Archiv der Kategorie: Kirche

Viele Zeichen der Verbundenheit

Ev.-luth. Inselkirche reagiert auf Corona-Virus
Um die Menschen zu schützen und die rasante Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, sind in der evangelisch-lutherischen Inselkirche alle Gottesdienste und Konzerte zunächst bis einschließlich Sonntag, 19. April abgesagt. Dies betrifft auch die Gottesdienste zu Ostern sowie alle Gruppen und Kreise, die sich im Gemeindehaus „Beiboot“ treffen. Ebenso bleibt der Eine-Welt-Laden geschlossen. Damit folgt die Kirchengemeinde den Empfehlungen der Landeskirche Hannover und des Kirchenkreises Harlingerland. Zu den Gottesdiensten an Sonn- und Festtagen werden die Glocken jedoch weiterhin um 10 Uhr läuten. „Damit wollen wir die Verbundenheit untereinander ausdrücken“, unterstreicht Inselpastor Christian Neumann.
Gottesdienste und Veranstaltungen ab 20. April finden derzeit nur unter Vorbehalt statt. Die ursprünglich für den 26. April geplante Konfirmation ist in Abstimmung mit den Eltern auf Sonntag, 27. September verschoben worden. Da der Konfirmandenunterricht analog zur Schule zurzeit nicht stattfindet, hält Pastor Neumann den Kontakt zu seinen Schützlingen per Videoschalte „Skype“ am Computer aufrecht. „Die Termine werden abgestimmt. Das läuft prima.“
Trauungen und Taufen sind vorerst nicht möglich. Allenfalls eine Haustaufe könne gefeiert werden, heißt es. Ebenso finden im genannten Zeitraum Geburtstags- oder Krankenbesuche nicht statt. Beerdigungen spricht der Inselpastor mit den Familien am Telefon ab. Pastor Neumann: „Von der Leichenhalle aus können wir weiterhin im engsten Familienkreis Abschied nehmen.“
Da vieles momentan per Telefon geregelt wird, wurden die Sprechzeiten ausgedehnt. Das Pfarrbüro ist Dienstag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr unter 04972-922449 erreichbar. E-Mails unter kg.langeoog@evlka.de.
Inselkirche ist präsent
Doch trotz aller Einschränkungen ist die Inselkirche für die Menschen nach wie vor präsent. Wie sehr die Angebote von den Gemeindegliedern genutzt werden, zeigt die enorme Resonanz auf die Aktion „Gottesdienst für Zuhause“. So haben 1.600 Menschen am Sonntag, 22. März die erste Gottesdienst-Aufzeichnung in der Inselkirche per Mouse-Klick zu Hause am Bildschirm verfolgt. „Das sind sogar 100 Klicks mehr als bei der Landeskirche“, betont Christian Neumann. Auch an den kommenden Sonntagen und zum Osterfest werden Übertragungen angeboten. „Das gab es in dieser Form noch nie“, freut sich der Inselpastor, auf neuen, digitalen Wegen so viele Menschen erreichen und zusammenführen zu können.
Die Predigten werden zudem schriftlich ausgelegt und auf der Homepage www.inselkark.de veröffentlicht. Auch die Konfirmandinnen und Konfirmanden bringen sich aktiv mit ein. Sie haben einen Predigt-Bringdienst eingerichtet. Darüber hinaus organisiert die Kirchengemeinde ökumenisch eine Einkaufshilfe für Ältere und Kranke. Ansprechpartner ist das Pfarrbüro.
  -ut/reh-

„Gospel und Me(e)hr“

Benefizkonzert zugunsten der Stiftung „Musik auf Langeoog“ am 2. Mai in der Inselkirche
Der Chor „Good News Singers“ aus Wermelskirchen im Bergischen Land lädt zu einem Konzertabend am Samstag, 2. Mai  in die Inselkirche ein. Unter der musikalischen Leitung von Silke Vogel präsentiert die Formation ein lockeres Konzert mit dem Titel „Gospel und Me(e)hr“. Der Chor bietet ein musikalisches Programm mit traditionellen und neuen Gospels, aber auch mit Liedern aus Pop, Folk und anderen Musikrichtungen. Das Programm ist so vielfältig an Stimmungen und Klängen wie das Meer. Die gemeinsame Freude am Gesang und die aktive Begeisterung der Besucher liegen dem Chor besonders am Herzen. Das Konzert beginnt – vorbehaltlich der Durchführung im Hinblick auf die aktuellen Bestimmungen zur Corona-Krise – um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird aber um eine Spende zugunsten der Stiftung „Musik auf Langeoog“ gebeten. -ut-

„Quiet Storm“

Vocal- & Vibraphon-Konzert mit dem Duo Lottchen am 26. April in der Inselkirche
Die Assoziation zu Erich Kästners „Das doppelte Lottchen“ liegt auf der Hand, wenn Eva Buchmann und Sonja Huber im gemeinsamen Spiel zum Duo Lottchen werden. Wie die unterschiedlichen Charaktere der Kästnerschen Zwillinge spielt Lottchen mit den musikalischen Gegensätzen. Hubers metallenes und atmosphärisches Vibraphon trifft auf die charismatische, warme Stimme von Eva Buchmann – zweifelsohne ein seltener und faszinierender Kontrast. Lässige, versammelte, manchmal engelsgleiche, dann wieder raue und erdige Töne erklingen hier. Immer ist das überraschend und abwechslungsreich, gehören die beiden doch zur jungen Jazzer-Generation, die ohne Scheuklappen durch die Musikgeschichte und ihre Stile streift. So spielen sie sich auf ganz eigene Weise durch Brasilianisches, Chansoneskes, arabeske Lautmalereien, hymnische Vokalisen, swingenden Pop oder gar Tango. Herausragendes rhythmisches Gespür trifft dabei auf virtuose Musikalität und echte Songwriting-Qualitäten, wie auch ihr neues Programm nach den zwei preisgekrönten Alben „Traveling Birds“ und „Quiet Storm“ beweisen wird.
Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird aber um eine Spende zugunsten der Stiftung „Musik auf Langeoog“ gebeten.
Achtung: Aufgrund der aktuellen Corona-Krise kann die Veranstaltung verschoben werden oder ausfallen. -ut-

Der „frische Atem“ Gottes

Kath. St.-Nikolaus-Kirche weihte neue Hauser-Orgel ein
„Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele.“ Mit dem Satz von Albert Schweitzer hat Generalvikar Theo Paul vom Bistum Osnabrück das Klangerlebnis während der Orgelweihe in der katholischen Kirche St. Nikolaus am 15. März auf den Punkt gebracht. Der Deutschlandfunk (DLF) übertrug den Gottesdienst live auf seinen Frequenzen und ermöglichte somit Millionen Menschen, auch am Radio dem zauberhaften Klang der neuen Orgel zu lauschen.
Positive Reaktionen aus aller Welt
Reaktionen auf den Gottesdienst erhielt die Gemeinde aus aller Welt. Die Resonanz war erstaunlich. Pfarrbeauftragte Susanne Wübker zählte mehr als 100 Anrufe am Hörertelefon im Anschluss an die Messe. Teils wurde auch auf Anrufbeantworter gesprochen. „Sie alle brachten ihre Dankbarkeit, Freude und Begeisterung zum Ausdruck“, freute sich die Gemeindeleiterin über so viel positiven Zuspruch. Zudem seien E-mails unter anderem aus Mexiko-City, Göteborg, der Schweiz und aus ganz Deutschland eingegangen.
In Zeiten des Corona-Virus kam diese schon von langer Hand geplante Gottesdienst-Übertragung wie gerufen, wurde zur Vorbeugung gegen die Weiterverbreitung des Virus doch ein Maßnahmenkatalog mit strengen Auflagen für die Messe erlassen. Denn zu diesem Zeitpunkt fanden sämtliche Gottesdienste schon nicht mehr statt. So war unter anderem die Teilnehmerzahl stark begrenzt. Doch gerade bei Verunsicherung gebe Musik großen Halt. „Der Klang der Orgel kann uns aufrichten und zusammenführen“, sagte Susanne Wübker eingangs voller Zuversicht. Gemeinsam mit Zelebrant Theo Paul gestaltete sie den Gottesdienst.
Von einem „überschaubaren Kreis“ in der katholischen Kirche  sprach zu Beginn auch Ruth Beerbom. Die Rundfunkbeauftragte im Bistum Osnabrück begrüßte Gottesdienstbesucher und Hörer am Radio mit einem vertrauten „Moin“.
Auch die Glocken läuteten. Und das, obwohl die katholische Kirche gar keine Glocken besitzt. Hier half die ev.-luth. Inselkirche unter Leitung von Pastor Christian Neumann gerne aus. Doch statt des klassischen Orgelspiels zum Einzug in die Kirche kamen im Anschluss an das Glockengeläut vertraute Akkordeonklänge zu Gehör, die von der bekannten Langeooger Musikerin Eva Funke gespielt wurden. Diözesankirchenmusikdirektor Martin Tigges aus Osnabrück ließ die „Königin der Instrumente“ erst erklingen, nachdem Theo Paul die neue Hauser-Orgel mit Weihwasser gesegnet hatte. Für den Radiohörer war dieser Moment ein kurzes, stilles Innehalten. Als schließlich die Orgel mit ihren sieben Registern, 354 Pfeifen, zwei Manualen und Pedal ertönte, öffnete sich „ein Stück Himmel“.
„Kein anderes Instrument verfügt wie die Orgel über so viel Klangfarben, Klanghöhen und Klangtiefen. Sie kann brausen, säuseln, klagen, jauchzen und in Extase versetzen“, schwärmte kurz darauf der Generalvikar. Es sei der „frische Atem“ Gottes, den die Orgel den Menschen auch auf Langeoog zuwehe.
Susanne Wübker erinnerte an die Anfangsfreude, als bei der „Erst-Ton-Feier“ der frisch aufgestellten Orgel am 12. November vergangenen Jahres erstmals der Kammerton A erklang. Inselflair vermittelte die Pfarrbeauftragte allen Zuhörern am Radio, als sie den Blick aus dem großen Kirchenfenster beschrieb: „Wir sehen eine Dünenlandschaft mit Inselrosen, Sanddornpflanzen und ganz viel Himmel.“
Beispielhafte Spendenaktion
Wie der Utkieker mehrfach berichtete, stammt die im Jahr 1987 von der Firma Hauser erbaute Orgel aus dem ehemaligen Missionskloster Höchweid/Werthenstein in der Schweiz. Der internationale Fachhändler für gebrauchte Pfeifenorgeln, Andreas Ladach aus Wuppertal, hatte das Instrument für die Langeooger Kirchengemeinde entdeckt und vermittelt. Das 33.800 Euro teure Orgelprojekt konnte durch eine beispielhafte Spendenaktion in nicht einmal sechs Monaten verwirklicht werden. Eingeplant dafür waren drei Jahre. Das Bistum trägt 20 Prozent der Kosten. Das vorherige Instrument, eine Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Alfred Führer, ging in private Hände. -reh-

Gottes Friede fängt an …

Krippenspiel am 24. Dezember, 15 Uhr in der Inselkirche 

Alle Jahre wieder zieht das Krippenspiel unzählige Besucher an Heiligabend in die evangelische Inselkirche Langeoog. Denn für viele Kinder und Familien ist das Krippenspiel der Höhepunkt des Kirchenjahres.
Der Inhalt der Weihnachtsgeschichte ändert sich zwar nicht, doch kann man sie jedes Jahr neu verpacken und interpretieren. Das diesjährige Krippenspiel handelt vom Frieden Gottes, der zu den Menschen durch die Geburt Jesu kommt. Der Titel lautet: „Gottes Friede fängt an … mit Menschen an der Krippe“.
Gleich zu Beginn unterhalten sich die vier Evangelisten im Altarraum über den Frieden und Gottes Wort als lebendige Botschaft. Im Spielstück selbst sind die unterschiedlichen Figuren jedoch „unfriedlich“ unterwegs. Während die Hirten aus Unzufriedenheit den Aufstand gegen die römischen Soldaten planen, ihnen die Schwerter wegnehmen und die Schafe für sich behalten wollen, wollen die drei Könige die Ersten an der Krippe beim neugeborenen König sein. Sie erhoffen sich, dadurch noch reicher zu werden. Ihnen tritt jeweils ein Engel in den Weg, der ihnen aufzeigt, dass sie auf dem Holzweg sind …
Nach den Herbstferien begannen unter Leitung von Inselpastor Christian Neumann und seinem Team die Vorbereitungen. 23 Jungen und Mädchen zwischen drei und 10 Jahren lernen seitdem eifrig ihre Texte. Geprobt wird jeden Freitag. „Sprechrollen waren diesmal sehr begehrt“, freut sich Pastor Neumann über die Begeisterung, mit der die kleinen Darsteller bei der Sache sind und verspricht: „Alle werden zu Gehör kommen.“ -reh-

Überraschendes zur Weihnachtszeit 

Kurseelsorgerin Heidemarie Langer liest aus ihrem Buch
„Versteckte Geschenke“

Die Weihnachtszeit hat die freiberufliche Theologin und Kommunikationsberaterin Heidemarie Langer diesmal zum Zeitraum ihrer erneuten Tätigkeit als Kurseelsorgerin gewählt. Die Wahl-Hamburgerin wird nicht nur am 22. Dezember ab 10 Uhr durch den Gottesdienst führen, sondern mit der evangelischen Inselgemeinde auch gemeinsam die Christmette am Heiligen Abend ab 22.30 Uhr feiern. Am 29. Dezember steht das Christfest mit Weihnachtsliedern um 10 Uhr in ihrem „Dienstplan“. Und auch die Seelsorge liegt ihr „zwischen den Jahren“ am Herzen.Im Gepäck hat Heidemarie Langer diesmal ihr Buch „Versteckte Geschenke – Kalendergeschichten von Advent bis Heilige Drei Könige“. Aus ihm wird sie am 21. Dezember ab 17 Uhr im „Beiboot“ lesen.
Die Zuhörer erwartet manches Überraschende, in dem sich die Weihnachtsbotschaft widerspiegelt: „Wer die Tür zu einem Morgen aufstößt, kann täglich Erstaunliches entdecken, vielleicht Erfreuliches, Ergreifendes.“ Heidemarie Langer hat solche Ereignisse in kurzen Erzählungen niedergeschrieben und mit passenden Bibelworten und Liedversen ergänzt.
Die Lesung steht in einer Reihe mit ihren Vorträgen, die sie im Sommer und in den Vorjahren im evangelischen Gemeindezentrum hielt. Denn die Kurseelsorgerin hat nach dem Studium der Theologie, Anglistik, Kommunikationswissenschaften und Gestalt-Therapie einen Ansatz im Bibliodrama entwickelt, mit dem sie alte Bibeltexte lebendig werden lässt. „Ich habe biblische Geschichten mit Menschen gespielt und meditiert. Dabei kommen das Wissen der Menschen und der alte Text zusammen, so dass man diesen nachempfinden und seine Bedeutung im Hier und Jetzt erfassen kann. Der Text bewegt uns und wir bewegen den Text“, erläutert Heidemarie Langer.    -sbo-

„So was kannte ich noch nicht“

Kurseelsorge hielt ungewöhnliche Erlebnisse für Heiko Limburg vor

Mit Heiko Limburg übernimmt im Februar ein Mann mit einem nicht alltäglichen Hobby die Kurseelsorge auf Langeoog: Nachdem er sich nach 29 Jahren als Pfarrer von seiner Gemeinde in Holzminden in den Ruhestand verabschiedet hatte, begann er eine einjährige Ausbildung und legte ein Schifferpatent ab. Damit war der Grundstein für die Erfüllung eines langgehegten Traums erfüllt. Denn Heiko Limburg wollte Fährmann werden.
„Ich habe eine Gierseilfähre in Polle an der Weser bedient“, erinnert sich der heute 72-Jährige. Oft hatte er als Passagier mit seinen Kindern auf dieser Fähre übergesetzt und dabei Spaß an der Sache gefunden. Drei Jahre lang beförderte Limburg schließlich als Fährmann mithilfe der Strömung Ausflügler von Ufer zu Ufer. „Dann wurde mir die Zeit zu knapp und ich habe diese Aufgabe zugunsten meiner zehn Enkel aufgegeben“, erzählt er. Lange hielt es der pensionierte Pastor jedoch nicht ohne „Job“ aus: Er kommt nun bereits zum dritten Mal als Kurseelsorger nach Langeoog. Seine Aufenthalte waren für ihn stets ereignisreich. „Einmal mussten wir auf die Gäste einer Taufe warten, weil sie wegen Eisgangs erst verspätet übersetzen konnten. Es hat Spaß gemacht, mich auf diese für mich ungewöhnliche Gegebenheit einzulassen. Ein anderes Mal habe ich die älteste Einwohnerin Langeoogs beerdigt. Sie wurde mit dem Pferdewagen abgeholt und ich bin mit der Trauergesellschaft hinter dem Wagen her gegangen. So etwas kannte ich bis dahin nicht. Und obwohl es ein trauriger Anlass war, war dies doch eine schöne Erfahrung für mich. Es hat mich auf den Gedanken gebracht, dass auch ich einmal bei meiner eigenen Beerdigung mit einem Pferdewagen durch den Ort gefahren werden möchte. Und wieder ein anderes Mal hat mich ein Brautpaar, das gerade standesamtlich geheiratet hatte, spontan um den kirchlichen Segen bei einer Andacht in der Inselkirche gebeten. Auch so was hatte ich bis dahin nicht gemacht“, verrät Heiko Limburg.
In diesem Jahr wird er als Kurpastor mit der Inselgemeinde drei Gottesdienste am 16. und 23. Februar sowie am 1. März feiern. Er freut sich bereits auf die Aufgaben, die auf ihn warten.
Auch die Insel hat es dem evangelischen Theologen angetan: „Meine Frau und ich sind begeistert von Langeoog. Wir wollen unsere freie Zeit nutzen, um am Strand Wind und Wetter zu trotzen. „Ich freue mich schon auf die Spaziergänge – selbst bei Sturm und Regen.“    -sbo-

Spenden für  Frieden schaffende Projekte

Sternsinger werden am 4. Januar auf Langeoog ausgesendet

Hilfsprojekte des Kindermissionswerkes sollen auch im kommenden Jahr mit der bundesweiten Aktion „Dreikönigssingen“ unterstützt werden. Am 4. Januar machen sich dazu auch die Sternsinger auf Langeoog nach dem Aussendungsgottesdienst in der St.-Nikolaus-Kirche auf den Weg von Haus zu Haus, um hierfür Spenden zu sammeln. Im Gegenzug bringen die als Heilige Drei Könige verkleideten Kinder und Jugendlichen den Segenswunsch „20*C+M+B+20“ an den Türen an, mit dem die Häuser der Spender gesegnet werden. Station machen sie dann unter anderem im Rathaus und in der Seniorenresidenz „Bliev hier“.
Bereits am 28. Dezember begeben sich zehn Langeooger Kinder zur bundesweiten Eröffnung der Aktion nach Osnabrück, um den Staffelstern an die Aachener Sternsinger weiter zu geben, deren Bistum das „Dreikönigssingen“ 2020 ausrichtet. Diesmal lautet das Motto „Segen bringen, Segen sein – Frieden! Im Libanon und weltweit“. Zum Hintergrund informiert das Kindermissionswerk: „Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien im Jahr 2011 hat der Libanon rund 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Diese machen nun etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Die Bildungs- und Gesundheitsstrukturen des Landes reichen nicht aus, um den Bedürfnissen der geflüchteten Menschen gerecht zu werden. Die Projektpartner der Sternsinger arbeiten vor diesem Hintergrund mit einheimischen Kindern und mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien. Ein wichtiges Ziel ist es, Frieden und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion im Libanon zu fördern. Die Adyan-Stiftung, die 2006 von Christen und Muslimen gegründet wurde, setzt dabei auf Bildung und Dialog. Mit Hilfe der Sternsinger hat Adyan ein Bildungsprogramm für Schulen erarbeitet, das Kindern und Lehrern die gemeinsamen Werte der Weltreligionen sowie Wissen über die eigene Religion und Geschichte vermittelt. Die Organisation bietet auch Kurse in gewaltfreier Kommunikation und respektvollem Umgang miteinander an.
Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst, ein langjähriger Sternsinger-Partner, leistet Hilfe bei der schulischen Integration und der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge. Die Caritas Libanon organisiert unter anderem ein Hausaufgaben- und Freizeitprogramm für Kinder unterschiedlicher Herkunft und Religion in der libanesischen Hauptstadt Beirut.“ Mit einer Spende an die Sternsinger können die Langeooger und ihre Urlaubsgäste diese sozialen Projekte unterstützen. (Siehe auch Seite 142).    -sbo-

Hausverbot für trübe Gedanken

Trojka-Konzert am 13. Oktober, 20 Uhr, in der Inselkirche

Am Sonntag, 13. Oktober, spielt das Trio „Trojka“ in der Inselkirche eine Mischung aus Weltmusik, Polka, Klezmer und Rock. „Trojka“ – das sind Rico Wolf an der Gitarre, Matthias Hübner am Cello und Albrecht Schumann am Klavier. Ihr Sound zeichnet sich durch großartige Virtuosität und jungenhafte     Lebensfreude aus.
Mit ihrer neuen CD „Dschabba“ geht das Trio einen Schritt weiter, in dem es seine stets eigenwilligen und bilderreichen Kompositionselemente und Spielarten verdichtet und verfeinert. Die Vollblutmusiker schaffen einen Kontrast zwischen schlichten Weisen, melodiös veredelt, und drangvoll rhythmisierten Hymnen.
Mit spielerischer Raffinesse und Selbstironie touren die drei Grenzgänger seit 2012 munter durch die Republik und erteilen trüben Gedanken Hausverbot. Ob Theater, Dorfkirchen oder Festivalbühnen – ein Trojkakonzert ist ein harmonisches Antidepressivum der besonderen folkloristischen Art. Wer hier schlafen kann, muss taub sein. Los geht es mit dem konzertanten Folk um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende zugunsten der Stiftung „Musik auf Langeoog“ wird gebeten.       -ut-

Shanty meets Klassik

„Isar Shanties“ unter Leitung von Wienke Eilers 
am 3. Oktober in der Inselkirche – Instrumental und Jazz

Zu einem außergewöhnlichen Benefiz-Konzert lädt die Freisinger Kulturinitiative „3klang“ am 3. Oktober um 20 Uhr in die Inselkirche ein. Auf dem Programm steht eine ungewöhnliche, aber reizvolle Mischung aus Seemannsliedern und klassischer Musik, garniert mit einer Prise Jazz.
Zu Gehör kommen klassische Werke für Querflöte, Fagott und Klavier, dazu einige Standards für Jazz-Trio sowie traditionelle Shanties in teils außergewöhnlichen Arrangements. Ausführende sind Theresa Schröttle (Querflöte), Wienke Eilers (Fagott) und Mihaela Rogojan (Klavier), das 3klang-Jazz-Trio und die Freisinger Isar Shanies unter Leitung der Langeoogerin Wienke Eilers. Als Überraschung haben die Gäste noch zwei Instrumente aus der Gebirgsregion mit dabei.
Der Eintritt ist frei. Um Spenden zugunsten der Stiftung „Musik auf Langeoog“ wird gebeten. -ut-

Ein Leben voller Musik
Wienke Eilers gründete vor drei Jahren die „Isar-Shanties“

Dass plattdeutsche Lieder von Schiffen, Wellen, Wind und Meer nicht nur gerne an der Norseeküste gesungen und gehört werden, sondern auch tief im Süden Deutschlands, das beweist seit mittlerweile drei Jahren Wienke Eilers mit ihrem Chor „Isar Shanties“. Die von Kind auf an musikbegeisterte Langeoogerin zog es nach ihrem Abitur am Niedersächsischen Internatsgymnasium in Esens ins urbayerische Freising. An der dortigen Musikschule „3klang“ absolvierte sie ihr freiwilliges soziales Jahr (FSJ). Da zu den Aufgaben von FSJlern innerhalb dieser Zeit auch die Erarbeitung eines eigenen Projekts gehört, kam ihr kurzerhand die Idee, einen Shanty-Chor zu gründen. Dies stieß bei den Freisingern auf so große Begeisterung, dass aus dem anfänglichen Projektchor ein dauerhafter Chor wurde, der sich mittlerweile zu einem 26-köpfigen Ensemble mit internationaler Besetzung gemausert hat. „War das Plattdeutsche anfangs doch fremd, klappt es heute richtig gut und alle haben ihren Spaß am gemeinsamen Singen“, freut sich die engagierte Chorleiterin. Und noch etwas Besonderes zeichnet den Chor aus: Ist ein Shanty-Chor, der Seemannslieder singt, traditionell ein reiner Männerchor, geben bei den Isar Shanties deutlich mehr Frauen als Männer den Ton an.
Wienke Eilers studiert zurzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität in München im fünften Semester Grundschullehramt mit Musik als Unterrichtsfach und parallel dazu an der „Hochschule für Musik und Theater“ Posaune. Hinzu kommen Instrumente wie Fagott, Klavier, Gitarre und Bratsche. Da die 23-Jährige auch der Gesang reizt, ist sie Mitglied in verschiedenen Chören, unter anderem im Hochschulchor.
Doch damit nicht genug. Als Lehrerin für Blockflöte, Posaune und Klavier im „3klang“ liegt der Studentin seit ihrem FSJ die musikalische Früherziehung für Kinder sehr am Herzen. Zudem möchte sie allen Menschen vermitteln, wieviel Kraft sich aus der Musik und dem eigenen Musizieren schöpfen lässt. Zu diesem Zweck hat sie sich in Fortbildungen spezielle Grundlagen angeeignet. Gemeinsam mit Kollegen gründete sie den „Instrumenten Kaufladen“, ein Projekt, in dem Kinder kostengünstig verschiedene Instrumente kennenlernen und ausprobieren können. Seit zwei Jahren leitet sie ein spezielles Projekt für Flüchtlingskinder und gibt einer Flüchtlingsfamilie aus dem Iran Klavierunterricht.
Wer gerne miterleben möchte, mit wieviel Herzblut Wienke Eilers ihre „Isar Shanties“ dirigiert, hat am 3. Oktober in der Inselkirche Gelegenheit dazu. Der Freisinger Chor gastiert damit bereits zum zweiten Mal nach 2016 auf Langeoog. -reh