Die Natur auf dem Pferderücken erkunden

Reithalle E. Kuper: Von Kutschfahrten über Ausritt bis hin zum Reitunterricht

„Schau mal Mami. Pferde.“ Diesen Satz hört man immer wieder, wenn man mit der Inselbahn vom Hafen aus an den Weideflächen vorbei in den Ort fährt. Gleichzeitig schaut man dann in strahlende Gesichter. Auf Langeoog, der Familien- und Sport­insel, nimmt der Pferdesport einen besonderen Stellenwert ein. Ein willkommenes Urlaubserlebnis sind immer wieder Kutschfahrten und Ausritte. Dazu bietet die Reithalle E. Kuper am Süderdünenring ein breit gefächertes Angebot.
334-11Gäste, die erstmals auf der Insel weilen, erkunden die Schönheiten Langeoogs gerne per Kutsche. „Wir bieten Rundfahrten durchs Wäldchen, zum Hafen oder durch den Ort bis hin zur Meierei im Osten“, informiert Joana Kuper, die den Betrieb von ihrem Vater Edzard übernommen hat. Während der Fahrten erfahren die Urlauber allerhand Wissenswertes über die Insel. Sei es über die Anfänge des Tourismus mit seinen Hotels, von denen einige, wenn auch unter anderem Namen, noch heute bestehen. Nicht zu vergessen das Langeooger Wahrzeichen, der Wasserturm, und die wohl bekannteste Bewohnerin der Insel, die unvergessene Lale Andersen, die auf dem Dünenfriedhof ihre letzte Ruhe fand. Langeoog ist auch unter Brautpaaren, die im Seemannshus den Bund der Ehe besiegeln, sehr beliebt. Für solche Anlässe bietet die Reithalle Kuper geschlossene und offene Hochzeitskutschen an, die voher akribisch auf Hochglanz gebracht werden. Meist übernimmt Edzard Kuper, der im Betrieb gerne mit aushilft, die Fahrten. Im eleganten schwarzen Anzug und mit Zylinder holt der Insulaner die Brautpaare vom Hotel ab und fährt sie zur Trauzeremonie. Anschließend genießen die Frischvermählten gerne eine Rundfahrt. „Sämtliche Kutschfahrten erfolgen nach individueller Absprache“, so Joana Kuper. Dabei kommen mit „Maja“ und „Penny“ sowie „Obelix“ und „Bernadette“ zwei erfahrene Gespanne zum Einsatz.

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Geführte Ausritte, Reitunterricht und Ponyreiten
Pferdebegeisterte können außerdem bei verschiedenen geführten Ausritten von 2 bis 3 Stunden Dauer die eindrucksvolle Inselnatur erkunden. Auf dem Rücken der Reithallen-Pferde geht es oftmals über den Schniederdamm und dann zwischen den Meeden zur Katastrophenstraße an den Strand. Ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. „Ein bisschen Reiterfahrung sollte man schon mitbringen“, rät Joana Kuper. Wer noch nicht so fit auf dem Pferd ist oder vielleicht das Reiten erst noch lernen möchte, findet bei der Reithalle die richtigen Kurse. Zum Hineinschnuppern ist das Ponyreiten für Kinder ab 3 Jahren sehr gut geeignet. 334-3„Wichtig ist, dass sich die Teilnehmer selbst festhalten und sicher sitzen können“, erläutert Joana Kuper. Als nächster Schritt kämen die 25-minütigen Longen-Einzelunterrichte für Kinder und Erwachsene, bei denen der Gleichgewichtssinn und das Taktgefühl erlernt werden. Fortgeschrittene Anfänger treffen sich schließlich beim Gruppenunterricht. Wie jene der Schulreit-AG der Inselschule. Dort werden den Pferdebegeisterten Pflege, Reiten und der Umgang mit Pferden beigebracht. „Das macht unheimlich Spaß“, freut sich Wiebke Matzies, Teilnehmerin der Schulreit-AG.
Mit zuständig für den Reitunterricht ist Meike Langenbach. Die 29-Jährige entdeckte mit elf Jahren das Reiten für sich und ließ sich nicht einmal durch ein Gipsbein davon abhalten, aufs Pferd zu steigen. Für die junge Frau stand schnell fest, dass sie einen Beruf ergreifen 334-5wollte, der mit Tieren zu tun hat. Durch verschiedene Praktika konnte sie Praxisluft schnuppern und absolvierte auf einem Reiterhof in Mayen bei Koblenz eine Ausbildung zur Pferdewirtin. Nach erfolgreicher Prüfung kam Meike Langenbach schließlich vor fünf Jahren nach Langeoog, weil Joana Kuper eine Fachkraft suchte. „Ich war vorher nie auf der Insel gewesen, habe mich hier aber sofort wohlgefühlt. Trotzdem ging ich nach einem Jahr fort. Aber schnell habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlte und kehrte wieder zurück. Ich habe mich einfach in die Landschaft und den Strand verguckt“, erzählt die Jung-Langeoogerin. Seit kurzem ist Meike Langenbach sogar stolze Eigentümerin von „Sultan“, einem früheren Schulpferd.
Erst seit Anfang April ist Alexander Grendel auf dem Reiterhof E. Kuper, der einen Gespannfahrer suchte. Daraufhin bewarb sich der Sauerländer, der ebenfalls zuvor nie auf Langeoog gewesen war. „Ich habe mich Hals über Kopf in die Insel verliebt“, so der ausgebildete Tischler, der neben dem Fahren der Kutschen für die Stall- und Pferdepflege mit zuständig ist und den Pferdesport seit frühester Jugend betreibt. Mit Alexander Grendel sind übrigens auch dessen Shetlandponys „Bea“ und „Bluna“ mit nach Langeoog gekommen.
Anmeldungen für Kutschfahrten, Ausritte und Reitkurse: Mo. bis Fr. von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr unter Tel. 04972 – 6269 erbeten.