Archiv der Kategorie: Ortshandwerk

Auf Langeoog eine zweite Heimat

„Hofgoldschmiede am Meer“ von Martina Runge mit vielfältigem Angebot

Martina Runge ist angekommen. Nicht nur auf Langeoog, wo sie seit Jahresbeginn die „Hofgoldschmiede am Meer“ betreibt, sondern auch bei sich selbst. „Ich mache etwas, was mich aus tiefs­tem Herzen glücklich macht und vorantreibt“, so die Goldschmiedin. Eigentlich hat sie zwei Heimatorte – denn neben dem Geschäft auf der Insel betreibt sie in Ludwigsburg weiterhin ihre „Hofgoldschmiede“. Obwohl es mitunter stressig sein kann, für beide Orte da zu sein, bekommt die Handwerkerin diesen Spagat recht gut hin. Zumal Ehemann Jörg vor kurzem ins Unternehmen wechselte und sich um administrative Aufgaben kümmert.
638-1Auf Langeoog werden in der „Hofgoldschmiede am Meer“ an der Barkhausenstraße verschiedene Goldschmiedekurse angeboten: Schnupperkurse, Trauringkurse, kleine und große Kurse mit unterschiedlichem Zeitaufwand und Kinderkurse stehen zur Auswahl. „Jeder Teilnehmer kann hier direkt den Zauber des Goldschmiedehandwerks spüren und erleben“, sagt Martina Runge. Bei den Kinderkursen fertigt der Nachwuchs ab sieben Jahren eigene Schmuckstücke nach Anleitung an. Entweder bringen sie eigene gezeichnete Vorlagen mit oder bedienen sich aus dem Fundus der Hofgoldschmiede am Meer. Klassiker sind dabei Anker, Seesterne oder Wasserturm. Die Zeichnungen werden auf dünne Platten aus 925er Sterlingsilber übertragen und danach mit einer Laubsäge mit Metallblatt ausgesägt. Es folgt eine Nacharbeitung mit Nadelfeile und Schmiergelpapier. Danach erhält das Schmuckstück eine angelötete Öse, durch die ein Lederband gezogen wird – fertig ist das individuelle Langeoog-Mitbringsel. Etwa zweieinhalb Stunden dauern die Kurse, an denen maximal sechs Kinder teilnehmen können.
638-2In der „Hofgoldschmiede am Meer“ werden aber nicht nur Kurse angeboten. Selbstverständlich findet man dort auch schicke Schmuckstücke, allesamt hergestellt in der hauseigenen Werkstatt. Oftmals bringen Kunden sogar ihren eigenen Schmuck mit, der repariert oder umgearbeitet werden soll. „Gemeinsam überlegen wir dann eine Lösung und senden das fertige Schmuckstück später an die Heimatadresse“, erläutert Martina Runge.
Bis Ende August gehörte auch Anna Bienkowski zum Langeooger Team. Die Goldschmiedin absolvierte in ihrer Heimatstadt Hamburg eine Ausbildung, die sie als Landes- und 3. Bundessiegerin abschloss. „Ich liebe meinen Beruf und das hat sich wohl auch in den Leistungen niedergeschlagen“, lächelt die 25-Jährige. Seit anderhalb Jahren ist die junge Gesellin für mindes­tens 3 Jahre und einen Tag auf der Walz. Am 28. Februar 2019 kann sie frühenstens wieder nach Hause kommen, bis dahin darf der Bannkreis von 638-350 km rund um ihren Heimatort nicht betreten werden. „Auf Langeoog war ich die längste Zeit“, erzählt Anna Bienkowski, die Martina Runge zufällig kennenlernte. Weil es der Wandergesellin nicht erlaubt war, Geld für Fortbewegungsmittel auszugeben, bezahlte die Langeoogerin die Überfahrt. Nach ihrer Zeit auf der Insel möchte die junge Frau, die schon in Rumänien, Italien, Österreich, der Schweiz und in zehn Betrieben in Deutschland gearbeitet hat, gerne gen Skandinavien weiterziehen. „Aber das nehme ich wohl erst im kommenden Jahr in Angriff, da ich mich zunächst Richtung Süden bewege“, erklärt Anna Bienkowski, die für die „Hofgoldschmiede“ in Ludwigsburg eine Zusage von Martina Runge in der Tasche hat. Bis dahin wird die Wandergesellin zumeist allein unterwegs sein und nach Arbeit Ausschau halten. „Allerdings ist es in meinem Beruf recht schwer, etwas zu finden. Bauhandwerker haben es da erheblich leichter“.

Im Sommer wird draußen gestrichen

Die Nordseemalerei Ehmen GmbH informiert

Nicht nur Urlaubsgäste freuen sich über sommerliches Wetter. „Auch für uns sind die Bedingungen dann perfekt“, sagt Michel Stojanovic. Zusammen mit seinen Kollegen führt der Betriebsleiter der Nordseemalerei Ehmen GmbH mit Sitz am Jakob-Pauls-Weg während der warmen und trockenen Periode häufig Malerarbeiten im Außenbereich aus. Gerade auf einer Insel, wo stetig ein anderes Klima als auf dem Festland herrscht, sind diese Pflegemaßnahmen in kürzeren Abständen durchzuführen. Schließlich möchte man lange Freude an Fassaden, Holzgiebeln, Zäunen oder Gartenhäuschen haben. „Oftmals müssen wir hoch hinaus und arbeiten von einer Leiter aus. Man sollte in unserem Beruf also schon kopfest sein“, so Michel Stojanovic. Während er das sagt, arbeitet der Malergeselle akkurat an einer Fensterumrandung und gibt ihr einen hellen Anstrich. Gestrichen werden nahezu alle Materialien. Zunächst werden die Untergründe gründlich gesäubert und anschließend mit einer Grundierung versehen, auf die später die Farbe im gewünschten Farbton aufgetragen wird.
Noch bevor die Außenarbeiten erledigt sind, geht es in den Innenräumen weiter. Neubauten oder Sanierungen müssen allerdings ein wenig warten, da erst nach Beendigung des Baustopps am 30. September dort weitergearbeitet werden kann. Nach wie vor im Trend ist der sogenannte Chabby-Look. Alles sieht gebraucht aus, obwohl es nagelneu ist. Die Wohnräume in diesem Stil herzurichten ist allerdings aufwändig. Oft sind mehrere Anstriche in verschiedenen Nuancen notwendig, um den gewünschten Effekt zu erhalten. Obwohl dieser Schick nach wie vor gefragt ist, sind „normale“ Anstriche in der Mehrheit. Wohnräume – ob privat, in Ferienwohngen oder Hotels – werden überwiegend hell gestrichen und mit einem passenden Bodenbelag versehen. „Das kann Teppichboden sein, Laminat oder PVC“, so Firmeninhaberin Edith Ehmen. Im Büro am Jakob-Pauls-Weg können sich Kunden über die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten nach vorheriger Terminabsprache informieren. Die Nordseemalerei Ehmen ist übrigens auch Ansprechpartner, wenn es um Beschattungsanlagen wie Rollos oder Plissees geht.

Krosse Brotringe und leckere Pizza

Ferienpass-Aktion bei Remmers Backstube kam gut an

Normalerweise wird in „Remmers Backstube“ nachmittags nicht mehr gebacken. Die Tagesproduktion an Brot, Brötchen und Kuchen ist dann bereits ausgeliefert und das Backstuben-Team hat seinen wohlverdienten Feierabend. Am 17. Juli machte Inhaber Jannes Remmers jedoch eine Ausnahme: Im Rahmen der Ferienpass-Aktion lud der Lions Club Langeoog Kinder und Jugendliche in die Bäckerei am Schniederdamm ein. „Am Vortag hatte ich bereits einen Roggen-Mischbrot-Teig vorbereitet“, so der Lions Club-Master, verantwortlich für die Organisation und Abwicklung der Clubveranstaltungen. Unterstützt wurde Jannes Remmers von Inselschullehrer und 2. Vizepräsidenten Karsten Kugelberg. Zusammen mit 15 Teilnehmern zwischen 8 und 15 Jahren wurde zunächst der Teig portioniert und zu Brotringen geformt, die anschließend für eine Stunde in den Ofen kamen. Die Wartezeit bis zum Ausbacken überbrückte man mit der Herstellung eines Baguette-Teiges für Pizzen. Alle waren eifrig bei der Sache und stellten während des zweieinhalbstündigen Programms wissbegierig Fragen rund um die Bäckerei, die Jannes Remmers gern beantwortete. Nachdem der Pizza-Teig ausgerollt war, durften die Kinder ihn belegen und für einige Minuten in den Backofen schieben. Später wurden Brotringe und Pizzen mit großem Appetit gegessen, dazu hatte der Lions Club bei sommerlichen Temperaturen Getränke spendiert. Unter den Kindern verloste der Service Club eine seiner brandneuen Charity-Postkarten. „Dieses Exemplar mit der Los-Nummer 3.000 nimmt an der Verlosung am 1. November 2017 teil“, erläutert Jannes Remmers. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf kommen sozialen Projekten zugute. Die Postkarten im Format 10,5 x 23,5 cm können für 3,- Euro an verschiedenen Verkaufsstellen des Lions-Clubs erworben werden. Das Titelbild, der Wasserturm im Sonnenuntergang, ist eine Aufnahme des Langeoogers Michael Wrana. Der glückliche Gewinner kann sich in wenigen Monaten über dasselbe Motiv, dann aber als Leinwandbild, freuen.

Kompetente Beratung und Leistung

Elektrofachgeschäft Richter bietet umfassenden Service

412-1Im April dieses Jahres eröffnete auf Langeoog das Veranstaltungshaus „Neei Bauhoff“. Unter den Handwerksbetrieben, die zum Gelingen beitrugen, befand sich auch die Langeooger Fachfirma Elektro Richter. „Wir haben dort rund zweieinhalb Kilometer an Leitungen verlegt“, rechnet Elektromeister Matthias Richter beim Blick in die Unterlagen vor. Aktuell ist der Handwerksmeister mit der Elektroinstallation an einem Neubau beschäftigt. Der Auftraggeber wünscht von Elektro Richter einen Rundum-Service. Das bedeutet: Neben der handwerklichen Arbeit wie die Leitungsinstallation, wozu auch das Verlegen von Datenkabeln für das Internet gehört, wurde Matthias Richter mit der kompletten Einrichtung von Elektrogeräten beauftragt. 412-3„In diesem Objekt liefern wir die sogenannte Braun- und Weißware, also Unterhaltungs- sowie Haushaltsgeräte. Selbstverständlich wird die Hardware angeschlossen und eingerichtet. Der Kunde kann sich somit entspannt zurücklehnen“, so Matthias Richter.
Seit vielen Jahren bietet Elektro Richter einen Miele-Kundendienst für Haushalts- und Kleingeräte an. Um ständig auf dem Laufenden zu sein, besucht der Langeooger Fachmann regelmäßig Schulungen des Herstellers Miele. Die letzte war im Februar, die nächste folgt bereits im August. „Die Geräte werden stetig komplexer, aber auch leistungsfähiger“, so Richter. Als Beispiel ist der Bodenstaubsauger Blizzard CX1 Cat & Dog zu nennen, der ohne Beutel auskommt. 1.200 Watt Saugleistung bietet das Gerät. Zudem ist der eingebaute Feinstaubfilter selbstreinigend. Der durchsichtige Behälter für den aufgesaugten Fein- und Grobstaub öffnet sich auf Knopfdruck 412-2bequem nach unten. Zwei Zubehörteile sowie ein separater Saugpinsel sind immer griffbereit im Gerät verstaut. Selbstverständlich bietet Matthias Richter die komplette Miele-Gerätepalette sowie umfangreiches Zubehör. Dazu zählt auch umfangreiches Reinigungszubehör für Ceranfelder, Staubsauger und Waschmaschinen oder Trockner. Für die beiden letztgenannten gibt es Wasch- und Spülmittel, die optimal auf die entsprechenden Geräte abgestimmt sind. Die Flüssigwaschmittelsysteme TwinDos werden vom Gerät automatisch je nach Maschinenbeladung dosiert. Auf diese Weise wird nicht nur die Reinigungsleis­tung optimiert sondern auch die Umwelt geschont. Detaillierte Auskünfte erteilt Matthias Richter gerne in seinem Fachgeschäft an der Willrath-Dreesen-Straße 13.

Spenden für den guten Zweck

Tischlermeister Heinz Schwede feierte 80. Geburtstag

431-1Gut gelaunt zeigte sich Heinz Schwede am 17. Juni dieses Jahres. Anlass war der 80. Geburtstag, den der Tischlermeister mit 63 Gästen im neuen Veranstaltungshaus „Neei Bauhoff“ feierte. „Leider konnten an diesem Tag nicht alle dabei sein“, so Schwede. Unter den Gratulanten befanden sich neben der Familie, Freunden, Verwandten und Nachbarn auch Ortshandwerksmeis­ter Hans-Jörg Numrich, der seinen langjährigen Stellvertreter und heutigem Ehrenmitglied der Langeooger Ortshandwerkerschaft beglückwünschte. Ebenfalls präsent war Bürgermeister Uwe Garrels, der einst das Tischlerhandwerk erlernte, bevor er ins Rathaus wechselte. Bei schönem Geburtstagswetter sorgte Grillmeister Günter Suttner für Kulinarisches. Goran Petrovic, der lange Jahre das Hansa Café am Flugplatz betrieben hat, übernahm zusammen mit Heinz Schwedes Enkeln Tom, Nicolas und Tobias den Service. 431-2„Es war eine sehr schöne Feier, die nachmittags mit der Familie bei mir im Haus ausklang“, freute sich der Jubilar. Anstelle von Geschenken bat Heinz Schwede um Spenden für den Förderverein „bliev hier“. Fast 800,– Euro fanden den Weg in das aufgestellte gelbe Sparschwein.
Am 1. Oktober 1964 machte sich der Tischlermeister auf Langeoog selbstständig. Im Folgejahr gab es bereits so viel zu tun, dass drei Mitarbeiter eingestellt wurden und man mit der Ausbildung eines Lehrlings begann. In der folgenden Zeit des aufstrebenden Tourismus führte das Unternehmen Arbeiten in Hotels, Kurheimen und Privathäusern aus. Als eine der ersten Tischlereien des Landkreises Wittmund errichtete die Tischlerei Schwede eine Kunststoffabteilung für den Fensterbau. Nachdem es am Polderweg zu eng wurde, zog man 1984 an den Schniederdamm, wo die Tischlerei noch heute ansässig ist. Seit 2002 führt Tischlermeister Holger Schwede, Sohn des Betriebsgründers, das Unternehmen.

„Auf Kundenbedürfnisse konzentriert“

Hairstylist Jörg Wilken entwickelte eigene Pflegeserie „genuine haircare“

Back to the roots – zurück zu den (Haar)Wurzeln: Hairstylist Jörg Wilken hat sich – und seiner Kundschaft – einen Traum erfüllt. Dafür ging der Langeooger Friseurmeister einen radikalen Schritt. Er verbannte alle Pflegeprodukte fremder Anbieter aus dem Regal und ersetzte sie durch sein eigenes Sortiment. Richtig gelesen: Mit „genuine haircare“ hat Jörg Wilken eine eigene Produkt­linie entwickelt, die er erfolgreich in seinem Salon an der Hauptstraße einsetzt.
450-11„Kunden wollen gut und gepflegt aussehen – so einfach und wirksam wie möglich. Als Friseur habe ich den gleichen Wunsch.“ Diese Erkenntnis brachte Jörg Wilken auf den Weg – fort von Industrieerzeugnissen, hin zur eigenen Linie. „Der Name ‚genuine haircare‘ steht für unverfälschte, authentische Haar­pflege mit hochwertigen Inhaltsstoffen. Darin ist meine 30-jährige Berufserfahrung als Friseur auf den Punkt gebracht.“ Gut ein Jahr Arbeit investierte Jörg Wilken in die Entwicklung: „Ich habe eine Firma in Österreich gefunden, die alle Produkte nach meinen Vorgaben herstellt. In Salonqualität, die der Kunde mit nach Hause nehmen kann.“ Mit seinem Team stellte der Friseurmeis­ter eine klare Produktlinie zusammen, die sich auf Kunden­bedürfnisse konzentriert. Folgerichtig waren an der Entwicklung auch Kunden beteiligt: „Sie haben die Muster getestet und be­urteilt. So konnten sie bei vielen Entscheidungen, wie den Duftnoten, mitbestimmen.“
Die Pflegeserie besteht aus 25 Produkten. Deren teils anspielungsreiche Namen hat Jörg Wilken selbst ersonnen. Wie die Lotion „L’OOG 36“, seine Hausnummer auf Langeoog, oder „Black Beard“, das Shower Shampoo für den (harten) Herrn. Ausführlich informiert ein 20-seitiges Booklet über die Produktpalette. Die kann man übrigens auch bequem im Internet-Shop www.genuine-haircare.de von zu Hause ordern. 450-1„Mein Weg ist die Reduk­tion auf das, was die Kunden wirklich brauchen“, sagt Jörg Wilken. Gut 95 Prozent der Kundenwünsche könne er mit den 25 Produkten abdecken. Dabei lassen sich alle Elemente von Shampoo bis Glanz-Gel miteinander kombinieren, je nach Bedarf: „So kann etwa das Treasure Oil mit jedem der Shampoos gemischt werden – fertig ist ein trendiges Ölshampoo.“ Und wenn sich Bedürfnisse ändern? „Dann kann ich gemeinsam mit dem Labor etwas Neues entwickeln.“
Doch nicht nur der Produktinhalt, auch dessen Hülle ist wichtig. Hier beherzigte der Hairstylist das Prinzip der Bauhaus-Schule: „Die Form folgt der Funktion.“ So sind die gut in der Hand liegenden Kunststoffflaschen extra schmal, damit mehrere auf der Duschablage Platz finden. Festiger und Haarlack besitzen Sprühpistolenköpfe für leichteres Zerstäuben. Gels und Cremes arbeiten wie Vakuumpumpen, sodass sie selbst mit rutschigen Fingern unter der Dusche sicher zu handhaben sind. Jörg Wilken: „Was nützt das beste Produkt, wenn es unpraktisch in der Anwendung ist?“ Wohl wahr. Die Liebe zum Detail reicht bis in die aufgedruckten Produktbeschreibungen. Auf deren Formulierung hat Jörg Wilken viel Zeit verwandt: „Es sind sachliche Texte, die dem Kunden genau die Info geben, die er braucht. Klare Worte, schnörkellos, kein Werbe-Chichi.“
Im Frühjahr 2017 ging „genuine haircare“ an den Start. „Seither gibt es jede Menge positives Feedback von Kunden“, erzählt Jörg Wilken erfreut. Und kaum sei die Pflegeserie auf den Markt gekommen, habe es Anfragen von Kollegen und Vertriebsfirmen gegeben, sie zu übernehmen. Wilken erteilte allen eine Absage: „Die Produkte sind nur bei mir im Salon und im Internetshop ­erhältlich.“ Er wolle jedoch Kollegen ermutigen, sich „aus der Klammer der Industrie zu befreien“ und ebenfalls ihren eigenen Weg zu finden.
Jetzt soll sich die neue Produktlinie erstmal bei den Kunden bewähren. Danach kommt die Zeit, um neue Ideen umzusetzen: Großgebinde wichtiger Artikel wären ebenso denkbar wie hand­liche Reisegrößen. Aber Jörg Wilken will sich nicht verzetteln: „genuine haircare soll organisch wachsen.“

Engagement zahlt sich aus

Henry Heidenreich ist nach der Schule bei Bootsbauermeister Helge Bents aktiv

Vor einem Jahr absolvierte Henry Heidenreich sein zweites Pflichtpraktikum bei Helge Bents am Melkerpad. Damals interessierte sich der heute 15-jährige Realschüler, der die 10. Klasse der Inselschule besucht, für den Tischlerberuf. „Ich habe sehr viele Einblicke bekommen und es machte mir riesige Freude“, so der Schüler rückblickend. Das merkte auch Bootsbauermeister Helge Bents, der dem Jugendlichen anbot, nach dem Praktikum weiter bei ihm zu jobben. 330Seither ist Henry Heidenreich montags und mittwochs nach dem Unterricht stundenweise in der Tischlerei zu finden. Lange herumstehen kann der Schüler nicht. „Er sieht sofort, wann er mit anfassen kann und ist sich keineswegs zu schade auch mal die Werkstatt auszufegen“, lobt Helge Bents. Auch bei den beiden angestellten Tischlergesellen Harald Buscher und Oliver Renger kommt soviel Engagement an. „Weil Henry gut in unser Team passt, bot ich ihm an, bei uns eine Ausbildung zum Tischler zu beginnen“, sagt Helge Bents. Hierfür wandte sich der Bootsbauermeister zunächst an die Handwerkskammer für Ostfriesland, um sich von Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga beraten zu lassen. Nach einer fachlichen Eignungsüberprüfung durch einen Fachmann besitzt Helge Bents seit dem 1. April 2017 die Ausübungsberechtigung für das Tischlerhandwerk nach Paragraf 7b der Handwerksordnung. Er darf somit als Bootsbauermeister die Berufsbezeichnung Tischler führen und zum Beruf des Tischlers ausbilden. Henry Heidenreich freut sich bereits. Am 1. August beginnt er seine dreijährige Ausbildung und hat bis dahin noch Zeit, seine Erfahrungen und Kenntnisse zu vertiefen. Überwiegend erledigt der zur Ortshandwerkerschaft gehörende Betrieb Innenausbauten. Dazu gehören der Einbau von Türen und Fenstern sowie der Möbelbau. Selbstverständlich ist Helge Bents Ansprechpartner, wenn es um Bootsreparaturen geht. So tauschte der Bootsbauer kürzlich an einem Motorboot Windschutzscheiben aus acht Millimeter starkem Plexiglas aus.

Vom Schrank bis zur Küche

Tischlerei Schwede überzeugt mit Sonderanfertigungen und einer breiten Produktpalette

310-1„Ich schaue mir das morgen einmal an und unterbreite Ihnen einen Vorschlag“, sagt Holger Schwede. Flugs notiert der Tischlermeister und Inhaber der Tischlerei Schwede am Schniederdamm den Termin und steckt sein Smartphone wieder in die Tasche. Der Anrufer benötigt einen Schrank, der unter einer Treppe eingebaut werden soll. Für den Langeooger Handwerker nichts Außergewöhnliches, sondern Tagesgeschäft. Sonderanfertigungen werden nahezu ständig nachgefragt. Die Interessenten sind zumeist Vermieter oder Beherbergungsbetriebe, die jeden Quadratmeter möglichst effektiv ausnutzen möchten. Holger Schwede und seine Mitarbeiter haben für solche Dinge ein Auge und immer passende Ideen parat. „Geht nicht, gibt es bei uns nicht“, betont der stellvertretende Obermeister der Tischlerinnung Wittmund. 310-2Schon während der Besichtigung vor Ort unterbreitet Holger Schwede erste Lösungsvorschläge und nimmt Maß. Im Fachbetrieb entstehen dann die fertigen Pläne, die dem Kunden unterbreitet werden. Bei Zufriedenheit erfolgen schließlich Pro­duktion und Montage. Das Spektrum ist so unterschiedlich wie weitreichend. Vom erwähnten Einbauschrank über Regale bis hin zu aufwändigen Treppen oder gar Küchen reicht das Portfolio der Bau- und Möbeltischlerei. Nicht zu vergessen sind Türen und Fenster, die maßgenau eingebaut werden. „Selbstverständlich nehmen wir auch den Austausch von abgängigen Fenstern vor und verbauen hochwertigste Systeme“, so Holger Schwede. Bei Kunststofffenstern greift der Meisterbetrieb auf hochwertige Mehrkammerprofile des Herstellers Rehau zurück. Die Fensterrahmen werden von der Tischlerei Schwede exakt ausgemessen und auf Maß komplett mit der Verglasung angeliefert. Vor Ort erfolgt dann der fachgerechte Einbau.
Bevor der Sommer Einzug hält, haben die Tischlereimitarbeiter darüber hinaus mit Beschattungen zu tun. 310-3Gemeint sind mitnichten detektivische Spürnasen, sondern die Montage von schattenspendenden Markisen oder Plissees in den unterschiedlichs­ten Ausführungen. Auch hier unterbreitet die Tischlerei Schwede individuelle Lösungen.
Seit jeher wird im Langeooger Fachbetrieb auch Tischlernachwuchs ausgebildet. Seit dem 3. April 2017 erlernt Mirco Bents den Beruf des Tischlers. „Die Arbeit mit Holz macht mir viel Freude“, erzählt der 20-Jährige, der zunächst eine Ausbildung im Einzelhandel absolvierte. Freund Florian Uphoff, der bei Schwede ausgebildet und nach der Gesellenprüfung übernommen wurde, erzählte oft von seiner Arbeit und weckte zunehmend das Interesse des Willmsfelders, der sich in seinem neuen beruflichen Umfeld sehr wohl fühlt.