzes an der Südseite der Insel bei“, sagt Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) ist der Auftraggeber der Maßnahme.
630-4Das unmittelbar seewärts gelegene neue Bahnschart ersetzt den im Jahr 1951 errichteten und 1976 ertüchtigten Vorgängerbau. Es wird mit einer Länge von fast elf Metern in Gleisrichtung mehr als doppelt so lang wie das vorherige. Das alte Bauwerk besaß nur ein einfaches Torpaar, welches das Ende seiner Lebensdauer erreicht hatte und zudem fast einen halben Meter zu niedrig war. Im Sturmflutfall musste es in mühsamer Handarbeit mit Sandsäcken zusätzlich gedichtet und gesichert werden. „Als Verschlüsse für das neue Bauwerk dienen zwei Stemmtorpaare, die jeweils 2,35 Meter hoch sind und sich im Sturmflutfall schnell und sicher schließen lassen. Ein wesentlicher Vorteil, da es im Sturmflutfall um jede Minute gehen kann“, erläutert Thorenz.
630-22Wegen des wenig tragfähigen Untergrundes muss das Bauwerk auf 12 Stahlrohrpfählen gegründet werden, die bis zu 21 Meter lang sind. Eine Spundwand unter und neben dem Bauwerk verhindert wirksam, dass bei Sturmfluten Wasser unter dem Bauwerk hindurchsickern kann. Zusätzlich wird das alte Deichschart an der Störtebekerstraße, die unmittelbar östlich der Inselbahn in den Hafen führt, zurückgebaut und durch eine Deichrampe ersetzt. Dabei wird das Straßenniveau um einen Meter angehoben. Dies ermöglicht den Verzicht auf das alte Schart, was eine weitere potenzielle Gefahrenstelle in der Deichlinie wirkungsvoll beseitigt. Ferner wird der Deichüberweg der Hafenstraße westlich der Inselbahn auf die erforderliche Höhe angepasst. Auch hier besteht ein Höhendefizit von etwa einem Meter, außerdem besitzt die Straße Mängel und eine nicht ausreichende Tragfähigkeit.
630-43Anfang August begannen die vorbereitenden Arbeiten. Der als Baumaterial erforderliche schwere Kleiboden wurde vom Festland herangeschafft und in Bensersiel auf LKW verladen, die per Frachtschiff zur Insel gelangten. „Nach Ausführung der Erdarbeiten fangen wir mit dem neuen Eisenbahnschart an“, erläutert Projektleiter Theo van Hoorn vom NLWKN. „Für den Einbau der Schartschwelle und der Tore sind neben den Nachtstunden auch einzelne Gleissperrungen nötig, die mit der Schiffahrt der Inselgemeinde Langeoog abgestimmt werden.“ Erst wenn die Arbeiten am neuen Schart im Oktober abgeschlossen sind, wird das alte Bauwerk im Schutz des neuen abgebrochen: „Die Deichsicherheit ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.“
Die Arbeiten an den Hafenzufahrten erfolgen nacheinander, sodass immer eine Zufahrt für den Personen- und Güterverkehr auf der Straße genutzt werden kann und die Beeinträchtigungen möglichst gering bleiben. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 1,5 Millionen Euro. Finanziert werden sie aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung des Küstenschutzes.