Dünenschutz vor dem Pirolatal

LKW-Sandtransporte am Strand bis Ende September

Schwerverkehr auf der autofreien Insel: Seit Ende August rollen geländegängige Transporter, sogenannte Dumper, über den östlichen Strand. Sie befördern Sand zum Pirolatal, wo erneut eine Verstärkung der Schutzdüne notwendig wurde, weil „hier im vergangenen Winter Dünenabbrüche von bis zu sieben Metern zu verzeichnen waren. Die derzeit sehr niedrige Strandlage lässt zudem in weiteren Sturmfluten neue Abbrüche erwarten“, berichtet Frank Thorenz, Leiter des zuständigen Geschäftsbereiches der NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) ist Auftraggeber der Arbeiten, die voraussichtlich bis zum Monatsende andauern.
643-5Langeoog wird durch 20,3 Kilometer Dünen und 5,8 Kilometer Deiche vor Überflutungen geschützt. Die Sicherung des sturmflutgefährdeten östlichen Dünenabschnitts am Pirolatal soll ein Durchbrechen der Nordsee an dieser Stelle verhindern. Denn unter dem Tal liegt eine Süßwasserlinse, aus der Langeoog seinen Trinkwasserbedarf deckt; eine Versorgung vom Festland gibt es nicht. Um die Sturmflutsicherheit vor dem Winterhalbjahr wieder herzustellen, wird die Düne auf 700 Metern Länge durch eine bis zu sieben Meter breite Vorschüttung seewärts verstärkt und zusätzlich um bis zu drei Meter erhöht. Vorschüttung und Erhöhung werden naturnah und landschaftsgerecht gestaltet. Nach der Profilierung wird die bis zu 13,50 Meter hohe Düne zunächst mit Heu gegen ein Auswehen des Sandes abgedeckt, bevor im Winter die Bepflanzung mit standorttypischem Strandhafer erfolgt.
643-2Insgesamt werden etwa 60.000 Kubikmeter Sand verbaut. Er entstammt einem Strandabschnitt zwei Kilometer östlich der Einbaustelle, etwa auf Höhe der Melkhörndüne. Dort landet auf natürliche Weise genügend Sand an, so dass sich die Entnahme in kurzer Zeit regeneriert. Ein schwerer Hydraulikbagger gewinnt den Sand, der anschließend mit den Dumpern zur Einbaustelle transportiert wird. „Die Arbeiten richten sich nicht nach der Tageszeit, sondern nach den Gezeiten. Denn nur rund um die Niedrigwasserphase sind die Gewinnung und der Transport des Sandes knapp oberhalb der Wasserlinie möglich“, erklärt Projektleiter Theo van Hoorn. Spaziergänger werden an diesem Strand­abschnitt um besondere Vorsicht gebeten. Der Betrieb am Haupt- und Badestrand bleibt von der Küstenschutzmaßnahme unberührt. Inselgemeinde und NLWKN bitten um Verständnis, dass die Arbeiten während der Hauptsaison erfolgen müssen: „Sie dienen dem Erhalt der Insel.“
643-3In die Verstärkung der Schutzdüne werden rund 450.000,– Euro investiert. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Landes Niedersachsen sowie der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes des Bundes und der Länder“. Die Ausführung der Arbeiten übernahm die Spezialfirma „Thomas Weers Erdbau“ aus Ihlienworth. Zur näheren Unterrichtung der Bevölkerung und der Inselgäste hat der NLWKN mit Beginn der Maßnahme eine Informationsbroschüre herausgegeben, die an der Baustelle und in den örtlichen Servicestellen ausliegt.