Alle Beiträge von de Utkieker

Neues aus dem Kur- und Wellness-Center

Was wird dieser Winter bringen? In der kalten und dunklen Jahreszeit tritt das Leben kürzer, Gesundheitsvorsorge hat mehr denn je einen hohen Stellenwert. Körper, Geist und Seele verlangt es aber auch nach Lichtblicken. Die bietet das Thalasso-zertifizierte Kur- und Wellness-Center (KWC). Vorbehaltlich der geltenden Corona-Verordnung wartet das fachkundige Team um den therapeutischen Leiter Michael Thannberger mit einem Wohlfühlprogramm auf, das die Sinne aufmuntern und verloren geglaubte Vitalität zurückbringen kann. Vom Aqua-Kurs über Meeresschlick-Packung bis zu Sanddorn-Massage oder Yoga lassen alle Thalasso-Anwendungen die dunkle Jahreszeit angenehm leuchten. Ein Tipp: Es ist ratsam, Termine frühzeitig zu buchen. In diesem Sinne wünscht das KWC-Team allen Langeoogern und Urlaubsgästen lichtvolle Feiertage und ein gutes, gesundes Jahr 2022.

Anselm-Gemälde fürs KWC
Sie verströmt die für Langeoog so typische Thalasso-Atmosphäre: die „Dünenlandschaft“ von Inselmaler Anselm. Unübersehbare 1,66 Meter hoch und 2,85 Meter breit, kann das auf eine Spanplatte gemalte Werk seit Mitte November im Eingangsbereich des Kur- und Wellness-Centers bewundert werden. Zuvor hing das undatierte Gemälde viele Jahre im Restaurant „Seekrug“. Sein neues Domizil verdankt es Katharina Hinrichs, die es dem KWC geschenkt hat. „Mein Mann Klaus und ich, wir fühlen uns als Zweit-Insulaner“, berichtet Katharina Hinrichs. Wohnhaft im westfälischen Münster, fahren die beiden Ruheständler so oft es geht hierher: „Langeoog ist für uns eine Heimat geworden.“ Für Katharina Hinrichs speziell das KWC, dem sie seit vielen Jahren verbunden ist. Vor allem die Aqua-Kurse haben es ihr angetan: „Wann immer ich einen Platz bekomme, nehme ich an der Aqua-Power teil – gern auch dreimal die Woche.“ Per Zufall hatte Katharina Hinrichs von einer Versteigerung ­erfahren: Im Zuge der „Seekrug“-Schließung kam das gesamte Inventar des Restaurants unter den Hammer, darunter auch besagtes Werk von Anselm. „Dieses große Bild sollte unbedingt auf Langeoog bleiben – und zwar im Kur- und Wellness-Center“, war Katharina Hinrichs‘ Grund, bei der Versteigerung mitzumachen. Die glückliche Bieterin erhielt den Zuschlag, der Umzug des Gemäldes konnte beginnen. Was gar nicht so einfach war: „Das zentnerschwere Bild musste über das Restaurantdach nach ­unten gehievt werden.“ Im KWC wurde das Bild gerahmt und am 17. November vom Strandteam um Jan Heinbockel im Foyer aufgehängt. Die Schenkungsurkunde gab’s gleich dazu: „Damit alles seine Ordnung hat.“ „Die Dünenlandschaft passt ideal in unser Haus und wertet es auf“, dankte Michael Thannberger im Namen des Tourismus-Service Langeoog für die großzügige Gabe. „Und endlich gibt es wieder einen ‚echten Anselm‘ im KWC.“ 1999 hatte der Insel­maler ein Wandbild in der Halle des Therapiebeckens gestaltet, das aber dem feuchtwarmen „Seeklima“ dort zum Opfer gefallen war. Das Gemälde, entgegnete Katharina Hinrichs, sei „ein Dank an das Team für dessen in jeder Hinsicht ausgezeichneten Behandlungen. Hier fühle ich mich richtig heimisch.“ Ihr Wunsch: „Das Bild von Anselm soll hier bleiben und später auch ins neue KWC umziehen.“

Winterzeiten im KWC
Wintersaison im Kur- und Wellness-Center bedeutet angepasste Öffnungs- und Kurstermine. Hier die aktuellen Zeiten (Änderungen vorbehalten): Der Empfang steht montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr zur Verfügung. Anwendungen im Therapiebereich sind montags bis freitags von 8 bis 12.30 Uhr möglich, zudem Montag bis Donnerstag von 14 bis 17.30 Uhr und am Freitag von 14 bis 16 Uhr.

lWintertermine für die Aqua-Kurse im KWC
Mag der Winter kalt werden – das Therapiebecken im KWC bleibt mollig warm. Montags, mittwochs und freitags findet dort um 7.30 Uhr die Aqua-Power statt, gefolgt von der Aqua-Fitness um 9 Uhr und dem Bewegungsbad (nur auf Rezept!) um 10.30 Uhr. Ein zusätzlicher Aqua-Fitness-Kurs ist für donnerstags um 10.30 Uhr angesetzt. Das beliebte Aqua-Cycling läuft jeden Dienstag um 7.30 Uhr, Donnerstag um 8.30 Uhr und Freitag um 14.30 Uhr (Termine vorbehaltlich Änderungen).

Aqua-Kurse in den Weihnachtsferien
Ein bisschen Fitnesstraining nach Weihnachten kann nie schaden. Wer damit schon vor Silvester anfängt, braucht auch keine guten Vorsätze fürs neue Jahr mehr. Hier die geplanten täglichen Aqua-Kurse für die Zeit vom 27. bis 30. Dezember 2021 und 3. bis 7. Januar 2022: Aqua-Power um 7.30 Uhr, Aqua-Fitness um 9.00 Uhr sowie Aqua-Cycling um 10.30 und 14.30 Uhr. Als Silvester-Extra im KWC am 31. Dezember locken Aqua-Power um 7.30 Uhr, Aqua-Fitness um 9.00 Uhr und Aqua-Cycling um 10.30 Uhr. So kommt man fit ins neue Jahr. – Anwendungen sind im genannten Zeitraum von 8 bis 17 Uhr möglich, Silvester bis 12.30 Uhr.

Empfehlung: frühzeitig buchen
Achtung – da sie sich großer Beliebtheit erfreuen, sind die Aqua-Kurse und Wellness-Anwendungen stark gebucht. Ratsam ist daher eine Reservierung per E-Mail an kwc@langeoog.de. Das erleichtert die langfristige Planung und hilft Gästen, ihren Wunschtermin zu bekommen. Für Fragen steht das Team am Empfang (Tel. 04972 / 693-215) gern zur Verfügung. Eine weitere Option ist es, sich Schönheit und Wellness nach Hause schicken zu lassen. So sind die Produkte der KWC-eigenen Pflegeserie von „Grüne Mühle“, aber auch die im Haus eingesetzten Erzeugnisse der Dr. Spiller Kosmetik, über die Web-site www.langeoog.de bestellbar: Hier können zudem Gutscheine für Anwendungen im KWC geordert werden. Michael Thannberger: „Die Nachfrage ist groß.“

Quietsche-Enten für guten Zweck
Sie ist stattlich, die Entensammlung von Michael Thannberger. Gut 700 Quietsche-Entchen, von Elvis bis Einstein, kamen in 23 Jahren zusammen, in allen Farben, Größen und Variationen. Auf Beckenrand und Wandregalen stehen sie einträchtig nebeneinander: der Froschkönig und die Queen, Chirurg und Cowgirl, Flieger und Fliegenpilz, Schneemann und Schlumpfinchen, Blumenfrau und Bauarbeiter, Engel, Teufel und der Weihnachtsmann. Als kleine Aufmerksamkeiten hatten KWC-Besucher seit 1998 die Entchen mitgebracht, die allesamt in der Halle des Therapiebeckens ausgestellt wurden. Doch nun heißt es: „Die Wanne ist voll“, wie Michael Thannberger resümiert. Zum Sommer 2022 geht er in den Ruhestand. Bis dahin soll die Sammlung aufgelöst sein. Gegen Spende sind die Entchen im KWC erhältlich. Und wer im Therapiebecken bei ­einem Aqua-Kurs aktiv ist, kann „sein“ Gummitier gleich mitnehmen und seinen Obolus vor dem Heimweg am Empfang entrichten. Der Spendenerlös kommt zu hundert Prozent dem Langeooger Seniorenhus „bliev hier“ zugute: Er soll in die Anschaffung eines sogenannten Snoezelen-Wagens fließen. Das Snoezelen (Sprich: Snuuselen), ist ein multifunktionales therapeutisches Konzept aus den Niederlanden: Harmonisch abgestimmte Reize, wie Klänge und Lichter, lösen ein Gefühl des Wohlbefindens aus. So kann speziell für bettlägerige „bliev hier“-Bewohner eine positive Atmosphäre geschaffen werden. „Machen Sie mit“, hofft Michael Thannberger auf ein breites Echo. „Geben Sie 700 Entchen ein neues Zuhause – für einen guten Zweck.“ l Schließzeiten Vom 17. Januar bis einschließlich 4. Februar 2022 bleibt das ­Erlebnisbad inklusive Saunalandschaft aufgrund von Wartungsarbeiten geschlossen. Da über das Bad auch das KWC-Therapiebecken versorgt wird, bleibt dieses vom 15. Januar bis 6. Februar 2022 ebenfalls geschlossen. Am 7. Februar geht es mit dem Winterprogramm wieder weiter. -köp-

Sport-Notizen aus den verschiedenen Sparten des TSV Langeoog

Silvesterlauf?
„Auf zum Silvesterlauf“, hieß es sonst oft an dieser Stelle. Zuletzt fand die traditionsreiche Veranstaltung des TSV jedoch 2019 statt: Vorigen Silvester musste sie pandemiebedingt ausfallen. Für dieses Jahr war zunächst geplant, den Lauf am Freitag, 31. Dezember um 13.30 Uhr in Präsenz stattfinden zu lassen. An Einzelheiten werde gefeilt, hieß es aus dem Organisationsteam. Indes: Die aktuelle Corona-Entwicklung könnte erneut zu einer Absage führen. Nähere Informationen gibt der TSV noch bekannt. Hier bitte auf die aktuellen Aushänge achten.
Sportplatz-Tribüne
Zu den langfristigen Projekten zählt die Renovierung der Tribüne im Jonny-Vestering-Stadion. Ein Sturm hatte vor zwei Jahren Teile des Dachs abgedeckt. In Eigenregie machte sich der TSV an die Sanierung. So wurde im Vorjahr der Ringbalken als Rahmenkonstruktion abgenommen. In diesem Jahr begannen die TSV-Mitglieder mit dem Errichten einer neuen Überdachung. Das Material wurde Anfang August geliefert.
Außerdem soll noch die zum Spielplatz weisende Rückseite der Tribüne optisch aufgewertet werden. Geplant ist laut Vorstand, die sieben Wandsegmente mit Bildern zum Thema Weltnatur­erbe aufzufrischen.
Jahreshauptversammlung im Januar 2022?
Verschoben worden war auch die für den 23. Januar 2021 geplante Jahreshauptversammlung des TSV. Sie soll nun am 22. Januar 2022 um 14 Uhr nachgeholt werden. Dies teilt der Verein auf seiner Website www.tsv-langeoog.com mit. Die Versammlung wird inhaltlich – Stichwort: Kassenbericht und Vorstandswahlen – die letzten zwei Jahre umfassen. Über weitere Einzelheiten, wie etwa den Veranstaltungsort, informiert der TSV seine Mitglieder zeitnah.
In diesem Zusammenhang berichtet der Festausschuss, dass der für den Februar 2022 geplante TSV-Kinderkarneval erneut coronabedingt ausfallen muss. -köp/ut-

„Reizende“ Aussichten – oder nicht?

Skat-Turniere der Ortshandwerkerschaft noch ungewiss
Grand mit Vieren, Null ouvert … Die Ortshandwerkerschaft hofft, auch diesen Winter wieder zu ihren von Hans-Jörg „Atze“ Numrich organisierten Preisskat-Turnieren einladen zu können. Immerhin wäre ein halbrunder Geburtstag zu feiern: Vor 35 Jahren, im Winter 1986, wurden die mittlerweile traditionellen Skat-Turniere für jedermann zum ersten Mal von „Atze“ auf die Beine gestellt.
Allerdings: Noch ist es coronabedingt unklar, ob die beliebte Veranstaltungsreihe der Ortshandwerkerschaft im Januar und Februar 2022 im „In’t Dörp“ stattfinden kann. Daher bitte auf die aktuellen Aushänge achten. – Wenn es klappt, gilt Folgendes: Mitmachen dürfen alle Interessierten, gespielt wird mit dreimaligem Tischwechsel. Auf die gewitztesten Skatfüchse warten attraktive Sachpreise. Hoffen darf man …
-ut-

„Die Jagd soll nachhaltigen Nutzen bringen“

Mehrmals im Jahr organisiert die Langeooger Jagdgesellschaft eine Treibjagd zur Hege des Wildbestandes auf der Insel 
Durch Felder und Salzwiesen, die Dünen hoch und runter – ihr „Revier ist ein Biotop; etwas Besonderes, allein schon, weil es auf einer Insel ist“, sagt Andreas Stolle, stellvertretender Vorsitzender der Jägerschaft Wittmund und Hegeringleiter für Langeoog. Für viele Jagdgäste sei es beeindruckend „nicht mit aller Gewalt Wild auszumachen und zu strecken, sondern die Natur als solche zu erleben.“
Sie laufen zwischen 14 und 15 Kilometer an einem Tag, legen bis zu 20.000 Schritte zurück. Die bejagbare Fläche ist circa 1.600 Hektar groß. In diesem November haben sich rund 30 Männer und Frauen zu den insgesamt vier Treibjagden zur Jagd auf Langeoog getroffen. Mitte des Monats fanden die Treibjagden von der Katastrophenstraße ausgehend bis zum Ostende auf den Hellerwiesen und vom Ostende bis zur Jagdhütte in den Dünen statt. Zwei Wochen später durchs Flinthörn, vom Hafen bis an die Willrath-Dreesen-Straße und vom Pirolaweg bis zum Vogelwärterhaus. Morgens um halb neun ging es los, eingepackt in orangerot leuchtende Warnwesten, Jacken, Mützen und Käppis.

Ablauf der Treibjagd 
Im Vorfeld einer jeden Treibjagd gibt es eine Menge zu organisieren: Beim Ordnungsamt, der Nationalparkverwaltung und auch bei der Polizei werden die Treibjagden angemeldet. In diesem Jahr kamen die Corona-Maßnahmen hinzu. Fanden die ersten beiden Jagden noch unter 3G statt, galt beim letzten Termin zwei Wochen später freiwillig 2G+. Durch die Inselgemeinde werden alle Insulaner und Gäste aufgerufen, ihre Hunde vorsichtshalber an der Leine zu führen oder im Haus zu lassen; auch Katzen sollten an den Tagen der Treibjagd im Haus bleiben.
Die Jäger und ihre Hunde sind den ganzen Tag unterwegs. „Jagd ohne Hund ist Schund“, nutzt Andreas Stolle eine für Jäger gängige Redewendung. 13 Hunde hatten sie dabei. „Sie suchen das Wild, das, wenn es geschossen wurde, nicht sichtig ist und im Gebüsch, Wasser oder Gras liegt. Die Hunde wittern es und sind für das Apportieren ausgebildet.“
In der Regel wird in der Zeit von drei Stunden vor bis drei Stunden nach Niedrigwasser gejagt. „In dieser Zeit haben die Zugvögel die Möglichkeit ins Wattenmeer auszuweichen, dort wird nicht gejagt“, erklärt der Jäger. Nach jedem Treiben und einmal am Tagesende werde „die Strecke gelegt“, sagt Andreas Stolle. Das Nebeneinanderlegen der Tiere habe eine Struktur, eine Ordnung gemäß dem jagdlichen Brauchtum. „Die Wertigkeit ist aber grundsätzlich für alle Wildarten immer gleich.“ Wenn die Jagd vorbei ist, kommen die Jagdhornbläser, die für jede Wildart das Totsignal anstimmen – dem erlegten Wild wird die letzte Ehre erwiesen. Mit dem Signal „Jagd vorbei und Halali“ wird der Jagdtag dann beendet. Bis halb drei am Nachmittag haben sie gejagt, anschließend das Wild versorgt: abgebalgt, ausgeweidet, ausgespült und zum Trocknen aufgehängt. „Wir sind den ganzen Tag unterwegs und abends alle kaputt. Man merkt es an den Hunden und an den Jägern – am Ende des zweiten Tages sind sie platt“, so der Hegeringleiter.

Vereinsarbeit 
Trotzdem werde sich zum gemeinsamen Abendessen getroffen: „Geselligkeit gehört dazu, wie bei jedem anderen Verein auch“, sagt der 49-Jährige. Auf Langeoog hat die Jagd Tradition: Im März 1883 sei sie erstmals verpachtet worden, an Carl-Friedrich Eucken vom Wilhelminenhof bei Dornum, erzählt Andreas Stolle. Andere Jagdpächter seien erst in den 1920er-Jahren hinzugekommen. Der Beginn der Langeooger Jagdgesellschaft. Wagner, Flörke, Albers, Dr. Dreesen, Wissmann und Falke seien alte Namen, Generationsweitergabe der Jagd sei üblich gewesen und werde heute immer noch gerne gesehen.
Die Jagdverbände sind in mehrere Organisationseinheiten aufgeteilt: Hegering ist die kleinste Einheit der Jagdverbände. So ist der Hegering Langeoog der Jägerschaft Wittmund untergeordnet, die wiederum der Landesjägerschaft Niedersachsen und diese dem Deutschen Jagdverband. Andreas Stolle betont, dass es ihm wichtig sei zu informieren. Von der Jägerschaft gebe es ein Infomobil, mit dem sie Menschen die Aufgaben der Jagd näherbringen. „Kritik gibt es. Wir suchen aber ganz bewusst das Gespräch und sprechen die Menschen an und zeigen uns nicht als verschlossene Gruppe.“ Nachwuchsschwierigkeiten haben sie keine. Auf Langeoog seien in den letzten Jahren drei Jungjäger hinzugekommen; ansonsten sei die Mehrheit der Jäger zwischen Ende 30 und Mitte 50. Inzwischen gebe es auch immer mehr Jägerinnen, sagt Andreas Stolle.
Bei der letzten Treibjagd waren zwei Treiberinnen ohne Waffen und zwei Jägerinnen dabei. Alle zwei Jahre biete der Landkreis einen Jägerkurs an: Ein Viertel der Teilnehmer seien Frauen. Im Vergleich zu früher, einer damals relativ starken Männerdomäne, sei das viel. So hat die Jägerschaft Wittmund aktuell 690 Mitglieder, davon 70 Frauen. Auf Langeoog ist es eine Frau bei insgesamt 17 Mitgliedern.

Nachhaltigkeit der Jagd 
Der Aufwand und die Intensität der Jagd nehme insgesamt zu. So gebe es etwa am Festland immer mehr Rot- und Schwarzwild. Wichtig sei es, die Bestände kurz zu halten, damit alles verträglich und in einem ausgewogenen Verhältnis bleibe, sagt Andreas Stolle. Auf Langeoog werden jährlich um die 30 Rehe, meist in den frühen Morgen- oder Abendstunden der Sommermonate, erlegt.
Bei den Treibjagden im November haben sie überwiegend Feldhasen, Fasane, und Waldschnepfen gejagt. Das erlegte Wild verkaufen sie seit Jahrzehnten an Michael Recktenwald, der lange Zeit das Restaurant Seekrug auf der Insel betrieb und inzwischen die Inselmanufaktur gegründet hat. „Er wird auch in Zukunft den größten Teil des Wilds von uns abnehmen und in seiner Manufaktur anbieten“, sagt Andreas Stolle.
Das seien bei den Hasen so um die 100 Stück. Was darüber hinausgehe, werde an Gastronomen und Wildhändler auf dem Festland verkauft. Zugleich habe jeder Jagdgast die Möglichkeit, Wild käuflich zu erwerben. Vor Ort werden die Tiere bei Bedarf zugeschnitten, verpackt und gekühlt.
Wie viele Hasen sie überhaupt maximal schießen sollten, finden sie im Frühjahr und Herbst heraus: Nachts suchen sie mit Taschenlampen und Wärmebildkameras die Fläche ab und zählen, wie viele Hasen sich auf dieser befinden. Basierend auf dieser Zählung wird der Bestand geschätzt. „Wir wollen eine nachhaltige Jagd betreiben und den Wildbestand kontrollieren. Durch Hege und durch Pflege“, betont Andreas Stolle. „Die Jagd soll nachhaltigen Nutzen bringen.“ Hobby- und Berufsjäger seien sie nicht. „Jagd ist Berufung. Jagd ist Passion, kein Hobby. Ich möchte mein Leben lang auf Jagd gehen und der nachfolgenden Generation ein intaktes Umfeld hinterlassen.“ -jeg-

Das Ende einer Ära

Im Frühjahr 2021 feierte die Reithalle ihr 40-jähriges Bestehen.
Im Herbst 2021 wurde sie nun geschlossen. 
Gummistiefel liegen auf dem Boden, ein Stapel aus Matratzenauflagen an der Rückwand, davor ein Sattel; Pferdegeschirr hängt gegenüber. Alte Papiere, Prospekte, ein Buch über Pferdezucht, Fotografien liegen stapelweise auf dem Tisch, sogar ein Kalender von 1995 ist unter den Erinnerungsstücken. Die Schränke seien alle ausgeräumt, dies nun der Rest, den er noch sichten wolle, sagt Edzard Kuper. Behalten oder entsorgen – darum geht es gerade in dem kleinen Raum der Reithalle E. Kuper, die zwischen Wald und Bahnschienen gegenüber vom Flugplatz der Insel liegt. Im Frühjahr 2021 wurde erst das 40-jährige Bestehen der Reithalle E. Kuper und der 80. Geburtstag des Gründers Edzard Kuper gefeiert (siehe dazu de Utkieker 1/2021). Im Herbst 2021 fiel die Entscheidung, die Reithalle und das dazugehörige Areal zu verkaufen.
Edzard Kuper hat die Reithalle vor 15 Jahren seiner Tochter Joana übergeben. Sie sei im September beruflich bedingt nach Hamburg gezogen und könne sich nicht mehr um den Betrieb kümmern und er selbst würde ja auch nicht jünger werden, erzählt er.
Die Reithalle 
Von Ferdinand Vrbec übernahm Edzard Kuper vor 40 Jahren die 1969 erbaute Halle, baute Pferdeboxen und eine Remise an.
Reitunterricht findet in der Halle keiner mehr statt, dort stehen jetzt die Planwagen im Trocknen, bis sie verkauft werden. Denn auch das gehörte zum Angebot des Familienbetriebs: Planwagen- und Kutschfahrten. Früher brachte er mit seinem Pferdewagen den Strauchschnitt für die Lahnung zum Strand. Seine Kutschen wurden für Beerdigungen genutzt. 18 Jahre lang, 350 Beerdigungen, sagt Edzard Kuper – und zum Glück mehr Hochzeiten. „Über 500 waren es“, erinnert er sich.
Jetzt stehen die Hochzeitskutschen aus den 1920er-Jahren abgedeckt in der Remise und warten auf Interessenten. „Vielleicht sind sie sogar noch älter“, meint Edzard Kuper, aber so genau lässt sich das Alter der gepflegten Kutschen nicht sagen. Kürzlich habe ein Brautpaar bei ihm angefragt, ob er sie Ende Dezember fahren könne. „Da musste ich leider absagen.“
Leer sind die angebauten Ställe, die einst aus zwei Schiffscontainern gebaut wurden. Diesen ungewöhnlichen Stall bescherten Edzard Kuper alte Kontakte aus seiner Zeit als Seemann.
Seefahrer 
Er war gerade einmal 14 Jahre alt, als er das erste Mal zur See fuhr. Er habe keine Lust mehr gehabt in die Schule zu gehen, sagt Edzard Kuper; daher wurde er Seemann. Die erste Reise dauerte sogleich ganze 18 Monate. Er erinnert sich aber auch an eine Fahrt, da war er 36 Monate und 29 Tage von der Insel weg. Bis auf Australien habe er die ganze Welt gesehen, sagt der Insulaner. Als Schiffsjunge fing er an, als Kapitän hörte er nach 25 Jahren auf. Zu viel hatte sich geändert, was ihm nicht mehr gefallen hat: „Früher waren fünf Schiffe im Einsatz; jetzt wird nur noch ein großes gebraucht und weniger Besatzung.“ Lange Liegezeiten durfte er noch erleben und dadurch Länder entdecken. „Besser trennen, als da rummachen“, sagt Edzard Kuper über seine Entscheidung, die Seefahrt aufzugeben.
Pferde hatte er schon damals. Mit den sieben Tieren baute er dann auch den Familienbetrieb auf: Kutschfahrten, Hochzeitsfahrten, Reitunterricht, Strandausritte und Ponyführen für die Kleinen – so steht das noch auf der Website. Und er hatte viele Jahre ein sehr „zeit- und geldaufwendiges“ Hobby.
Pferdezucht als Hobby 
Edzard Kuper züchtete auf Langeoog Pferde. 72 Fohlen kamen bei ihm auf die Welt. Hannoveraner, die „Mercedes unter den Pferden“, sagt der Züchter. Die Namen, die sie bekamen, richteten sich, wie es in der Pferdezucht üblich ist, nach dem ersten Buchstaben des Vaters – manchmal bekamen die Fohlen dann auch Namen, die ihren Besitzer an seine Reisen erinnerten, wie etwa Curaçao oder Belize.
Eigene Pferde hat er jetzt keine mehr. Noch fünf Gastpferde sind bei ihm. Morgens lässt er sie raus auf die Weide, am Abend kümmern sich die Besitzer um sie. Bis die Tiere einen neuen Stall haben, die Reithalle und das gesamte dazugehörige Areal um sie herum verkauft sein wird, sorgt er sich weiterhin um die Tiere. Und dann? Es sei eher die Frage, was die Coronasituation erlaube, sagt Edzard Kuper. Reisen mag er noch immer. Die Westküste der USA würde ihn reizen, die sei schöner als die Ostküste. -jeg-

Neues aus der Kita „Wichtelnüst“ und vom Förderverein

In der Kita „Wichtelnüst“ beginnt die Vorbereitung auf die Einschulung frühzeitig 
Für die Eltern der zukünftigen Schulkinder fand in der Langeooger Kindertagesstätte „Wichtelnüst“ am Donnerstag, 4. November 2021 ein gut besuchter Informationsabend statt. Im Rahmen eines Elternabends stellten Nicolas Bradtmöller und Sabine Birgfeld vom Vorschulteam der Kita interessante Informationen zum Thema „Übergang vom Kindergarten zur Schule“ vor.
Birgfeld und Bradtmöller berichteten über die praktische Arbeit mit den aktuell 15 Vorschulkindern und in welcher Form die Kooperation mit der Inselschule gestaltet wird. „Für uns ist es wichtig, dass die Kinder von sich aus eine Schulbereitschaft entwickeln. Dies geschieht durch gemeinsame Angebote, Projekte und auch die Teilnahme am Unterricht“, so das Vorschulteam. „Durch unsere Vorschularbeit bauen wir eine Brücke vom Kindergarten zur Inselschule!“
Auch die teilnehmenden Eltern mussten gleich mit „ins Boot“: Sie sollten unter anderem von ihren eigenen Schulerlebnissen berichten und später auch die Wünsche zur bevorstehenden Einschulung ihrer Kinder beschreiben.
Mit unterhaltsamen Videos der Vorschulkinder aus dem Kita-Alltag, Fotos von Aktionen und einer kleinen „Eltern- Mitmachak­tion“ verging der kurzweilige Abend wie im Flug. Zum Abschluss stöberten die interessierten Eltern dann noch in den Vorschulmaterialien und Arbeitsheften, die das Team zusammengestellt hatte. -Nicolas Bradtmöller-
Hügelrutsche und Pfandbons – 
Neues vom Förderverein der Kita „Wichtelnüst“ 
Erfreuliche Neuigkeiten hat es bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Kindertagesstätte „Wichtelnüst“ Langeoog e. V. gegeben. Das Treffen fand Ende November in der „Spöölstuv“ statt.
Projekt Hügelrutsche 
So berichtet Inken Peters, 1. Vorsitzende des Vereins, dass das Projekt Hügelrutsche nun endlich abgeschlossen sei. Die breite Rutsche war die neueste Anschaffung des Fördervereins für den Kita-Spielplatz und wurde Mitte Oktober offiziell eingeweiht. Die Hügelrutsche wurde komplett aus Spenden und durch die Mitgliedsbeiträge für den Verein finanziert. In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Bauhofes der Inselgemeinde haben die Mitglieder des Fördervereins die Rutsche aufgebaut. „Der Aufbau ging relativ schnell“, erinnert sich Denise Kuppi, die als Kassenwartin im Verein tätig ist. „Den Erdhaufen anzulegen, war mehr Arbeit als gedacht; da mussten einige Sandsäcke aufgeschüttet werden. Das dauerte dann rund zwei Nachmittage.“ Eine Weile durfte der Bereich auch nicht betreten werden: „Die Rutsche war mehrere Wochen gesperrt, da das Gras erst noch anwachsen musste.“
Pfandbonspende bei Feinkost Eckart
Ein weiteres Projekt, mit dem die Mitglieder des Fördervereins sehr zufrieden sind, ist die Pfandbonspende, die sie im Juni 2021 bei Feinkost Eckart aufgestellt und nun beendet haben. „Das Projekt ist sehr gut gelaufen. Es sind 6.200 Euro zusammengekommen“, sagt Inken Peters, die von den Anwesenden der Jahreshauptversammlung für ihre Arbeit als 1. Vorsitzende gelobt wurde.
Adventsmarkt und Aktionen für 2022 
Ein weiteres Thema der Sitzung war der Adventsmarkt, der coronabedingt leider nicht stattfinden kann. Für 2022 sind aus diesem Grund bisher noch keine Aktionen geplant.
50 Jahre Kindertagesstätte am Meer
1972 war ein besonderes Jahr: Die Kindertagesstätte am Meer wurde am heutigen Standort eröffnet. „Wir hoffen, dass wir im Sommer 2022 das Jubiläum feiern können“, sagt Mark Mikoteit, Leiter der Kindertagesstätte „Wichtelnüst“ mit Blick auf die aktuelle Coronasituation. Gerne würden sie auch eine Ausstellung mit alten Fotos und Gegenständen, die etwas mit der Kita zu tun haben, organisieren. „Daher freuen wir uns, wenn Insulaner und Urlaubsgäste etwas beisteuern könnten – gerne auch etwas Gebasteltes oder alte Zeitungsausschnitte“, sagt Mark Mikoteit. Und Nicolas Bradtmöller, stellvertretender Leiter der Kindertagesstätte, ergänzt: „Wir möchten das ganze Jahr in Feierlaune sein.“ Ein Sommerfest und ein Flohmarkt schweben ihnen schon jetzt vor – und wer weiß, was 2022 noch alles an Ideen verwirklicht werden kann. -jeg

Meisterhafte Würstchen aus Waldhof

Stammgast Philipp Burkhardt stiftet sein preisgekröntes
Grillgut fürs Allerheiligenschwimmen
Ein feuchtfröhliches Spektakel war am 1. November 2021 das diesjährige Allerheiligenschwimmen. Nach coronabedingter Pause im Vorjahr lockte es erneut zahlreiche Akteure und Zuschauer an (siehe separaten Artikel „Im November in die Nordsee“ auf Seite xxx).
Untrennbar zur Benefiz-Aktion des Langeooger Allerheiligen-Schwimmer e.V. gehört das anschließende „Wiederaufwärmtraining“ mit heißem Kakao, Glühwein und Grillwürstchen an der Tischtennishalle. Wenn’s nach dem Schwimmen dort um die Wurst geht, liegt das nicht zuletzt an Peter Burkhardt und seinem Sohn Philipp. Die beiden betreiben in Mannheim-Waldhof eine Metzgerei. Nicht irgendeine, sondern mit preisgekrönten Würstchen.
Denn zum vierten Mal in Folge darf sich Philipp Burkhardt deutscher Weißwurstmeister nennen. Der Feinschmeckerwettbewerb findet im französischen Alençon statt. Und mehr noch: Bei der dort in der Normandie gleichzeitig ausgerufenen Bratwurst-Europameisterschaft errang der 29-jährige Metzgermeister zum zweiten Mal nacheinander den „Grand Prix d’excellence“, den großen Preis der Klassenbesten. Von diesen buchstäblich ausgezeichneten Bratwürstchen spendeten Burkhardts satte 400 Exemplare fürs After-Swim-Grillen – und für den guten Zweck. Der Preisträger höchstpersönlich stand am Holzkohlegrill.
Umweht die Herstellung ein Geheimnis? „Nein“, lacht Philipp Burkhardt, eine Reihe Würstchen wendend. „Meine Bratwurst besteht zu 40 Prozent aus Weißwurstbrät und zu 60 Prozent aus grober Fleischeinlage. Frisches Fleisch aus der Keule – nicht zu fett, nicht zu mager –, kerniger Rückenspeck für den guten Biss, dazu natürliche Gewürze wie Muskat, Koriander und Pfeffer. Das war’s.“ Er greift eine Wurst mit der Zange: „Mal probieren?“ Och ja, gerne. Die schmeckt – und das bestimmt nicht nur nach dem Allerheiligenschwimmen.
Die Affinität zur Benefiz-Aktion kommt nicht von ungefähr: Stammgast Peter Burkhardt ist einer der vier Gründerväter des Allerheiligenschwimmens. Und Philipp ist Langeoog-Urlauber quasi seit Geburt: Ein- bis zweimal im Jahr stattet er der Insel ­einen Besuch ab. Am November-Schwimmspaß nahm er schon mehrmals teil. Lebensgefährtin Anna ist ebenfalls mit dem Inselbazillus infiziert: „Wir wollen nächstes Jahr auf Langeoog heiraten.“ Direkt vorm Allerheiligenschwimmen? „Nein, im Sommer.“ Bis dahin – alles Gute! -köp-

Im November in die Nordsee

Seit 17 Jahren organisiert der Verein Langeooger Allerheiligen-Schwimmer e. V. das Schwimm-Event am 1. November – originelle Verkleidungen gehören dazu 
„Super Mario“ war dabei, ein Scheich, manch einer hatte eine Wette verloren, einige trugen historische Badekleidung und viele kamen in Bikini, Badeanzug und Badehose, um am 17. Allerheiligen-Schwimmen teilzunehmen. Etwa 80 Teilnehmer seien an diesem 1. November zusammengekommen, die für den guten Zweck in die Nordsee eintauchten, schätzt Bernd Spies, Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins Langeooger Allerheiligen-Schwimmer e.V.
Treffpunkt war um 10.30 Uhr am Lale-Andersen-Denkmal unterhalb des Wasserturms. Dort begrüßte Bürgermeisterin Heike Horn die Teilnehmer und Zaungäste. Dann wurde – wie es Tradition ist – gemeinsam Lale Andersens bekanntes Lied „Lili Marleen“ gesungen. Interpreten waren die Langeoogerin Katja Agena am Mikrofon und Musiker Lothar Voigt an der Gitarre. Anschließend ging es zum Strandübergang Seekrug/Düne 13.
Bei Sonnenschein und 11 Grad Außentemperatur standen zahlreiche Zuschauer bis hinunter zur Wasserkante Spalier und feuerten die Schwimmer an. Zur Sicherheit der Teilnehmenden war die DLRG Ortsgruppe Langeoog an Land und im Wasser dabei. Nachdem Bernd Spies das Startsignal gab, rannten die Teilnehmenden den Strand hinunter in die auch gerade einmal 11 Grad frische Nordsee.
Wie es ist, bei solch kalten Temperaturen in die Nordsee einzutauchen, beantwortet Olaf Meyer freudestrahlend mit einem zufriedenen „Gut“. Er verbringt seinen Urlaub auf der Insel. „Ich bin extra deswegen gekommen“, sagt er über die Schwimmveranstaltung. Bereits zum vierten Mal sei er dabei. Nachdem er sich zuvor als Koch und Rettungsschwimmer aus der Fernsehserie Baywatch verkleidet hatte, kam er in diesem Jahr als „Super Mario“.
Bei Glühwein, Kakao und Bratwurst konnten sich die Teilnehmenden im Anschluss bei der After-Swim-Party, die unter Beachtung der 2G-Regel stattfand, vor der Tischtennishalle aufwärmen. Die Getränke wurden von Kramps Lütje Laden gespendet. Die Würstchen kamen aus Mannheim. Dort betreibt Philipp Burkhardt eine Metzgerei. In diesem Jahr wurde er zum vierten Mal Deutscher Weißwurstmeister (siehe Artikel „Meisterhafte Würstchen aus Waldhof“ auf Seite ???) und grillte nach dem Bad im Meer für die Teilnehmenden des Allerheiligen-Schwimmens das von ihm gespendete Grillgut.
Schwimmen für den guten Zweck
Auf der Website des Vereins heißt es: „Wir, das sind Menschen, die sich gefunden haben, um jedes Jahr am 1. November für den guten Zweck in der Nordsee schwimmen zu gehen.“ In den vergangenen Jahren konnten dadurch viele Projekte für das Gemeinwohl der Insel unterstützt werden – denn „alles bleibt auf der Insel“, betont Veranstalter Spies. Mit den Spenden konnten bislang schon ein Stromerzeuger für die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr finanziert werden, Übungsgeräte für die Ausbildung der örtlichen DLRG-Gruppe, elektrische Strandrollstühle, eine barrierefreie Umkleidekabine und Panzermatten, die Rollstuhlfahrern den Weg zu den Strandkörben erleichtern. Dieses Mal wird der Erlös der Freiwilligen Feuerwehr zugutekommen, die einen Atemluftkompressor benötigt.
Auf die Idee, an Allerheiligen ein Schwimm-Event zu veranstalten, erzählt Spies, sei man im Oktober 2005 im Hotel Flörke gekommen. So habe ein Gast ihm an der Bar gesagt, noch Ende des Monats schwimmen zu gehen, erinnert sich Spies. Seine Antwort: Im Oktober könne das jeder, aber am 1. November nicht. Zu viert gingen sie damals in die Nordsee. Damit nahm das jährliche Allerheiligen-Schwimmen seinen Anfang. -jeg-
Info zum Verein/Spendenkonto Langeooger Allerheiligen-Schwimmer e.V. 
Ziel des Vereins ist es, Projekte auf der Insel zu fördern, die das Gesundheitswesen und die freiwillige Feuerwehr auf der Insel unterstützen. Der Verein hat 370 Mitglieder – neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Der Jahresbeitrag liegt bei 20,– Euro. Weitere Informationen sind auf der Website www.allerheiligenschwimmer.de zu finden. Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden:
Sparkasse Witmund, IBAN: DE35 2855 0000 0040 0000 10
BIC: BRLADE21LER

„Ja“ sagen – zum Leben als Christ und zur Konfirmation

Festgottesdienst am 19. September in der Inselkirche
„Say Yes – sag ja!“ Das war der Leitgedanke, den Inselpastor Christian Neumann an diesem Sonntagvormittag über alles gestellt hatte. Denn darum geht es schließlich bei der Konfirmation: Es ist das bewusste „Ja“ zum christlichen Glauben, das junge Menschen geben. Das, was bei der Taufe noch passiv stattfand, findet hier seine persönliche Bestätigung. Sechs Jugendliche waren es insgesamt, die ein Jahr lang aktiv ihren Glauben gelebt, jede Woche den Konfirmandenunterricht besucht und den Katechismus gelernt haben. Am 19. September war es dann soweit: Die evangelisch-lutherische Gemeinde von Langeoog feierte zusammen mit den Eltern und Taufpaten ihren Eintritt ins kirchliche Erwachsenenleben und die Zulassung zum christlichen Abendmahl.
Victoria Baller, Smilla Frech, Hanno Janßen, Jannik Pflaum, Riccardo Pinto und Mareike Peters wurden in einem festlichen Got­tesdienst gesegnet und mit einem Konfirmationspruch bedacht, der sie nun ihr Leben lang als Christ und Christin begleiten wird. Dem feierlichen Ritual stellte Pastor Neumann eine Predigt voran, die entlang einer zentralen Passage aus dem ersten Buch der Bibel, der Genesis, die Geschichte Jakobs erzählte, der mit Gott kämpft und von ihm fordert: „Ich lasse dich erst los, wenn Du mich gesegnet hast.“
Warum diese Stelle auch zentral für den Konfirmationsunterricht ist, erläuterte der Inselpastor sogleich: „Im optimalen Fall ermöglicht die Konfi-Zeit auch so ein Ringen. Ein Ringen mit Gott. Denn im besten Fall habt ihr euch euren Gott, euren Glauben errungen. Ihn euch begreiflich und erfassbar gemacht. Und wenn es gut gelaufen ist, haben wir als Gemeinde dazu Hilfestellung geleistet. Haben Fragen angestoßen und gemeinsam Antworten entwickelt, mit denen ihr was anfangen konntet.“
Wie in der biblischen Geschichte ist die Zeit des Ringens nun für die Langeooger Konfirmanden vorbei. Mit dem „Ja zum Segen“ sei für Gott und Jakob der Kampf, ihre gemeinsame Zeit zu ­Ende gewesen. „So ist das auch heute bei uns“. Doch dieser ­Lebensabschnitt ende laut Neumann mit tiefem Vertrauen und Fürsorge für sechs „großartige Menschen“. Diesem stimmte die Gemeinde mit einem kräftigen „Ja“ zu und schickte damit die Konfirmandinnen und Konfirmanden auf ihren zukünftigen Weg als Christen.
Die Lesungen zum Gottesdienst wurden von Kirchenvorsteherin Andrea Lueg und Kirchenpraktikantin Finja Schult vorgetragen. Kantorin Noémi Rohloff begleitete an der Kirchenorgel und dem E-Piano und ließ den Langeooger Gospelchor mehrfach stimmgewaltig erklingen. Eine Kollekte am Ausgang ging auch an das Konfirmationsprojekt des diesjährigen Jahrgangs, an ein Mutter-Kind-Krankenhaus im Jemen von „Ärzte ohne Grenzen“. Wie schon im letzten Jahr fand die Konfirmation nicht wie üblich im Frühjahr, sondern im frühen Herbst und nur im Familienkreis statt. Auch die Fahrt der Konfirmanden musste in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. -Petra Wochnik-

„Doppeltes Tastenflüstern“

Klavierabend mit Hauke Kranz am 13. Oktober im HDI
„Wenn Tasten flüstern könnten, was würden sie erzählen?“ In ihren Soloabenden mit eigenen Klavierkompositionen geht die Pianistin Hauke Kranz aus Syke bei Bremen dieser Frage auf den Grund. „Poetic Piano“ nennt sie ihren Musikstil, der die Stimmung der Klaviermusik der Romantik aufgreift und mit Elementen von Film- und Entspannungsmusik im Stil von Ludovico Einaudi und Yann Tiersen kombiniert. Mit virtuosem Spiel und raffinierter Klanggestaltung nimmt die klassisch ausgebildete Pianistin ihre Hörer mit auf eine musikalische Seelenreise voller Kraft und Zärtlichkeit. Warme umhüllende Harmonien „mitten aus Herz und Bauch“ und leuchtende Melodien im Erzählton schaffen Momente zum Ankommen. Mit kleinen Geschichten skizziert sie die Stimmung der einzelnen Piano-Songs und zeigt sich ihrem Publikum ungeschminkt und nah. Berührend und poetisch entfalten sich die Melodien, die sie auf dem Klavier lebendig werden lässt. Als „Tastenflüsterin“ öffnet sie Räume, in denen die Zuhörer entspannen und träumen können.
Bereits mit vier Jahren hat Hauke Kranz die Magie des Klavierspiels für sich entdeckt. Aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus ging sie den klassischen Weg mit intensivem Klavierunterricht bis zum Studium an der Hochschule für Künste in Bremen. Es folgten viele Jahre mit Solo- und Kammermusikprogrammen im In- und Ausland. Ende 2015 gab sie erste Konzerte mit eigenen Kompositionen. Jetzt ist sie im norddeutschen Raum mit ihrem aktuellen Programm „Open Skies“ und dem an Coronabedingungen angepasstem Konzertkonzept „Doppeltes  Tastenflüstern“ unterwegs.
Der Klavierabend am Mittwoch, 13. Oktober im „Haus der Insel“ beginnt um 20 Uhr. Karten: 16,– /10,– Euro, sind erhältlich bei der Tourist-Info im Haus der Insel oder online. -ut-