„Tag der Seenotretter“

Schauübung vor der Südmole / Open Schip

543-1Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit ihren 54 Stationen an Nord- und Ostsee, informiert in jedem Jahr am letzten Sonntag im Juli mit einem „Tag der Seenotretter“ über ihre segensreiche Arbeit. In diesem Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des 150-jährigen Bestehens der Organisation.
Auf Langeoog hatten sich zu diesem Anlass viele Interessierte auf der Südmole, Langeoogs größter Freilufttribüne, eingefunden. Gespannt verfolgten sie die Schauübung des auf Langeoog stationierten Seenotrettungsbootes „Casper Otten“ mit Vormann Gerriet Leiß und des Seenotkreuzers „Hannes Glogner“ mit seinem Tochterboot „Flinthörn“. 543-2Während die drei Wasserfahrzeuge aus dem Hafen heraus und langsam an der Mole vorbei fuhren, moderierte Hans-Joachim Katenkamp, Leiter Informationszentrum Nordwest, das Geschehen von Land aus. So erfuhr man, dass die DGzRS insgesamt 20 Kreuzer und Rettungsboote an der deutschen Küste und auf den Inseln stationiert hat, um von dort Rettungseinsätze auf See zu fahren. Beinahe zum Anfassen nah sahen die Schaulustigen im positiven Sinn, wie die „Flinthörn“ vom Mutterschiff aufgenommen und wieder zu Wasser gelassen wurde. Danach konnte man erleben, wie schnell und wendig die Boote sind, etwa bei der Bergung eines im Wasser treibenden Seemannes (Lars Klette). Auch sahen die Zuschauer, wie die wesentlich kleinere „Casper Otten“ die „Hannes Glogner“ abschleppte 543-3und damit das Schleppen von Havaristen demonstrierte. Mit ihren Löschmonitoren wird die „Hannes Glogner“ auch bei der Brandbekämpfung auf hoher See eingesetzt. Zum Abschluss der tollen Schauübung verabschiedeten sich Kreuzer und Rettungsboot mit einem lauten Tuten ihrer Signalhörner. Nach dem Einlaufen in den Langeooger Hafen hatten Besucher beim „Open Schip“ Gelegenheit, sich die Schiffe anzusehen. Die lange Schlange verriet, dass sich etliche diese Möglichkeit nicht entgehen lassen wollten. Am Infostand neben der Langeooger DGzRS-Station „Lütt Hus“ konnte man außerdem Andenken erstehen, wie Postkarten, Poster oder Shirts. 543-4Zudem gab es dort die Möglichkeit, eine Fördermitgliedschaft abzu­schließen. „Wir finanzieren uns ausschließlich aus Spenden und Zuwendungen“, erläuterte Hans-Joachim Katenkamp. Neu­förderer kamen gegen 17.30 Uhr sogar in den Genuss einer Begrüßungsfahrt an Bord der „Hannes Glogner“.
Der zweimotorige Seenotkreuzer lief 1991 bei der Schweers-Werft in Berne-Bardenfleth vom Stapel. Auf Langeoog war das Schiff von April 1991 bis Janaur 2002 stationiert. Seither dient es als Reservekreuzer (z.B. als Ersatz für Kreuzer, die sich zwecks Inspektion, Überholung, Umbau oder Reparatur in der Werft befinden). Die Hannes Glogner wurde durch das 9,5-Meter-Boot „Casper Otten“ ersetzt.