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Alpakas: Delfine der Weide

Urlauber und Einheimische lernen bei einer Führung 
die kuscheligen Anden-Tiere kennen und lieben

Sie haben ein Wesen zum Verlieben und längst die Herzen der Langeooger und Gäste erobert: Die Rede ist von den sieben  drolligen Alpakas, die es sich seit Mai auf der Weide zwischen Schniederdamm und Willrath-Dreesen-Straße mit saftigem Gras und frischer Nordseeluft so richtig gut gehen lassen. Wie im vergangenen Jahr, steht den Tieren ein vier Hektar großes Gelände und ein Unterstand zur Verfügung. Die kleinen Hügel passen ebenfalls perfekt zu den Lebensbedingungen der Alpakas, stammen sie doch aus den südamerikanischen Anden. Voraussichtlich bis zum Spätherbst wird die Hengst-herde auf Langeoog verweilen, bevor es wieder zurück auf die Zuchtfarm der Familie Näsemann ins Münsterland geht.

Mit den Alpakas auf Tuchfühlung

Am 11. und 18. Oktober, jeweils ab 10 Uhr, haben Einheimische und Urlauber noch Gelegenheit, sich von Urte Sjuts in die Welt der „Alpis“ entführen zu lassen. Den ganzen Sommer über bietet die gebürtige Langeoogerin vom „Ponyhof T’on Peerstall“ Wanderungen mit den Alpakas über die Weide an. Unterstützung erhält sie dabei von Claudia Frech, die nicht nur fachkundig den „Abolengo de Alpaca“-Laden auf der
Insel führt, sondern jeden Morgen Capitol, Jesus, Domino, Two Face sowie Haas, Federer und Becker mit nährstoffreichem Zusatzfutter verwöhnt und die Tiere liebevoll betreut (wir berichteten).

Im Paddock…

Wer schon einmal eine solche Führung erlebt hat, ist endgültig infiziert von den possierlichen Paarhufern, die zur Familie der Kamele zählen. Für den Umgang mit den oft scheuen und schreckhaften Tieren gibt es jedoch ein paar Regeln zu beachten, die Urte Sjuts vor Beginn jeder Führung in ihrer lockeren und unterhaltsamen Art erläutert. Über allem steht dabei der wertschätzende und respektvolle Umgang mit den Tieren. Und so sind für die nächsten eineinhalb Stunden im Paddock Entspannung, Ruhe und Achtsamkeit oberstes Gebot.
„Die Alpakas sind euer Spiegelbild. Seid ihr hektisch, sind sie es auch“, betont die 35-Jährige vor zehn Erwachsenen, die sich an einem Morgen im September zu einer Führung am Gatter getroffen haben. Alle hören ihr gebannt zu und erfahren, dass Alpakas längst als Therapietiere bei Depressionen, Demenz oder in der Ergotherapie eingesetzt werden. „Sie sind gewissermaßen die Delfine der Weide.“
Tatsächlich ist man sofort gewillt, den niedlichen Vierbeinern durch ihr kuscheliges Fell, das Vlies, zu streichen. „Doch Vorsicht“, sagt Urte Sjuts, „Alpakas sind Distanztiere und keine Kuscheltiere.“ Stattdessen schließen die Teilnehmer auf der Weide mit ein wenig Mineralfutter auf der Handfläche Freundschaft mit der Herde. Was für ein Erlebnis!
Bevor die eigentliche Wanderung beginnt, legt Urte Sjuts den sieben Hengsten jeweils ein Halfter mit Leine um. Dabei wird klar, dass jedes Tier auch seinen eigenen Kopf hat: von sanftmütig bis stolz, neugierig bis lebensfroh. Mit ihren nach oben geschwungenen Mundwinkeln verleihen sie ohnehin den Eindruck, als würden sie ständig lächeln.
Nach und nach bekommt fast jeder Teilnehmer eine Leine in die Hand gedrückt und los gehts gemächlichen Schrittes einmal um die Weide herum. Wer gerade kein Tier führt, nutzt die Gelegenheit für Fotos und Selfies mit den geduldigen „Alpis“.
Auch während der Führung erfährt die Gruppe viel Wissenswertes zu den Alpakas und zur Zucht. Besonders bekannt sind die Tiere für ihre warme und sehr weiche Wolle, die neben Seide und Kaschmir zu den kostbarsten Geweben der Welt zählt. Alpakas produzieren im Jahr zirka dreieinhalb bis fünf Kilogramm feinstes Vlies.
Ein ausgewachsenes Alpaka bringt zwischen 45 und 80 Kilogramm auf die Waage. Da Alpakas sehr gesellige Tiere sind und gern in Herden leben, sollten sie niemals allein gehalten werden. Die Zucht der Familie Näsemann umfasst knapp 100 Tiere. Sie können 20 bis 25 Jahre alt werden.

Alpaka-Laden

Der Alpaka-Laden am Schniederdamm 8 lädt mit seiner großen Bandbreite an Naturtextilien aus Alpakawolle zum ausgiebigen Stöbern ein. Begehrte Produkte sind Mützen, Schals, Stirnbänder und Babykleidung, die zum Teil im Lüdinghausener Familienbetrieb von Hand gestrickt werden – neben vielen Produkten aus Peru, die allesamt aus sozialen Projekten stammen. Strickgarne in vielen Farben komplettieren das Angebot.
Hauptprodukt sind die exklusiven Bettwaren aus eigener Herstellung. Dazu zählen Matratzen, Steppbett- und Tagesdecken sowie Nackenstützkissen. „Ihre Füllungen bestehen aus 100 Prozent feinster Alpaka-Faser“, nennt Claudia Frech die drei verschie-denen Fallstärken: Sommermodell, Ganzjahresdecke und das Winterbett.

Der Laden ist bis Ende Oktober täglich außer sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, ab November immer mittwochs und nach Vereinbarung. Anmeldungen zu den Führungen sind per Mail möglich:
info@abolengo-alpaka.de. In dem Preis von 39 Euro ist ein Paar feinste Abolengo-Alpakasocken im Wert von 24,50 Euro enthalten. Die Alpaka-Wanderung ist für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren geeignet.

-reh-

Hoch-Zeit für Hochzeiten

„Insel fürs Leben“ attraktiv für Brautpaare 
aus nah und fern – Langeooger Standesamt: neuer Trau-Rekord in Sicht?

„Traufrisch“ zum Standesamt ziehen immer mehr Paare – auch auf Langeoog. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Eheschließungen auf der „Insel fürs Leben“ kontinuierlich an: „2017 wurde erstmals die 200er-Marke eingestellt, und 2018 ­haben wir mit 230 Eheschließungen die bislang höchste Zahl ­erreicht“, berichtet Standesamtsleiter Holger Schön, der mit ­seinem Kollegen Peter Wettstein die Trauungen vollzieht.
Mit in die Rekordzahl hinein spielt die seit Oktober 2017 mögliche „Ehe für alle“ anstelle der eingetragenen Lebenspartnerschaften. „Viele Paare wandeln ihre Partnerschaft in eine Ehe um.“ Der Langeooger Boom liegt übrigens im Bundestrend: 2018 ließen sich in Deutschland 449.466 Paare trauen – die höchste Zahl seit 1999. Das letzte Jahr im alten Jahrtausend hatte auch Langeoog einen Rekord beschert: Vor 20 Jahren schaffte es das Standesamt mit 107 Trauungen erstmals den Sprung in die Dreistelligkeit.

Langeoog internationales Heiratsziel

Ob auch 2019 rekordverdächtig wird? Die Chancen stehen nicht schlecht: „Inklusive Voranmeldungen haben wir“, so die Standesbeamten, „bislang schon über 200 Trauungen im Kalender.“ Die Nachfrage ist ungebremst: „Bis Ende Oktober sind wir ausgebucht.“ Freie Termine gibt es ab November, der allerdings der neue Mai geworden ist: „Es bestehen bereits etliche Anfragen.“ Wer weiter plant: Seit Mitte September ist es möglich, Termine für 2020 zu vereinbaren. Paare, die ein markantes Datum bevorzugen, sollten den 20. oder 22. Februar frühzeitig ins Visier nehmen. Aber Obacht: Da ist auch Karnevalswochenende. Geheiratet wird in fast allen Altersklassen: Das Gros ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, Paare unter 25 Jahren sind eher    selten. Eine leichte Zunahme erleben internationale Ehen: Die Heiratswilligen stammten jüngst nicht nur aus Österreich, Frankreich, Belgien, der Schweiz und dem weiteren Europa, sondern auch aus Russland – und sogar Australien: „Das junge Pärchen aus ‚Down Under‘ war zuvor noch nie auf Langeoog, es hatte sich seine Hochzeitsinsel im Internet ausgeguckt“, berichtet Holger Schön. „Auch die Online-Generation heiratet noch ­live.“ Und gern auf Langeoog.
Mit jährlich um die zehn bleibt die Zahl der Insulaner-Ehen nahezu unverändert. Auch hier steigt – von Polen bis Spanien – die internationale Beteiligung. „Die sogenannte Prüfung der Ehefähigkeit nimmt bei internationalen Ehen mehr Zeit in Anspruch, da auch ausländisches Recht zu berücksichtigen ist“, erklären die Standesbeamten, die sich durch Fortbildungen auf dem Laufenden halten – und gelegentlich schon Übersetzer eingeschaltet haben.

Alles Wichtige vor Ort

Variabel ist die Größe der Hochzeitsgesellschaften: Sie reicht von trauter Zweisamkeit bis zu 100 Gästen und mehr. Im Durchschnitt nimmt ein gutes Dutzend Gäste an einer Trauung teil. „Das macht rund 3.000 Gäste pro Jahr, die Langeoog für sich neu oder wieder entdecken und dabei auch spendabel sind“, sagt Peter Wettstein. Und rund um die Feier zum schönsten Tag des Lebens werde auch ein erheblicher touristischer Begleitumsatz erzeugt. So sehen die Standesbeamten eine Heirat auf Langeoog durchaus als Wirtschaftsfaktor: Neben Vermietern und Gastronomen sind etwa die Dienste von Friseuren, Kutschbetrieben, Floristen, Fotografen, Goldschmieden und weiteren Branchen gefragt.
Was angenehm und praktisch ist: Man hat alles Wichtige vor Ort und dabei kurze Wege. Ob Hotel oder Restaurant, Hochzeitskutsche oder Brautstrauß, Trauringe, die man sogar selber schmieden kann (macht die Ehe besonders haltbar), oder versierte ­Fotografen, die den schönsten Tag des Lebens in makellosen Motiven festhalten. Über Telefon und Internet lässt sich das Meis­te vorab von zu Hause aus arrangieren.

Seemannshus und Hochzeitsstein

Außer im Trauzimmer des Rathauses wird vor allem im beliebten „Seemannshus“ geheiratet: Über 90 Prozent der Trauungen finden in den gemütlichen Räumen des Heimatmuseums statt. Hier gilt es, Hochzeitstermine und Öffnungszeiten zu koordinieren. „Die Zusammenarbeit mit dem Museumsverein funktioniert gut“, betonen die Standesbeamten. Wer das romantische Haus über die Trauung hinaus eingehend besichtigen möchte, nutzt dazu die offiziellen Öffnungszeiten des von Rosemarie Tilmann betreuten Museums.
Unvergänglich wird der Ehebund durch den „Hochzeitsstein“: Mit eingravierten Initialen und Datum wird der Klinker in den „Hochzeitspfad“ des Seemannshus-Gartens eingelassen. „Manche heiraten wegen des Steins auf Langeoog“, erklären die Standesbeamten. Da der Pfad pro Jahr um etwa vier Quadratmeter wächst, wurden 2017/18 weitere Wege angelegt. Doch: „Auf lange Sicht müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen, sonst ist der Garten zugepflastert.“
Ein Muss für Brautpaare sind die Familienstammbücher, in ­denen sie ihre Dokumente daheim aufbewahren. In Samt oder Leder gebunden, etwa mit (teils handkoloriertem) Seemannshus- oder Wasserturm-Motiv sowie Gold- oder Silberprägung, sind die Langeooger Exemplare ein dekorativer Schutz für die wichtigen Dokumente – und eine lebenslange Erinnerung an den „schönsten Tag im Leben“ auf der „Insel fürs Leben“.

Alles möglich – bis auf eines

Doch die Langeooger Standesbeamten erfüllen noch mehr Aufgaben. Die Eheschließung ist für sie nur der Auftakt: „Durch die Hochzeit wird Langeoog das registerführende Standesamt. Hier werden die Familiendaten fortgeschrieben.“ Das betrifft Bereiche wie Geburten, Kirchenaustritte, Scheidungen oder Sterbefälle. Im Lauf der Jahre kommt einiges zusammen: „Wir verwalten rund 4.000 Eheeinträge in unserem Eheregister. Das ist vergleichbar mit dem einer Mittelstadt von 50.000 Einwohnern, wie etwa Emden, Ravensburg oder Gummersbach.“ Für die 1.800-Seelen-Gemeinde Langeoog durchaus eine Herausforderung. Auch wenn Holger Schön und Peter Wettstein alles Mögliche gern möglich machen, eines geht nicht: die schnelle Urlaubshochzeit aus dem Überschwang heraus. Denn, so Holger Schön: „Die Anmeldung der Trauung, früher Aufgebot genannt, ist immer am Standesamt des Hauptwohnsitzes durchzuführen.“ Eine Spontanheirat im Las-Vegas-Stil sei daher nicht machbar: „Wir benötigen die kompletten Unterlagen vom Heimat-Standesamt.“ Dann aber steht dem trauten Glück zu zweit nichts im Weg. Kontakt für Anfragen: telefonisch unter 04972/693-123 oder per E-Mail an standesamt@ langeoog.de. -köp-

Mit Erfolg für guten Zweck „gefuttert“

„Treffpunkt“ spendete für Langeooger Einrichtungen 

„Futtern für den guten Zweck“ hieß es das neunte Jahr in Folge beim SB-Restaurant „Treffpunkt“ an der Barkhausenstraße. Von „O bis P“, Ostern bis Pfingsten, lief die Benefiz-Aktion von Inhaber Damir Jelic und seinem eingespielten Gastro-Team. Das „wohltätige Futtern“ umfasste unterschiedliche Gerichte zum Sonderpreis: Wer hausgemachte Fischfrikadellen, Eintöpfe oder weiteres Leckeres orderte, tat damit Gutes. Denn der Verkauf der eigens kreierten Gerichte kam zu 100 Prozent gleich mehreren Langeooger Institutionen zugute. Viele Gäste, und auch einige Insulaner, hatten Appetit auf die buchstäblich wohltuenden Gerichte, sodass erfreuliche 1.889,– Euro zusammenkamen. Die übergab „Treffpunkt“-Inhaber Damir Jelic am 9. Juli insbesondere an Langeooger Jugendeinrichtungen. 500,– Euro nahm die Jugendfeuerwehr in Empfang, die das Geld für Lehrmaterialien und als Zuschuss für eine geplante Zeltlagerfahrt einsetzt. Der gleiche Betrag ging an den Förderverein der Kindertagesstätte „Wichtelnüst“, die davon Brettspiele und Bücher anschaffen will. Ebenfalls 500,– Euro erhielt das „Jugendhaus am Meer“. Die Ferienpass-Aktion der Inselgemeinde wurde mit 200,– Euro bedacht; auch sie kommen dem insularen Nachwuchs zugute. Mit 50,– Euro wurde die Arbeit der Langeooger Puppenkiste unterstützt, über 139,– Euro freute sich der überregional agierende Förderverein Schutzengel. „Wie schön – ganz herzlichen Dank!“, lobten alle Spenden­empfänger die Aktion. Damir Jelic gab den Dank an seine Gäste weiter, die durch ihr „Futtern“ wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Bislang brachte die jährliche Benefiz-Aktion gut 23.400,– Euro ein. Und für Damir Jelic steht fest: „Ostern 2020 geht ‚Futtern für den guten Zweck‘ in die zehnte Runde.“ -köp-

Sommerfest am Süderdünenring

Feuerwehr feiert „Tag der offenen Tür“ im neuen Haus 

Das erste öffentliche Fest in neuen Räumen: Kein Wunder, dass am Samstag, 20. Juli der Andrang zum diesjährigen Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Langeoog besonders groß war. Die Floriansjünger um Gemeindebrandmeister Olaf Sommer hatten ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen – und alle, alle kamen.
Aberhunderte von Besuchern, Urlauber wie Langeooger, wollten die kürzlich erst eingeweihte Station (der „Utkieker“ ­berichtete) nebst Fahrzeugen und Gerätschaften ausführlich in Augenschein nehmen. Reichlich Gelegenheit dazu boten die Führungen durch das neue Gebäude. Draußen war, vom Tanklöschfahrzeug bis zur Drehleiter, der Fuhrpark der Feuerwehr zu besichtigen. Den Schwerpunkt legten die Gastgeber auf Informationen rund um Brandschutz und -vorbeugung. Umlagert waren die Vorführungen von Kim David Ihnen und seiner Firma FARS (Fire And Rescue System). Der Brandschutz-Experte aus Esens informierte über die unterschiedlichen Typen von Feuerlöschern und demonstrierte die korrekte Handhabung eines solchen Geräts. Anschließend durften Besucher unter seiner Anleitung einen kleinen Brand löschen.
Brandschutzerziehung hatten sich auch Daniela Peters, Melanie Wißbrock und Dirk Rochow von der Langeooger Feuerwehr auf die Fahnen geschrieben. Bei ihnen konnte man unter anderem in einem Zelt mit ungiftigem Nebel erleben, welche Sicht bei einem Wohnungsbrand herrscht: nämlich gar keine. Hier kam der Aufkleber „Kinderfinder“ ins Spiel: Unten auf die Kinderzimmertür geklebt, zeigt er im Brandfall der Feuerwehr, wo sie besonders intensiv suchen muss. – Zudem bot die Jugendabteilung einen „Kompaktkurs“ für den interessierten Feuerwehrnachwuchs an, inklusive kleiner „Löschübung“. Die Nachfrage war groß. Was auch für die bereitgestellte Stärkung galt: Bei Kaffee und hausgemachten Kuchen, Löschmeister-Steaks, Brat- und Curry­wurst mit Pommes sowie kühlen Getränken kam niemand zu kurz.
Das Wetter war so abwechslungsreich wie das Programm des Sommerfestes. Auch ein kleiner Schauer konnte den Feuereifer der Besucher nicht dämpfen: Sie stellten sich einfach in der geräumigen Fahrzeughalle unter. Die wurde nach und nach zur Disco: Zunächst lieferte DJ Stefan Miener den passenden      Sound zum Sommerfest, abends ließ DJane Vanessa Schmidt mit heißen Rhythmen den Hallenboden brennen. Gelöscht wurde mit den Tanzbeinen. – Mit ihrem gelungenen Einstandsfest konnte die Langeooger Feuerwehr rundum zufrieden sein. Ihr herzlicher Dank gilt daher allen Helfern und Sponsoren für deren Unterstützung. -ut-

„Bestes Turnier ever“

Neueinsteiger Team „Spiekeroog“ sichert sich Pokal
vor Langeooger „Strandhasen“

Am letzten Wochenende im Juni passte auf Langeoog wirklich alles zusammen: Sonne satt, stahlblauer Himmel und ideale Strandbedingungen: Inmitten dieser Idylle tummelten sich 600 Volleyballer aus ganz Deutschland. In 64 Mixed-Teams eingeteilt, pritschten und baggerten sie am Hauptstrand um den begehrten Wanderpokal, den sich das Team „Spiekeroog“ als Neueinsteiger in einem äußerst spannenden Finale gegen den viermaligen Sieger „Langeooger Strandhasen“ sicherte.
Auf Platz drei landeten die „Greifen“ aus Greifswald, die das Turnier 2009 und 2015 gewonnen hatten. Das Team „Grottenschlecht“ wurde Turniervierter. Es folgten auf den Rängen fünf bis zehn die „Quallenquetscher“, „Spreevolleys, „Aubachbiber“, „Kampfkekse“, „VBC Beckum“ und „Oldies but Goldies II“. Gespielt wurde jedoch nicht Beachvolleyball, sondern klassisch sechs gegen sechs.
16 Spielfelder standen zur Verfügung. Die Turnierleitung mitten im Zentrum sorgte, sehr zur Freude der Sportler, für „kurze Wege“. Die Stimmung unter den Teilnehmern war außergewöhnlich gut, die Atmosphäre locker und entspannt. Und so standen der Spaß und die Gemeinschaft bei den Begegnungen im Vordergrund. In der Spitze wurde aber dennoch hochklassiger Volleyball geboten. Vor allem am Sonntag, als der Wind im Gegensatz zum Vortag kräftig auffrischte, konnten die erprobten Nordseekenner unter den Spielern zeigen, was in ihnen steckt.
Dementsprechend positiv fiel das Fazit der Veranstalter aus. „Bestes Turnier ever“, rief TSV-Vorsitzender Paddy Recker voller Begeisterung den Volleyballern während der Siegerehrung am Inselbahnhof zu und bedankte sich bei allen, die zu dem Erfolg der Kultveranstaltung beigetragen hatten, wozu er natürlich auch die Sportler zählte sowie namentlich das Orga-Team um Klaus Kremer, Thomas Pree und Martin Willenberg. „Es war das mit Abstand schönste Strandvolleyball-Turnier, seit wir 2002 am Ruder sind“, konnte Klaus Kremer dem Vorsitzenden nur beipflichten.
Eröffnet wurde die 35. Auflage am 29. Juni durch Bürgermeister Uwe Garrels. Ebenso begrüßten Paddy Recker und Klaus Kremer die Teilnehmer. Ausrichter der vor 35 Jahren von Hans-Jörg „Atze“ Numrich ins Leben gerufenen Veranstaltung ist der Tourismus-Service Langeoog zusammen mit dem TSV, auf dessen Sportplatz auch diesmal wieder viele Volleyballer ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Im kommenden Jahr findet der Wettkampf am 20. und 21. Juni statt. -reh-

„Ein Freitag für eure Zukunft!“

Neun Inselschüler am 28. Juni feierlich verabschiedet

Am 28. Juni schritten neun, festlich gekleidete Inselschüler in die bis auf den letzten Platz gefüllte Aula. Getragen vom Applaus der Eltern, Geschwister, Mitschüler und Lehrer standen an diesem Vormittag die Absolventen Mareikje Matzies, Ronja Richter, Silas Agena, Noah Agena, Theo Bieniasch, Adrian Dirks, Fabian Jung, Marvin Jürgens und Felix Peters verdient im Rampenlicht: Sie alle haben ihr Abschlussziel erreicht. Einer von ihnen wird in den USA ein Auslandsjahr verbringen, drei wechseln auf das Niedersächsische Internatsgymnasium Esens (Nige), weitere drei Schüler besuchen künftig die BBS Wittmund und zwei starten eine Ausbildung.
Mit den Worten: „Mut steht am Anfang einer Tat, Erfolg am Ende“, ermunterte Schulleiterin Christine Deuter ihre Schützlinge nun „loszufliegen“. In ihrer Rede bezog sich die Pädagogin auf das irische Sprichwort: „Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln – wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel!“ Allen neun Absolventen bescheinigte sie, nun „flügge“ geworden zu sein.
In Anlehnung an die gleichnamige Klimaschutzbewegung machte Bürgermeister Uwe Garrels aus der Abschlussfeier, die auf einen Freitag fiel, kurzerhand einen „Friday for Future“. In seinem Grußwort bezog er sich denn auch auf die Zukunft der Jugendlichen und ermutigte sie, Verantwortung zu übernehmen und sich „den Unsicherheiten in der Welt“ zu stellen. „Ihr habt den verdammten Job, diese neue Welt zu eurer zu machen und zu lernen, wie das geht, eine gute und lebenswerte Welt zu gestalten“, rief Garrels den jungen Leuten zu. Nur wer lerne, sich auf Veränderungen einzustellen, werde das Leben zu seinem machen, hieß es weiter. „Dieser Freitag ist ein guter Tag für eure Zukunft“, betonte der Bürgermeister.
Elternsprecher Matthias Fischer fokussierte unterhaltsam auf seine eigene Schulabschlusszeit, damals noch mit Interrail, Telefonzelle, Postkarten und unterschiedlichen Währungen statt Facebook, Whatsapp, Euro und Co. In diesem Zusammenhang dankte Fischer der Inselschule, aufgeklärte Schüler mit fundierter schulischer Ausbildung zu entlassen, die dem stetigen Wandel von Technik, Fortschritt und Wirtschaft gewachsen sind.
Nach der feierlichen Zeugnisvergabe durch die Klassenlehrer Karsten Kugelberg und Uwe Fiebig, überreichte die Fördervereinsvorsitzende Jördis Recker den Absolventen nicht nur traditionell „Schreibgeräte“ mit Namensgravur, sondern erstmals auch ihre Sportabzeichen. Mit 68,7 Prozent habe die Abschluss-klasse als drittstärkster Jahrgang beim Ablegen des „Fitness-Ordens“ abgeschnitten. Mit 77 Prozent erfolgreichster Jahrgang war die Klasse 4, gefolgt von Klasse 5 mit 70,8 Prozent. Insgesamt legten 77 von 110 Schülern ihr Sportabzeichen ab.
Durch das kurzweilige Programm, zu dem auch ein „Kahoot“-Klassenquiz zählte, führten Pia Haase und Kai Wettstein. Musikalisch für Abwechslung sorgten der Grundschulchor sowie die Klassen 3 und 4 unter Leitung von Noémi Rohloff, der Jugendchor mit Susanne Agena und die Schulband. Auch das Lehrerkollegium präsentierte ein auf die Schüler abgestimmtes Lied.  Mit dem Song „Tief im Herzen bleib ich Inselkind“, sprachen Band und Jugendchor den Absolventen zum Abschluss noch einmal aus der Seele. Der Refrain wurde von allen mitgesungen.
Im Rahmen der Abschlussfeier verabschiedet wurden zudem Frank Bieniasch als Mitglied des Schulvorstandes und Joana Kuper, die lange Jahre die „Reitschul AG“ im Ganztags-Schulprogramm angeboten hat. -reh-

20. Bridge-Saison auf Langeoog

Zwei Jahrzehnte Turnierleben: ein Rück- und Ausblick –
großes Jubiläumsturnier am 24. Juli

Karten auf den Tisch: In diesem Jahr läuft die Bridge-Saison besonders rund, nämlich zum 20. Mal – ein Erfolg für das Team um Gründerin und Leiterin Isa Bruch. Auch 2019 ­finden die attraktiven Turniere (mit Preisvergabe!) wieder in der „Spöölstuv“ statt, und zwar vom 17. Juli bis zum 21. August – darin am 25. Juli ein Turnier mit Clubpunktevergabe. Das große Festturnier mit Empfang und Grußwort des Bürgermeisters ­erfolgt am 24. Juli, und zwar bereits um 18 Uhr. Alle anderen Turniere beginnen um 19 Uhr. Anmeldung bis spätestens 12 Uhr am Spieltag in der „Spöölstuv“. Listen hängen aus, die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro. Die Teilnahmegebühren spendet Isa Bruch jedes Jahr an Einrichtungen für Kinder oder Jugendliche auf Langeoog. So verdankt sich die Lokomotive auf dem Spielplatz am Sportzentrum ihrer Initiative. Die „Spöölstuv“ konnte sich schon über Puppenwagen, Bücher und Tischkicker freuen. Auch zur Anschaffung des Piratenschiffs vor dem Spielhaus trug die Bridgegruppe ­erheblich bei. Im vergangenen Jahr erst spendete sie 320,–    Euro für Bausteine und eine Schaukel. Die Bridge-Institution wurde im Jahr 2000 von Isa Bruch und Ilo Haupt gegründet und erfreut sich seither großer Beliebtheit. Sie wuchs im Laufe der Zeit heran – bis auf zehn Tische (40 Personen) beim zehnjährigen Jubiläum. Der Zuwachs war nicht zuletzt auf den Unterricht zurückzuführen, den Isa Bruch auf der Insel abhielt. Freunde und Verwandte der Spieler – sogar aus den USA –, fanden den Weg zum Bridge; auch Segler, die im Hafen festmachten. „Leider nahmen die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren ab, was in ganz Deutschland zu beobachten ist. ­Offenbar hat die junge Generation keine Zeit mehr für das ­anspruchsvolle Spiel“, bedauert Isa Bruch. Dabei sei Bridge seit vielen Jahren eine wichtige Attraktion auf der Insel, nicht nur wegen des spannenden Spiels, sondern auch wegen „der tollen Typen, die man hier trifft“, wie Bridge-Mitspieler Hanns-Gerd Fischer sagt. So könne man bei den langjährigen Teilnehmern sehen, dass sie alles fänden, was zur Gesundheit und Erholung beitrage: Geistiges und körperliches Training, dazu die Gemeinschaft und die Natur. „Kein Wunder, dass sie immer wiederkommen!“

Der Blick in die Langeooger Bridge-Annalen …

zeigt, dass von den Teilnehmern des ersten Turniers am 26. Juli 2000 neben der Leiterin heute noch fünf weitere aktiv dabei sind: Eta Schmidt, Wilhelm Koch, Ulrike Middelschulte, Ingrid Härter und Brigitte Tiggemann. Sie kommen seit mehr als 20 Jahren mit ihren Familien auf die Insel, schätzen Bridge und den damit verbundenen Freundeskreis. An ihren Beispielen soll hier gezeigt werden, wie sie die Vielfalt der Insel für sich und ihre ­Familien nutzen.

 

Isa Bruch …

war zum ersten Mal 1952 als Schülerin mit ihrer Klasse auf Langeoog: „Wir wohnten damals im Haus Meeresrauschen, einem alten Bunker im Südwesten der Insel“, erinnert sie sich. Seit 1958 kommt die Berlinerin mit ihrem Mann Wolfgang hierhin, der schon als Kind mit den Langeooger Jungen Fußball gespielt hat. Heute sind beide vorwiegend ihrer Familie zugewandt: Sie nehmen Anteil an den Aktivitäten der Tochter beim Segeln oder Golf, radeln mit den Enkeln über die Insel und genießen mit ihnen die Natur. Für sie alle ist Langeoog das ersehnte Urlaubs­paradies.

 

Eta Schmidt …

kommt seit den 70er-Jahren mit Ehemann Nils und ihrer Familie auf die Insel. Sie liebte die Leichtathletik, trainierte morgens am Strand und machte jedes Jahr das Sportabzeichen. Auch Tennis war ihre Leidenschaft. Jetzt kümmert sie sich intensiv um ihre große Familie und ist glücklich, wenn sich alle 18 Personen jedes Jahr auf Langeoog treffen. „Eta Schmidt ist eine tragende Säule bei der Organisation der Bridge-Turniere“, lobt Isa Bruch. „Ihre charmante und soziale Art trägt viel zur Integration und ­Offenheit der Institution bei.“ Heute spielt Eta Schmidt sehr erfolg­reich Bridge mit ihrem Mann Nils. Die beiden haben schon manchen Pokal gewonnen.

Wilhelm Koch …

kommt mit Ehefrau Mechthild und Familie seit über 20 Jahren nach Langeoog. Er hält sich mit den mittlerweile erwachsenen Kindern und den Enkeln gerne am Strand auf. Hier spielt er bei allen Ballsportlern mit, besonders bei den Volleyballern. Erst 2018 konnte er mit seiner Mannschaft wieder Inselmeister werden. In der „Spöölstuv“ spielt Wilhelm Koch seit 20 Jahren häufig Bridge mit Isa Bruch, zudem hilft er bei der Turnierauswertung. Eine weitere Passion von Wilhelm Koch ist das Schachspiel. Mit Gleichgesinnten trifft man sich auf Langeoog, um gemeinsam Bridge oder Schach zu spielen, und schwierige Reizungen oder Ausspiele zu diskutieren. Für die Nachurlaubszeit verabredet man sich zu internationalen Bridge-Turnieren in Berlin oder auf Föhr.

Ulrike Middelschulte …

hat meistens sehr erfolgreich mit Astrid Großkopf gespielt. Die beiden konnten so manchen Pokal gewinnen. Beim zehnjährigen Jubiläum hat sie als Beitrag zum Rahmenprogramm den Bridge-Spieler-Chor geleitet. In letzter Zeit kümmert sie sich viel um ihre Enkelkinder.

 

 

Für Ingrid Härter und Brigitte Tiggemann …

nebst Familien war das Tennis-Turnier im Juli stets der Höhepunkt des Urlaubs. Intensiv wurde auf dieses Ziel hin trainiert. Außerdem spielte man Bridge. Seit dem Umbau des alten Tenniscenters zum Sportzentrum stehen nur noch zwei Tennisplätze zur Verfügung. Trotzdem trifft sich die stabile Tennis-Clique regelmäßig, hofft auf eine Wiederbelebung der Tennisplätze und träumt von alten Zeiten. Beim Bridge sind beide immer gern gesehene Mitspielerinnen.

Ausblick 2020

Leider konnte Isa Bruch trotz großer Bemühungen keine Langeooger für das interessante und spannende Spiel gewinnen. Dabei braucht sie dringend eine/n Nachfolger/in. Auf Anregung von Mitspielerin Lo Köker hat nun die Bundesligaspielerin Bridge­club-Leiterin Merle Schneeweis nun einen ihrer Anfängerkurse nach Langeoog verlegt. Er findet in der Zeit vom 9. bis 15. Februar 2020 im VCH Bethanien statt. „Dieser Lehrgang auf Langeoog ist ein Gewinn für die Insel. Außerdem bietet er den Langeoogern im ruhigen Winter die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen. So können sie das Spiel lernen – für sich privat oder zum Mitmachen bei den Sommerturnieren“, wirbt Isa Bruch um rege Teilnahme. „Um die Insel kennenzulernen, kommt Merle Schneeweis mit ihrem Partner zu den Turnieren am 24. und 25. Juli nach Langeoog.“ An diesen Tagen könne sie von Interessierten gern angesprochen werden. „Ich wünsche der Aktion viel Erfolg!“ -IB/ut-

„Vorbild und Motor sein“

Heike Horn wird neue Bürgermeisterin von Langeoog

 

Wechsel an der Spitze: „Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben“, erklärt Heike Horn zuversichtlich. Zum 1. November 2019 tritt sie auf Langeoog ihr Amt als hauptamtliche Bürgermeisterin an. Am Sonntag, 16. Juni wurde sie ins Rathaus gewählt (siehe separaten Bericht im „Utkieker“). Zur Person: Geboren 1965 in Ingelheim am Rhein, wuchs Heike Horn in Norddeutschland auf. Die gelernte Krankenschwester studierte Betriebswirtschaft in Hamburg und Organisationsentwicklung in Hildesheim. Beruflich versiert ist sie im Umgang mit Menschen und Zahlen (in der Reihenfolge). In führender Position arbeitete sie über 20 Jahre in den Bereichen Personalleitung und -entwicklung sowie Marketing-leitung und Controlling. Aktiv war sie zudem als selbstständige Unternehmensberaterin. Seit 2017 ist Heike Horn Geschäftsführerin der Volkshochschule und Musikschule Friesland-Wittmund gGmbH. Eine Tätigkeit, der sich die 54-Jährige bis Ende Oktober mit ganzer Kraft widmen wird – auch wenn demnächst der Umzug nach Langeoog ansteht. Unterstützung erfährt die parteilose „politische Newcomerin“ durch ihren Ehemann Volker Schulz sowie Maximilian A. und Tobias K., ihre Söhne. Ein Langeoog-Neuling ist sie indes nicht: Der Nordsee-Urlauberin ist die „Insel fürs Leben“ gut vertraut. – Kurz nach der Wahl sprach der „Utkieker“ mit Heike Horn.

Warum haben Sie – als (Noch)Nicht-Langeoogerin – kandidiert?
Das Thema beschäftigt mich schon länger. Ich gehöre keiner Partei an, habe aber, wie viele Menschen, selbst oft Politikverdrossenheit verspürt. Etwa, wenn Wahlversprechen gegeben und nicht erfüllt wurden. Da wollte ich ansetzen und etwas ändern. Seit Herbst 2018 habe ich die Situation auf Langeoog intensiv verfolgt, mich dann mit der Familie beraten und beschlossen, zu kandidieren. Außerdem ist es ein Lebenstraum von meinem Mann und mir, auf eine Nordsee-insel zu ziehen. Seit Kindheitstagen bin ich immer wieder – und gern – an der Küste gewesen.

Wie haben Sie vom Wahlergebnis erfahren?

Am Wahltag war ich auf Langeoog. Zusammen mit meinem privaten Unterstützerkreis habe ich das Ergebnis abgewartet und bin dann ins Rathaus. In dieser Eindeutigkeit hat mich das Wahlergebnis überrascht. Das war ein eindeutiges Votum – und für mich totale Freude, wunderbar.

Was ist Ihre Qualifikation für das Amt?

Ich bin jemand von außen, der auf der Insel keine Verflechtungen hat, und sich daher sachbezogen den Aufgaben widmen kann. Als Qualifikation sehe ich insbesondere, meinen beruflichen Werdegang einbringen zu können. Eine wichtige Eigenschaft dabei ist genaues Zuhören, ohne zu bewerten. Ich mache mir ein eigenes Bild: Unterschiedliche Wahrnehmungen fügen sich zu einem Mosaik zusammen.

Wie fühlen Sie sich vor dem verantwortungsvollen neuen Amt?

Meine Gefühle sind Demut – und Freude, die Herausforderungen gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung, mit Bürgerinnen und Bürgern anzugehen. Dies ist für mich nicht ein Job, sondern eine Ehre. Viele Menschen schenken mir ihr Vertrauen, eine Veränderung im Interesse der Gemeinschaft herbeizuführen. Ich bin dankbar, das erfahren zu dürfen – und in diesem Sinne auch für eine transparente Arbeit und Verwaltung.

Wie bereiten Sie sich bis November aufs Rathaus vor?

Die Vorbereitung erfolgt in der Freizeit, da ich beruflich bis zum Schluss in der VHS eingespannt bin. Von Bürgermeister Uwe Garrels habe ich das Angebot, ins Rathaus zu kommen und eine Einarbeitung für die Übergabe zu machen. Dann werde ich in mehreren Terminen auch die Eigenbetriebe und Abteilungen kennenlernen. In Vorgesprächen habe ich schon gesehen: Auf der Insel sind Expertise und Kompetenz vorhanden, mit unendlich guten Ideen. Sie müssen nur umgesetzt werden. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich freue mich wirklich auf die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung, um gemeinsam zum Wohl der Insel zu handeln.

Für welche Ziele setzen Sie sich ein – vorrangig, langfristig?

Vorrangig sind der Mietwohnungsbau, außerdem die Vorgänge rund um Kur- und Wellness-Center und Haus der Insel. Denn die Insel lebt vom Tourismus und damit auch von Veranstaltungen. Das sind dicke Bretter, die gebohrt werden müssen.

Ihr Selbstverständnis als Bürgermeisterin?

Da habe ich den Anspruch, Vorbild und Motor zu sein: für Verwaltung und Gemeinde, für die Bewohner, aber auch für die Gäs­te. Als Bürgermeisterin bin ich außerdem Repräsentantin der Insel nach außen hin.

Wie wollen Sie Bürgernähe praktizieren?

Das formelle Einrichten einer Bürgersprechstunde wäre wichtig. Dafür möchte ich ein Kontingent reservieren, um Strukturen zu schaffen. Ich bin eine große Freundin von Strukturen. Schaffenswert wäre zudem – vielleicht auf ehrenamtlicher Basis – ein Forum für Neubürger, um ihnen den Anfang mit einem „Willkommen“ zu erleichtern. Und ein hehres Ziel wäre es, einmal im Monat eine Gästesprechstunde anzubieten. Nicht im Rathaus, sondern draußen, etwa in einem Strandkorb. Es ist überaus wichtig, auch in Kontakt mit unseren Urlaubern zu sein.

Stichwort Tourismus?
Nach der Wahl erhielt ich viele Glückwünsche von Gästen – aus Deutschland, aber auch Österreich und der Schweiz. Diese Verbundenheit und Anteilnahme hat mich gefreut. Sie zeigt aber auch: Wir werden weithin wahrgenommen. Auch da, wo wir es vielleicht nicht vermuten. Als touristische Destination muss sich Langeoog daher attraktiv halten, um weiterhin eine der beliebtesten Inseln zu bleiben. Die touristische Ausrichtung ist wichtig, also lautet die Frage: Wie binde ich Menschen für die nächsten 40 Jahre an Langeoog? Dies gemeinsam zu erreichen, ist unser kurz-, mittel- und langfristiges Ziel.

Etwas anderes: Am 18. Juni waren Sie auf dem „Land in Sicht“-Gartenfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Wie kam es zu der Einladung? Welche Eindrücke bringen Sie aus Berlin mit?

Der Bundespräsident hatte im Zuge seiner „Land in Sicht“-Reise am 8. April den Landkreis Wittmund besucht – und dabei auch die Volkshochschule. So kam es zu Einladungen an mehrere Vertreter aus unserem Landkreis. Die Atmosphäre auf dem Fest war sehr herzlich. Frank-Walter Steinmeier hat uns durchaus wiedererkannt und mir auch zur Bürgermeisterwahl gratuliert. Wir haben uns gut unterhalten. Beide, Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, sind sehr empathisch und sehr interessiert. Sie sind Vorbilder für mich. Mehr noch: auch Vorbilder für Deutschland.

Vielen Dank für das Gespräch.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

52. Oldie-Volleyballturnier am 30. Juli am H-Strand

Das Volleyballturnier der „Langeoog-Oldies“ geht am 30. Juli in seine 52. Runde. Das Orgateam mit Carsten Kröger, Carl Reiche, Markus Redecker und „Ossi“ Dr. Ecke Tammen freut sich auch in diesem Jahr wieder auf einen tollen Turniertag. Die „Langeoog-Oldies“ sind nicht in die Jahre gekommene Insulaner, sondern langjährige Gäste und Insel-bewohner zwischen 18 und 80 Jahren, die sich zum Volleyballspielen zusammengefunden haben. In vielen Fällen spielt auch schon die zweite Generation bei den „Oldies“ mit, die sich von Mitte Juli bis Mitte August im Strandabschnitt H am „Oldie-Netz“ treffen. Das Turnier startet am Dienstag, 30. Juli um 10 Uhr mit dem Aufbau der Netze und der Auslosung der Mannschaften. Um 10.30 Uhr fällt der Startschuss für die ersten Matches. Nach den großen Erfolgen der beiden letzten Jahre jeweils mit Teilnehmerrekorden findet die Siegerehrung ab 20 Uhr bei einem Grillbuffet erneut in der „Strandhalle“ statt. Mit einem gemütlichen Disco-Ausklang endet dann der Turniertag. Eine rechtzeitige Voranmeldung ist unbedingt erforderlich. Da die „Langeoog-Oldies“ sich nicht als geschlossene Gesellschaft verstehen, sind Volleyball-Interessierte herzlich eingeladen, am Turnier teilzunehmen. Gegen eine Startgebühr von 5,– Euro, die nach Abzug der Kos-ten einem gemeinnützigen Zweck auf Langeoog gestiftet wird, werden Anmeldungen an folgenden Terminen gern entgegengenommen: Dienstag, 23. Juli, Donnerstag, 25. Juli sowie Samstag, 27. Juli jeweils von 19 bis 20 Uhr beim „Ossi“ („Haus Ingeborg“, Um Süd 11). Weitere Informationen gibt es am Oldie-Netz – Abschnitt H oder bei Markus Redecker unter 0178 8764802 (auch per WhatsApp). -ut-

Stapellauf“ an Bord

Rückblick der DGzRS: Letzter Besuch am Geburtsort ­– Anna Börgmann auf der „Hannes Glogner“

Als Seenotkreuzer der 23,3-Meter-Klasse war die „Hannes Glog­ner“ mit ihrem Tochterboot „Flinthörn“ von April 1991 bis Januar 2002 auf Langeoog im Einsatz. Anschließend diente sie als Reservekreuzer. Im Juli 2018 wurde sie ausgemustert und nach Südamerika verkauft. Zuvor gab es aber für eine frühere Langeoogerin ein Wiedersehen mit ihrem „schwimmenden Kreißsaal“. Die DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) blickt in ihrem Jahrbuch 2019 zurück:
Maschinist Kai Hettmann schraubt das Foto des kleinen blonden Mädchens von der Wand und steckt den Teddy „Hannes“ ein. Noch einmal blickt er zurück, dann geht er von Bord – für immer. Die „Hannes Glogner“ hat nach 27 Jahren ihren Dienst bei der DGzRS beendet. Verkauft an die Marine Uruguays, ist mit ihr ein besonderes Stück Seenotretter-Historie nach Südamerika ausgewandert. Der Seenotrettungskreuzer rettete nicht nur ungezählte Leben – an Bord begann sogar ein Leben: Anna Börgmann, das Mädchen auf dem Foto in Kai Hettmanns Händen, hatte dort vor gut 25 Jahren ihren „Stapellauf“
Sie fahren bei stärkstem Orkan hinaus, um Menschen aus Seenot zu retten. Sie gefährden oft das eigene Leben, um anderen zu helfen – die Seenotretter. Und dann gibt es Tage in ihrem ­Leben, die im Logbuch einen ganz besonderen Platz einnehmen, die unvergessen bleiben.
Hafen Langeoog, 24. Juli 1993, kurz nach 19 Uhr. Während Seenotretter und Landrettungsdienst überlegen, ob die Hochschwangere am Anleger nicht doch besser mit einem Hubschrauber direkt in ein Krankenhaus am Festland geflogen wird, marschiert die 28-jährige Gabriele Börgmann entschlossen an Bord. Die Insulanerin ist bereits Mutter und spürt: Das Kind will geboren werden, jeden Moment. So erzählt es heute ihre Tochter Anna, die damals zur Welt kam.
Hausarzt und Rettungssanitäter, die die werdende Mutter im Rettungswagen zum Anleger gebracht haben, reisen mit zum Festlandhafen Bensersiel. Routine, die Seenot­retter machen das nicht zum ersten Mal. Doch in diesem Fall wird Maschinist Kai Hettmann, damals 33, ungefähr auf der Hälfte der Strecke unversehens zum Geburtshelfer. „Ich kam gerade aus der Maschine“, erinnert er sich, „plötzlich ging alles ratzfatz. Ich habe Anna rausgezogen.“

„Ne Deern!“

Ein Jahr zuvor ist er selbst zum ersten Mal Vater geworden. „Bei der Geburt meines Sohnes war ich nur ,dabei‘ und hatte es geschafft, nicht umzukippen“, erinnert er sich und schmunzelt. „Bei Anna war ich die Hebamme.“ Ein kräftiger Schrei übertönt das Brummen der 2.000 PS. „Wat is?“, ruft der Vormann. Kai Hettmann durchtrennt die Nabelschnur: „Ne Deern!“ Mutter und Tochter kommen ins Kreiskrankenhaus Wittmund. Vater und großer Bruder reisen später nach.
Im Logbuch der „Hannes Glogner“ ist verzeichnet: „Geburt eines gesunden Mädchens um 19.20 Uhr in Höhe der Fahrwassertonne A 16, Position 53 Grad 42,5 Minuten Nord/7 Grad 31,5 Minuten Ost, ca. 3 Seemeilen vor Bensersiel“.

Emotionaler Abschied
25 Jahre später verabschiedet sich Anna von „ihrem“ Seenotrettungskreuzer. Ein letztes Mal treffen sich im Juli 2018 die junge Frau und ihr Geburtshelfer an Bord der „Hannes Glogner“ – natürlich auf Langeoog. Es sind sehr emotionale Momente. „Mir ist es ganz und gar nicht egal, dass es die „Hannes Glogner“ bei der DGzRS jetzt nicht mehr gibt“, sagt Anna wehmütig.

Ihr ungewöhnlicher Geburtsort ist für Anna seit jeher ein nahezu einmaliger Bezug zu den Seenotrettern. Ihre Mutter besucht mit ihr im Kinderwagen regelmäßig das Schiff im Hafen von Langeoog. Kai Hettmann wird Annas Patenonkel. Als die Mutter zwei Jahre nach Annas Geburt mit den Kindern ans Festland zieht, bleibt der Kontakt bestehen. Besucht Anna ihren Vater auf Langeoog, schaut sie oft auch bei den Seenotrettern vorbei.
2001 verlässt die „Hannes Glogner“ die Insel. Von nun an reist sie als Rettungseinheit ohne feste Station an die Orte, an denen sie gebraucht wird – etwa, um andere Schiffe während einer Werftzeit zu vertreten. Anna und ihr Patenonkel verlieren sich dennoch nicht aus den Augen. Kai Hettmann bleibt seinem Schiff treu. Bis heute telefonieren und schreiben sich die beiden regelmäßig. „Ich bin für Anna da, wenn sie mal ’ne starke Schulter braucht“, sagt der inzwischen weißhaarige Seebär und Vater dreier erwachsener Kinder.

Eine ganz besondere Verbindung

Anna ist stolz auf ihre Verbindung zu den Rettern. Sie durfte auch schon mal in den roten Seenotretter-Overall mit SAR-Schriftzug steigen. „Darin fühle ich mich ziemlich cool“, sagt sie und lacht. Tatsächlich spielte sie mit dem Gedanken, selbst Seenotretterin zu werden. Doch zurzeit lebt sie lieber mit ihrem Partner auf dem Festland in Ochtersum und arbeitet in der Gas­tronomie.
Die „Hannes Glogner“ macht sich im Herbst 2018 gemeinsam mit der gut vier Meter längeren „Hermann Helms“ auf den Weg nach Uruguay. Weit weg ist sie nun in einem neuen Revier im Einsatz. Immerhin: Es gibt sie noch. Kai Hettmann ist dennoch wehmütig. „Vielleicht besuche ich sie einmal in Südamerika.“
Das Maskottchen des Seenotrettungskreuzers, den Teddy „Hannes“, hat Anna bekommen. Und auch das Foto aus ihren Kindertagen, das rund 20 Jahre lang in der Messe der „Hannes Glog­ner“ an die Wand geschraubt war und Besuchern verkündete: „Sie hatte hier Stapellauf.“ -DGzRS-