Archiv der Kategorie: Ortshandwerk

Vom Digitalbonus profitieren

Niedersachsen öffnet Fördertopf für Handwerk und Co.

Mit der neuen Förderrichtlinie, die Teil des „Masterplans Digitalisierung“ der Landesregierung ist, erwartet das Handwerk den Start des „Digitalbonus Niedersachsen“. Insgesamt 15 Millionen Euro werden für kleine und mittlere Unternehmen bereitgestellt. Zuwendungsfähig sind Ausgaben zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen sowie zur Verbesserung der IT-Sicherheit. Mit dem Bonus wird ein einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 50 Prozent bei kleinen Unternehmen und bis zu 30 Prozent bei mittleren Unternehmen gewährt. Dabei werden Vorhaben ab einem Kaufpreis von 5000 Euro brutto mit einer Fördersumme von 2.500 Euro bis 10.000 Euro unterstützt. Kerstin Muggeridge, Beauftragte für Innovation und Technologie der Handwerkskammer für Ostfriesland, empfiehlt, sich bereits jetzt schon ein Benutzerkonto bei der NBank zur schnellen Antragsstellung anzulegen. Im Vorfeld könnten Strategien zu Inves­titionen und schriftliche Angebote für geplante Anschaffungen gesammelt werden. Allerdings dürfen die Ausgaben erst nach Erhalt eines Zuwendungsbescheides innerhalb von zwölf Monaten getätigt werden. Es sind nur die innerhalb des Bewilligungszeitraums anfallenden Ausgaben zuwendungsfähig. Die Antragstellung erfolgt elektronisch über das Kundenportal der NBank unter www.nbank.de. Kerstin Muggeridge bietet Mitgliedsbetrieben kostenfreie Beratungsleistungen nach Terminvereinbarung unter 04941/1797-29 oder per E-Mail k.muggeridge@hwk-aurich.de an.

Ausbildung steht hoch im Kurs

823 Jugendliche starten Berufsausbildung im Handwerk

In Ostfriesland haben Anfang August 823 Lehrlinge eine Ausbildung im Handwerk begonnen. Die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer für Ostfriesland verzeichnete damit 25 Ausbildungsverträge mehr als im Jahr zuvor. Weitere Verträge werden in den nächsten Wochen erwartet. Insgesamt gibt es in den rund 1.130 Lehrbetrieben mehr als 2.830 Auszubildende im ersten, zweiten, dritten oder vierten Ausbildungsjahr. Besonders beliebt bei jungen Männern sind in diesem Jahr die Berufe Kfz-Mechatroniker (139 Lehrstellen), Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (80), Maurer (72), Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (66), Maler und Lackierer (59) sowie Tischler (42). Viele junge Frauen lassen sich zur Kauffrau für Büromanagement (40), Friseurin (26), Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (32) oder Augen- optikerin (18) ausbilden. Mit einem Plus von drei Prozent liegt die Zahl der neu abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge leicht über dem Niveau des Vorjahres. „Trotz der hohen Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe wird es immer schwieriger, Nachwuchs zu finden“, erklärt Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs. Als Gründe hierfür nannte er die demografische Entwicklung sowie die ungebrochene Studierneigung junger Leute. „Dabei bietet das Handwerk ein facettenreiches Ausbildungsspektrum und attraktive Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Um Arbeitsplätze müssen sich Handwerker keine Gedanken machen. Sie werden händeringend gesucht“, so Frerichs weiter. Eine Alternative zur Ausbildung könnte auch ein Langzeitpraktikum, die sogenannte Einstiegs-qualifizierung, sein. Jugendliche lernen darin einen Ausbildungsberuf über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten kennen. Ansprechpartner ist die Agentur für Arbeit unter Telefon 0800 4 555500.

„Zukunft kommt von Können“

Leistungswettbewerb für Junghandwerker

Wer als Junghandwerkerin oder Junghandwerker seine Lehre erfolgreich abgeschlossen hat, kann sich zum Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks anmelden. Ermittelt werden die Besten ihres Ausbildungsberufes. Dieser Wettbewerb findet jedes Jahr nach den Berufsabschlussprüfungen statt. Wer zum Zeitpunkt der Prüfung nicht älter als 27 Jahre ist, kann am Wettbewerb teilnehmen. Voraussetzung ist eine gute Prüfungsleistung.
Die Wettbewerbsarbeit besteht aus dem Gesellenstück (Prüfungsstück) und Arbeits-proben. Siegerinnen und Sieger nehmen an der Ausscheidung der nächst höheren Stufe teil. Jahrgangsbeste können sich über die Entscheidung auf Ebene des Handwerkskammerbezirkes und des Landes bis zum Wettbewerb auf Bundes­ebene qualifizieren. In einigen Berufen ist jedoch vor einem Bewertungsausschuss auf der folgenden Ebene eine neue Arbeits­probe abzulegen.

Die Chance nutzen

Die „jungen Profis“ starten in der Regel im Wettbewerb auf Innungsebene und qualifizieren sich dann als Innungssieger/in für den Wettbewerb der Handwerkskammer. Alle Kammersieger/innen nehmen anschließend am Landeswettbewerb teil. Als Landessieger/in hat der Junghandwerker schließlich die Chance auf den Bundessieg. In ausgewählten Gewerken geht es sogar noch weiter. Hier haben Bundessieger/innen die Chance, Europameis- ter/in zu werden. Die Anmeldung erfolgt über die jeweilige Innung oder zuständige Handwerkskammer. Weitere Informationen unter www.der-berufswettbewerb.de.

Die Gute Form im Handwerk

Parallel gibt es den Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form im Handwerk“. Damit sollen Ästhetik und Kreativität in der Ausbildung stärker akzentuiert und zudem eine breitere Öffentlichkeit auf die Bedeutung individueller Formgebung und Gestaltung im Handwerk aufmerksam gemacht werden.
Wer sich in den Wettbewerben platzieren konnte, kann sich um eine Begabtenförderung bewerben.

„Wir fördern Sieger“

Wer jünger als 25 Jahre alt ist, beim Leistungswettbewerb einen überregionalen Sieg errungen oder seine Abschlussprüfung mit mindestens 87 Punkten bestanden hat, kann sich bei seiner Handwerkskammer für ein Weiterbildungsstipendium der „Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB)“ bewerben. Für die Dauer von drei Jahren können Zuschüsse bis insgesamt 7200 Euro für berufsbegleitende Weiterbildung gezahlt werden. Weitere Infos unter www.begabtenfoerderung.de. -ut-

Eine Werkstatt voller Geschichten

Kürschnermeister Els Sanders feierte 88. Geburtstag 

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, sang Udo Jürgens. Und mit 88 Jahren geht es unvermindert weiter, weiß Alt-Kürschnermeister Els Sanders zu berichten. Der gewitzte Langeooger, der seit 61 Jahren den Meister-Titel trägt, feierte seine „Schnapszahl“ Ende April – alkoholfrei und ahnungslos – mit der Familie im Lokal „In’t Dörp“. Dann kam die Überraschung: Der Shantychor „de Flinthörners“, zu dessen Mitbegründern Els Sanders zählt, enterte das Lokal und brachte dem verdutzten Jubilar ein „Happy Birthday“-Ständ-chen. Spontan spendierte das Geburtstagskind eine Runde Malzbier für alle. Mit „West-Zuid-West van Ameland“ und „Curaçao“ intonierte man noch gemeinsam zwei niederländische Stücke, die Els Sanders seinerzeit als Solist des Chores zum Besten gegeben hatte. Dabei bewies er noch immer eine Top-Stimmlage als Tenor, auch wenn sein Abschiedsauftritt vier Jahre zurücklag. Eingefädelt wurde die Geburtstags-überraschung von „Flinthörners“-Chef Raimund Buss, in Absprache mit Els’ Familie. Man kann wirklich niemandem mehr trauen … Beruflich hat der Kürschnermeister zwar schon lange abgemus­tert. Aber Segel flicken für den Eigenbedarf – das geht immer noch. „Dat mutt ok“, sagt Sanders. Seit Jahrzehnten ist der gebürtige Esenser in seiner Freizeit auf der Nordsee unterwegs. Beim Segeln hatte er seine Frau Hilke kennengelernt, eine Insulanerin. 1969 machte man sich auf Langeoog an der Barkhausenstraße selbstständig. In seiner „Pelzboutique“, wie sie ursprünglich hieß, bot Els Sanders vorwiegend Lederwaren, Pelze und Damenkonfektion an. Mit dem Umbau des Hauses in den 1970er-Jahren änderte sich das Sortiment: Die Pelze verschwanden, Hosen und maritime Kleidung von Elbsegler bis Fischerhemd bildeten einen neuen Schwerpunkt. 2003 schloss das ­Geschäft. Und Sanders hatte wieder mehr Zeit zum Segeln.

Noch immer …
fährt er mit seiner niederländischen Zeeschouw „Mien Problem“ raus: Seit 30 Jahren ist er Sommer für Sommer auf dem rüstigen Plattbodenschiff unterwegs. In den letzten Jahren bildeten Sohn Hajo und Enkel Jelle die bevorzugte Crew. 2019 soll es wieder gemeinsam auf Törn gehen: „Die beiden haben mir nach Ostern schwer geholfen, das Boot zu überholen.“ Jedes Frühjahr wird   „Mien Problem“ für die neue Saison flottgemacht, „mit    Anstrich und Reparaturen. Diesmal waren es viele Holzarbeiten.“ Das diesjährige Ziel steht noch nicht fest. „Sonst schipperten wir mal nach Bremen, mal in die Niederlande nach Groningen. Oder hier, Eintrag 7. Juli 2014: 16.15 Uhr Abfahrt Bensersiel, 22.30 Uhr Ankunft in Fedderwardersiel. Am 8. Juli Ruhetag gehabt, Deutschland – Brasilien 7:1“, blättert Els Sanders in seinem verwitterten Logbuch. Das hat er vor Jahrzehnten angelegt, damals noch für sein ers­tes Segelboot „Nordwind“. Auf ihm gönnte er sich 27-jährig, nach der Meisterprüfung 1958 vor der Handwerkskammer Lüneburg-Stade, eine Auszeit – und ging auf einen halbjährigen Törn von Amsterdam bis Kopenhagen. Weitere Fahrten führten bis Schweden: „Alles ohne Motor. War schön“, schwärmt er lakonisch von jungen Jahren. Angeschafft hatte er die „Nordwind“ 1952: „Sie war ein alter Marinekutter. Hatte Maschinengewehr­einschüsse.“ Die Reparatur und Renovierung, inklusive Kajüt­aufbau, dauerte zwei Jahre. Verewigt ist die „Nordwind“ an der Fotowand in Els’ Werkstatt. Die urige Arbeitskammer ist im Lauf der Zeit zu einem kleinen Museum geworden, mit Gegenständen voller Geschichten. Neben den Fotografien sind zahlreiche Erinnerungsstücke aufbewahrt: Meisterbrief und Ehrenurkunden, eine alte Ankerlaterne, eine uralte Pickelhaube, zwei Positionslampen, eine ausgemus­terte Krokodil-Galionsfigur und mancherlei mehr. Von der Decke hängt, als Strandfundstück, ein knorriger Eichenspanten aus ­einem Schiffsbauch. Drei bunte Statuen im Eckregal verweisen auf Fernsehruhm, den Els Sanders 1993 als Humorist erwarb – mit seinen „wahren Geschichten von Willm Willms ut Willmsfeld“ in der NDR-Sendung „Gaudimax“. Ob die Sammlung noch weiter wächst? Herr Sanders? „Mal sehen. Wir geh’n ja bald wieder auf Fahrt.“ Glückliche Reise! -köp-

Neuer Justiziar bei der Kammer

Dirk Bleeker ist neuer Abteilungsleiter der Berufsbildung

213Die Handwerkskammer für Ostfriesland hat seit Jahresbeginn einen neuen Justiziar und Leiter der Berufsbildung. Dirk Bleeker aus Aurich ist Nachfolger von Jörg Frerichs (Jennelt, Krummhörn), der seit Januar Hauptgeschäftsführer ist. Der 38-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Geboren wurde er in Aurich, wuchs in Emden auf, wo er auch die Schule besuchte. Seine Wehrpflicht leistete er in der Blücherkaserne in Aurich und in Brockzetel ab. Anschließend studierte er in Augsburg und Osna­brück Rechtswissenschaften. Sein Referendariat absolvierte er am Oberlandesgericht in Oldenburg. Nach ers- ten Berufserfahrungen als angestellter Rechtsanwalt in Osnabrück begann er 2012 als Referent der Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg. In der Handwerkskammer ist er für Aus- und Weiterbildungswesen, Sachverständigenwesen und Rechtsberatung zuständig. Dirk Bleeker ist unter 04941/1797-35 oder per E-Mail d.bleeker@hwk-aurich.de erreichbar. -ut-

Ein erfülltes Leben auf Langeoog

Heinz Schwede kam vor 60 Jahren als junger Schreinergeselle auf die Insel –
Ein Rückblick

227-1Als Heinz Schwede als achtjähriger Junge im Februar 1945 zusammen mit seiner Mutter aus Oberschlesien nach Tschechien geflüchtet war, um von dort aus ins bayerische Kulmbach zu gelangen, wusste er noch nicht, dass Langeoog einmal seine neue Heimat sein würde. Mit Blick auf viele Fotos aus dem Familienalbum und damit auf über 60 Jahre Inselleben spricht er heute von einer glücklichen Fügung. Fremd war Schwede das ostfriesische Eiland nicht. Schließlich wohnte längst seine Schwester auf der Insel, die er dort 1951 zum ersten Mal besuchte. Langeoog muss damals schon einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen haben. Doch zurück in Kulmbach absolvierte Heinz Schwede zunächst eine Lehre zum Schreiner, arbeitete dort ein paar Jahre als Geselle, bis es ihn Ende 1958 wieder zurück 227-2nach Langeoog zog. „Eigentlich wollte ich hier nur für ein Jahr in der Tischlerei Bäckmann arbeiten“, erinnert sich der heute 82-Jährige. Doch aus einem Jahr sollte ein ganzes Leben werden. In den Anfangsjahren auf der Insel lernte Heinz Schwede auch seine Ehefrau Hanne kennen und lieben, die gebürtig aus Westermarsch kam und zu der Zeit im Inselcenter Voss beschäftigt war. „Meine Frau hat mich in all den Jahren tatkräftig unterstützt und bestärkt. Sie verstarb 2005.“ Das erste eigene Grundstück am Süderdünenring bezahlte Schwede aus dem Verkauf seines Motorrades. „Das brauchte ich ja nicht mehr“, schmunzelt er. Ab 1962 besuchte er die Meis­terschule in Aurich, die er erfolgreich absolvierte. „Irgendwann nahm mich der damalige Kurdirektor Dr. Alt beiseite und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, mich auf Langeoog selbstständig zu machen, da hier in Zukunft einiges zu tun sein werde“, erzählt Schwede weiter. Gesagt, getan. Doch schnell war die erste, 1964 gebaute 227-4Niederlassung mit Wohnhaus und Werkstatt am Polderweg zu klein. Der zielstrebige Unternehmer bemüthe sich um ein entsprechendes Grundstück am Schniederdamm, um sich neu zu orientieren. Hier entstand auf 1500 Quadratmetern der heutige Firmensitz mit moderner Werkstatt, Lagerhalle, Bürogebäude und Einliegerwohnung. 1967 wurde das erste Elektrofahrzeug angeschafft. Auch das Mitarbeiter-Team wuchs stetig. Längst war das Unternehmen auch Ausbildungsbetrieb. Unzählige Tischlerarbeiten wurden in Hotels, öffentlichen Gebäuden und Privat-häusern ausgeführt. In besonders schöner Erinnerung bleiben dem Wahlostfriesen jedoch die Aufträge von Sängerin und Schauspielerin Lale Andersen, die ihren letzten öffentlichen Auftritt auf Langeoog 1971 hatte. „In ihrem Haus haben wir sämtliche Tischlerarbeiten verrichtet und dadurch auch Kontakt zu anderen Künstlern bekommen“, berichtet Schwede. Schon ab 1970 wurden Kunststofffenster bis hin zu Wintergärten gefertigt. 1984 kam am Schniederdamm eine weitere Halle mit Umkleideraum hinzu. 1998 wandelte der Firmenchef und dreifache Vater sein 227-5Unternehmen in eine GmbH um, deren Geschäftsführung Sohn Holger übernahm, der als Tischlermeister längst in die Fußstapfen seines Vaters getreten war, jedoch einige Jahre mit seiner Familie in Berlin gelebt und gearbeitet hatte. Ende 2002 übergab der Seniorchef den Familienbetrieb schließlich komplett an seinen Sohn. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Heinz Schwede stets ehrenamtlich. So manche Auszeichnung und Urkunde erinnert daran. Lange Jahre war er stellvertretender Ortshandwerksmeister. Heute ist er Ehrenmitglied der Ortshandwerkerschaft. Seit nunmehr 25 Jahren prüft der Langeooger im Rechnungsprüfungsausschuss der Kreishandwerkerschaft Wittmund jährlich die Kasse für die Tischlerinnung. Den TSV Langeoog begleitete Schwede 28 Jahre lang als zweiter Vorsitzender. 60 Jahre ist er bereits Mitglied. Seine Leidenschaft gilt dem Fußball. Zu Firmenjubiläen oder besonderen Geburtstagen verzichtete Schwede stets auf Geschenke und sammelte stattdessen Spenden, mit denen er gesellschaftliches und soziales Engagement unterstützte. -reh-

Schwede macht mehr aus dem Raum

Langeooger Tischlerei überzeugt mit individuellen Ideen und breiter Produktpalette

113-1„Wohnräume unterm Dach mit ihren Schrägen müssen keine Problemzone sein“, sagt Holger Schwede. Der Tischlermeister und Inhaber der gleichnamigen Tischlerei am Schniederdamm liefert maßgeschneiderte Ideen, wenn es darum geht, den knappen Platz im Obergeschoss zu nutzen. Mit exakt eingepassten Möbeln zaubert das Schwede-Team mehr aus jedem vermeint­lichen Problemraum im Haus. So werden Einbauschränke, Regalwände, Tresen, Küchen, Bettgestelle komplett mit Kopfteil und Nachtkonsolen sowie Badschränke ganz nach dem Kundenwünschen als Unikat gefertigt. Durch einen modernen Maschinenpark, Teamarbeit und optimierte Arbeitsabläufe werden die Möbel in Massivholz, furniert oder beschichtet, zum schmückenden Blickfang. „Die 113-2Auswahl ist riesig“, weiß Schwede. Ist der Kunde eher traditionsorientiert, wird er sich für Holz entscheiden. Geht es in erster Linie um praktische Vorzüge und Langlebigkeit, ist Kunststoff die richtige Wahl. Die moderne Drucktechnik macht eine täuschend echte Wiedergabe des Holzes möglich. Zusätzlich überzeugt ein Kunststoff-Dekor noch mit tollen Reinigungseigenschaften. Übrigens: Was für Möbel gilt, gilt auch für Bodenbeläge. Hier reicht die Auswahl vom klassischen Holzparkett bis hin zu Laminat und Vinyldesign. Nicht zu vergessen sind Treppen, Türen und Fenster, die maßgenau eingebaut werden. Bei Kunststoff-Fenstern greift der Meis­terbetrieb auf hochwertige Mehrkammerprofile des Herstellers Rehau zurück. Größtes Projekt 2018 war für die Tischlerei Schwede der nach Energieeinsparverordnung exakte Einbau aller Fenster und Türen in der neuen Rettungswache am Süderdünenring. Die 113-3Rahmen in Anthrazit für Dreifachverglasung messen ein 8,2 Zentimer dickes Profil, um eine möglichst hohe Wärmedämmung zu erzeugen. Darüber hinaus wurden Fliegengitter und elektrische Rollläden eingesetzt. Spezialisiert hat sich der Innungsbetrieb zudem auf die Montage von schattenspendenden Markisen und Plissees in unterschiedlichen Ausführungen. Auch hier unterbreitet die Tischlerei Schwede gerne individuelle Lösungen. Als Spezialisten rund um das Thema Holz verfügen die Mitarbeiter über die handwerkliche Kompetenz und notwendigen Technologien, um Kundenwünsche bis ins kleinste Detail umzusetzen. So werden selbst Sonderaufträge, wie Unterkonstruktionen für Klimaanlagen, passgenau ausgeführt. Qualität, Pünktlichkeit und Termintreue sind stets oberstes Gebot. -reh-

Hohe Resonanz beim Skatturnier

Rund 50 Skatfreunde nahmen an 16. Auflage teil

137Mit rund 50 Teilnehmern eine erfreulich hohe Resonanz konnte das traditionelle „Skatturnier für Jedermann“ zum Jahresbeginn verzeichnen. Ausrichter ist die Ortshandwerkerschaft. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung einst von Hans-Jörg „Atze“ Numrich, der das Turnier alljährlich an drei Winterabenden jeweils freitags in verschiedenen Lokalitäten organisiert. Wie der Name schon sagt, kann jeder teilnehmen, der Spaß am gepflegten Skatspielen in angenehmer Atmosphäre hat. Den Auftakt machte am 1. Februar die Gaststätte „Treibgut“. 18 Teilnehmer zückten die Karten. Am Ende hatte „Atze“ Numrich die Nase vorn. 14 Tage später fand die zweite Runde mit 17 Skatfreunden in der Gaststätte „Alte Post“ statt. Das eindeutig bessere Blatt war diesmal in Händen von Ulli Hogekamp. Die Schlussrunde wurde am 8. März in der Gaststätte „In’t Dörp“ ausgespielt. Am letzten Turnierabend setzte sich Dieter Schmidt nicht nur als Tagessieger von diesmal zwölf Skatspielern durch, sondern mit 22 Punkten auch als Gesamtsieger. Ihm folgten Günter Suttner auf Platz zwei sowie Rüdiger Schmidt und Sepp Enenkel auf den Rängen drei und vier. Jeder Spieler erhielt pro Abend einen kleinen Sachpreis. Der Gesamtsieger sowie die Zweit- und Drittplatzierten konnten sich zusätzlich über gut gefüllte Präsentkörbe freuen. Gewinner waren irgendwie alle Teilnehmer, hatten sie doch miteinander drei Abende verbracht, an denen Spaß und Geselligkeit im Vordergrund standen. -reh-

Ein Urgestein verlässt die Bühne

Hans-Jörg Numrich war 36 Jahre lang Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft ­–
Nachfolger ist Holger Schwede

136-1Nach bald vier Jahrzehnten als Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft Langeoog hat Hans-Jörg „Atze“ Numrich während der Jahreshauptversammlung am Donnerstag, den 14. März, im Res- taurant „Strandeck“ einen Generations-wechsel eingeläutet. Mit den Worten: „36 Jahre sind genug. Jetzt muss junges Blut ran“, stellte sich der Ortshandwerks-meister aus Altersgründen und damit auf eigenen Wunsch für dieses Amt nicht mehr zur Wahl. Gleichzeitig blickte die Versammlung auf das 50-jährige Bestehen des aktuell 22 Mitglieder starken Verbandes . Kreishandwerksmeister Jan Denkena sprach von einer „irrsinnigen Einsatzbereitschaft“, „hervorragenden Führung der Ortshandwerkerschaft und „tollen Zusammenarbeit“. Der Diplom-Ingenieur hatte spontan alle Termine beiseitegeschoben, um gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dipl. Kaufmann Thorsten Tooren, der Verabschiedung von Numrich beiwohnen zu können. „36 Jahre als Vorsitzender sind eine wahnsinnige Zeit“, sparte Denkena nicht mit Anerkennung. Zum Dank überreichte er dem scheidenden Vorsitzenden ein Präsent. Einen gut gefüllten Präsentkorb gab es zudem von der Ortshandwerkerschaft, den Tischlermeister und Vorständler Holger Schwede136-2 überreichte. Geboren 1942 in Berlin-Lichterfelde kam der Vater von zwei erwachsenen Kindern 1968 als Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister nach Langeoog und machte sich auf der Insel mit einem gut florierenden Betrieb selbstständig. Laut Denkena beschäftigte das Unternehmen in Spitzenzeiten 19 Mitarbeiter und bildete 14 Lehrlinge aus. 1983 wurde „Atze“ Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft. Sein gesellschaftliches Engagement ging jedoch weit über die Verbandsarbeit hinaus. Vorstandswahlen Zu Numrichs Nachfolger wurde Holger Schwede gewählt, bis dato erster stellvertretender Vorsitzender. Bootsbaumeister Helge Bents, bisher zweiter Stellvertreter, rückt zum ersten Stellvertreter auf. Jan Donner, Meister für Sanitäranlagen und Klimatechnik, übernimmt das Amt von Bents. Neuer Kassenwart ist Konditormeister Heiko Barenthin (bisher: Daniel Lang). Er wurde in Abwesenheit gewählt. 136-3Erich Freimuth ist jetzt Ehrenmitglied. Mit den Vorstandswahlen verbunden war eine Änderung des Wahlsystems mit jährlichem Vorsitzwechsel nach dem Vorbild der Rotarier. Die Versammlung favorisierte allerdings einen Zweijahresrhythmus. Mit Blick auf die Nachwuchsförderung im Handwerk regte Maik Julius vom NLWKN in seiner Funktion als Beauftragter im „Berufsdienst“ des Rotary Clubs Langeoog das Projekt „Infomarkt an Schulen“ an. in Rahmen einer Jobbörse sollen Langeooger Auszubildende Schülern ab Klasse 7 ihren Handwerksberuf vorstellen. Das Projekt fand breite Zustimmung. -reh-

50 Jahre Ortshandwerkerschaft

Verband wurde 1969 gegründet – Zahlreiche Aktivitäten

135-1Die jüngste Jahreshauptversammlung der Ortshand-werkerschaft war nicht nur vom Vorstandswechsel geprägt, sondern stand auch ganz im Zeichen des 50-jährigen Bestehens des Verbandes. Hans-Jörg „Atze“ Numrich, der zum letzten Mal in seiner Funktion als Vorsitzender die Mitglieder begrüßte, fasste das vergangene halbe Jahrhundert prägnant zusammen. Demnach wurde die Ortshandwerkerschaft im Frühjahr 1969 in der Kaapstube gegründet. Vorsitzender war Bauunternehmer Hinrich Eilts. Fünf Jahre später wurde Schustermeister Wilhelm Wiß- mann sein Nachfolger, bevor 1979 Malermeister Peter Zwarte den Vorsitz übernahm. Den Verband über 36 Jahre maßgeblich geprägt hat „Atze“ Numrich. Der Langeooger Fliesenlegermeister war vom 6. Mai 1983 bis zum 14. März dieses Jahres ununterbrochen „Chef“ der Ortshandwerkerschaft. Sein Nachfolger ist Tischlermeister Holger Schwede. Anfangs vereinte die Ortshandwerkerschaft 18 eingetragene Betriebe. Zu Spitzenzeiten in den 1990er Jahren waren es sogar 29 Handwerksfirmen. Aktuell sind es nun 20 Unternehmen. Zu den Aktivitäten zählte Numrich die legendären Handwerkerbälle, diverse Handwerkerfahrten zum Festland und „Fahrten in See“, den Stammtisch, der 1983 ins Leben gerufen wurde, und nicht zuletzt die beliebten Skatturniere für Jedermann, die 1986 zum ersten Mal von „Atze“ organisiert wurden. Erster Sieger war damals Robert Scholten. Die geselligen Aktivitäten, aber auch der 1989 eingeführte „Altendank“ für Handwerksmeister und Handwerkerwitwen sowie das Schnüren von Weihnachtspäckchen für Senioren sollten vor allem den Zusammenhalt und die Fürsorge innerhalb der Handwerkerschaft stärken. Übrigens: 2018 wurden insgesamt 19 Päckchen mit weihnachtlichen Leckereien verteilt. Um die Handwerkerschaft auf einen Blick zu präsentieren, hatte sich Numrich seinerzeit dafür eingesetzt, dass im „de Utkieker“ seit 1983 eine Handwerkerliste und regelmäßige 135-2Berichte vom Handwerk veröffentlicht werden. Nicht unerwähnt ließ der Vorsitzende den Handwerkerbaum, der seinen Platz im kleinen Park am Bahnhof hat, und die Initiative auf der Messe „Job 1993“ in Wilhelmshaven, Lehrlinge für das Handwerk anzuwerben. -reh-