Archiv der Kategorie: Allgemeines

Strandaufspülung: NLWKN sichert Schutzdüne

Küstenschutzmaßnahme zur Sicherung des Pirolatals
700.000 Kubikmeter – so viel Sand fehlt derzeit vor dem Langeooger Pirolatal, um die Insel auch weiterhin zuverlässig vor den Kräften des Meeres zu schützen. Nach einer Kette von Sturm­tiden im Februar 2020, mit sichtbaren Folgen für den Strand und die vorhandenen Sanddepots, sah der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) noch für diesen Sommer konkreten Handlungsbedarf.
Ab Anfang Juni wurde die Baustelle für die erforderliche Strand­aufspülung eingerichtet. Dazu wurde vom West- zum Oststrand eine Spülleitung verlegt. Das Areal am Hauptbad ist unterdükert, sprich: untertunnelt, um den sommerlichen Betrieb am Bade- und Burgenstrand nicht zu stören. Die Küstenschützer werben für Verständnis bei Insulanern und Gästen. Ein Abschluss der Arbeiten ist bis September 2020 vorgesehen.
„Die erheblichen Sandverluste vom letzten Winter erfordern ein Handeln noch bis zum nächsten Winterhalbjahr. Wir können das gute Schutzniveau für Langeoog nur gewährleisten, wenn wir mit entsprechenden Maßnahmen in der sturmflutfreien Zeit des Sommers gezielt aktiv werden“, betont Professor Frank Thorenz, Leiter der für die Ostfriesischen Inseln zuständigen NLWKN-­Betriebsstelle Norden-Norderney. „Eine Überschneidung mit der Tourismussaison ist deshalb leider nicht zu vermeiden.“
Für Bauaktivitäten und Aufspülungsmaßnahmen steht den Küs­tenschützern nur ein schmales Zeitfenster von Mai bis September zur Verfügung. Dieses nutzt man jetzt beim NLWKN: Simulationen des Landesbetriebs haben ergeben, dass im Fall schwerer Sturmfluten angesichts der im letzten Winterhalbjahr eingetretenen Sanddefizite andernfalls erhebliche Dünenabbrüche am Pirolatal wahrscheinlich sind. Strand und Sanddepot vor der Schutzdüne waren zuletzt in den Jahren 2017 und 2018 aufgespült worden.
Mit der Strandaufspülung …
betraute der NLWKN die niederländischen Spezialunternehmen Baggerbedrijf De Boer / Dutch Dredging B.V. und Delta Coastal Services B.V. Anfang Juni wurde das Material für die Landleitung über den Strand im Westen der Insel eingeschifft. Im Anschluss begann die Montage und Verlegung der Rohre. ­Wegen eines Bruchs der Rohrleitung kam es zu Verzögerungen, die Pipeline wurde aber Ende Juni repariert.
„Spülbeginn ist voraussichtlich im Juli, wenn alle Leitungen verlegt sind“, erklärt NLWKN-Projektleiter Theo van Hoorn. Dann kreuzt der 72 Meter lange und 14 Meter breite Laderaumsaugbagger „Amazone“ von Baggerbedrijf De Boer B.V. vor der Insel. Der Sand für die Langeooger Strandaufspülung wird an der Ostseite des Seegatts „Accumer Ee“ entnommen. Hier stehen ausreichende Sandmengen zur Verfügung. „Die Entnahmestelle kann sich auf natürliche Weise schnell wieder regenerieren“, so van Hoorn.
Die „Amazone“ befüllt im Entnahmebereich den Laderaum mit Sand und fährt dann zur Koppelstation in der Accumer Ee. Dort wird das Sand-Wasser-Gemisch über eine gut zwei Kilometer lange Rohrleitung zum Strand gepumpt.  Mittels einer weiteren, etwa drei Kilometer langen Leitung gelangt das Material hier zur Einbaustelle vor dem Pirolatal, wo sich der Sand nach Austritt aus der Spülleitung ablagert. Am Strand wird er dann mit Planierraupen weiter verteilt und profiliert. „Vor dem Hauptbadestrand ist die Spülleitung mit Sand überdeckt, um den Badebetrieb nicht zu behindern“, schildert van Hoorn die Bemühungen des Landesbetriebs um eine Durchführung im Bewusstsein der touristischen Bedeutung der Sommersaison. Der Aufspülbereich selbst muss aufgrund möglicher Gefahren während des Spülbetriebs teilweise gesperrt werden.
Langeoog ist …
die einzige Ostfriesische Insel, auf der bisher keine massiven Küstenschutzanlagen erforderlich waren, um die Strände und Dünen gegen andauernde Erosionen zu sichern. „Unser Ziel ist es, Schutzmaßnahmen für Schutzdünen soweit wie möglich an den natürlich ablaufenden Prozessen zu orientieren. Mithilfe von Strand­aufspülungen kann eine nicht ausreichende natürliche Sandversorgung ausgeglichen werden“, erklärt Prof. Thorenz die Hintergründe der Maßnahme. – In ihrer Rolle als natürliche Wellenbrecher spielen die Inseln auch für das ostfriesische Festland eine wichtige Rolle. Inselschutzmaßnahmen kämen damit indirekt auch dem Schutz der Festlandsküste zugute, heißt es beim ­NLWKN. Die Finanzierung des knapp 5,4 Millionen Euro teuren Vorhabens auf Langeoog erfolgt aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. -nlwkn/köp-

Ein versierter Gastgeber geht von Bord

Hans-Jürgen Haller gibt die Leitung des Hotels Bethanien auf Langeoog ab
Es ist eine ereignisreiche Zeit auf Langeoog, die nun für Hans-Jürgen Haller zu Ende geht. In fast 20 Jahren als Leiter des ­Hotels Bethanien Langeoog und Ferienhotels Schwedenhaus haben ihn die Besucher dort vorrangig als versierten und zugewandten Gastgeber kennengelernt, während der Pas-tor hinter den Kulissen den Umbruch der Einrichtung vorantrieb. Er schärfte das Profil des traditionsreichen Hauses mit seiner einhundertjährigen Geschichte, das heute für Nachhaltigkeit und christliche Verantwortung gegenüber der Schöpfung steht. Zum 1. Juli übergab Haller jetzt gemeinsam mit seiner Frau Birgit, seit 2006 als Assistentin der Geschäftsleitung, die gute Seele des Hauses, den Staffelstab offiziell an ihre Nachfolger.–
Diplomkaufmann Marc Deffland und Juristin Rebecca Schönheit aus Berlin können vorerst auf die Unterstützung von Hans-Jürgen Haller setzen. Er steht der neuen Leitung ein bis zwei Tage in der Woche mit Rat und Tat zur Seite, um ihnen den Einstieg zu erleichtern. Ihren Lebensmittelpunkt aber verlegen Hallers ans Festland in die Samtgemeinde Holtriem. Und das ganz still und leise: Eine große Abschiedsfeier gab es aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen für das Ehepaar nicht. Auch das 100-jährige Bethanien-Jubiläum im Mai fiel vorerst ins Wasser. Dennoch gehe er, so Haller, mit einem Koffer voll wunderbarer Erinnerungen: Allen voran wertschätze er die Begegnungen mit Gästen, und das Hand in Hand gemeinsam mit langjährigen Mitarbeitern oder Auszubildenden. „Ich habe jede Menge schöner Momente erlebt.“ Sogar die Beherbergung eines Trägers des „Alternativen Nobelpreises“ zählt dazu.
Im Dezember 2000 …
trat Haller an, um das Haus konzeptionell neu auszurichten und zukunftsfähig aufzustellen. „Es wurden neue Strategien entwickelt, denn es war ein großer Umbruch“, erinnert er sich. Bis 1996 war das Haus unter der Leitung von Diakonissen. „Ich habe im Grunde die ganze Einrichtung auf links gekrempelt.“ Nach und nach führte er den Hotelstandard und Barrierefreiheit ein. Den christlichen Hintergrund des Hauses betonte er weiterhin durch Morgenandachten und Gottesdienste, in denen der Pastor der freien Gemeinde teilweise auch selbst predigte. Er sieht sich als leidenschaftlicher Gastgeber für das bunt gemischte Publikum der Einrichtung, aber auch als erfahrener Seelsorger und Hotel­manager mit 24 Mitarbeitern.
Für Haller waren der Glaube und das Reisen schon früh untrennbar miteinander verbunden: Nach Abschluss des Theologischen Seminars 1979 und einer Zeit als Jugendpastor im Raum Stuttgart wechselte er 1989 in die Reiseabteilung eines christlich geprägten Reiseveranstalters in Süddeutschland und übernahm dort kurz darauf für zehn Jahre die Leitung. Er sammelte Erfahrungen im Management und qualifizierte sich weiter, machte seinen Touristikfachwirt und studierte berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre.
Aus ehemals 170 Betten in Mehrbettzimmern wurden im Verlauf der Jahre 127, verteilt auf 72 Einzel- und Doppelzimmer. Haller erkannte, dass Bethanien „mit einem Konferenzraum ein Alleinstellungsmerkmal auf der Insel“ hatte, dass er nutzen wollte. Die insgesamt sechs Tagungsräume sind gefragte Veranstaltungsorte für Seminare von Volkshochschulen und anderen Bildungsträgern, Vereinen und Verbänden. Auch Krimilesungen und Konzerte holte Haller nach Langeoog. Im Zuge der Umstrukturierung folgten zahlreiche Zertifizierungen, beispielsweise gab es „3 Sterne Superior“ vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Als einziges Haus repräsentiert Bethanien im Verband Christlicher Hoteliers den Nordwesten. Der Zusammenschluss besteht aus rund 80 Hotels in der Trägerschaft von Kirchen, Freikirchen und Klöstern.
Im Verlauf der Jahre …
wuchs bei Hans-Jürgen Haller die Überzeugung, dass auch ein nachhaltiges Handeln essenziell ist. Christlich zu handeln bedeute auch, den Blick für die Umwelt zu schärfen. „Als Nationalpark-Partner übernimmt Bethanien Verantwortung für die Schöpfung“, unterstreicht er. Das gehe nur „bio, regio, fair“ – also mit Produkten aus biologischem, fairem und möglichst regionalem Anbau. Trotz seines Schaffensdrangs ist Haller nicht ganz bis zum Ende der Umstrukturierung gekommen: „Den Restaurantbereich lasse ich für meinen Nachfolger.“ Doch auch dafür gebe es die fertigen Pläne bereits in der Schublade, verrät er.
Der heute 65-Jährige hat innerhalb seiner Zeit auf Langeoog auch sein privates Glück gefunden: 2006 heiratete er seine Frau Birgit und sie folgte ihm aus dem Oberbergischen Land auf die Insel. Sie machte sich unter anderem als Inselführerin einen Namen. Für den Neustart des aktiven Paares wird der Zweitwohnsitz am Festland zum neuen Lebensmittelpunkt. Beide sind naturverbunden, haben einen Hund und ein Pferd. „Wir sind viel draußen.“ Hans-Jürgen Haller hat sich überdies auch als Sport- und Fitnesstrainer zertifizieren lassen. Zum Ausgleich liest er, am liebsten Krimis oder Geschichtliches aus Ostfriesland.
Ein kompletter Rückzug aus dem Arbeitsleben komme für ihn vorerst nicht infrage: „Für den Ruhestand bin ich zu fit“, sagt er und lacht. Stattdessen widmet Hans-Jürgen Haller sich neuen Herausforderungen. Als Leiter der Außenstelle Holtriem der VHS Friesland-Wittmund organisiert und gibt er Kurse, Seminare und Workshops. Darüber hinaus steht er 15 Stunden pro Woche im Nationalpark-Haus Wattenhuus in Bensersiel den Besuchern Rede und Antwort zu Naturthemen, während seine Frau Birgit im Nationalpark-Haus Carolinensiel mitarbeitet. -su-

Die 21. Bridge-Saison auf Langeoog

Rückblick auf das Jubiläumsturnier – Ausblick auf 2020
Die Karten werden neu gemischt: Auch in diesem Sommer soll die beliebte Bridge-Serie nach Möglichkeit wieder stattfinden, und zwar vom 22. Juli bis 19. August 2020. Gründerin und ­Leiterin des Turniers, das im Jahr 2000 seine Premiere feierte, ist Isa Bruch. Die Stammurlauberin aus Berlin wirft im „Utkieker“ einen Blick auf das vorjährige Jubiläum und stellt die Planung für die 21. Saison im Jahr 2020 vor.
Coronabedingt finden zurzeit auf der ganzen Welt keine Bridge-Turniere im herkömmlichen Sinne statt. Man trifft sich statt dessen im Internet auf Bridge Base Online (BBO). Hier spielen Teilnehmer aus aller Welt, in allen Stärken (auch Computer spielen mit) – „ein Abenteuer mit neuen Herausforderungen. Viele Clubs bieten auf BBO eigene Turniere an, damit man nicht ganz so verloren ist in der Welt. Hier kann man mit vertrautem Partner gegen vertraute Gegner spielen, doch auch das eine Notlösung. Man bleibt zwar im Training, kann auch von Langeoog aus mit einer Partnerin aus Berlin spielen, hat aber nicht die persönliche Begegnung und die Gemeinschaft, die neben dem sportlichen Wettbewerb die besondere Bedeutung des Spiels ausmacht.
Noch ist unklar, wie lange die Beschränkungen für das Bridge-Spiel gelten. Susanne Wittenberg vom Tourismus-Service Langeoog und Isa Bruch sind jedenfalls optimistisch und hoffen, dass in diesem Sommer auf Langeoog in der „Spöölstuv“ wieder Bridge gespielt werden kann, sobald eine offizielle Bewilligung im Rahmen der Corona-Regeln vorliegt.
Die Planung für 2020 lautet: Bridge-Turniere (mit Preisvergabe) in der Zeit vom 22. Juli bis zum 19. August, und zwar jeden Mittwoch um 19 Uhr. Hinzu kommt ein Turnier mit Clubpunkte-Vergabe am Donnerstag, 30. Juli um 19 Uhr (ersatzweise am 6. August um 19 Uhr). Anmeldungen erfolgen bis spätestens 12 Uhr am Spieltag in der „Spöölstuv“. Listen werden ausgehängt, die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro.
Das Jubiläumsturnier 2019 …
war der Höhepunkt der 20-jährigen Bridge-Turnier- und Unterrichtsaktivitäten auf Langeoog. Hier hat die Langeooger Bridge-Gemeinschaft, einschließlich Susanne Wittenberg, die den Event seit 20 Jahren unterstützt, das Fest zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht – für Turnierteilnehmer sowie Gäste.
Das offizielle Programm begann mit einem Empfang. Zugegen waren unter anderem der damalige Bürgermeister Uwe Garrels, seine Nachfolgerin Heike Horn, die Bridge-Bundesspielerin Merle Schnee- weis, der ehemalige Kurdirektor Peter Wettstein und die frühere „Spöölstuv“-Leiterin Bettina Lau. Turnierteilnehmer und Gäste, insgesamt rund 60 Personen, erfreuten sich an einer im Hintergrund laufenden Diashow mit Bildern aus der Langeooger Bridge-Geschichte. Dazu lief Musik von Axel Benkner. Es wurden Getränke und Snacks gereicht.
In ihrer Jubiläumsrede hob Isa Bruch, Begründerin des Turniers und dessen Leiterin, die besondere Erfahrung hervor, die ein Urlaub auf Langeoog bedeutet: „Wunderbare Naturbegegnung und eine Gemeinschaft, in der man sich jedes Jahr wieder trifft, und in der man sich sehr wohlfühlt.“
Uwe Garrels lobte Bridge als geistessportliches Angebot für die Insel und dankte in seiner launigen Rede für die großzügigen Spenden. Teilnehmer Werner Isaak bedankte sich bei der Turnierleiterin für ihren Einsatz und zählte die beachtlichen Spenden für Spielgeräte im Spielhaus auf, die sich ständigen Gebrauchs erfreuen. Im Unterhaltungsteil sorgten Lieder von Axel Benkner, selbst komponiert und getextet, für Hochstimmung. Sein Ohrwurm „Bridge mit Isa…“ wurde von allen mitgesungen und das Schlusslied über den unbestritten    besten Bridge-Spieler von Langeoog, den Gitarrenspieler, erhielt großen Beifall.
Das anschließende Bridge-Turnier fand an sieben Tischen statt (28 Teilnehmer, vier Paare, je sieben auf Nord-Süd und Ost-West). Der Wettkampf war wie immer hart. Beim Ergebnis lagen die Prozentsätze der ersten Plätze dicht beieinander. Gewonnen haben auf Nord-Süd – wie erwartet – Merle Schneeweis mit ihrem Partner Wolfram Rach und auf Ost-West das Ehepaar Jürgen und Sabine Frank. Den Siegern und Zweitplatzierten wurden die traditionellen Langeoog-Pokale überreicht, die diesmal, von Susanne Wittenberg entworfen, die Aufschrift „20 Jahre Bridge auf Langeoog“ trugen.
Bei der Vorbereitung des Festes …
erfuhr die Organisatorin von allen Seiten viel Hilfsbereitschaft und Kreativität: Für die Bildershow hatten Bridge-Spielerin und „Hausfotografin“ Eltje Jonassen sowie Dr. Klaus Kremer von Langeoog- news schon im Winter ihre schönsten Bilder per E-Mail beigesteuert.
Installiert wurde die Show dann vor Ort von den Bridge-Spielern und „IT-Spezialisten“ Wilhelm Koch und Axel Benk-ner. Das reibungslose Manage- ment der Bewirtung übernahm in ihrer Freizeit und ehrenamtlich Astrid Peters vom „Spöölstuv“-Team, womit sie die Organisatorin in diesem Teil völlig entlastete. Zu erwähnen ist auch Heike Bruch, die nach kurzfristiger Absage des Caterers einsprang und mit ihren Kindern Ben und Oskar vielfältig bestückte Snack-Platten zauberte.
Teilnehmer sowie Familienangehörige und Langeooger zeigten ihre besten Fähigkeiten. So trugen Spaß, Empathie und Lebensfreude zum Erfolg der Bridge-Institution und ihres Jubiläums bei. Gute Gründe weiterzumachen – und auf einen schönen Sommer 2020 zu hoffen. -Isa Bruch-

Ein Drahtseilakt

Strandkorb-Interview mit Olaf Hube

Olaf Hube führt seit 1994 mit Ehefrau Karin erfolgreich in zweiter Generation das Modehaus Buddelei in der Barkhausenstraße. Der Insulaner ist Vorsitzender des örtlichen Einzelhandelsverbandes und des Gewerbe- rates. Im Gespräch mit dem Utkieker nimmt er Stellung zur Corona-Krise und erklärt seine ganz persönliche Sicht.

Herr Hube, wie ist der Einzelhandel auf Langeoog durch die Corona-Krise gekommen?

Es sind massive Verluste da, die nicht mehr aufholbar sind. Dadurch ist zu viel verloren gegangen. Der Anfang war für jeden Selbstständigen hart. Da war die zu Beginn einer Saison viel zu geringe Liquidität und die bange Frage um die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter. Es mussten Weichen für die Zukunft gestellt werden: Darlehen, Zuschüsse, Kurzarbeit, all das galt es in relativ kurzer Zeit zu beantragen. Das war eine Riesenherausforderung. Extrem gut war der Zusammenhalt innerhalb der Firmen. Alle haben überlegt: Wie stehen wir das gemeinsam durch? So kam es auf Langeoog kaum zu Entlassungen.

Wie hielten die Langeooger Einzelhändler den Kontakt zu ihren Kunden auch auf dem Festland aufrecht?

Das war für die Insulaner schwer machbar. Im Gegenzug hat uns der Zuspruch von außerhalb sehr geholfen. Jeder Anruf, jeder Brief, jede Email mit der Botschaft: „Wir sind da!“ hat auch mir persönlich viel Kraft gegeben. Das hatte ich so nicht erwartet, denn vielen Langeoog-Fans geht es coronabedingt ja selbst nicht so gut.

Liegt die sichere Zukunft des Handels im Online-Geschäft?

Sicher nicht, denn der Online-Handel steht in keinem Verhältnis zu den persönlichen Kundenbeziehungen. Wenn man ein Produkt auf Langeoog einkauft, ist der Mee(h)rwert enorm wichtig. Das ist die große Stärke des Gewerbes vor Ort. In der Corona-Situation appelliere ich an die Gäste, ihr Urlaubs-Budget um ein paar Euro anzuheben und auf Langeoog einzukaufen. Wir können uns kein Polster mehr anschaffen, das uns über den Winter bringt. Die reine Existenz ist das Ziel: Am Anfang standen wir am Abgrund, jetzt gehen wir über ein Drahtseil.

Auf welche Veränderungen muss sich der Kunde künftig einstellen?

Vertraute Firmen könnten pleite gehen und ihre Geschäfte schließen. Oder die Besitzer wechseln.

Durch die stufenweise erfolgten Lockerungen kommen jetzt immer mehr Menschen auf die Insel. Wie ist die momentane Situation auf Langeoog zu bewerten?

Um bei dem Drahtseil zu bleiben: Es wackelt momentan nicht zu sehr. Die Situation ist verhältnismäßig stabil. Dennoch ist ein Aufwärtstrend noch nicht in Sicht. Kunden und Gäste sind auf Langeoog sehr positiv gestimmt. Sie arrangieren sich mit der Situation, sehen die Notwendigkeit der Kontaktbeschränkungen und sind sehr diszipliniert. Eine gute Entscheidung ist, dass noch keine Tagesgäste auf die Insel kommen dürfen (Anm. d. Red.: Die Regelung galt zunächst bis zum 22. Juni). Das schafft Ruhe und Sicherheit. Wir haben damit den richtigen Rhythmus gefunden.

Noch sind Konsumenten zurückhaltend. Welche Anreize müssen jetzt getätigt werden – Stichwort: „Lange Einkaufsnacht“?

Die „Lange Einkaufsnacht“ ist in Coronazeiten nicht das, was sie bisher war. Es fehlen Gruppendynamik, Freude und Begeisterung. Das können wir aufgrund der strengen Auflagen momentan nicht liefern. Wir wären keine guten Gastgeber.

Sind weitere Termine oder ähnliche Aktionen in diesem Sommer geplant?

Im Sommer sind zwar keine klassischen Feste geplant, so wie wir sie gewohnt sind. Aber wir versuchen und überlegen, wie wir bestimmte Aktionen in der momentanen Corona-Situation irgendwie anders gestalten können. Wir als Gewerbetreibende schielen in jedem Fall schon mal auf den Herbst, um im November/Dezember doch noch Dynamik zu erzeugen.

Ist die befristete Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent und die Umsatzsteuersenkung von sieben auf fünf Prozent zum 1. Juli das richtige Instrument?

Das ist ein gutes Instrument, das uns in jedem Fall helfen wird. Es ist aber auch ein Monsteraufwand. Die finanzielle Entlastung wird wohl nur teilweise beim Endverbraucher ankommen. Doch dem Händler hilfts.

Wie haben Sie ganz persönlich die Corona-Krise erlebt?

Ich persönlich habe sehr viel Positives während des Shutdowns erlebt. Es war eine fantastische Zeit, wenn man das Geschäftliche ausblendet. Die Ruhe hat vor allem der Natur gut getan. Ich habe die Insel mit allen Sinnen erkundet, wie ich es bisher noch nie getan habe, und unendlich viele Tiere dabei entdeckt. Die waren enorm zutraulich. Und ich habe noch nie so viele braungebrannte Langeooger gesehen (lacht).

Was bedeutet Langeoog für Sie?

Meine Heimat – meine Wurzeln.

Was bedeutet soziales und ehrenamtliches Engagement für Sie?

Diese Aufgabe ist für eine funktionierende Gesellschaft enorm wichtig. Sie stärkt die Demokratie und das Miteinander im Dorf.

Wo engagieren Sie sich?

Überall dort, wo ich helfen kann. Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit spielen bei Ihnen eine große Rolle

.Wie setzen Sie das im Alltag um?

Diese drei Komponenten lasse ich überall dort, wo es geht, einfließen. Das geht nur langsam und in kleinen Schritten. So werden in der Buddelei ab 2021 keine Einkaufstüten mehr vergeben, sondern als „Leihtaschen“ gegen einen Obolus verliehen: Bei Rückgabe Geld zurück.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Teamgeist, Familie, Höflichkeit, Freundschaften pflegen und konsequent zu Werten stehen.

Wo würden Sie in diesem Jahr gerne Urlaub machen und welche Erwartungen müssten erfüllt sein?

Paddeln in Schweden und das völlig im Einklang mit der Natur. -reh-

Vielen Dank für das Gespräch!

„Fairer Rosenmontag“ ist Auftakt

Aktionen 2020 der AG Fairtrade-Insel Langeoog
Sind an Rosenmontag in den Karnevalshochburgen bekanntlich die Jecken los, hat der „heimliche Feiertag der Rheinländer“ auf  Langeoog in diesem Jahr eine völlig neue Bedeutung bekommen. Die Mitglieder der AG Fairtrade Insel Langeoog nahmen  den Rosenmontag wörtlich und verteilten hier im Rahmen der Fairtrade Deutschland-Aktion „Flower Power – Frauenrechte stärken“ auf der Insel 150 fair produzierte und gehandelte Rosen, um auf die weltweite Situation von Frauen in der Blumenproduktion aufmerksam zu machen. „In zwei Stunden hatten wir alle Rosen locker verteilt“, sagt AG-Sprecher Frank Niemeier. Der „Faire Rosenmontag“ soll nun zur guten Tradition werden. Die Aktion wurde durch das Blumenhaus Peters und Fairtrade Deutschland unterstützt.
„Wir haben uns dieses Jahr bewusst für eine andere Aktion als in den Vorjahren entschieden“, betont Frank Niemeier. Bisher seien in erster Linie Langeoogs Fairtrade Partnerbetriebe, Institutionen und Einrichtungen mit Rosen bedacht worden. Anlässe waren schon der Weltfrauentag, Muttertag oder das alljährliche Insulanertreffen „Insulaner unner sück“. „Wir sehen die Aktion in erster Linie als Aufklärung und Werbung für fairen Handel an“, weist Frank Niemeier auf die Arbeiterinnen hin, die auf den Blumenplantagen für einen miserablen Lohn ausgebeutet werden und durch Pestizideinsatz zudem noch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.
Jahresprogramm
Zu den weiteren Aktivitäten der AG zählt die „Fashion Revolution Week“. Die Aktion, die bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in der Textilbranche fordert, wurde nach dem schweren Unglück in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 ins Leben gerufen. Bei dem Fabrikeinsturz starben mehr als 1.100 Menschen, 2.500 wurden verletzt. Auf Langeoog ist eine besondere Plakataktion mit dem Slogan: „Mein Lieblingsstück – Ich will’s fair“ in Vorbereitung. „AG-Mitglieder und Partner lichten sich mit ihrer Lieblingsklamotte aus der Fairtrade-Produktion ab“, erläutert Niemeier. Wann die Plakate druckfertig sein werden, ist jedoch ungewiss, da das Foto-Shooting wegen des Coronavirus bisher nicht stattfinden konnte.
Vom 1. bis 3. Mai findet laut Plan die jährliche „Mango-Aktion“ der evangelisch-lutherischen Inselkirche statt, die Partner der  AG Fairtrade Insel Langeoog ist. „Auch dieser Termin hängt vom Verlauf der Coronavirus-Epidemie ab“, sagt Frank Niemeier. Von einer kleinen Verkaufs-Aktion mit „vielen hundert Mangos“ nur für Inselbewohner bis hin zur Absage der Aktion sei alles möglich. Mit dem Erlös wird die Handwerkerschule CPET in Kondougou, Burkina Faso unterstützt.
Am 6. Juni plant die AG das „Faire Frühstück“. Die „Faire Woche“ findet vom 11. bis 25. September statt.
Zurzeit wird der „Fairtrade-Führer“ aktualisiert. Darüber hinaus kreieren die Mitglieder gemeinsam mit der bayerischen Schokoladenmanufaktur „Biehler-Schokoladen“ eine neue Variante für die Langeooger „Bio-Fairtrade-Schokolade“. Die Initiatoren möchten das Meersalz des Nordens mit fair gehandelter Schokolade vereinen und zu einem neuen Geschmackserlebnis machen. -reh-

„de Flinthörners“liegen (noch) vor Anker

Premiere des Langeooger Shantychors verschoben –
Shantyfestival auf Langeoog geplant
Noch immer liegen „de Flinthörners“ auf ihrer Dreimastbark „Hoffnung“ im Hafen fest. Dabei wollte der Langeooger Shantychor längst schon Kurs auf sein Publikum nehmen. Doch die für den 30. März angesetzte Premiere musste ebenso ausfallen wie das geplante Osterkonzert am 13. April.
„Zum Ausgleich hatten wir schon ein Konzert vor leerem Saal geplant, das live im Internet übertragen werden sollte“, berichtet Gerrit Agena, Vizevorsitzender der „Flinthörners“. Doch das ­wegen der Corona-Pandemie ausgesprochene Versammlungsverbot machte den Plan zunichte. Auch gemeinsame Proben können vorläufig nicht stattfinden. „Unsere Chorleiterin ‚Puppa‘ Peters hat uns angehalten, einzeln daheim zu üben.“
Da ist Disziplin gefragt. Doch die bringen die „Flintis“ gerne auf. Wissen sie doch: Das beste Mittel gegen Ansteckung ist die NPI (Nicht-Pharmazeutische Intervention), sprich: vorerst zu Hause bleiben. Denn eines steht fest, auch wenn der Termin noch nicht feststeht: „Eine Premiere soll es auf jeden Fall geben.“
Ihren ersten Auftritt 2020 …
hatten „de Flinthörners“ übrigens schon am 5. Januar, auf dem Neujahrsempfang der Inselgemeinde. Hier erfreuten sie Langeoogs neue Bürgermeisterin Heike Horn mit einer spontanen Umdichtung des Evergreens „Kap Horn“, als sie im Refrain „und dann sailen wir so langsam mit Frau Horn …“ sangen. Kurz darauf unternahmen die singenden Seebären ihre obligate Jahresfahrt, die sie am 17. und 18. Januar in das westfälische Münster führte.
Viel zu besprechen gab es auf der Generalversammlung am 20. Januar: Für den Sommer ist ein Besuch beim befreundeten Shantychor von Langesund in Norwegen geplant, außerdem soll Ende Oktober das 1. Langeooger Shanty-Festival stattfinden. Zu dem hat sich ein rundes Dutzend Chöre und Gruppen angesagt, darunter auch einige aus den Niederlanden. „Zu Gehör kommen nur echte Shantys“, erklärt Chorleiterin „Puppa“ Peters, „also weder ‚La Paloma‘ noch ‚Auf der Reeperbahn‘.“ Vorbereitet wird das Shanty-Großereignis vom Flinthörners-Vorstand mit dem 1. Vorsitzenden Raimund Buss, Vizevorsitzenden Gerrit Agena, Kassenwart Torsten Meyer und Schriftführer Klaus Kremer. Man darf sich schon auf den Herbst freuen. -ut-

eyer und Schriftführer Klaus Kremer. Man darf sich schon auf den Herbst freuen. -ut-

Alpakas: Delfine der Weide

Urlauber und Einheimische lernen bei einer Führung 
die kuscheligen Anden-Tiere kennen und lieben

Sie haben ein Wesen zum Verlieben und längst die Herzen der Langeooger und Gäste erobert: Die Rede ist von den sieben  drolligen Alpakas, die es sich seit Mai auf der Weide zwischen Schniederdamm und Willrath-Dreesen-Straße mit saftigem Gras und frischer Nordseeluft so richtig gut gehen lassen. Wie im vergangenen Jahr, steht den Tieren ein vier Hektar großes Gelände und ein Unterstand zur Verfügung. Die kleinen Hügel passen ebenfalls perfekt zu den Lebensbedingungen der Alpakas, stammen sie doch aus den südamerikanischen Anden. Voraussichtlich bis zum Spätherbst wird die Hengst-herde auf Langeoog verweilen, bevor es wieder zurück auf die Zuchtfarm der Familie Näsemann ins Münsterland geht.

Mit den Alpakas auf Tuchfühlung

Am 11. und 18. Oktober, jeweils ab 10 Uhr, haben Einheimische und Urlauber noch Gelegenheit, sich von Urte Sjuts in die Welt der „Alpis“ entführen zu lassen. Den ganzen Sommer über bietet die gebürtige Langeoogerin vom „Ponyhof T’on Peerstall“ Wanderungen mit den Alpakas über die Weide an. Unterstützung erhält sie dabei von Claudia Frech, die nicht nur fachkundig den „Abolengo de Alpaca“-Laden auf der
Insel führt, sondern jeden Morgen Capitol, Jesus, Domino, Two Face sowie Haas, Federer und Becker mit nährstoffreichem Zusatzfutter verwöhnt und die Tiere liebevoll betreut (wir berichteten).

Im Paddock…

Wer schon einmal eine solche Führung erlebt hat, ist endgültig infiziert von den possierlichen Paarhufern, die zur Familie der Kamele zählen. Für den Umgang mit den oft scheuen und schreckhaften Tieren gibt es jedoch ein paar Regeln zu beachten, die Urte Sjuts vor Beginn jeder Führung in ihrer lockeren und unterhaltsamen Art erläutert. Über allem steht dabei der wertschätzende und respektvolle Umgang mit den Tieren. Und so sind für die nächsten eineinhalb Stunden im Paddock Entspannung, Ruhe und Achtsamkeit oberstes Gebot.
„Die Alpakas sind euer Spiegelbild. Seid ihr hektisch, sind sie es auch“, betont die 35-Jährige vor zehn Erwachsenen, die sich an einem Morgen im September zu einer Führung am Gatter getroffen haben. Alle hören ihr gebannt zu und erfahren, dass Alpakas längst als Therapietiere bei Depressionen, Demenz oder in der Ergotherapie eingesetzt werden. „Sie sind gewissermaßen die Delfine der Weide.“
Tatsächlich ist man sofort gewillt, den niedlichen Vierbeinern durch ihr kuscheliges Fell, das Vlies, zu streichen. „Doch Vorsicht“, sagt Urte Sjuts, „Alpakas sind Distanztiere und keine Kuscheltiere.“ Stattdessen schließen die Teilnehmer auf der Weide mit ein wenig Mineralfutter auf der Handfläche Freundschaft mit der Herde. Was für ein Erlebnis!
Bevor die eigentliche Wanderung beginnt, legt Urte Sjuts den sieben Hengsten jeweils ein Halfter mit Leine um. Dabei wird klar, dass jedes Tier auch seinen eigenen Kopf hat: von sanftmütig bis stolz, neugierig bis lebensfroh. Mit ihren nach oben geschwungenen Mundwinkeln verleihen sie ohnehin den Eindruck, als würden sie ständig lächeln.
Nach und nach bekommt fast jeder Teilnehmer eine Leine in die Hand gedrückt und los gehts gemächlichen Schrittes einmal um die Weide herum. Wer gerade kein Tier führt, nutzt die Gelegenheit für Fotos und Selfies mit den geduldigen „Alpis“.
Auch während der Führung erfährt die Gruppe viel Wissenswertes zu den Alpakas und zur Zucht. Besonders bekannt sind die Tiere für ihre warme und sehr weiche Wolle, die neben Seide und Kaschmir zu den kostbarsten Geweben der Welt zählt. Alpakas produzieren im Jahr zirka dreieinhalb bis fünf Kilogramm feinstes Vlies.
Ein ausgewachsenes Alpaka bringt zwischen 45 und 80 Kilogramm auf die Waage. Da Alpakas sehr gesellige Tiere sind und gern in Herden leben, sollten sie niemals allein gehalten werden. Die Zucht der Familie Näsemann umfasst knapp 100 Tiere. Sie können 20 bis 25 Jahre alt werden.

Alpaka-Laden

Der Alpaka-Laden am Schniederdamm 8 lädt mit seiner großen Bandbreite an Naturtextilien aus Alpakawolle zum ausgiebigen Stöbern ein. Begehrte Produkte sind Mützen, Schals, Stirnbänder und Babykleidung, die zum Teil im Lüdinghausener Familienbetrieb von Hand gestrickt werden – neben vielen Produkten aus Peru, die allesamt aus sozialen Projekten stammen. Strickgarne in vielen Farben komplettieren das Angebot.
Hauptprodukt sind die exklusiven Bettwaren aus eigener Herstellung. Dazu zählen Matratzen, Steppbett- und Tagesdecken sowie Nackenstützkissen. „Ihre Füllungen bestehen aus 100 Prozent feinster Alpaka-Faser“, nennt Claudia Frech die drei verschie-denen Fallstärken: Sommermodell, Ganzjahresdecke und das Winterbett.

Der Laden ist bis Ende Oktober täglich außer sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, ab November immer mittwochs und nach Vereinbarung. Anmeldungen zu den Führungen sind per Mail möglich:
info@abolengo-alpaka.de. In dem Preis von 39 Euro ist ein Paar feinste Abolengo-Alpakasocken im Wert von 24,50 Euro enthalten. Die Alpaka-Wanderung ist für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren geeignet.

-reh-

Hoch-Zeit für Hochzeiten

„Insel fürs Leben“ attraktiv für Brautpaare 
aus nah und fern – Langeooger Standesamt: neuer Trau-Rekord in Sicht?

„Traufrisch“ zum Standesamt ziehen immer mehr Paare – auch auf Langeoog. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Eheschließungen auf der „Insel fürs Leben“ kontinuierlich an: „2017 wurde erstmals die 200er-Marke eingestellt, und 2018 ­haben wir mit 230 Eheschließungen die bislang höchste Zahl ­erreicht“, berichtet Standesamtsleiter Holger Schön, der mit ­seinem Kollegen Peter Wettstein die Trauungen vollzieht.
Mit in die Rekordzahl hinein spielt die seit Oktober 2017 mögliche „Ehe für alle“ anstelle der eingetragenen Lebenspartnerschaften. „Viele Paare wandeln ihre Partnerschaft in eine Ehe um.“ Der Langeooger Boom liegt übrigens im Bundestrend: 2018 ließen sich in Deutschland 449.466 Paare trauen – die höchste Zahl seit 1999. Das letzte Jahr im alten Jahrtausend hatte auch Langeoog einen Rekord beschert: Vor 20 Jahren schaffte es das Standesamt mit 107 Trauungen erstmals den Sprung in die Dreistelligkeit.

Langeoog internationales Heiratsziel

Ob auch 2019 rekordverdächtig wird? Die Chancen stehen nicht schlecht: „Inklusive Voranmeldungen haben wir“, so die Standesbeamten, „bislang schon über 200 Trauungen im Kalender.“ Die Nachfrage ist ungebremst: „Bis Ende Oktober sind wir ausgebucht.“ Freie Termine gibt es ab November, der allerdings der neue Mai geworden ist: „Es bestehen bereits etliche Anfragen.“ Wer weiter plant: Seit Mitte September ist es möglich, Termine für 2020 zu vereinbaren. Paare, die ein markantes Datum bevorzugen, sollten den 20. oder 22. Februar frühzeitig ins Visier nehmen. Aber Obacht: Da ist auch Karnevalswochenende. Geheiratet wird in fast allen Altersklassen: Das Gros ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, Paare unter 25 Jahren sind eher    selten. Eine leichte Zunahme erleben internationale Ehen: Die Heiratswilligen stammten jüngst nicht nur aus Österreich, Frankreich, Belgien, der Schweiz und dem weiteren Europa, sondern auch aus Russland – und sogar Australien: „Das junge Pärchen aus ‚Down Under‘ war zuvor noch nie auf Langeoog, es hatte sich seine Hochzeitsinsel im Internet ausgeguckt“, berichtet Holger Schön. „Auch die Online-Generation heiratet noch ­live.“ Und gern auf Langeoog.
Mit jährlich um die zehn bleibt die Zahl der Insulaner-Ehen nahezu unverändert. Auch hier steigt – von Polen bis Spanien – die internationale Beteiligung. „Die sogenannte Prüfung der Ehefähigkeit nimmt bei internationalen Ehen mehr Zeit in Anspruch, da auch ausländisches Recht zu berücksichtigen ist“, erklären die Standesbeamten, die sich durch Fortbildungen auf dem Laufenden halten – und gelegentlich schon Übersetzer eingeschaltet haben.

Alles Wichtige vor Ort

Variabel ist die Größe der Hochzeitsgesellschaften: Sie reicht von trauter Zweisamkeit bis zu 100 Gästen und mehr. Im Durchschnitt nimmt ein gutes Dutzend Gäste an einer Trauung teil. „Das macht rund 3.000 Gäste pro Jahr, die Langeoog für sich neu oder wieder entdecken und dabei auch spendabel sind“, sagt Peter Wettstein. Und rund um die Feier zum schönsten Tag des Lebens werde auch ein erheblicher touristischer Begleitumsatz erzeugt. So sehen die Standesbeamten eine Heirat auf Langeoog durchaus als Wirtschaftsfaktor: Neben Vermietern und Gastronomen sind etwa die Dienste von Friseuren, Kutschbetrieben, Floristen, Fotografen, Goldschmieden und weiteren Branchen gefragt.
Was angenehm und praktisch ist: Man hat alles Wichtige vor Ort und dabei kurze Wege. Ob Hotel oder Restaurant, Hochzeitskutsche oder Brautstrauß, Trauringe, die man sogar selber schmieden kann (macht die Ehe besonders haltbar), oder versierte ­Fotografen, die den schönsten Tag des Lebens in makellosen Motiven festhalten. Über Telefon und Internet lässt sich das Meis­te vorab von zu Hause aus arrangieren.

Seemannshus und Hochzeitsstein

Außer im Trauzimmer des Rathauses wird vor allem im beliebten „Seemannshus“ geheiratet: Über 90 Prozent der Trauungen finden in den gemütlichen Räumen des Heimatmuseums statt. Hier gilt es, Hochzeitstermine und Öffnungszeiten zu koordinieren. „Die Zusammenarbeit mit dem Museumsverein funktioniert gut“, betonen die Standesbeamten. Wer das romantische Haus über die Trauung hinaus eingehend besichtigen möchte, nutzt dazu die offiziellen Öffnungszeiten des von Rosemarie Tilmann betreuten Museums.
Unvergänglich wird der Ehebund durch den „Hochzeitsstein“: Mit eingravierten Initialen und Datum wird der Klinker in den „Hochzeitspfad“ des Seemannshus-Gartens eingelassen. „Manche heiraten wegen des Steins auf Langeoog“, erklären die Standesbeamten. Da der Pfad pro Jahr um etwa vier Quadratmeter wächst, wurden 2017/18 weitere Wege angelegt. Doch: „Auf lange Sicht müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen, sonst ist der Garten zugepflastert.“
Ein Muss für Brautpaare sind die Familienstammbücher, in ­denen sie ihre Dokumente daheim aufbewahren. In Samt oder Leder gebunden, etwa mit (teils handkoloriertem) Seemannshus- oder Wasserturm-Motiv sowie Gold- oder Silberprägung, sind die Langeooger Exemplare ein dekorativer Schutz für die wichtigen Dokumente – und eine lebenslange Erinnerung an den „schönsten Tag im Leben“ auf der „Insel fürs Leben“.

Alles möglich – bis auf eines

Doch die Langeooger Standesbeamten erfüllen noch mehr Aufgaben. Die Eheschließung ist für sie nur der Auftakt: „Durch die Hochzeit wird Langeoog das registerführende Standesamt. Hier werden die Familiendaten fortgeschrieben.“ Das betrifft Bereiche wie Geburten, Kirchenaustritte, Scheidungen oder Sterbefälle. Im Lauf der Jahre kommt einiges zusammen: „Wir verwalten rund 4.000 Eheeinträge in unserem Eheregister. Das ist vergleichbar mit dem einer Mittelstadt von 50.000 Einwohnern, wie etwa Emden, Ravensburg oder Gummersbach.“ Für die 1.800-Seelen-Gemeinde Langeoog durchaus eine Herausforderung. Auch wenn Holger Schön und Peter Wettstein alles Mögliche gern möglich machen, eines geht nicht: die schnelle Urlaubshochzeit aus dem Überschwang heraus. Denn, so Holger Schön: „Die Anmeldung der Trauung, früher Aufgebot genannt, ist immer am Standesamt des Hauptwohnsitzes durchzuführen.“ Eine Spontanheirat im Las-Vegas-Stil sei daher nicht machbar: „Wir benötigen die kompletten Unterlagen vom Heimat-Standesamt.“ Dann aber steht dem trauten Glück zu zweit nichts im Weg. Kontakt für Anfragen: telefonisch unter 04972/693-123 oder per E-Mail an standesamt@ langeoog.de. -köp-

Mit Erfolg für guten Zweck „gefuttert“

„Treffpunkt“ spendete für Langeooger Einrichtungen 

„Futtern für den guten Zweck“ hieß es das neunte Jahr in Folge beim SB-Restaurant „Treffpunkt“ an der Barkhausenstraße. Von „O bis P“, Ostern bis Pfingsten, lief die Benefiz-Aktion von Inhaber Damir Jelic und seinem eingespielten Gastro-Team. Das „wohltätige Futtern“ umfasste unterschiedliche Gerichte zum Sonderpreis: Wer hausgemachte Fischfrikadellen, Eintöpfe oder weiteres Leckeres orderte, tat damit Gutes. Denn der Verkauf der eigens kreierten Gerichte kam zu 100 Prozent gleich mehreren Langeooger Institutionen zugute. Viele Gäste, und auch einige Insulaner, hatten Appetit auf die buchstäblich wohltuenden Gerichte, sodass erfreuliche 1.889,– Euro zusammenkamen. Die übergab „Treffpunkt“-Inhaber Damir Jelic am 9. Juli insbesondere an Langeooger Jugendeinrichtungen. 500,– Euro nahm die Jugendfeuerwehr in Empfang, die das Geld für Lehrmaterialien und als Zuschuss für eine geplante Zeltlagerfahrt einsetzt. Der gleiche Betrag ging an den Förderverein der Kindertagesstätte „Wichtelnüst“, die davon Brettspiele und Bücher anschaffen will. Ebenfalls 500,– Euro erhielt das „Jugendhaus am Meer“. Die Ferienpass-Aktion der Inselgemeinde wurde mit 200,– Euro bedacht; auch sie kommen dem insularen Nachwuchs zugute. Mit 50,– Euro wurde die Arbeit der Langeooger Puppenkiste unterstützt, über 139,– Euro freute sich der überregional agierende Förderverein Schutzengel. „Wie schön – ganz herzlichen Dank!“, lobten alle Spenden­empfänger die Aktion. Damir Jelic gab den Dank an seine Gäste weiter, die durch ihr „Futtern“ wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Bislang brachte die jährliche Benefiz-Aktion gut 23.400,– Euro ein. Und für Damir Jelic steht fest: „Ostern 2020 geht ‚Futtern für den guten Zweck‘ in die zehnte Runde.“ -köp-

Sommerfest am Süderdünenring

Feuerwehr feiert „Tag der offenen Tür“ im neuen Haus 

Das erste öffentliche Fest in neuen Räumen: Kein Wunder, dass am Samstag, 20. Juli der Andrang zum diesjährigen Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Langeoog besonders groß war. Die Floriansjünger um Gemeindebrandmeister Olaf Sommer hatten ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen – und alle, alle kamen.
Aberhunderte von Besuchern, Urlauber wie Langeooger, wollten die kürzlich erst eingeweihte Station (der „Utkieker“ ­berichtete) nebst Fahrzeugen und Gerätschaften ausführlich in Augenschein nehmen. Reichlich Gelegenheit dazu boten die Führungen durch das neue Gebäude. Draußen war, vom Tanklöschfahrzeug bis zur Drehleiter, der Fuhrpark der Feuerwehr zu besichtigen. Den Schwerpunkt legten die Gastgeber auf Informationen rund um Brandschutz und -vorbeugung. Umlagert waren die Vorführungen von Kim David Ihnen und seiner Firma FARS (Fire And Rescue System). Der Brandschutz-Experte aus Esens informierte über die unterschiedlichen Typen von Feuerlöschern und demonstrierte die korrekte Handhabung eines solchen Geräts. Anschließend durften Besucher unter seiner Anleitung einen kleinen Brand löschen.
Brandschutzerziehung hatten sich auch Daniela Peters, Melanie Wißbrock und Dirk Rochow von der Langeooger Feuerwehr auf die Fahnen geschrieben. Bei ihnen konnte man unter anderem in einem Zelt mit ungiftigem Nebel erleben, welche Sicht bei einem Wohnungsbrand herrscht: nämlich gar keine. Hier kam der Aufkleber „Kinderfinder“ ins Spiel: Unten auf die Kinderzimmertür geklebt, zeigt er im Brandfall der Feuerwehr, wo sie besonders intensiv suchen muss. – Zudem bot die Jugendabteilung einen „Kompaktkurs“ für den interessierten Feuerwehrnachwuchs an, inklusive kleiner „Löschübung“. Die Nachfrage war groß. Was auch für die bereitgestellte Stärkung galt: Bei Kaffee und hausgemachten Kuchen, Löschmeister-Steaks, Brat- und Curry­wurst mit Pommes sowie kühlen Getränken kam niemand zu kurz.
Das Wetter war so abwechslungsreich wie das Programm des Sommerfestes. Auch ein kleiner Schauer konnte den Feuereifer der Besucher nicht dämpfen: Sie stellten sich einfach in der geräumigen Fahrzeughalle unter. Die wurde nach und nach zur Disco: Zunächst lieferte DJ Stefan Miener den passenden      Sound zum Sommerfest, abends ließ DJane Vanessa Schmidt mit heißen Rhythmen den Hallenboden brennen. Gelöscht wurde mit den Tanzbeinen. – Mit ihrem gelungenen Einstandsfest konnte die Langeooger Feuerwehr rundum zufrieden sein. Ihr herzlicher Dank gilt daher allen Helfern und Sponsoren für deren Unterstützung. -ut-