Archiv der Kategorie: Allgemeines

Mit Erfolg für guten Zweck „gefuttert“

„Treffpunkt“ spendete für Langeooger Einrichtungen 

„Futtern für den guten Zweck“ hieß es das neunte Jahr in Folge beim SB-Restaurant „Treffpunkt“ an der Barkhausenstraße. Von „O bis P“, Ostern bis Pfingsten, lief die Benefiz-Aktion von Inhaber Damir Jelic und seinem eingespielten Gastro-Team. Das „wohltätige Futtern“ umfasste unterschiedliche Gerichte zum Sonderpreis: Wer hausgemachte Fischfrikadellen, Eintöpfe oder weiteres Leckeres orderte, tat damit Gutes. Denn der Verkauf der eigens kreierten Gerichte kam zu 100 Prozent gleich mehreren Langeooger Institutionen zugute. Viele Gäste, und auch einige Insulaner, hatten Appetit auf die buchstäblich wohltuenden Gerichte, sodass erfreuliche 1.889,– Euro zusammenkamen. Die übergab „Treffpunkt“-Inhaber Damir Jelic am 9. Juli insbesondere an Langeooger Jugendeinrichtungen. 500,– Euro nahm die Jugendfeuerwehr in Empfang, die das Geld für Lehrmaterialien und als Zuschuss für eine geplante Zeltlagerfahrt einsetzt. Der gleiche Betrag ging an den Förderverein der Kindertagesstätte „Wichtelnüst“, die davon Brettspiele und Bücher anschaffen will. Ebenfalls 500,– Euro erhielt das „Jugendhaus am Meer“. Die Ferienpass-Aktion der Inselgemeinde wurde mit 200,– Euro bedacht; auch sie kommen dem insularen Nachwuchs zugute. Mit 50,– Euro wurde die Arbeit der Langeooger Puppenkiste unterstützt, über 139,– Euro freute sich der überregional agierende Förderverein Schutzengel. „Wie schön – ganz herzlichen Dank!“, lobten alle Spenden­empfänger die Aktion. Damir Jelic gab den Dank an seine Gäste weiter, die durch ihr „Futtern“ wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Bislang brachte die jährliche Benefiz-Aktion gut 23.400,– Euro ein. Und für Damir Jelic steht fest: „Ostern 2020 geht ‚Futtern für den guten Zweck‘ in die zehnte Runde.“ -köp-

Sommerfest am Süderdünenring

Feuerwehr feiert „Tag der offenen Tür“ im neuen Haus 

Das erste öffentliche Fest in neuen Räumen: Kein Wunder, dass am Samstag, 20. Juli der Andrang zum diesjährigen Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Langeoog besonders groß war. Die Floriansjünger um Gemeindebrandmeister Olaf Sommer hatten ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen – und alle, alle kamen.
Aberhunderte von Besuchern, Urlauber wie Langeooger, wollten die kürzlich erst eingeweihte Station (der „Utkieker“ ­berichtete) nebst Fahrzeugen und Gerätschaften ausführlich in Augenschein nehmen. Reichlich Gelegenheit dazu boten die Führungen durch das neue Gebäude. Draußen war, vom Tanklöschfahrzeug bis zur Drehleiter, der Fuhrpark der Feuerwehr zu besichtigen. Den Schwerpunkt legten die Gastgeber auf Informationen rund um Brandschutz und -vorbeugung. Umlagert waren die Vorführungen von Kim David Ihnen und seiner Firma FARS (Fire And Rescue System). Der Brandschutz-Experte aus Esens informierte über die unterschiedlichen Typen von Feuerlöschern und demonstrierte die korrekte Handhabung eines solchen Geräts. Anschließend durften Besucher unter seiner Anleitung einen kleinen Brand löschen.
Brandschutzerziehung hatten sich auch Daniela Peters, Melanie Wißbrock und Dirk Rochow von der Langeooger Feuerwehr auf die Fahnen geschrieben. Bei ihnen konnte man unter anderem in einem Zelt mit ungiftigem Nebel erleben, welche Sicht bei einem Wohnungsbrand herrscht: nämlich gar keine. Hier kam der Aufkleber „Kinderfinder“ ins Spiel: Unten auf die Kinderzimmertür geklebt, zeigt er im Brandfall der Feuerwehr, wo sie besonders intensiv suchen muss. – Zudem bot die Jugendabteilung einen „Kompaktkurs“ für den interessierten Feuerwehrnachwuchs an, inklusive kleiner „Löschübung“. Die Nachfrage war groß. Was auch für die bereitgestellte Stärkung galt: Bei Kaffee und hausgemachten Kuchen, Löschmeister-Steaks, Brat- und Curry­wurst mit Pommes sowie kühlen Getränken kam niemand zu kurz.
Das Wetter war so abwechslungsreich wie das Programm des Sommerfestes. Auch ein kleiner Schauer konnte den Feuereifer der Besucher nicht dämpfen: Sie stellten sich einfach in der geräumigen Fahrzeughalle unter. Die wurde nach und nach zur Disco: Zunächst lieferte DJ Stefan Miener den passenden      Sound zum Sommerfest, abends ließ DJane Vanessa Schmidt mit heißen Rhythmen den Hallenboden brennen. Gelöscht wurde mit den Tanzbeinen. – Mit ihrem gelungenen Einstandsfest konnte die Langeooger Feuerwehr rundum zufrieden sein. Ihr herzlicher Dank gilt daher allen Helfern und Sponsoren für deren Unterstützung. -ut-

„Bestes Turnier ever“

Neueinsteiger Team „Spiekeroog“ sichert sich Pokal
vor Langeooger „Strandhasen“

Am letzten Wochenende im Juni passte auf Langeoog wirklich alles zusammen: Sonne satt, stahlblauer Himmel und ideale Strandbedingungen: Inmitten dieser Idylle tummelten sich 600 Volleyballer aus ganz Deutschland. In 64 Mixed-Teams eingeteilt, pritschten und baggerten sie am Hauptstrand um den begehrten Wanderpokal, den sich das Team „Spiekeroog“ als Neueinsteiger in einem äußerst spannenden Finale gegen den viermaligen Sieger „Langeooger Strandhasen“ sicherte.
Auf Platz drei landeten die „Greifen“ aus Greifswald, die das Turnier 2009 und 2015 gewonnen hatten. Das Team „Grottenschlecht“ wurde Turniervierter. Es folgten auf den Rängen fünf bis zehn die „Quallenquetscher“, „Spreevolleys, „Aubachbiber“, „Kampfkekse“, „VBC Beckum“ und „Oldies but Goldies II“. Gespielt wurde jedoch nicht Beachvolleyball, sondern klassisch sechs gegen sechs.
16 Spielfelder standen zur Verfügung. Die Turnierleitung mitten im Zentrum sorgte, sehr zur Freude der Sportler, für „kurze Wege“. Die Stimmung unter den Teilnehmern war außergewöhnlich gut, die Atmosphäre locker und entspannt. Und so standen der Spaß und die Gemeinschaft bei den Begegnungen im Vordergrund. In der Spitze wurde aber dennoch hochklassiger Volleyball geboten. Vor allem am Sonntag, als der Wind im Gegensatz zum Vortag kräftig auffrischte, konnten die erprobten Nordseekenner unter den Spielern zeigen, was in ihnen steckt.
Dementsprechend positiv fiel das Fazit der Veranstalter aus. „Bestes Turnier ever“, rief TSV-Vorsitzender Paddy Recker voller Begeisterung den Volleyballern während der Siegerehrung am Inselbahnhof zu und bedankte sich bei allen, die zu dem Erfolg der Kultveranstaltung beigetragen hatten, wozu er natürlich auch die Sportler zählte sowie namentlich das Orga-Team um Klaus Kremer, Thomas Pree und Martin Willenberg. „Es war das mit Abstand schönste Strandvolleyball-Turnier, seit wir 2002 am Ruder sind“, konnte Klaus Kremer dem Vorsitzenden nur beipflichten.
Eröffnet wurde die 35. Auflage am 29. Juni durch Bürgermeister Uwe Garrels. Ebenso begrüßten Paddy Recker und Klaus Kremer die Teilnehmer. Ausrichter der vor 35 Jahren von Hans-Jörg „Atze“ Numrich ins Leben gerufenen Veranstaltung ist der Tourismus-Service Langeoog zusammen mit dem TSV, auf dessen Sportplatz auch diesmal wieder viele Volleyballer ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Im kommenden Jahr findet der Wettkampf am 20. und 21. Juni statt. -reh-

„Ein Freitag für eure Zukunft!“

Neun Inselschüler am 28. Juni feierlich verabschiedet

Am 28. Juni schritten neun, festlich gekleidete Inselschüler in die bis auf den letzten Platz gefüllte Aula. Getragen vom Applaus der Eltern, Geschwister, Mitschüler und Lehrer standen an diesem Vormittag die Absolventen Mareikje Matzies, Ronja Richter, Silas Agena, Noah Agena, Theo Bieniasch, Adrian Dirks, Fabian Jung, Marvin Jürgens und Felix Peters verdient im Rampenlicht: Sie alle haben ihr Abschlussziel erreicht. Einer von ihnen wird in den USA ein Auslandsjahr verbringen, drei wechseln auf das Niedersächsische Internatsgymnasium Esens (Nige), weitere drei Schüler besuchen künftig die BBS Wittmund und zwei starten eine Ausbildung.
Mit den Worten: „Mut steht am Anfang einer Tat, Erfolg am Ende“, ermunterte Schulleiterin Christine Deuter ihre Schützlinge nun „loszufliegen“. In ihrer Rede bezog sich die Pädagogin auf das irische Sprichwort: „Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln – wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel!“ Allen neun Absolventen bescheinigte sie, nun „flügge“ geworden zu sein.
In Anlehnung an die gleichnamige Klimaschutzbewegung machte Bürgermeister Uwe Garrels aus der Abschlussfeier, die auf einen Freitag fiel, kurzerhand einen „Friday for Future“. In seinem Grußwort bezog er sich denn auch auf die Zukunft der Jugendlichen und ermutigte sie, Verantwortung zu übernehmen und sich „den Unsicherheiten in der Welt“ zu stellen. „Ihr habt den verdammten Job, diese neue Welt zu eurer zu machen und zu lernen, wie das geht, eine gute und lebenswerte Welt zu gestalten“, rief Garrels den jungen Leuten zu. Nur wer lerne, sich auf Veränderungen einzustellen, werde das Leben zu seinem machen, hieß es weiter. „Dieser Freitag ist ein guter Tag für eure Zukunft“, betonte der Bürgermeister.
Elternsprecher Matthias Fischer fokussierte unterhaltsam auf seine eigene Schulabschlusszeit, damals noch mit Interrail, Telefonzelle, Postkarten und unterschiedlichen Währungen statt Facebook, Whatsapp, Euro und Co. In diesem Zusammenhang dankte Fischer der Inselschule, aufgeklärte Schüler mit fundierter schulischer Ausbildung zu entlassen, die dem stetigen Wandel von Technik, Fortschritt und Wirtschaft gewachsen sind.
Nach der feierlichen Zeugnisvergabe durch die Klassenlehrer Karsten Kugelberg und Uwe Fiebig, überreichte die Fördervereinsvorsitzende Jördis Recker den Absolventen nicht nur traditionell „Schreibgeräte“ mit Namensgravur, sondern erstmals auch ihre Sportabzeichen. Mit 68,7 Prozent habe die Abschluss-klasse als drittstärkster Jahrgang beim Ablegen des „Fitness-Ordens“ abgeschnitten. Mit 77 Prozent erfolgreichster Jahrgang war die Klasse 4, gefolgt von Klasse 5 mit 70,8 Prozent. Insgesamt legten 77 von 110 Schülern ihr Sportabzeichen ab.
Durch das kurzweilige Programm, zu dem auch ein „Kahoot“-Klassenquiz zählte, führten Pia Haase und Kai Wettstein. Musikalisch für Abwechslung sorgten der Grundschulchor sowie die Klassen 3 und 4 unter Leitung von Noémi Rohloff, der Jugendchor mit Susanne Agena und die Schulband. Auch das Lehrerkollegium präsentierte ein auf die Schüler abgestimmtes Lied.  Mit dem Song „Tief im Herzen bleib ich Inselkind“, sprachen Band und Jugendchor den Absolventen zum Abschluss noch einmal aus der Seele. Der Refrain wurde von allen mitgesungen.
Im Rahmen der Abschlussfeier verabschiedet wurden zudem Frank Bieniasch als Mitglied des Schulvorstandes und Joana Kuper, die lange Jahre die „Reitschul AG“ im Ganztags-Schulprogramm angeboten hat. -reh-

20. Bridge-Saison auf Langeoog

Zwei Jahrzehnte Turnierleben: ein Rück- und Ausblick –
großes Jubiläumsturnier am 24. Juli

Karten auf den Tisch: In diesem Jahr läuft die Bridge-Saison besonders rund, nämlich zum 20. Mal – ein Erfolg für das Team um Gründerin und Leiterin Isa Bruch. Auch 2019 ­finden die attraktiven Turniere (mit Preisvergabe!) wieder in der „Spöölstuv“ statt, und zwar vom 17. Juli bis zum 21. August – darin am 25. Juli ein Turnier mit Clubpunktevergabe. Das große Festturnier mit Empfang und Grußwort des Bürgermeisters ­erfolgt am 24. Juli, und zwar bereits um 18 Uhr. Alle anderen Turniere beginnen um 19 Uhr. Anmeldung bis spätestens 12 Uhr am Spieltag in der „Spöölstuv“. Listen hängen aus, die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro. Die Teilnahmegebühren spendet Isa Bruch jedes Jahr an Einrichtungen für Kinder oder Jugendliche auf Langeoog. So verdankt sich die Lokomotive auf dem Spielplatz am Sportzentrum ihrer Initiative. Die „Spöölstuv“ konnte sich schon über Puppenwagen, Bücher und Tischkicker freuen. Auch zur Anschaffung des Piratenschiffs vor dem Spielhaus trug die Bridgegruppe ­erheblich bei. Im vergangenen Jahr erst spendete sie 320,–    Euro für Bausteine und eine Schaukel. Die Bridge-Institution wurde im Jahr 2000 von Isa Bruch und Ilo Haupt gegründet und erfreut sich seither großer Beliebtheit. Sie wuchs im Laufe der Zeit heran – bis auf zehn Tische (40 Personen) beim zehnjährigen Jubiläum. Der Zuwachs war nicht zuletzt auf den Unterricht zurückzuführen, den Isa Bruch auf der Insel abhielt. Freunde und Verwandte der Spieler – sogar aus den USA –, fanden den Weg zum Bridge; auch Segler, die im Hafen festmachten. „Leider nahmen die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren ab, was in ganz Deutschland zu beobachten ist. ­Offenbar hat die junge Generation keine Zeit mehr für das ­anspruchsvolle Spiel“, bedauert Isa Bruch. Dabei sei Bridge seit vielen Jahren eine wichtige Attraktion auf der Insel, nicht nur wegen des spannenden Spiels, sondern auch wegen „der tollen Typen, die man hier trifft“, wie Bridge-Mitspieler Hanns-Gerd Fischer sagt. So könne man bei den langjährigen Teilnehmern sehen, dass sie alles fänden, was zur Gesundheit und Erholung beitrage: Geistiges und körperliches Training, dazu die Gemeinschaft und die Natur. „Kein Wunder, dass sie immer wiederkommen!“

Der Blick in die Langeooger Bridge-Annalen …

zeigt, dass von den Teilnehmern des ersten Turniers am 26. Juli 2000 neben der Leiterin heute noch fünf weitere aktiv dabei sind: Eta Schmidt, Wilhelm Koch, Ulrike Middelschulte, Ingrid Härter und Brigitte Tiggemann. Sie kommen seit mehr als 20 Jahren mit ihren Familien auf die Insel, schätzen Bridge und den damit verbundenen Freundeskreis. An ihren Beispielen soll hier gezeigt werden, wie sie die Vielfalt der Insel für sich und ihre ­Familien nutzen.

 

Isa Bruch …

war zum ersten Mal 1952 als Schülerin mit ihrer Klasse auf Langeoog: „Wir wohnten damals im Haus Meeresrauschen, einem alten Bunker im Südwesten der Insel“, erinnert sie sich. Seit 1958 kommt die Berlinerin mit ihrem Mann Wolfgang hierhin, der schon als Kind mit den Langeooger Jungen Fußball gespielt hat. Heute sind beide vorwiegend ihrer Familie zugewandt: Sie nehmen Anteil an den Aktivitäten der Tochter beim Segeln oder Golf, radeln mit den Enkeln über die Insel und genießen mit ihnen die Natur. Für sie alle ist Langeoog das ersehnte Urlaubs­paradies.

 

Eta Schmidt …

kommt seit den 70er-Jahren mit Ehemann Nils und ihrer Familie auf die Insel. Sie liebte die Leichtathletik, trainierte morgens am Strand und machte jedes Jahr das Sportabzeichen. Auch Tennis war ihre Leidenschaft. Jetzt kümmert sie sich intensiv um ihre große Familie und ist glücklich, wenn sich alle 18 Personen jedes Jahr auf Langeoog treffen. „Eta Schmidt ist eine tragende Säule bei der Organisation der Bridge-Turniere“, lobt Isa Bruch. „Ihre charmante und soziale Art trägt viel zur Integration und ­Offenheit der Institution bei.“ Heute spielt Eta Schmidt sehr erfolg­reich Bridge mit ihrem Mann Nils. Die beiden haben schon manchen Pokal gewonnen.

Wilhelm Koch …

kommt mit Ehefrau Mechthild und Familie seit über 20 Jahren nach Langeoog. Er hält sich mit den mittlerweile erwachsenen Kindern und den Enkeln gerne am Strand auf. Hier spielt er bei allen Ballsportlern mit, besonders bei den Volleyballern. Erst 2018 konnte er mit seiner Mannschaft wieder Inselmeister werden. In der „Spöölstuv“ spielt Wilhelm Koch seit 20 Jahren häufig Bridge mit Isa Bruch, zudem hilft er bei der Turnierauswertung. Eine weitere Passion von Wilhelm Koch ist das Schachspiel. Mit Gleichgesinnten trifft man sich auf Langeoog, um gemeinsam Bridge oder Schach zu spielen, und schwierige Reizungen oder Ausspiele zu diskutieren. Für die Nachurlaubszeit verabredet man sich zu internationalen Bridge-Turnieren in Berlin oder auf Föhr.

Ulrike Middelschulte …

hat meistens sehr erfolgreich mit Astrid Großkopf gespielt. Die beiden konnten so manchen Pokal gewinnen. Beim zehnjährigen Jubiläum hat sie als Beitrag zum Rahmenprogramm den Bridge-Spieler-Chor geleitet. In letzter Zeit kümmert sie sich viel um ihre Enkelkinder.

 

 

Für Ingrid Härter und Brigitte Tiggemann …

nebst Familien war das Tennis-Turnier im Juli stets der Höhepunkt des Urlaubs. Intensiv wurde auf dieses Ziel hin trainiert. Außerdem spielte man Bridge. Seit dem Umbau des alten Tenniscenters zum Sportzentrum stehen nur noch zwei Tennisplätze zur Verfügung. Trotzdem trifft sich die stabile Tennis-Clique regelmäßig, hofft auf eine Wiederbelebung der Tennisplätze und träumt von alten Zeiten. Beim Bridge sind beide immer gern gesehene Mitspielerinnen.

Ausblick 2020

Leider konnte Isa Bruch trotz großer Bemühungen keine Langeooger für das interessante und spannende Spiel gewinnen. Dabei braucht sie dringend eine/n Nachfolger/in. Auf Anregung von Mitspielerin Lo Köker hat nun die Bundesligaspielerin Bridge­club-Leiterin Merle Schneeweis nun einen ihrer Anfängerkurse nach Langeoog verlegt. Er findet in der Zeit vom 9. bis 15. Februar 2020 im VCH Bethanien statt. „Dieser Lehrgang auf Langeoog ist ein Gewinn für die Insel. Außerdem bietet er den Langeoogern im ruhigen Winter die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen. So können sie das Spiel lernen – für sich privat oder zum Mitmachen bei den Sommerturnieren“, wirbt Isa Bruch um rege Teilnahme. „Um die Insel kennenzulernen, kommt Merle Schneeweis mit ihrem Partner zu den Turnieren am 24. und 25. Juli nach Langeoog.“ An diesen Tagen könne sie von Interessierten gern angesprochen werden. „Ich wünsche der Aktion viel Erfolg!“ -IB/ut-

„Vorbild und Motor sein“

Heike Horn wird neue Bürgermeisterin von Langeoog

 

Wechsel an der Spitze: „Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben“, erklärt Heike Horn zuversichtlich. Zum 1. November 2019 tritt sie auf Langeoog ihr Amt als hauptamtliche Bürgermeisterin an. Am Sonntag, 16. Juni wurde sie ins Rathaus gewählt (siehe separaten Bericht im „Utkieker“). Zur Person: Geboren 1965 in Ingelheim am Rhein, wuchs Heike Horn in Norddeutschland auf. Die gelernte Krankenschwester studierte Betriebswirtschaft in Hamburg und Organisationsentwicklung in Hildesheim. Beruflich versiert ist sie im Umgang mit Menschen und Zahlen (in der Reihenfolge). In führender Position arbeitete sie über 20 Jahre in den Bereichen Personalleitung und -entwicklung sowie Marketing-leitung und Controlling. Aktiv war sie zudem als selbstständige Unternehmensberaterin. Seit 2017 ist Heike Horn Geschäftsführerin der Volkshochschule und Musikschule Friesland-Wittmund gGmbH. Eine Tätigkeit, der sich die 54-Jährige bis Ende Oktober mit ganzer Kraft widmen wird – auch wenn demnächst der Umzug nach Langeoog ansteht. Unterstützung erfährt die parteilose „politische Newcomerin“ durch ihren Ehemann Volker Schulz sowie Maximilian A. und Tobias K., ihre Söhne. Ein Langeoog-Neuling ist sie indes nicht: Der Nordsee-Urlauberin ist die „Insel fürs Leben“ gut vertraut. – Kurz nach der Wahl sprach der „Utkieker“ mit Heike Horn.

Warum haben Sie – als (Noch)Nicht-Langeoogerin – kandidiert?
Das Thema beschäftigt mich schon länger. Ich gehöre keiner Partei an, habe aber, wie viele Menschen, selbst oft Politikverdrossenheit verspürt. Etwa, wenn Wahlversprechen gegeben und nicht erfüllt wurden. Da wollte ich ansetzen und etwas ändern. Seit Herbst 2018 habe ich die Situation auf Langeoog intensiv verfolgt, mich dann mit der Familie beraten und beschlossen, zu kandidieren. Außerdem ist es ein Lebenstraum von meinem Mann und mir, auf eine Nordsee-insel zu ziehen. Seit Kindheitstagen bin ich immer wieder – und gern – an der Küste gewesen.

Wie haben Sie vom Wahlergebnis erfahren?

Am Wahltag war ich auf Langeoog. Zusammen mit meinem privaten Unterstützerkreis habe ich das Ergebnis abgewartet und bin dann ins Rathaus. In dieser Eindeutigkeit hat mich das Wahlergebnis überrascht. Das war ein eindeutiges Votum – und für mich totale Freude, wunderbar.

Was ist Ihre Qualifikation für das Amt?

Ich bin jemand von außen, der auf der Insel keine Verflechtungen hat, und sich daher sachbezogen den Aufgaben widmen kann. Als Qualifikation sehe ich insbesondere, meinen beruflichen Werdegang einbringen zu können. Eine wichtige Eigenschaft dabei ist genaues Zuhören, ohne zu bewerten. Ich mache mir ein eigenes Bild: Unterschiedliche Wahrnehmungen fügen sich zu einem Mosaik zusammen.

Wie fühlen Sie sich vor dem verantwortungsvollen neuen Amt?

Meine Gefühle sind Demut – und Freude, die Herausforderungen gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung, mit Bürgerinnen und Bürgern anzugehen. Dies ist für mich nicht ein Job, sondern eine Ehre. Viele Menschen schenken mir ihr Vertrauen, eine Veränderung im Interesse der Gemeinschaft herbeizuführen. Ich bin dankbar, das erfahren zu dürfen – und in diesem Sinne auch für eine transparente Arbeit und Verwaltung.

Wie bereiten Sie sich bis November aufs Rathaus vor?

Die Vorbereitung erfolgt in der Freizeit, da ich beruflich bis zum Schluss in der VHS eingespannt bin. Von Bürgermeister Uwe Garrels habe ich das Angebot, ins Rathaus zu kommen und eine Einarbeitung für die Übergabe zu machen. Dann werde ich in mehreren Terminen auch die Eigenbetriebe und Abteilungen kennenlernen. In Vorgesprächen habe ich schon gesehen: Auf der Insel sind Expertise und Kompetenz vorhanden, mit unendlich guten Ideen. Sie müssen nur umgesetzt werden. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich freue mich wirklich auf die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung, um gemeinsam zum Wohl der Insel zu handeln.

Für welche Ziele setzen Sie sich ein – vorrangig, langfristig?

Vorrangig sind der Mietwohnungsbau, außerdem die Vorgänge rund um Kur- und Wellness-Center und Haus der Insel. Denn die Insel lebt vom Tourismus und damit auch von Veranstaltungen. Das sind dicke Bretter, die gebohrt werden müssen.

Ihr Selbstverständnis als Bürgermeisterin?

Da habe ich den Anspruch, Vorbild und Motor zu sein: für Verwaltung und Gemeinde, für die Bewohner, aber auch für die Gäs­te. Als Bürgermeisterin bin ich außerdem Repräsentantin der Insel nach außen hin.

Wie wollen Sie Bürgernähe praktizieren?

Das formelle Einrichten einer Bürgersprechstunde wäre wichtig. Dafür möchte ich ein Kontingent reservieren, um Strukturen zu schaffen. Ich bin eine große Freundin von Strukturen. Schaffenswert wäre zudem – vielleicht auf ehrenamtlicher Basis – ein Forum für Neubürger, um ihnen den Anfang mit einem „Willkommen“ zu erleichtern. Und ein hehres Ziel wäre es, einmal im Monat eine Gästesprechstunde anzubieten. Nicht im Rathaus, sondern draußen, etwa in einem Strandkorb. Es ist überaus wichtig, auch in Kontakt mit unseren Urlaubern zu sein.

Stichwort Tourismus?
Nach der Wahl erhielt ich viele Glückwünsche von Gästen – aus Deutschland, aber auch Österreich und der Schweiz. Diese Verbundenheit und Anteilnahme hat mich gefreut. Sie zeigt aber auch: Wir werden weithin wahrgenommen. Auch da, wo wir es vielleicht nicht vermuten. Als touristische Destination muss sich Langeoog daher attraktiv halten, um weiterhin eine der beliebtesten Inseln zu bleiben. Die touristische Ausrichtung ist wichtig, also lautet die Frage: Wie binde ich Menschen für die nächsten 40 Jahre an Langeoog? Dies gemeinsam zu erreichen, ist unser kurz-, mittel- und langfristiges Ziel.

Etwas anderes: Am 18. Juni waren Sie auf dem „Land in Sicht“-Gartenfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Wie kam es zu der Einladung? Welche Eindrücke bringen Sie aus Berlin mit?

Der Bundespräsident hatte im Zuge seiner „Land in Sicht“-Reise am 8. April den Landkreis Wittmund besucht – und dabei auch die Volkshochschule. So kam es zu Einladungen an mehrere Vertreter aus unserem Landkreis. Die Atmosphäre auf dem Fest war sehr herzlich. Frank-Walter Steinmeier hat uns durchaus wiedererkannt und mir auch zur Bürgermeisterwahl gratuliert. Wir haben uns gut unterhalten. Beide, Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, sind sehr empathisch und sehr interessiert. Sie sind Vorbilder für mich. Mehr noch: auch Vorbilder für Deutschland.

Vielen Dank für das Gespräch.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

52. Oldie-Volleyballturnier am 30. Juli am H-Strand

Das Volleyballturnier der „Langeoog-Oldies“ geht am 30. Juli in seine 52. Runde. Das Orgateam mit Carsten Kröger, Carl Reiche, Markus Redecker und „Ossi“ Dr. Ecke Tammen freut sich auch in diesem Jahr wieder auf einen tollen Turniertag. Die „Langeoog-Oldies“ sind nicht in die Jahre gekommene Insulaner, sondern langjährige Gäste und Insel-bewohner zwischen 18 und 80 Jahren, die sich zum Volleyballspielen zusammengefunden haben. In vielen Fällen spielt auch schon die zweite Generation bei den „Oldies“ mit, die sich von Mitte Juli bis Mitte August im Strandabschnitt H am „Oldie-Netz“ treffen. Das Turnier startet am Dienstag, 30. Juli um 10 Uhr mit dem Aufbau der Netze und der Auslosung der Mannschaften. Um 10.30 Uhr fällt der Startschuss für die ersten Matches. Nach den großen Erfolgen der beiden letzten Jahre jeweils mit Teilnehmerrekorden findet die Siegerehrung ab 20 Uhr bei einem Grillbuffet erneut in der „Strandhalle“ statt. Mit einem gemütlichen Disco-Ausklang endet dann der Turniertag. Eine rechtzeitige Voranmeldung ist unbedingt erforderlich. Da die „Langeoog-Oldies“ sich nicht als geschlossene Gesellschaft verstehen, sind Volleyball-Interessierte herzlich eingeladen, am Turnier teilzunehmen. Gegen eine Startgebühr von 5,– Euro, die nach Abzug der Kos-ten einem gemeinnützigen Zweck auf Langeoog gestiftet wird, werden Anmeldungen an folgenden Terminen gern entgegengenommen: Dienstag, 23. Juli, Donnerstag, 25. Juli sowie Samstag, 27. Juli jeweils von 19 bis 20 Uhr beim „Ossi“ („Haus Ingeborg“, Um Süd 11). Weitere Informationen gibt es am Oldie-Netz – Abschnitt H oder bei Markus Redecker unter 0178 8764802 (auch per WhatsApp). -ut-

Stapellauf“ an Bord

Rückblick der DGzRS: Letzter Besuch am Geburtsort ­– Anna Börgmann auf der „Hannes Glogner“

Als Seenotkreuzer der 23,3-Meter-Klasse war die „Hannes Glog­ner“ mit ihrem Tochterboot „Flinthörn“ von April 1991 bis Januar 2002 auf Langeoog im Einsatz. Anschließend diente sie als Reservekreuzer. Im Juli 2018 wurde sie ausgemustert und nach Südamerika verkauft. Zuvor gab es aber für eine frühere Langeoogerin ein Wiedersehen mit ihrem „schwimmenden Kreißsaal“. Die DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) blickt in ihrem Jahrbuch 2019 zurück:
Maschinist Kai Hettmann schraubt das Foto des kleinen blonden Mädchens von der Wand und steckt den Teddy „Hannes“ ein. Noch einmal blickt er zurück, dann geht er von Bord – für immer. Die „Hannes Glogner“ hat nach 27 Jahren ihren Dienst bei der DGzRS beendet. Verkauft an die Marine Uruguays, ist mit ihr ein besonderes Stück Seenotretter-Historie nach Südamerika ausgewandert. Der Seenotrettungskreuzer rettete nicht nur ungezählte Leben – an Bord begann sogar ein Leben: Anna Börgmann, das Mädchen auf dem Foto in Kai Hettmanns Händen, hatte dort vor gut 25 Jahren ihren „Stapellauf“
Sie fahren bei stärkstem Orkan hinaus, um Menschen aus Seenot zu retten. Sie gefährden oft das eigene Leben, um anderen zu helfen – die Seenotretter. Und dann gibt es Tage in ihrem ­Leben, die im Logbuch einen ganz besonderen Platz einnehmen, die unvergessen bleiben.
Hafen Langeoog, 24. Juli 1993, kurz nach 19 Uhr. Während Seenotretter und Landrettungsdienst überlegen, ob die Hochschwangere am Anleger nicht doch besser mit einem Hubschrauber direkt in ein Krankenhaus am Festland geflogen wird, marschiert die 28-jährige Gabriele Börgmann entschlossen an Bord. Die Insulanerin ist bereits Mutter und spürt: Das Kind will geboren werden, jeden Moment. So erzählt es heute ihre Tochter Anna, die damals zur Welt kam.
Hausarzt und Rettungssanitäter, die die werdende Mutter im Rettungswagen zum Anleger gebracht haben, reisen mit zum Festlandhafen Bensersiel. Routine, die Seenot­retter machen das nicht zum ersten Mal. Doch in diesem Fall wird Maschinist Kai Hettmann, damals 33, ungefähr auf der Hälfte der Strecke unversehens zum Geburtshelfer. „Ich kam gerade aus der Maschine“, erinnert er sich, „plötzlich ging alles ratzfatz. Ich habe Anna rausgezogen.“

„Ne Deern!“

Ein Jahr zuvor ist er selbst zum ersten Mal Vater geworden. „Bei der Geburt meines Sohnes war ich nur ,dabei‘ und hatte es geschafft, nicht umzukippen“, erinnert er sich und schmunzelt. „Bei Anna war ich die Hebamme.“ Ein kräftiger Schrei übertönt das Brummen der 2.000 PS. „Wat is?“, ruft der Vormann. Kai Hettmann durchtrennt die Nabelschnur: „Ne Deern!“ Mutter und Tochter kommen ins Kreiskrankenhaus Wittmund. Vater und großer Bruder reisen später nach.
Im Logbuch der „Hannes Glogner“ ist verzeichnet: „Geburt eines gesunden Mädchens um 19.20 Uhr in Höhe der Fahrwassertonne A 16, Position 53 Grad 42,5 Minuten Nord/7 Grad 31,5 Minuten Ost, ca. 3 Seemeilen vor Bensersiel“.

Emotionaler Abschied
25 Jahre später verabschiedet sich Anna von „ihrem“ Seenotrettungskreuzer. Ein letztes Mal treffen sich im Juli 2018 die junge Frau und ihr Geburtshelfer an Bord der „Hannes Glogner“ – natürlich auf Langeoog. Es sind sehr emotionale Momente. „Mir ist es ganz und gar nicht egal, dass es die „Hannes Glogner“ bei der DGzRS jetzt nicht mehr gibt“, sagt Anna wehmütig.

Ihr ungewöhnlicher Geburtsort ist für Anna seit jeher ein nahezu einmaliger Bezug zu den Seenotrettern. Ihre Mutter besucht mit ihr im Kinderwagen regelmäßig das Schiff im Hafen von Langeoog. Kai Hettmann wird Annas Patenonkel. Als die Mutter zwei Jahre nach Annas Geburt mit den Kindern ans Festland zieht, bleibt der Kontakt bestehen. Besucht Anna ihren Vater auf Langeoog, schaut sie oft auch bei den Seenotrettern vorbei.
2001 verlässt die „Hannes Glogner“ die Insel. Von nun an reist sie als Rettungseinheit ohne feste Station an die Orte, an denen sie gebraucht wird – etwa, um andere Schiffe während einer Werftzeit zu vertreten. Anna und ihr Patenonkel verlieren sich dennoch nicht aus den Augen. Kai Hettmann bleibt seinem Schiff treu. Bis heute telefonieren und schreiben sich die beiden regelmäßig. „Ich bin für Anna da, wenn sie mal ’ne starke Schulter braucht“, sagt der inzwischen weißhaarige Seebär und Vater dreier erwachsener Kinder.

Eine ganz besondere Verbindung

Anna ist stolz auf ihre Verbindung zu den Rettern. Sie durfte auch schon mal in den roten Seenotretter-Overall mit SAR-Schriftzug steigen. „Darin fühle ich mich ziemlich cool“, sagt sie und lacht. Tatsächlich spielte sie mit dem Gedanken, selbst Seenotretterin zu werden. Doch zurzeit lebt sie lieber mit ihrem Partner auf dem Festland in Ochtersum und arbeitet in der Gas­tronomie.
Die „Hannes Glogner“ macht sich im Herbst 2018 gemeinsam mit der gut vier Meter längeren „Hermann Helms“ auf den Weg nach Uruguay. Weit weg ist sie nun in einem neuen Revier im Einsatz. Immerhin: Es gibt sie noch. Kai Hettmann ist dennoch wehmütig. „Vielleicht besuche ich sie einmal in Südamerika.“
Das Maskottchen des Seenotrettungskreuzers, den Teddy „Hannes“, hat Anna bekommen. Und auch das Foto aus ihren Kindertagen, das rund 20 Jahre lang in der Messe der „Hannes Glog­ner“ an die Wand geschraubt war und Besuchern verkündete: „Sie hatte hier Stapellauf.“ -DGzRS-

Ein Gewinn für die Notfallversorgung

Neue Rettungswache Langeoog offiziell eingeweiht
Seit Januar ist die neue Rettungswache auf Langeoog in Betrieb. Nun wurde sie offiziell eingeweiht. In enger Abstimmung mit dem Landkreis Wittmund und der Inselgemeinde hat die Tochtergesellschaft MKT des DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) das Projekt umgesetzt. Spatenstich war am 18. Oktober 2017. Am 17. Mai konnten sich die Gäste im Rahmen einer Feierstunde vor Ort von den Vorzügen des neuen Domizils überzeugen.
Der Neubau war notwendig geworden, da die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr den Erfordernissen eines modernen Rettungsdienstes entsprachen. Mit der Vollendung der Wache sei damit ein Provisorium beendet worden, sprach Bürgermeister Uwe Garrels von einem guten Tag für Langeoog. „Von nun an stehen alle Fahrzeuge unter Dach und Fach, alle Rettungskräfte sind in hervorragend ausgestatteten Aufenthaltsräumen untergebracht.“ Das Gelände am Süderdünenring sei verkehrstechnisch perfekt und ein Superstand-ort, auch wenn der Kaufpreis von 90 Euro pro Quadratmeter für Landkreis und Gemeinde eine große Belastung dargestellt habe. Der RDMH habe ein Kleinod geschaffen, das für den schwierigen und höchst verantwortungsvollen Dienst an Insulanern und Gäs- ten beste Voraussetzungen biete. Garrels lobte zudem die hervorragende Zusammenarbeit mit dem RDMH sowie die enge persönliche Bindung zwischen Einsatzdienst-Mitarbeitern, Feuerwehr, Ärzten und weiteren Einsatzbeteiligten. RDMH-Geschäftsführer Markus Müller sprach von einem großen Gewinn für die Notfallversorgung auf Langeoog und die diensthabenden Mitarbeiter. Die funktionale und wertige Ausstattung der Wache und der Unterkünfte solle dazu beitragen, dass man hier nicht nur gut, sondern auch gerne arbeitet. Mit den Worten: „Gut Ding will Weile haben“, zeigte sich auch Wittmunds Landrat Holger Heymann sehr froh über den fertigen Neubau. Es sei eine gute und zukunftsweisende Entscheidung Anfang der 1990er-Jahre gewesen, den MKT mit dem Rettungsdienst auf Langeoog zu beauftragen. „Die mehr als 25-jährige Kooperation, inzwischen auch auf Spiekeroog, ist geprägt von einer stets vertrauensvollen und verlässlichen Zusammenarbeit“, betonte Heymann. Markus Müller sei der Garant für diese Erfolgsgeschichte. Matthias Acker von der mittelhessischen Unternehmensgruppe Christmann & Pfeifer, die in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Artec um Architekt Gerd Kaut schon etliche Wachen für den MKT gebaut hat, ließ den Respekt vor dem Inselprojekt nicht unerwähnt. „Die Insulaner haben es uns jedoch leicht gemacht“, resümierte Acker. Alles sei gut gelaufen und man habe viel an Erfahrung gewonnen, die nun im kommenden Jahr in einem ähnlichen Projekt auf Spiekeroog eingesetzt werden könne, schmunzelte er in Richtung Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan, der ebenfalls zur Einweihung gekommen war. Das Bauprojekt wurde in Arbeitsteilung mit dem örtlichen Bauunternehmen Schreiber realisiert. Auch Handwerksfirmen von Langeoog und aus dem Landkreis Wittmund waren beteiligt. Ein Name war jedoch ganz eng mit dem Bau auf Langeoog verbunden: Michael Agena. Dem örtlichen Bereichsleiter gebührte von allen Seiten Lob, Anerkennung und Dank für sein Geschick, seinen Einsatz und seine Eigenleistung. Müller: „Michael Agena handelte stets so, als wäre es sein eigenes Projekt.“ Ein weiterer Dank ging an die beiden Marburger, Haustechniker Jürgen Ritter und Gebäudemanager Klaus Zarges. Nach der obligatorischen Schlüsselübergabe wurde Michael Agena mit einem Schild mit der Aufschrift „Ülk sin Pad“ überrascht, das die Außenwand der Wache ziert. „Ülk“ ist Agenas Spitzname. Der Betriebsleiter konnte zudem für die Wache Einzugsgeschenke von den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr um Gemeindebrandmeister Olaf Sommer als künftige Nachbarn und von den Seenotrettern um Vormann Sven Klette entgegennehmen. -reh-

Meeresbrise zwischen plüschigen Ohren

Sieben Alpakas von Mai bis Oktober auf Langeoog

Eine kleine Herde Alpakahengste aus dem Münsterland hat am 16. Mai ihr „Urlaubsdomizil“ auf Langeoog bezogen. Ein Pferdeanhänger brachte die Tiere im Alter von zwei bis fünf Jahren von der Wiese der Züchterfamilie Beatrix und Frank Näsemann in Lüdinghausen direkt auf die Weide am Schniederdamm. Übers Wasser schipperte sie der Frachter „Pionier“. Musste Frank Näsemann am selben Tag wieder nach Hause, da auf dem heimischen Gut Aldenhövel bei den Alpakas jetzt Geburtensaison ist, genießen die sieben Alpakas nach einer entspannten Reise längst die frische Meeresbrise.  Einige Tage vor der Fahrt wurden die Tiere geschoren. Um sie für die erste Zeit besser unterscheiden zu können, tragen die Alpakas, die alle einen Namen haben, farbige Bändchen. So hat beispielsweise „Domino“ ein beiges Bändchen und „Capitol“ ein grünes. Alpakahengst „Jesus“ erkennt man an seinem schwarzen Halsband. Der Name weist auf sein Geburtsdatum am 24. Dezember hin. Auf Langeoog kümmert sich Claudia Frech liebevoll um die Tiere. Sie leitet den dazugehörigen „Abolengo de Alpaca-Laden“, der sich ganz in der Nähe der Weide am Schniederdamm befindet. Einmal täglich vormittags füttert die Langeoogerin ihre kleine Herde mit einer nährstoffreichen Trockenfuttermischung und füllt die Frischwasserwanne wieder auf. Mit den Alpakas hat sie sich in der kurzen Zeit schon sehr vertraut gemacht und kennt alle Tiere beim Namen – und das längst ohne Bändchen.  Kommt Claudia Frech mit ihren Schüsseln auf die Weide, folgen ihr die Hengste auf Schritt und Tritt. „Ich habe Respekt vor großen Tieren“, sagt sie. Doch die Alpakas machen es ihr leicht. „Sie sind lieb, sanft und machen glücklich“, schwärmt sie. Da es scheue Tiere sind, lassen sie sich jedoch nicht so einfach streicheln. Das Füttern der Tiere ist übrigens nicht erlaubt und auch nicht nötig, denn den ganzen Tag über steht ihnen saftiges Wiesengras zur Verfügung. Die Alpakahengste bleiben bis Oktober auf Langeoog. Der Grund: „Wir testen, wie sich ihr Vlies unter den Bedingungen des Seeklimas entwickelt“, erläutert Frank Näsemann. „Feinheit und Struktur des Haares hängen auch von klimatischen Gegebenheiten ab.“ Dies hier sei nach 2018 der zweite Testsommer. „Wir haben schon gute Vlieswerte erzielt und hoffen, diese zu verbessern.“ Vor und nach dem Inselaufenthalt werden Haarproben genommen und verglichen. Die Testphase auf Langeoog läuft voraussichtlich über drei Jahre. „Wir brauchen einen tragbaren Durchschnittswert und kein Zufallsergebnis.“ Sollte die Testphase positiv verlaufen, könnte auf Langeoog vielleicht eine Alpaka-Zucht ihren Anfang nehmen. Seit 2004 züchtet Familie Näsemann Huacaya-Alpakas. Deren Haar hat eine feine, gekräuselte Faser, die dem Tier
sein fluffiges Aussehen verleiht. Jede Zucht hat ihre Ziele: „Wir züchten vor allem auf Feinheit, in zweiter Linie aber auch auf Menge.“ Für Wolle und Vlies gilt: je feiner, desto hochwertiger. Derzeit umfasst die Herde 80 bis 90 Tiere in der Wollzucht. „Wir verarbeiten die Alpakawolle zu Bettdecken, die wir im Familienunternehmen DORMA VITA selbst herstellen“, so Frank Näsemann. Das Alpaka gehört übrigens zur Familie der Kamele – wie auch das Lama. -köp/reh-

Alpaka-Event-Langeoog:

Züchterfamilie Näsemann bietet in diesem Jahr ein ganz besonderes Alpaka-Event an mit interessanten Informationen über die Tiere, deren Haltung, Herkunft, die Zucht und vieles mehr. Termine sind am Sonntag, 2. Juni, Samstag, 8. Juni, und Montag, 10. Juni, jeweils im 10.00 Uhr und 15.30 Uhr. Der Treffpunkt ist am Gatter der Alpakas. Dauer zirka eineinhalb Stunden. Vorgesehen sind gemeinsame Spaziergänge mit den Alpakas auf der Wiese sowie ein kleiner Agilitykurs. Im Kostenbeitrag von 39,– Euro pro Person enthalten ist jeweils ein Paar feinste Abolengo-Alpakasocken (Wert: 24,50 Euro).Angesprochen sind Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Eine vorherige Anmeldung ist per Email unbedingt erforderlich: info@abolengo-alpaka.de.   -ut-