Archiv der Kategorie: Ortshandwerk

Neuer Justiziar bei der Kammer

Dirk Bleeker ist neuer Abteilungsleiter der Berufsbildung

213Die Handwerkskammer für Ostfriesland hat seit Jahresbeginn einen neuen Justiziar und Leiter der Berufsbildung. Dirk Bleeker aus Aurich ist Nachfolger von Jörg Frerichs (Jennelt, Krummhörn), der seit Januar Hauptgeschäftsführer ist. Der 38-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Geboren wurde er in Aurich, wuchs in Emden auf, wo er auch die Schule besuchte. Seine Wehrpflicht leistete er in der Blücherkaserne in Aurich und in Brockzetel ab. Anschließend studierte er in Augsburg und Osna­brück Rechtswissenschaften. Sein Referendariat absolvierte er am Oberlandesgericht in Oldenburg. Nach ers- ten Berufserfahrungen als angestellter Rechtsanwalt in Osnabrück begann er 2012 als Referent der Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg. In der Handwerkskammer ist er für Aus- und Weiterbildungswesen, Sachverständigenwesen und Rechtsberatung zuständig. Dirk Bleeker ist unter 04941/1797-35 oder per E-Mail d.bleeker@hwk-aurich.de erreichbar. -ut-

Ein erfülltes Leben auf Langeoog

Heinz Schwede kam vor 60 Jahren als junger Schreinergeselle auf die Insel –
Ein Rückblick

227-1Als Heinz Schwede als achtjähriger Junge im Februar 1945 zusammen mit seiner Mutter aus Oberschlesien nach Tschechien geflüchtet war, um von dort aus ins bayerische Kulmbach zu gelangen, wusste er noch nicht, dass Langeoog einmal seine neue Heimat sein würde. Mit Blick auf viele Fotos aus dem Familienalbum und damit auf über 60 Jahre Inselleben spricht er heute von einer glücklichen Fügung. Fremd war Schwede das ostfriesische Eiland nicht. Schließlich wohnte längst seine Schwester auf der Insel, die er dort 1951 zum ersten Mal besuchte. Langeoog muss damals schon einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen haben. Doch zurück in Kulmbach absolvierte Heinz Schwede zunächst eine Lehre zum Schreiner, arbeitete dort ein paar Jahre als Geselle, bis es ihn Ende 1958 wieder zurück 227-2nach Langeoog zog. „Eigentlich wollte ich hier nur für ein Jahr in der Tischlerei Bäckmann arbeiten“, erinnert sich der heute 82-Jährige. Doch aus einem Jahr sollte ein ganzes Leben werden. In den Anfangsjahren auf der Insel lernte Heinz Schwede auch seine Ehefrau Hanne kennen und lieben, die gebürtig aus Westermarsch kam und zu der Zeit im Inselcenter Voss beschäftigt war. „Meine Frau hat mich in all den Jahren tatkräftig unterstützt und bestärkt. Sie verstarb 2005.“ Das erste eigene Grundstück am Süderdünenring bezahlte Schwede aus dem Verkauf seines Motorrades. „Das brauchte ich ja nicht mehr“, schmunzelt er. Ab 1962 besuchte er die Meis­terschule in Aurich, die er erfolgreich absolvierte. „Irgendwann nahm mich der damalige Kurdirektor Dr. Alt beiseite und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, mich auf Langeoog selbstständig zu machen, da hier in Zukunft einiges zu tun sein werde“, erzählt Schwede weiter. Gesagt, getan. Doch schnell war die erste, 1964 gebaute 227-4Niederlassung mit Wohnhaus und Werkstatt am Polderweg zu klein. Der zielstrebige Unternehmer bemüthe sich um ein entsprechendes Grundstück am Schniederdamm, um sich neu zu orientieren. Hier entstand auf 1500 Quadratmetern der heutige Firmensitz mit moderner Werkstatt, Lagerhalle, Bürogebäude und Einliegerwohnung. 1967 wurde das erste Elektrofahrzeug angeschafft. Auch das Mitarbeiter-Team wuchs stetig. Längst war das Unternehmen auch Ausbildungsbetrieb. Unzählige Tischlerarbeiten wurden in Hotels, öffentlichen Gebäuden und Privat-häusern ausgeführt. In besonders schöner Erinnerung bleiben dem Wahlostfriesen jedoch die Aufträge von Sängerin und Schauspielerin Lale Andersen, die ihren letzten öffentlichen Auftritt auf Langeoog 1971 hatte. „In ihrem Haus haben wir sämtliche Tischlerarbeiten verrichtet und dadurch auch Kontakt zu anderen Künstlern bekommen“, berichtet Schwede. Schon ab 1970 wurden Kunststofffenster bis hin zu Wintergärten gefertigt. 1984 kam am Schniederdamm eine weitere Halle mit Umkleideraum hinzu. 1998 wandelte der Firmenchef und dreifache Vater sein 227-5Unternehmen in eine GmbH um, deren Geschäftsführung Sohn Holger übernahm, der als Tischlermeister längst in die Fußstapfen seines Vaters getreten war, jedoch einige Jahre mit seiner Familie in Berlin gelebt und gearbeitet hatte. Ende 2002 übergab der Seniorchef den Familienbetrieb schließlich komplett an seinen Sohn. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Heinz Schwede stets ehrenamtlich. So manche Auszeichnung und Urkunde erinnert daran. Lange Jahre war er stellvertretender Ortshandwerksmeister. Heute ist er Ehrenmitglied der Ortshandwerkerschaft. Seit nunmehr 25 Jahren prüft der Langeooger im Rechnungsprüfungsausschuss der Kreishandwerkerschaft Wittmund jährlich die Kasse für die Tischlerinnung. Den TSV Langeoog begleitete Schwede 28 Jahre lang als zweiter Vorsitzender. 60 Jahre ist er bereits Mitglied. Seine Leidenschaft gilt dem Fußball. Zu Firmenjubiläen oder besonderen Geburtstagen verzichtete Schwede stets auf Geschenke und sammelte stattdessen Spenden, mit denen er gesellschaftliches und soziales Engagement unterstützte. -reh-

Schwede macht mehr aus dem Raum

Langeooger Tischlerei überzeugt mit individuellen Ideen und breiter Produktpalette

113-1„Wohnräume unterm Dach mit ihren Schrägen müssen keine Problemzone sein“, sagt Holger Schwede. Der Tischlermeister und Inhaber der gleichnamigen Tischlerei am Schniederdamm liefert maßgeschneiderte Ideen, wenn es darum geht, den knappen Platz im Obergeschoss zu nutzen. Mit exakt eingepassten Möbeln zaubert das Schwede-Team mehr aus jedem vermeint­lichen Problemraum im Haus. So werden Einbauschränke, Regalwände, Tresen, Küchen, Bettgestelle komplett mit Kopfteil und Nachtkonsolen sowie Badschränke ganz nach dem Kundenwünschen als Unikat gefertigt. Durch einen modernen Maschinenpark, Teamarbeit und optimierte Arbeitsabläufe werden die Möbel in Massivholz, furniert oder beschichtet, zum schmückenden Blickfang. „Die 113-2Auswahl ist riesig“, weiß Schwede. Ist der Kunde eher traditionsorientiert, wird er sich für Holz entscheiden. Geht es in erster Linie um praktische Vorzüge und Langlebigkeit, ist Kunststoff die richtige Wahl. Die moderne Drucktechnik macht eine täuschend echte Wiedergabe des Holzes möglich. Zusätzlich überzeugt ein Kunststoff-Dekor noch mit tollen Reinigungseigenschaften. Übrigens: Was für Möbel gilt, gilt auch für Bodenbeläge. Hier reicht die Auswahl vom klassischen Holzparkett bis hin zu Laminat und Vinyldesign. Nicht zu vergessen sind Treppen, Türen und Fenster, die maßgenau eingebaut werden. Bei Kunststoff-Fenstern greift der Meis­terbetrieb auf hochwertige Mehrkammerprofile des Herstellers Rehau zurück. Größtes Projekt 2018 war für die Tischlerei Schwede der nach Energieeinsparverordnung exakte Einbau aller Fenster und Türen in der neuen Rettungswache am Süderdünenring. Die 113-3Rahmen in Anthrazit für Dreifachverglasung messen ein 8,2 Zentimer dickes Profil, um eine möglichst hohe Wärmedämmung zu erzeugen. Darüber hinaus wurden Fliegengitter und elektrische Rollläden eingesetzt. Spezialisiert hat sich der Innungsbetrieb zudem auf die Montage von schattenspendenden Markisen und Plissees in unterschiedlichen Ausführungen. Auch hier unterbreitet die Tischlerei Schwede gerne individuelle Lösungen. Als Spezialisten rund um das Thema Holz verfügen die Mitarbeiter über die handwerkliche Kompetenz und notwendigen Technologien, um Kundenwünsche bis ins kleinste Detail umzusetzen. So werden selbst Sonderaufträge, wie Unterkonstruktionen für Klimaanlagen, passgenau ausgeführt. Qualität, Pünktlichkeit und Termintreue sind stets oberstes Gebot. -reh-

Hohe Resonanz beim Skatturnier

Rund 50 Skatfreunde nahmen an 16. Auflage teil

137Mit rund 50 Teilnehmern eine erfreulich hohe Resonanz konnte das traditionelle „Skatturnier für Jedermann“ zum Jahresbeginn verzeichnen. Ausrichter ist die Ortshandwerkerschaft. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung einst von Hans-Jörg „Atze“ Numrich, der das Turnier alljährlich an drei Winterabenden jeweils freitags in verschiedenen Lokalitäten organisiert. Wie der Name schon sagt, kann jeder teilnehmen, der Spaß am gepflegten Skatspielen in angenehmer Atmosphäre hat. Den Auftakt machte am 1. Februar die Gaststätte „Treibgut“. 18 Teilnehmer zückten die Karten. Am Ende hatte „Atze“ Numrich die Nase vorn. 14 Tage später fand die zweite Runde mit 17 Skatfreunden in der Gaststätte „Alte Post“ statt. Das eindeutig bessere Blatt war diesmal in Händen von Ulli Hogekamp. Die Schlussrunde wurde am 8. März in der Gaststätte „In’t Dörp“ ausgespielt. Am letzten Turnierabend setzte sich Dieter Schmidt nicht nur als Tagessieger von diesmal zwölf Skatspielern durch, sondern mit 22 Punkten auch als Gesamtsieger. Ihm folgten Günter Suttner auf Platz zwei sowie Rüdiger Schmidt und Sepp Enenkel auf den Rängen drei und vier. Jeder Spieler erhielt pro Abend einen kleinen Sachpreis. Der Gesamtsieger sowie die Zweit- und Drittplatzierten konnten sich zusätzlich über gut gefüllte Präsentkörbe freuen. Gewinner waren irgendwie alle Teilnehmer, hatten sie doch miteinander drei Abende verbracht, an denen Spaß und Geselligkeit im Vordergrund standen. -reh-

Ein Urgestein verlässt die Bühne

Hans-Jörg Numrich war 36 Jahre lang Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft ­–
Nachfolger ist Holger Schwede

136-1Nach bald vier Jahrzehnten als Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft Langeoog hat Hans-Jörg „Atze“ Numrich während der Jahreshauptversammlung am Donnerstag, den 14. März, im Res- taurant „Strandeck“ einen Generations-wechsel eingeläutet. Mit den Worten: „36 Jahre sind genug. Jetzt muss junges Blut ran“, stellte sich der Ortshandwerks-meister aus Altersgründen und damit auf eigenen Wunsch für dieses Amt nicht mehr zur Wahl. Gleichzeitig blickte die Versammlung auf das 50-jährige Bestehen des aktuell 22 Mitglieder starken Verbandes . Kreishandwerksmeister Jan Denkena sprach von einer „irrsinnigen Einsatzbereitschaft“, „hervorragenden Führung der Ortshandwerkerschaft und „tollen Zusammenarbeit“. Der Diplom-Ingenieur hatte spontan alle Termine beiseitegeschoben, um gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dipl. Kaufmann Thorsten Tooren, der Verabschiedung von Numrich beiwohnen zu können. „36 Jahre als Vorsitzender sind eine wahnsinnige Zeit“, sparte Denkena nicht mit Anerkennung. Zum Dank überreichte er dem scheidenden Vorsitzenden ein Präsent. Einen gut gefüllten Präsentkorb gab es zudem von der Ortshandwerkerschaft, den Tischlermeister und Vorständler Holger Schwede136-2 überreichte. Geboren 1942 in Berlin-Lichterfelde kam der Vater von zwei erwachsenen Kindern 1968 als Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister nach Langeoog und machte sich auf der Insel mit einem gut florierenden Betrieb selbstständig. Laut Denkena beschäftigte das Unternehmen in Spitzenzeiten 19 Mitarbeiter und bildete 14 Lehrlinge aus. 1983 wurde „Atze“ Vorsitzender der Ortshandwerkerschaft. Sein gesellschaftliches Engagement ging jedoch weit über die Verbandsarbeit hinaus. Vorstandswahlen Zu Numrichs Nachfolger wurde Holger Schwede gewählt, bis dato erster stellvertretender Vorsitzender. Bootsbaumeister Helge Bents, bisher zweiter Stellvertreter, rückt zum ersten Stellvertreter auf. Jan Donner, Meister für Sanitäranlagen und Klimatechnik, übernimmt das Amt von Bents. Neuer Kassenwart ist Konditormeister Heiko Barenthin (bisher: Daniel Lang). Er wurde in Abwesenheit gewählt. 136-3Erich Freimuth ist jetzt Ehrenmitglied. Mit den Vorstandswahlen verbunden war eine Änderung des Wahlsystems mit jährlichem Vorsitzwechsel nach dem Vorbild der Rotarier. Die Versammlung favorisierte allerdings einen Zweijahresrhythmus. Mit Blick auf die Nachwuchsförderung im Handwerk regte Maik Julius vom NLWKN in seiner Funktion als Beauftragter im „Berufsdienst“ des Rotary Clubs Langeoog das Projekt „Infomarkt an Schulen“ an. in Rahmen einer Jobbörse sollen Langeooger Auszubildende Schülern ab Klasse 7 ihren Handwerksberuf vorstellen. Das Projekt fand breite Zustimmung. -reh-

50 Jahre Ortshandwerkerschaft

Verband wurde 1969 gegründet – Zahlreiche Aktivitäten

135-1Die jüngste Jahreshauptversammlung der Ortshand-werkerschaft war nicht nur vom Vorstandswechsel geprägt, sondern stand auch ganz im Zeichen des 50-jährigen Bestehens des Verbandes. Hans-Jörg „Atze“ Numrich, der zum letzten Mal in seiner Funktion als Vorsitzender die Mitglieder begrüßte, fasste das vergangene halbe Jahrhundert prägnant zusammen. Demnach wurde die Ortshandwerkerschaft im Frühjahr 1969 in der Kaapstube gegründet. Vorsitzender war Bauunternehmer Hinrich Eilts. Fünf Jahre später wurde Schustermeister Wilhelm Wiß- mann sein Nachfolger, bevor 1979 Malermeister Peter Zwarte den Vorsitz übernahm. Den Verband über 36 Jahre maßgeblich geprägt hat „Atze“ Numrich. Der Langeooger Fliesenlegermeister war vom 6. Mai 1983 bis zum 14. März dieses Jahres ununterbrochen „Chef“ der Ortshandwerkerschaft. Sein Nachfolger ist Tischlermeister Holger Schwede. Anfangs vereinte die Ortshandwerkerschaft 18 eingetragene Betriebe. Zu Spitzenzeiten in den 1990er Jahren waren es sogar 29 Handwerksfirmen. Aktuell sind es nun 20 Unternehmen. Zu den Aktivitäten zählte Numrich die legendären Handwerkerbälle, diverse Handwerkerfahrten zum Festland und „Fahrten in See“, den Stammtisch, der 1983 ins Leben gerufen wurde, und nicht zuletzt die beliebten Skatturniere für Jedermann, die 1986 zum ersten Mal von „Atze“ organisiert wurden. Erster Sieger war damals Robert Scholten. Die geselligen Aktivitäten, aber auch der 1989 eingeführte „Altendank“ für Handwerksmeister und Handwerkerwitwen sowie das Schnüren von Weihnachtspäckchen für Senioren sollten vor allem den Zusammenhalt und die Fürsorge innerhalb der Handwerkerschaft stärken. Übrigens: 2018 wurden insgesamt 19 Päckchen mit weihnachtlichen Leckereien verteilt. Um die Handwerkerschaft auf einen Blick zu präsentieren, hatte sich Numrich seinerzeit dafür eingesetzt, dass im „de Utkieker“ seit 1983 eine Handwerkerliste und regelmäßige 135-2Berichte vom Handwerk veröffentlicht werden. Nicht unerwähnt ließ der Vorsitzende den Handwerkerbaum, der seinen Platz im kleinen Park am Bahnhof hat, und die Initiative auf der Messe „Job 1993“ in Wilhelmshaven, Lehrlinge für das Handwerk anzuwerben. -reh-

Kromminga verabschiedet

822Handwerkskammer für Führungswechsel gut aufgestellt Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Ostfriesland, Peter-Ulrich Kromminga, wurde nach 37-jähriger Tätigkeit von der Vollversam-mlung in den Ruhestand verabschiedet. Als Leiter der Betriebsberatungsstelle begann der Diplom-Ökonom und Diplom-Betriebswirt 1981 seine Tätigkeit. 2004 wurde er zum stellvertretenden Haupt-geschäftsführer und ein Jahr später zum Hauptgeschäftsführer gewählt. „Durch hohe Kompetenz, Gradlinigkeit, Zuverlässigkeit und strategisches Vorgehen hat Kromminga im ostfriesischen Handwerk, aber auch auf Landes- und Bundesebene Akzente gesetzt“, zollte Kammerpräsident ­Albert Lienemann seinem Wirken Respekt. Das Dienstleistungszentrum des Handwerks sei in der Bevölkerung, wie auch in ­Politik, Gremien und Institutionen, sehr gut vernetzt und habe ein hohes Ansehen. Zu einigen von Krommingas Meilensteinen seines 13-jährigen Wirkens als Hauptgeschäftsführer zählen unter anderem die Zertifizierung der Verwaltung und des Berufsbildungszentrums als eine der ersten Handwerkskammern in Deutschland, die energetische Sanierung und Modernisierung der Gebäude in Höhe von zwölf Millionen Euro, die Umstellung von der Kameralistik zur Doppik oder die Einführung des Studiums zum Betriebswirt des Handwerks und dem damit verbundenen Aufbau des gleichnamigen Netzwerkes in Ostfriesland. Der Träger des Handwerkszeichens in Gold betonte, dass seine Erfolge nicht ohne das Zutun seiner Mitarbeiter möglich gewesen wären. Seinem Nachfolger Jörg Frerichs sowie Dirk Bleeker als künftigem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer wünschte Kromminga als ehemaliger Segler „Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“. Mit seinem Ausscheiden übernehmen die „Neuen“ einen einstimmig verabschiedeten Wirtschaftsplan für das Jahr 2019.

Dem Ehrenamt eine Stimme geben

Thorsten Tooren aus Leer übernimmt Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft LeerWittmund
Die Kreishandwerkerschaft (KH) LeerWittmund hat eine neue Führungsspitze: Seit Anfang Oktober leitet Thorsten Tooren die Geschicke des freiwillig organisierten Handwerks in den Landkreisen Leer und Wittmund. Der Diplom-Kaufmann aus Leer mit Wurzeln in Weener vertritt nun 15 Innungen mit 499 Meisterbetrieben. Der verheiratete 47-jährige Vater zweier Töchter (13 und 18 Jahre) tritt damit die Nachfolge von Detlef Greek an, der im Juli dieses Jahres seine Stelle freigab. Erste Kontakte zur Kreishandwerkerschaft hatte Thorsten 815Tooren bereits in seiner langjährigen Tätigkeit als Ausbildungsleiter der Bünting-Unternehmensgruppe, aber auch als Vorstands- und Gründungsmitglied des Fördervereins „Chance: Azubi“. „Ich habe bei Bünting mit einem wirklich tollen Team zusammengearbeitet, möchte mich jetzt aber neuen Herausforderungen widmen“, berichtet er. Beziehungen zum Wirtschaftszweig gebe es einige, habe der gelernte Kaufmann im Großhandel doch in eine Handwerkerfamilie eingeheiratet. Die Kreishandwerkerschaft LeerWittmund beschäftigt in den Geschäftsstellen Leer und Wittmund sowie in der Akademie der Innungen in Leer rund 30 Angestellte. Für die Zukunft hat sich Tooren einiges auf die Fahnen geschrieben: Wichtigste Aufgabe sei es, die Kreishandwerkerschaft als kompetenten Ansprechpartner unter anderem in rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Themen rund um Aus- und Weiterbildung sowie Fachkräfteentwicklung aufzustellen. Dazu gehöre auch, die Meisterbetriebe dabei zu unterstützen, als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden: „Viele Handwerksbetriebe sind einfach zu bescheiden, wenn es darum geht, die eigenen Leistungen darzustellen“, sagt er. Zum anderen will der neue Geschäftsführer das Ehrenamt weiter unterstützen, „damit Ehrenamt auch Ehrenamt bleiben kann“. Für ihn ist es beeindruckend, wie viel Zeit Mitglieder unentgeltlich darin investieren, über die Innung die Interessen des Handwerks zu vertreten und gesellschaftliche Aufgaben in der Region wahrzunehmen. Gleichzeitig profitieren die Handwerker auch wirtschaftlich vom Austausch untereinander. „Die Vernetzung der Betriebe in den Innungen ist uralt, aber heute zeitgemäßer und wichtiger denn je und kommt auch der beruflichen Bildung zugute“, erklärt Tooren. Beispielsweise werden Abschlussprüfungen in den einzelnen Gewerken durch die Innungen vorgenommen, Aus- und Weiterbildungskurse werden angeboten und mit den Berufsbildenden Schulen in Ostfriesland eng zusammengearbeitet.

Infos aus der Ortshandwerkerschaft

50 Jahre Langeooger Ortshandwerkerschaft
Die Ortshandwerkerschaft Langeoog kann im Jahr 2019 auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 14. März 2019, ab 18.30 Uhr, im Hotel Strandeck wird daher ganz im Zeichen des besonderen Jubi­läums stehen. Dazu werden Ehrengäste, unter anderem aus Kreishandwerkerschaft, der Handwerkskammer für Ostfriesland und Krankenkassen eingeladen. Ortshandwerksmeister Hans-Jörg Numrich wird die vergangenen 50 Jahre Revue passieren lassen. „Langeoog war damit die erste der Ostfriesischen Inseln, die eine Ortshandwerkerschaft hatte“, erinnert sich Numrich, der seit 36 Jahren deren Vorsitzender ist. Gründungsvorsitzender war 1969 der Langeooger Bauunternehmer Heinrich Eilts. Neben Grußworten sind Neuwahlen ein weiterer Tagesordnungspunkt. „Ich werde für die Position des Vorsitzenden nicht wieder kandidieren“, betont Numrich, der 2017 sein 50-jähriges Meisterjubiläum feiern konnte (der „Utkieker“ berichtete). Er werde jedoch weiterhin mit Rat und Tat der Ortshandwerkerschaft zur Seite stehen. Seine Stellvertreter sind Holger Schwede und Helge Bents.

Weihnachtspäckchen
Traditionell werden die Senioren der Langeooger Ortshandwerkerschaft sowie die Witwen von Ortshandwerksmeistern zu Weihnachten mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht. Auch in diesem Jahr soll der schöne Brauch fortgesetzt werden. Päck­chen mit Stollen, Obst, Nüssen und kleinen Naschereien werden von Hans-Jörg Numrich gepackt und verteilt.

Skatturnier für Jedermann
SkatblattEin genauer Termin steht zwar noch nicht fest, dennoch können sich die Freunde des gepflegten Skatspiels Anfang 2019 wieder auf ein Turnier freuen. Die 16. Auflage wird in bewährter Form von Hans-Jörg Numrich organisiert, der auch Start und Spielorte rechtzeitig bekannt geben wird. An drei Abenden ab Ende Januar werden die jeweiligen Sieger ermittelt. Zum Schluss wird der Gesamtsieger gekürt. Wie in den Vorjahren gibt es wieder Preise zu gewinnen, die von dem zu entrichtenden Startgeld in Höhe von 10,– Euro finanziert werden. Die Spielrunden finden jeweils freitags ab 19.00 Uhr statt. -reh

„Ein Praktikum ist Gold wert“

711-113 Inselschüler schnuppern Betriebsluft in Langeooger, Esenser und Wittmunder Unternehmen Für drei Wochen haben die Acht- und Neuntklässler der Inselschule ihre vertrauten Klassenräume verlassen und die Gelegenheit genutzt, in die Arbeitswelt handwerklicher und kommunaler Betriebe hineinzuschnuppern. Dabei geht es nicht etwa um „richtiges Schuften“. Vielmehr konnten die Jungen und Mädchen den Kollegen über die Schulter schauen, um einen ersten Eindruck von den Arbeitsabläufen und vielseitigen Tätigkeiten des jeweiligen Berufes zu bekommen. Jedoch durften sie durchaus auch selbstständig Aufgaben erledigen. Die Schülerinnen und Schüler waren in klassischen Ausbildungsbetrieben auf Langeoog, in Esens und Wittmund eingesetzt. Das Berufspraktikum ist wichtige Orientierungshilfe bei der Berufswahl. Laut Uwe Fiebig, der als Lehrer für Berufsbildung, Wirtschaft und Deutsch die Schülerpraktikanten betreut, kann das Praktikum sogar zum Türöffner für Berufsstarter werden. „Laut Statistik beginnen über 40 Prozent der Inselschüler ihre Ausbildung dort, wo sie zuvor ihr Praktikum absolvierten. Praktika sind somit Gold wert“, ergänzt Fiebig. Aber auch die Unternehmen selbst können zahlreiche Vorteile aus einer Praktikantenbeschäftigung ziehen. Unter anderem lernen sie frühzeitig geeignete Nachwuchskräfte kennen, denn Auszubildende 711-2werden in jeder Branche gesucht. Im Bereich der Hauptschule sind ab Klasse acht vier Berufspraktika vorgesehen. Realschüler absolvieren ab Klasse neun jeweils zwei Praktika. Im Rahmen einer schulinternen Präsentation stellten die Jugendlichen ihre Betriebe und Tätigkeiten in Wort und Bild vor. Zudem schilderten sie ihre persönlichen Eindrücke. Wertvolle Tipps für die berufliche Laufbahn kamen dabei auch vom Berufsberater Werner Helbig von der Arbeitsagentur in Norden. Folgende Schüler absolvierten ihr Praktikum: Annelie Barenthin entschied sich für das Berufsbild „Goldschmiedin“ in der Hofgoldschmiede am Meer. Lea Dokoupil schnupperte zunächst als „IT-Fachangestellte“ beim „Taktischen Luftgeschwader 71“ und wechselte anschließend in die Apotheke „Am Markt“ in Wittmund. Hauke Gabler interessierte sich für das Berufsbild „Land- und Baumaschinenmechatroniker“ bei der Firma Johann Classen-Landtechnik in Wittmund-Funnix, wäh­rend Finn Janßen und Wiebke Matzies sich als Koch beziehungsweise Köchin im Langeooger „Seekrug“ probierten. Der Beruf „Kauffrau für Tourismus und Freizeit“ bei 711-3der Inselgemeinde sprach Mareikje Matzies an, während es Emilia Schadel in die Bärenapotheke nach Esens zog. Den Beruf der Erzieherin schaute sich Lea Freimuth im Kindergarten „Wichtelnüst“ genauer an. Im Bereich Handwerk bewies Lilli Sowe im Langeooger Blumenhaus Peters ein Händchen im Binden von Sträußen und dem Dekorieren von Gestecken. Vielseitige Einblicke in die Arbeit eines Tischlers bekam Jan Hoffmann in der Langeooger Tischlerei Schwe­- de. Paula Möller lernte das breite Spektrum des Malerberufes in der Nordseemalerei Edith Ehmen kennen. Im BZN Baustoffzentrum und Hagebaumarkt Hedlefs in Esens erfuhr Kai Peters viel über den Kaufmann im Einzelhandel. Maxima Rohr absolvierte ihr Praktikum auf Langeoog in der Inselapotheke am Wasserturm. -reh-