Alle Beiträge von de Utkieker

„Musik ist Poesie“

Gitarrenkonzert mit Paolo Patané am Samstag, 7. August
um 20.30 Uhr in der kath. Kirche St. Nikolaus
Es ist ein Gedicht, wenn Paolo Patané zu seiner spanischen Gitarre greift und seine Eigenkompositionen zu Gehör bringt. Für ihn ist Musik Poesie, in die viel Autobiographisches und auch Philosophisches eingebunden ist. Was immer sich zwischen Himmel und Erde abspielt – der Esenser Künstler verleiht dem Geschehen Töne; mal heiter, mal melancholisch, angesiedelt in der Musikkultur unterschiedlichster Weltgegenden, virtuos ins Hier und Jetzt geholt. Kurze, geistliche Einschübe runden das Programm ab.
Paolo Patané wurde auf Sizilien geboren, lebt aber seit seiner Kindheit in Ostfriesland. Seine Liebe zur Musik entdeckte er schon früh, begann mit Cello-Unterricht, wechselte aber schon bald zur Gitarre, die ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat. Der Weg führte von Rock und Pop hin zur Eigenkomposition. Im Zuge zahlreicher Konzerte in Ostfriesland und auf den ostfriesischen Inseln hat der Gitarrist und Interpret sich mittlerweile einen großen Bekanntheitsgrad erworben und eine treue Fangemeinde aufgebaut. Das Konzert am Samstag, 7. August in der kath. Kirche St. Nikolaus beginnt um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei – um eine Spende wird gebeten.       -ut-

„Von guten Mächten“

Geistlicher Liederabend mit Stefanie Golisch 
am Samstag, 14. August in der St.-Nikolaus-Kirche
Dietrich Bonhoeffers Wirken und seine Werke strahlen immer noch in die Gegenwart und sind aktueller denn je. In diesem Programm erzählt Stefanie Golisch Bonhoeffers Leben, zitiert seine Worte und bringt die Musik zu Gehör, die er liebte und aus der er seine Kraft zog. Geprägt und gestärkt vom Musizieren hat Bonhoeffer, tief im Glauben verwurzelt, immer für Frieden und Gerechtigkeit gekämpft. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges beteiligte er sich aktiv am Widerstand und an den Vorbereitungen zum Hitlerattentat 1944. Von 1943 bis zu seiner Hinrichtung im April 1945 saß er in Haft. Die Qualen dieser letzten Monate konnte er nur aus seinem Glauben heraus ertragen, aus seiner Liebe zur Musik und durch die Unterstützung seiner Familie und Freunde. Dieser Abend will dazu beitragen, an den vielleicht größten Theologen des 20. Jahrhunderts zu erinnern.
Schon in früher Kindheit erhielt Stefanie Golisch ihre musikalische Grundausbildung in den Fächern Gesang, Klavier und Querflöte. Nach ihrem abgeschlossenen Schulmusik- und Germanistikstudium an der Musikhochschule und Universität Heidelberg/Mannheim wechselte sie zum Gesangsstudium an die Hochschule für Musik Dresden. Neben einer sehr regen Konzerttätigkeit war und ist Stefanie Golisch immer wieder in verschiedenen Opern- und Musicalproduktionen zu hören. So übernahm sie u. a. in Dresden die Partie des Hänsels in „Hänsel und Gretel“, in Italien sang sie den Sextus in Mozarts „La clemenza di Tito“. Am Staatstheater Braunschweig und an der Hamburger Kammeroper spielte die Künstlerin Golisch über 40 Mal die Rolle der Cenerentola in Rossinis gleichnamiger Oper. Auf Langeoog ist die Bremer Mezzosopranistin vor allem durch den biografischen Liederabend „Lili Marleen – Das Leben der Lale Andersen in Musik und Texten“ bekannt geworden.
Die Veranstaltung am Samstag, 14. August in der St.-Nikolaus-Kirche beginnt um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei – um eine Spende wird gebeten.       -ut-

Variationen über ein schottisches Volkslied

Gitarrenkonzert mit Roger Tristão Adão am 17. Juli
in der Kath. Kirche St. Nikolaus
Variationen über ein schottisches Volkslied – unter diesem Titel präsentiert Roger Tristão Adão seine Variationen für Gitarre. Am Samstag, 17. Juli, gastiert der Konzertgitarrist in der Kath. Kirche St. Nikolaus. – Die Variation einer bekannten Melodie hat einen großen Vorteil: Der Hörer bekommt ein neues Stück geboten, das aber auf einer beliebten Melodie basiert – eine Kombination von Bekanntem und Neuem. Vielleicht war die Kompositionsform auch deshalb in der Zeit der Klassik sehr beliebt. Fer-nando Sor hat gleich mehrere Melodien bearbeitet. So zum Beispiel Variationen über ein Thema von Mozart (als Thema wählte er ein Lied des Papageno aus der Zauberflöte), Variationen über ein schottisches Volkslied, Variationen über Folia d’Espagne und andere. Folia d’Espagne ist ein spanisch-portugiesischer Tanz aus dem 16. Jahrhundert (zeitweise wegen seiner Wildheit sogar verboten), der von etlichen Komponisten als Variationsthema verwendet wurde. Diese Variationen werden im Konzert von Roger Tristão Adão zu hören sein, daneben noch andere spanische Kompositionen, die ebenfalls volkstümlich, aber in gleichem Maße anspruchsvoll und virtuos sind.
Roger Tristão Adão studierte in Berlin und Düsseldorf klassische Gitarre und lebt und arbeitet seit seinem Abschluss als freischaffender Gitarrist. Von 1997 bis 2003 hatte er einen Lehrauftrag an der Leipziger Musikhochschule inne, widmete sich im Anschluss aber verstärkt dem Konzertieren. So führten ihn Kon­zert­reisen nach Indien, Chile, Peru, Bolivien und Brasilien. Seit 1999 organisiert er in seinem Wohnort, dem Künstlerdorf Friedrichsrode (Nordwestthüringen), alljährlich im August ein mittlerweile international renommiertes Gitarrenfestival. – Das Konzert auf Langeoog beginnt um 20.30 Uhr, Eintritt 12,– Euro, Karten an der Abendkasse. -ut-

Gesellige Abende in „Tom’s Bar“

In der traditionsreichen Kellerbar sollen sich die Gäste
„wie zu Hause fühlen“
Wenn auf Langeoog der Abend anbricht und die Sonne langsam am Horizont im Meer versinkt, dann öffnen sich in der Hauptstraße 31 die Türen zu „Tom’s Bar“.
Im Dezember 2019 übernahm Tom Kempkes-Solbach gemeinsam mit seinem Partner Markus Solbach das traditionsreiche Hotel „Dünenläufer“ – und mit diesem die dazugehörige Kellerbar. Sie dürfte vielen Insulanern und Gästen unter den Namen „Lili Marleen“ oder „Fässchen 2.0“ noch ein Begriff sein. Und während es im Hotel auch um Erholung und Entspannung geht, darf in der Bar im Kellergeschoss ordentlich gefeiert werden.
Gemütliche Ecken …
zum Unterhalten gibt es hier ebenso wie eine kleine Tanzfläche – und natürlich eine gut ausgestattete Theke, bei der kein Getränkewunsch unerfüllt bleibt. Für Tom Kempkes-Solbach ist wichtig, „dass sich die Gäste hier wie zu Hause fühlen.“ Aus diesem Grund gibt es in dieser „klassisch bunten Kneipe“ auch alles, was das Herz begehrt: Ausgewählte Biersorten, Schnäpse, Cocktails und Longdrinks sind in der Getränkekarte zu finden. Aus dem Fass wird zum Beispiel Bitburger und König-Pilsener angeboten, dazu gibt es Flaschenbier von Benediktiner, Desperados oder Köstritzer. Wer es lieber alkoholfrei mag, kann aus dem Coca-Cola-Sortiment oder den lokalen „Auricher Süss-most“-Säften wählen.
Zubereitet werden die Drinks von Barkeeper Philipp „Phips“ Glaßmacher. Der gelernte Restaurantfachmann steht seit Sommer 2020 hinter der Theke in „Tom’s Bar“. Er kümmert sich nicht nur um die Getränkewünsche, sondern ist gleichzeitig auch als DJ tätig und nimmt in dieser Funktion auch den ein oder anderen Musikwunsch der Gäste an. „Auf Phips kann ich mich verlassen, der legt ganz individuell auf, immer passend zur aktuellen Stimmung“, erzählt Inhaber Tom Kempkes-Solbach.
Trends fürs Trinken?
Gibt es in diesem Jahr auch einen Trend zu besonderen Getränken? Der Gastronom verneint und sagt, der Geschmack sei klassisch geblieben. „Die Jungs bleiben beim Bier, die Mädels sind experimentierfreudiger und probieren auch mal neue Drinks“, sagt der 38-Jährige. Grundsätzlich seien die Gäste bodenständiger, blieben bei dem, was sie kennen.
Aufgrund Corona können zurzeit die beliebten Abendveranstaltungen nicht stattfinden, zum Beispiel das Knobeln, Spieleabende oder das Karaokesingen. Dies soll erst nach Ende der Pandemie wieder angeboten werden. Bis dahin lädt Barbesitzer Tom jeden Abend von Mittwoch bis Sonntag von 20 Uhr bis 22 Uhr zur Cocktail Happy Hour, jeden Donnerstag zur Karibischen Stunde (Cuba Libre für 6,– Euro) sowie täglich zur Bier Happy Hour von 20 bis 21 Uhr (jedes Bier 0,3 Liter für 3,– Euro) ein.
Auf die Frage, was für die nächsten Monate noch so alles geplant ist, gewährt Tom Kempkes-Solbach einen Ausblick auf das kommende Jahr. Denn im Januar 2022 soll die „Abrissbirne“ kommen, wie er selbst sagt. Dann fliegen die Theke und das Mobiliar raus. Anschließend werden Hammer und Pinsel geschwungen und die Bar wird auf Vordermann gebracht. Doch zuvor will der Gastronom seine Gäste noch zu einer Abrissparty einladen. -utk-
Tom’s Bar …
in der Hauptstraße 31 hat mittwochs bis sonntags ab 20.00 Uhr geöffnet. Reservierungen sind über den Facebook-Messenger möglich.

„Bridge – wir wagen es wieder!“

Langeooger Turniere für Juli und August geplant
Nach zwei Sommerpausen stehen die Zeichen gut für eine Wiederaufnahme der Langeooger Bridgeturniere in der „Spöölstuv“: „Wir wagen es wieder!“, erklärt Turnierleiterin Isa Bruch. „Die Inzidenzzahlen fallen derzeit kontinuierlich, die Anti-Corona-Maßnahmen werden bundesweit gelockert.“ Viele Bundesbürger (vor allem die älteren), so auch die Turnierleiterin, sind schon zweimal geimpft. Mit einigen Auflagen wird ein Turnier also voraussichtlich wieder möglich sein. Auch der Deutsche Bridge-Verband e.V. plant optimistisch seine Liga-Turniere für Mitte September – also direkt nach den Sommerferien.
Die Langeooger Turniere – mit Preisvergabe! – sind in der Zeit vom 21. Juli bis 11. August 2021 geplant. Sie werden dann jeden Mittwoch um 19 Uhr beginnen. Um Anmeldung bis spätes­tens am Spieltag um 12 Uhr wird gebeten, Anmeldelisten hängen in der „Spöölstuv“ aus. Auch Einzelspieler können sich eintragen. Die Teilnahmegebühr beträgt 5,– Euro.
Ein ganzes Jahr ohne Bridge? Mitnichten! Die Zeit nach dem März 2020 war nicht „bridgelos“ – im Gegenteil. Über die Web­site „Bridge Base Online“ wurden täglich mehrere Turniere angeboten, an denen man mit Partner oder ohne (dann mit einem „Roboter“) teilnehmen konnte. Die notwendigen Techniken waren schnell gelernt. Jedoch hat trotz Internet-Portal „RealBridge“, das dank Videotechnik die Mitspieler erkennbar macht, etwas Wichtiges gefehlt, das wir auf Langeoog besonders schätzen: das Gemeinschafts­erlebnis, die persönlichen Gespräche, das gesellige Après-Bridge, die erfreuliche Zusammenarbeit mit den Langeooger Institutionen, die spannende Siegerehrung mit Überreichung des Langeoog-Pokals. – Voller Zuversicht sehe ich ihm entgegen: dem Bridge-Sommer 2021. -Isa Bruch-

„Das sind gute Aussichten“

Wohnungsbaumodell „Uns Oog“ steht vor dem 
Abschluss – ein „Spiegel unserer Inselgesellschaft“
Lebenslanges Wohnrecht und stabile Mieten über Jahrzehnte hinweg – für so manchen Mieter klingt dies nach einem schönen Märchen. Und doch ist dies Wirklichkeit. Die Wohngenossenschaft „Uns Oog“ setzt ein solches Projekt in Form von 34 Wohneinheiten (ursprünglich waren es 31 Wohnungen, drei weitere kamen mit Nachtragsbaugenehmigung hinzu) auf dem Gelände des ehemaligen Internats an der Kirchstraße um. Baustart war 2019, in diesem Jahr sind die ersten Mieter in zwei der Häuser eingezogen. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Das schaffen wir“, ist sich der Vorsitzende der Wohngenossenschaft, Uwe Garrels, sicher.
Die Idee …
zu dem Projekt hatte Ratsherr Jan Martin Janssen vor vier Jahren. Er hatte im Internet von einem Wohngenossenschaftsmodell auf Amrum erfahren und die Gemeinde davon überzeugt, dass so etwas auch auf Langeoog umzusetzen wäre. Das Ziel: bezahlbaren Wohnraum für Menschen schaffen, die ihren Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt auf der Insel haben, dort leben und arbeiten.
Der Gemeinderat beauftragte die Ting-Projekte GmbH aus Schleswig-Holstein – sie hatte auch das Amrumer Vorbild umgesetzt – damit, die Möglichkeiten genossenschaftlichen Wohnens, auch mit Wohnberechtigungsschein, abzuklopfen und eine Planung für das Gelände vorzulegen. Da das Internatsgrundstück dem Erbbaurecht unterliegt, konnten niedrigere Grundstücks­kosten für die Realisierung angesetzt werden. Interessierte fanden sich schnell. Im März 2018 wurde die „Wohngenossenschaft Uns Oog eG“ gegründet und das Genossenschaftsmodell mit  Eigenbeteiligung umgesetzt.
Rund 20 Prozent der Gesamtsumme – über 1,5 Millionen Euro – werden durch Einlagen der Genossenschaftsmitglieder gedeckt. Zuschüsse für sozialen Wohnungsbau und Energiesparmaßnahmen gab es von der NBank und der OLB. „Alles ist bis zum letzten Cent finanziert und wird vollständig ohne Zinsanpassung abbezahlt werden“, so Uwe Garrels. Auch Instandhaltungsrück-   lagen seien in die Kosten eingerechnet worden. Mieterhöhungen müsse man in den Wohnungen von „Uns Oog“ somit nicht fürchten. „Für manches Mitglied war es nicht einfach, seine Einlagen zusammenzutragen, aber es hat geklappt“, freut sich Garrels.
Entstehen werden 34 Wohneinheiten mit Größen zwischen 34 und 124 Quadratmetern. Die sechs Gebäude wurden im Energieeffizienzstandard KfW55 errichtet und sind schwellenfrei. Vier Aufzüge erreichen auch die Abstellräume im Dachgeschoss. Wasser wird durch Solarenergie erwärmt. Und bei der Heiztechnik hat „Uns Oog“ auf Gas verzichtet –  zugunsten von Wärmepumpen.
Die Bewohner …
sind laut Garrels eine bunte Mischung von Menschen aus allen Alters- und Einkommensstufen. „Damit soll sich unsere Insel­gesellschaft widerspiegeln“, so Langeoogs ehemaliger Bürgermeister. „Die Genossenschaft verwaltet sich selbst“, erklärt er. „Sie stellt ihre Gärtner für die Pflege der Außenanlagen ebenso wie den Hausmeister.“ Dafür habe es schon Schulungen gegeben.
Wohnen dürfen in der Genossenschaftsanlage ausschließlich Mitglieder. Die Bewohner dürfen ihre Wohnungen tauschen, so etwa, wenn sich Lebensumstände geändert haben. Wer wegzieht, muss einen Nachmieter stellen, der die oben genannten Vorgaben erfüllt. Die Wohnungen dürfen nicht als Ferienwohnungen oder Mietobjekte genutzt werden. „Sie sind Gemeinschaftseigentum und keine Eigentumswohnungen“, macht Uwe Garrels klar. Die meisten Wohnungen sind bereits vergeben. Zwei Wohneinheiten – eine mit 73, eine mit 76 Quadratmetern – sind noch zu haben. Garrels ist zuversichtlich, dass auch sie bald Mieter gefunden haben werden.
Die Realisierung der Anlage wollen die Genossenschaftsmitglieder mit einer Einweihung feiern. „Die Corona-Richtlinien geben vor, wann dies möglich sein wird. Aber wir feiern selbst im tiefs­ten Winter. Denn bisher mussten alle Feiern wegen der Pandemie ausfallen – sogar das Richtfest, obwohl das Unglück bringen soll“, sagt Uwe Garrels und winkt gleich ab: „Aber ich bin nicht abergläubisch und auf Amrum funktioniert das Modell schon seit fünf Jahren. Das sind gute Aussichten.“ -sbo-

50 Jahre „Inselgoldschmiede“ (2)

Goldschmiedin Eva Recker eröffnete im Juli 1971 ihren
Betrieb in der Barkhausenstraße
Ein Jubiläum in Gold: Vor 50 Jahren eröffnete Eva Recker im Juli 1971 ihre „Inselgoldschmiede“ auf Langeoog. Das Geschäft lag damals in der Barkhausenstraße. Heute befindet es sich, gemeinsam mit der „Schmuggelkiste“, unterhalb vom Wasserturm. Dass die junge Goldschmiedin nur wenige Tage nach der Eröffnung 1971 auch ihr privates Glück fand – das war ein glücklicher Zufall.
Denn während seiner Semes­terferien arbeitete der Insulaner Heiko Recker in einem örtlichen Getränkehandel, wo er die Ware mittels Pferdekutsche auslieferte. Nicht nur die Stute „Isabella“ machte mit ihrem schicken Strohhut auf sich aufmerksam – auch der Kutscher mit seinem markanten Bart wusste (unbewusst) zu gefallen. Derweil Heiko das Gespann mit den auszuliefernden Getränken gekonnt durch die Barkhausenstraße lenkte, riskierte Eva – während sie ihre Schaufenster mit apartem Schmuck ­dekorierte – einen Blick. Ein kurzer Augen-Blick nur, den der schmucke Fuhrmann erwiderte, und der beider Leben eine gemeinsame Wendung geben sollte …
So folgte schließlich nach Heikos erfolgreichem Abschluss des Diploms als Maschinenbauingenieur an der Universität Hannover 1976 die Hochzeit. Danach baute das Paar in der Straße Um Süd sein Haus „bi hüm un hör“, mit der Vermietung von Ferienwohnungen an Gäste.
Das Angebot der „Inselgoldschmiede“ hatte sich im Laufe der Jahre ausgeweitet. Neben klassischen Kreationen aus Silber oder Gold mit Diamanten, Perlen oder Edelsteinen bot Eva Recker auch verschiedene Kollektionen mit Bernstein an. 1977 entschieden sich Eva und Heiko Recker, ein weiteres Ladenlokal anzumieten. In der Barkhausenstraße entstand die „Schmuggelkiste“ mit maritimen Geschenken – als erstes Fachgeschäft an der Nordseeküste mit solch einem umfangreichen Sortiment. 1984 folgte der Umzug der „Schmuggelkiste“ an den Wasserturm, sechs Jahre darauf folgte die „Inselgoldschmiede“ ebenfalls dorthin.
Bereits 1980 kam Tochter Jördis zur Welt. In jungen Jahren begleitete sie ihre Mutter aufmerksam am Werktisch bei der Arbeit. Ob Jördis nun ebenfalls den Beruf der Goldschmiedin erlernte? Davon berichten wir im nächsten „Utkieker“. -köp/ut-

Turniergeschehen auf hohem Niveau

Golfclub Insel Langeoog e.V. startet durch – 
Neu: Defibrillator auf dem Golfplatz 
Dieses Jahr fing die Turniersaison etwas später als üblich an. „Auch wenn die ersten Veranstaltungen noch ohne Präsenz-Siegerehrungen stattfanden und somit der kurzweiligste Teil eines Turniers ausfiel, waren die Startlisten sehr gut gefüllt“, berichtet Michael Wrana, Geschäftsführer des Golfclubs. „Inzwischen wird schon wieder nach dem Golfspiel der Grill angeschmissen. Darüber sind wir sehr froh.“
Der Turnierkalender ist für die Sommermonate gut gefüllt. Er steht online auf der Homepage www.inselgolfen.de. Ein Blick darauf lohnt sich immer, da wieder zahlreiche Veranstaltungen in ­unterschiedlichen Formaten angeboten werden. Ein Highlight ist am 30. Juli der Insel-Hopping-Cup, der auf Langeoog und Norderney ausgetragen wird: zwei 9-Loch-Turniere, verbunden durch einen Flugtransfer hin und zurück. Die Siegerehrung findet abends auf Langeoog im Restaurant „Schiffchen“ statt.
Monatsbecher
Am 27. Juni wurde der zweite Monatsbecher gespielt, der traditionell an jedem letzten Sonntag eines Monats stattfindet. Bei absolutem Kaiserwetter starteten mittags die Spieler zu diesem 18-Loch-Turnier. „Die üppige ‚Halfway-Verpflegung‘ war natürlich obligatorisch. Vor allem wurden kalte Getränke nachgefragt“, so Michael Wrana. Abends wurde am ersten Abschlag gegrillt und dabei die sommerliche Atmosphäre ausgiebig genossen. Zur Siegerehrung spürte man das befreite Aufatmen, dass wieder etwas Normalität und Leichtigkeit während des geselligen Zusammensitzens möglich war.
Hier die Ergebnisse des Monatsbechers. Brutto: Bernhard Sieger 27 Punkte, Goran Petrovic (23 P) und Karl-Heinz Beloch (18 P). Netto: Cord Hillnhagen (39 P) und Thomas Schläfer (36 P).
Installation eines Defibrillators
Die Initiatoren dieser lebensrettenden Idee, die Clubmitglieder Birgit Dinkla und Michael Thannberger, haben keine Mühen gescheut, um an zentraler Stelle des Golfplatzes einen Defibrillator zu installieren. Zu diesem Zweck hatten sie auf den letzten Turnieren Spenden eingesammelt.
Am 2. Juni installierten Michael Agena von der Rettungswache Langeoog und Rainer Kunkel, Prokurist des für Langeoog zuständigen DRK Rettungsdienstes Mittelhessen-Marburg, den komplett überholten und mit einem frischen Akku ausgestatteten Defibrillator.
Der selbsterklärende „Defi“ gibt Helfern im Notfall genaue Anweisungen. Die angelegten Pads überprüfen den Patienten, ob ein gezielter Elektroschock ausgelöst werden muss und verweigert diesen, sollte keine Notwendigkeit vorliegen. Das Gerät ist an den Stromkreis angeschlossen. Die Box wird im Sommer gekühlt und im Winter beheizt, so dass das Gerät keinen großen Witterungsschwankungen ausgesetzt ist. Ebenso werden das Öffnen der Box und ein etwaiger Einsatz aufgezeichnet.
Inzwischen wurden neben dem Gerät zwei Erste-Hilfe-Kästen angebracht: ein verplombter für echte Notfälle und ein offener für kleine „Wehwehchen“, bei denen schon ein Pflaster hilft. Dieser steht allen Mitgliedern und Gästen zur Verfügung. Michael Wrana: „Wir bedanken uns bei Thanne und Birgit für ihren Einsatz und bei Michael Agena für die langfristige, professionelle Betreuung.“
Platzzustand
Großes Lob gibt es von allen Seiten für das Greenkeeper-Team des Clubs: „Der Platz ist in einem exzellenten Zustand!“ Auch wenn er etwas mehr Regen gebrauchen könnte und die ein oder andere Stelle auf dem Fairway schon wieder braun und recht hart ist, präsentiert sich die Anlage von ihrer schönsten Seite. Anfang dieses Jahres wurden von Greenkeeper Sepp Enenkel an einigen Streifen „Blumenwiesen-Samen“ ausgesät, die nun, neben einem attraktiven Lebensraum für viele Insektenarten, auch optische Highlights setzen. -mw/ut-

„Schießverein steht zurzeit gut da“

50. Jahreshauptversammlung „Schießverein Langeoog e.V. von 1971“ im Juni – Wieder möglich: Schießen für Gäste und Langeooger – Einladung zum Pokalschießen 
Nachdem Corona den eigentlich für März 2021 angesetzten Termin platzen ließ, erlaubte die aktuelle Situation, unter Einhaltung erforderlicher Schutzmaßnahmen, eine Durchführung der 50. Jahreshauptversammlung im Juni. Bei schönstem Wetter wurde die Veranstaltung draußen auf dem 50-Meter-Stand abgehalten. Der 1. Vorsitzende Matthias Richter begrüßte die Anwesenden mit einer kurzen Rede: Er sei stolz, dass der Verein mit so tollen Mitgliedern, derzeit seien es 87, zurzeit ganz gut dastehe.
Jahresrückblick 2020
„Leider mussten im vergangenen Jahr coronabedingt viele traditionelle Veranstaltungen abgesagt werden“, bedauerte der 1. Vorsitzende. In den Sommermonaten konnten aber die Vereinsmeisterschaft, die Ferienpassaktion für die Inselkinder und das beliebte Pokalschießen stattfinden. Des Weiteren wurde der Wanderpokal für Langeooger Gruppen und Vereine wieder sehr gut angenommen. Die Proklamation fand bei schönem Wetter Ende August ebenfalls draußen statt. Die Weihnachtsfeier am 3. Advent wurde kurzerhand in eine Weihnachtsfeier „to go“ umgewandelt: Kleine liebevoll verpackte Päckchen konnten am prasselnden Lagerfeuer abgeholt werden.
In ihrem Finanzbericht erläuterte Kassenwartin Doreen Richter wieder alle Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres. Die Kassenprüfer, vertreten durch Silke Hancke, bescheinigten der Versammlung anschließend eine einwandfreie Führung der Kasse. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte entsprechend einstimmig.
Doppelte Ehrung
Mit Blick auf die 50-jährige Vereinsgeschichte freute sich Matthias Richter über zwei besondere Ehrungen, die er vornehmen durfte. Hans-Hermann Otten und Alwin Eckhardt erhielten für Ihre 50-jährige Mitgliedschaft und ihre besonderen Verdienste jeweils die Verdienstnadel in Bronze des Ostfriesischen Schützenbundes sowie die Ehrennadel in Gold des Deutschen Schützenbundes. „Die beiden sind zwei aktive Mitglieder, ohne die es  diesen Verein nicht geben würde“, betonte Matthias Richter. „Hans-Hermann Otten als der erste Vereinsvorsitzende und Alwin Eckhardt als ehemaliger Verantwortlicher für den sportlichen Teil, haben, neben zahlreichen Mitgliedern ohne Funktion oder Posten in der Gemeinschaft, ganz Großes für diesen Verein geleistet und ein liebes Dankeschön verdient!“
Eine große Jubiläumsfeier könne – aus gegebenem Anlass – leider nicht für dieses Jahr geplant werden, so der Vorstand. „Daher freuen wir uns auf viele kleine gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen.“ Einige Termine sind bereits fest geplant (Näheres siehe auch unter www.schiessverein-langeoog.de im Internet).
Zum Ende der Jahreshauptversammlung dankten Wilfried Schlichting und Willy Bollenberg spontan dem Vorstand um Matthias Richter für die hervorragende Vereinsführung und die gute Arbeit. Dabei überreichten sie Doreen Richter als Kassenwartin und Gattin des 1. Vorsitzenden einen bunten Blumenstrauß mit der Feststellung, dass hinter jedem starken Mann stets auch eine starke Frau steht. – Der gelungene Abend endete nach einem gemeinsamen Grillen und anregenden Gesprächen.                      -dr/ut-
Pokalschießen am 31. Juli / 1. August – und mehr
Ab sofort sind wieder alle Langeooger Gruppen und Vereine zum Wanderpokal- und Königsschießen eingeladen. Die Proklamation findet am Samstag, den 18. September statt. Des Weiteren freuen wir uns, dass der Schießverein wieder alle interessierten Insulaner und Gäste zum Schießen begrüßen darf.     Unsere Öffnungszeiten sind mittwochs von 18 bis 21 Uhr und sonntags 15 bis 18 Uhr (sonntags auf Anfrage).
Am Sonntag, 1. August 2021 findet wieder das traditionelle Pokalschießen für Gäste und Insulaner statt. Auch in diesem Jahr wird es ausschließlich Kleinkaliber-Schießen geben. Weitere geplante Veranstaltungen sind unter anderem am 24. Juli das Schießen für Mitglieder auf die Ehrenscheibe „50 Jahre Schießverein“, die Ferienpassaktion für Kinder der Inselschule am 29. Juli und die Vereinsmeisterschaft am 28. August 2021.
-ut-

Gute Frage! – Wigald und Bernhard

Comedy-Show mit Wigald Boning und Bernhard Hoëcker am 7. Juli im „Haus der Insel“

Sie sind zwei der Urgesteine der deutschen Comedy-Szene. Wigald Boning und Bernhard Hoecker machen seit über 20 Jahren die Bühnen Deutschlands unsicher und hatten auch im Fernsehen zahlreiche Auftritte. Seit 2018 performen sie gemeinsam als Duo. Wenn sie zusammen auf die Bühne kommen, dann reden sie über … ? Gute Frage, über was eigentlich? Üblicherweise folgt ein kurzer Abriss zu Inhalt, Thema, Motto, was auch immer. Wigald und Bernhard machen es anders, sie gehen in diesen kurzweiligen Abend mit einer schier grenzenlosen Neugier auf die Bühne – neugierig auf die guten Fragen. Und das ohne Text, ohne Rahmen und doppelten Boden, scheinbar ohne Konzept aber immer mit Sinn und Verstand. Und davon gleich eine ganze Menge. Ein streng durchgetaktetes Programm darf man hier nicht erwarten. Es wird so viel improvisiert, dass manchmal auch die Zuschauer nicht wissen, was genau sie erwartet. Die Vollblutoptimisten Wigald und Bernhard bearbeiten jede gestellte Frage, betrachten sie aus jeder Perspektive, analysieren diese aus allen Richtungen und beantworten in allen Lebenslagen. Ob es um ihre Fernseherfahrung geht, ihre Hobbys und Marotten oder einfach nur, ob sie zum Mars fliegen würden. Authentisch sind die Antworten allemal. Da staunt das Duo schon mal über sich selbst. Jeder Abend ist einmalig, so einmalig wie Wigald und Bernhard – so einmalig wie die guten Fragen des Publikums. Das einzige was die beiden Schlauberger neben ihrer Neugier und ihrem Wissensdurst mitbringen, ist eine Uhr, denn sonst würden sie ewig erzählen. Beginn der Impro-Comedy Show am 7. Juli im „Haus der Insel“ ist um 20 Uhr, Einlass ab 19.15 Uhr. Karten im Vorverkauf bei der Tourist-Info im HDI: 25,– Euro, Restkarten an der Abendkasse zzgl. 2,– Euro. Ticket-Online-Buchung: www.langeoog.de.