„Das Haus Meedland ist ein Gasthaus“

Feierliche Einweihung der zum Haus Meedland gehörenden Gästehäuser Jona und Mirjam

407-1Ein strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein begleitete die feierliche Einweihung der neuen Gästehäuser Jona und Mirjam der Freizeit- und Tagungsstätte Haus Meedland am 4. Juni. Mehr als 250 Gäste, vorwiegend aus Gemeinden und Einrichtungen der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) als Trägerin der Einrichtung, aber auch etliche Vertreter der 50 beteiligten Gewerke, alle verantwortlichen Architekten und Fachplaner, sowie viele Bewohner der Insel wohnten dem Festakt bei. Umrahmt wurde die Einweihung vom Gospelchor Langeoog unter der Leitung von Noémi Rohloff sowie vom Posaunenchor Walle, der von Maike Liebetrau geleitet wird. Hausleiterin Ute Krüger freute sich sichtlich über die vielen Gäste, die sich auf dem Vorplatz versammelt hatten.
407-2„Das Haus Meedland ist ein Gasthaus im Sinne eines Gästehauses“, eröffnete Pastor Renke Brahms den Reigen der folgenden Grußworte. Dabei erinnerte der Schriftführer der BEK an die Vorgeschichte des Grundstücks, auf der in Baracken Kriegsgefangene zu Tode kamen. „Wer die Toten vergisst, kann die Lebenden nicht lieben“, mahnte Renke Brahms und schlug den Bogen zu Jugendpfarrer Werner Brölsch, der 1946 das Haus Meedland maßgeblich mit aufbaute. Edda Bosse, Präsidentin des Kirchentages der BEK, dankte allen, die zum Gelingen der neuen Gebäudetrakte beigetragen hatten. Sie freute sich zudem, dass das Haus Meedland ein zentraler Ort der BEK sei und von den Kirchenmitgliedern sehr gut angenommen werde. 407-3Voll des Lobes war auch Axel Krause. Als Leiter der BEK-Bauabteilung dankte er dem Berliner Architekturbüro Krüger-Schubert-Vandreike für die hervorragende Umsetzung des Neubaus. Bernhard Vandreike nahm den Ball auf und erinnerte daran, dass 1959 die Einweihung der Vorgängergebäude Mirjam und Jona gefeiert wurde. Heute genügten sie jedoch nicht mehr den Anforderungen und mussten ersetzt werden. In Anlehnung an die Architektur ostfriesischer Gulfhöfe passen die Neubauten hervorragend in die urbane Landschaft. Thomas Kurzke zeichnete für die Malerarbeiten verantwortlich. Der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Bremen und zugleich Prädikant der BEK freute sich über den Auftrag auf der Insel und erzählte, wie viel logistische Arbeit für sein Unternehmen damit verbunden gewesen sei. Inselpastor Christian Neumann stimmte in amüsanten Worten ein Loblied auf die Einrichtung an und Bürgermeister Uwe Garrels wartete mit einer Überraschung auf: „Als gebürtiger Bremer aus dem Stadtteil Walle kenne ich das Haus Meedland natürlich“. 1974 hatte ihn der Zivildienst in die Einrichtung geführt. 407-7Später als Langeooger brachte der Wattführer zahlreichen Meedland-Gästen die Natur nahe und wirkte in etlichen Bildungsurlauben mit. Der Langeooger Verwaltungs-Chef war sichtlich angetan von der hervorragenden Umsetzung des Neubaus. Zudem lobte er mit Blick auf die Kriegszeit, dass die BEK ein Stück unrühmlicher Geschichte nicht verschweigt, sondern vorbildlich aufgearbeitet habe. „Wir dürfen niemals vergessen, wie wichtig Frieden in der Welt ist!“, regte Uwe Garrels zum Nachdenken an.

Neubau der Gebäude Jona und Mirjam
Im Oktober 2014 wurden die abgängigen Jugendhäuser und das Spielhaus abgerissen. Im Mai des darauffolgenden Jahres war Richtfest und im Juni 2016 konnten die ersten Gäste einziehen. Wie bereits erwähnt, gefallen die beiden Gebäude durch ihre Architektur, die Tradition und Moderne vereint. 407-4Ein von außen und innen nutzbarer Kamin neben dem Eingang dient als kommunikativer Ort. Der großzügige Eingangsbereich mit Empfang verfügt über Sitzecken. Im Erdgeschoss befinden sich Freizeitbereiche, Kreativ- und Tagungsräume. Zudem ist der große Speisesaal in mehrere Abschnitte teilbar und dadurch für Tagungen nutzbar. Ebenfalls ebenerdig: die Küche, wo mit Frühstück, Mittagessen und Abendbrot drei Mahlzeiten täglich zubereitet werden. Die Zimmer des barrierefreien Hauses befinden sich im Obergeschoss, welches durch Treppe und Fahrstuhl erreichbar ist. 407-5Die Häuser Jona und Mirjam bieten je 11 Zimmer mit insgesamt 48 Betten. Darunter befinden sich auch Familienzimmer mit einer zweiten Ebene unter dem Dach, wo ein größeres Kind oder ein Jugendlicher schlafen kann.
Im Herbst dieses Jahres folgt ein weiterer Bauabschnitt mit der Errichtung des Hauses Rebekka, dessen Fertigstellung für 2019 geplant ist. Insgesamt 12,5 Mio. Euro wird die BEK dann in die drei neuen Gebäude investiert haben. Zu Haus Meedland gehören außerdem auf dem Areal an der Gartenstraße die Gebäude Hagar, Mose, Noah und eine Kapelle. Die Häusernamen beziehen sich allesamt auf biblische Personen, die im weitesten Sinne mit Wasser zu tun haben. Weitere Informationen zum Haus und seiner Geschichte stehen im Internet unter www.haus- meedland.de.