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Schießverein blickt auf ein ereignisreiches Jahr

Matthias Richter als erster Vorsitzender bestätigt 
Traditionell lud der Schießverein Langeoog am zweiten Mittwoch im März zu seiner Jahreshauptversammlung ein. Vor zahlreichen Mitgliedern blickte Vorsitzender Matthias Richter auf ein aktives Jahr mit abwechslungsreichem Programm. Zu den Klassikern zählten das Schießen auf der 100-Meter-Bahn in Middels, die Vereinsmeisterschaft, das Pokalschießen für Gäste und Insulaner, die Ferienpass-Aktion für Inselkinder, das Vereinskönigsschießen, Wettkämpfe untereinander und die Weihnachtsfeier.
Zum zweiten Mal nahm der Schießverein mit einer Gruppe am Club- und Vereinsschießen in Esens teil. Eine Woche später waren Vereinsmitglieder zusammen mit der freiwilligen Feuerwehr Langeoog im Juli beim großen Festumzug des 442. Esenser Schützenfestes vertreten. An dieser Stelle einen herzlichen Gruß und Dank an die Feuerwehrler für die aktive Unterstützung!
Erstmals besuchten Mitglieder den Jade Wurftaubenclub e.V. bei Wilhelmshaven und übten sich beim Trapschießen. Außerdem wurden eine Vereinsmeisterschaft und Kreismeisterschaft in der Disziplin „Pistole 2.53“ auf Langeoog ausgetragen. Spontan wurde zum „Martini-Schießen“ eingeladen.
2019 waren verschiedene Arbeitseinsätze mit Reparaturen und Erneuerungen im Vereinsheim sowie auf der Schießanlage notwendig. Matthias Richter bedankte sich bei allen Mitgliedern, die geholfen hatten.
Als besonderes Ereignis bezeichnete der Vorsitzende das Wanderpokalschießen der Langeooger Gruppen und Vereine, das  große Resonanz erfuhr. Ende September fand die festliche Proklamation statt. Außerdem freute sich der Schießverein über den Besuch der örtlichen Jugendfeuerwehr, die zum wiederholten Mal ihren Jugendkönig ausschoss, sowie über den Besuch der 11. Corporalschaft der Schützencompagnie aus Esens.
Kassenbericht und Wahlen 
Nach den Worten von Kassenwartin Doreen Richter steht der Verein auf gesunden Füßen. Im Anschluss an den Bericht der Kassenprüfer Willy Bollenberg und Wilfried Schlichting wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Ebenfalls einstimmig in ihrem Ämtern bestätigt wurden der erste Vorsitzende Matthias Richter, sein Stellvertreter Stephan Volkmann und Kassenwartin Doreen Richter. Sie bedankten sich für das Vertrauen.
Der Schießverein zählt aktuell 86 Mitglieder und trifft sich in der Regel mittwochs ab 18 Uhr sowie sonntags ab 15 Uhr (nach Absprache) am Schießstand an der Willrath-Dreesen-Straße. Interessierte LangeoogerInnen und Gäste sind jederzeit willkommen.
Für 2020 sind wieder viele Aktivitäten geplant: Termine auf www.schiessverein-langeoog.de.
Bis Mitte August lädt der Schießverein alle Langeooger Gruppen und Vereine ein, wieder um den Wanderpokal und internen König zu schießen. Die Proklamation findet am 29. August statt. Terminabsprache unter Tel. 04972-848.   -Doreen Richter-

Bund schnürt Maßnahmenpaket

Finanzielle Unterstützung für Firmen und Betriebe
Die Bundesregierung tritt entschlossen und mit aller Kraft den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus entgegen. Ein weitreichendes Maßnahmenbündel soll Arbeitsplätze sichern und Unternehmen unterstützen. Firmen und Betriebe werden mit ausreichend Liquidität ausgestattet, damit sie gut durch die Krise kommen. „Wir haben die finanzielle Kraft, die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zu bewältigen“, betont Bundesfinanz-    minister Olaf Scholz.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Handwerksbetriebe können ab sofort finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie kurzfristig Homeoffice-Arbeitsplätze schaffen. Erstattet werden bis zu 50 Prozent der Kosten einer unterstützenden Beratung durch ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) autorisiertes Beratungsunternehmen. Das Förderprogramm „go-digital“ des BMWi sieht hierfür ein spezielles, schnelles und unbürokratisches Verfahren vor.
Darüber hinaus gelten folgende weitere Maßnahmen:
Das Kurzarbeitergeld wird flexibler. Unternehmen können es künftig unter erleichterten Voraussetzungen erhalten. So kann Kurzarbeitergeld unter anderem bereits dann beantragt werden, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Ausfall betroffen sind. Fragen dazu beantwortet die zuständige Agentur für Arbeit.
Die Liquidität von Unternehmen wird durch steuerliche Maßnahmen verbessert. Zu diesem Zweck wird die Stundung von Steuerzahlungen erleichtert, Vorauszahlungen können leichter abgesenkt werden. Auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge wird im Zusammenhang mit den Corona-Auswirkungen verzichtet. Beratend zur Seite stehen Finanzämter oder Steuerberater.
Die Liquidität von Unternehmen wird durch neue, im Volumen unbegrenzte Maßnahmen geschützt. Dazu werden die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht, etwa die KfW- und ERP-Kredite. In diesem Falle ist die jeweilige Hausbank erster Ansprechpartner.
Das Land Niedersachsen wird zusätzlich Förderprogramme sowie Zuschüsse auf den Weg bringen. Bei der NBank wird daher gegenwärtig ein Kredit-Programm für kleine und mittlere Unternehmen als schnelle Liquiditätshilfe vorbereitet. Die Hilfen sollen über die landeseigene Förderbank NBank abgewickelt werden, wie das Wirtschaftsministerium am 12. März in Hannover mit-teilte.
„Der Wirtschaft muss schnell und unkompliziert geholfen       werden“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann. Er begrüßte die am selben Tag von der Bundesregierung zugesagten unbegrenzten Kreditprogramme zur Unterstützung von Unternehmen während der Coronakrise (siehe www.kfw.de). -ut-
Hotlines für Unternehmen:
Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus (Quarantänemaßnahmen, Umgang mit Verdachtsfällen, etc.):
Telefon: 0 30 / 3 46 46 51 00
Montag bis Donnerstag (8 bis 18 Uhr), Freitag (8 bis 16 Uhr);
Bürgertelefon des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes
Telefonnummer: 05 11 / 4 50 55 55
Montag bis Donnerstag (8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr),
Freitag (8 bis 12 Uhr).
Hotline für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus:
Telefon: 0 30 / 1 86 15 15 15
Montag bis  Freitag (9 bis 17 Uhr);
Hotline zu Fördermaßnahmen:
Förderhotline: 0 30 / 1 86 15 80 00
Montag bis Donnerstag (9 Uhr bis 16 Uhr);
Beantragung von Kurzarbeitergeld:
Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.
Unternehmerhotline der Bundesagentur:
Telefon: 08 00 / 4 55 55 20
Hotline für Fragen zu Ausnahmegenehmigungen:
BAFA-Hotline: 0 6196 / 9 08 14 44
E-Mail: schutzausruestung@bafa.bund.de
Infotelefon des Bundeswirtschaftsministeriums zum Coronavirus (nur wirtschaftsbezogene Fragen):
Telefon: 0 30 / 18 61 50

Skatfreunde erkunden Danzig

Langeooger Trio besucht Polens Hansestadt
„Das war eine runde Sache.“ Zufrieden blickt Hans-Jörg „Atze“ Numrich auf die jüngste Städtetour der Langeooger Skatfreunde. Waren schon europäische Städte wie Riga, die Römerstadt Trier, Amsterdam, Berlin, Brüssel, Budapest oder Luxemburg Ziele der reisefreudigen Skatspieler, führte die diesjährige Tour „Atze“ Numrich, Dieter Schmidt und Heinz Schwede nach Danzig. Die Stadt in Polen gehört wie Bremen oder Hamburg seit 1361 dem mittelalterlichen Bund der Hanse an.
Los ging es am 4. März zunächst nach Bremen, wo die kleine Reisegruppe in den Flieger der Airline „Wizz Air“ stieg, der sie in  nur eineinhalb Stunden in die „goldene Stadt an der polnischen Ostsee“ flog. Domizil für fünf Tage war das Aparthotel „Neptun“ mitten in der bunten Altstadt von Danzig. Von dort aus konnten die Sehenswürdigkeiten und prächtige Architektur von Gdansk, wie die Stadt im Polnischen heißt, bequem zu Fuß erkundet werden. Dazu zählten das Krantor als historisches Wahrzeichen der Stadt am Ufer der Mottlau ebenso wie die mittelalterliche Marienkirche als eine der größten Backsteinkathedralen der Welt und der Neptunbrunnen in Danzigs Prachtstraße.
Aber auch gute Restaurants und Cafés wurden nicht außer Acht gelassen, in denen die drei Langeooger in fröhlicher Runde gerne ihrem Kartenspiel frönten. Selbstverständlich durfte auch das imposante Danziger Hafenviertel mit seinen Werften, riesigen Passagierfähren und Umschlagplätzen von Kohle und anderen Gütern bei der Erkundung nicht fehlen. Mit einer alten Kogge ging es rauf bis zur Ostsee. Das Trio war sich einig: Danzig ist eine Reise wert.   -reh-

Günter Suttner gewinnt Preisskat

Skatturnier für Jedermann wieder erfolgreich
Der Preisskat für jedermann, veranstaltet von der Ortshandwerkerschaft, hat seit mehr als zwei Jahrzehnten Tradition auf Langeoog. Gesamtsieger des dreitägigen Turniers wurde Günter Suttner, der damit am letzten Abend einen gut gefüllten Präsentkorb mit nach Hause nehmen konnte. Auf Platz zwei behauptete sich Bernhard Mennen vor Dieter Schmidt.
Wie in den Vorjahren organisierte Hans-Jörg „Atze“ Numrich das kleine, aber feine Turnier, das an drei Winterabenden jeweils freitags in verschiedenen Lokalitäten auf der Insel stattfand. Wie der Name schon sagt, kann jedermann und      -frau teilnehmen, der oder die Spaß am gepflegten Reizen und Stechen in angenehmer Atmosphäre hat.
Erstes Treffen fand am Freitag, 7. Februar im Restaurant „Alte Post“ statt. Dort fanden sich 13 Skatfreunde ein, unter ihnen auch zwei Frauen, alle in der Erwartung, ein gutes Blatt in der Hand halten zu können. Sieger wurde Günter Suttner. Am 14. Februar setzte sich Heinz Pree gegen 15 Mitspieler im Restaurant „In’ t Dörp“ durch. Die letzte Runde wurde schließlich am 21. Februar im Hansa-Café ausgetragen, wo Dieter Schmidt von 16 Teilnehmern den bes­ten Skat spielte. Sämtliche Gewinner konnten sich an den drei Abenden über wertvolle Sachpreise freuen. Bei allem Ehrgeiz im Spiel standen jedoch Spaß und Geselligkeit im Vordergrund. Alles in allem war „Atze“ Numrich mit der Resonanz sehr zufrieden.   -reh-

Standort Ostfriesland stärken

Wittmunder Landrat Heymann zu Gast im Handwerk
Für den engen Schulterschluss traf sich Holger Heymann, Landrat des Landkreises Wittmund, mit der Führungsspitze der Handwerkskammer für Ostfriesland. Neben der Fachkräftesicherung und der Qualität der dualen Ausbildung wurden wirtschaftliche Aspekte angesprochen. Präsident Albert Lienemann und Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs verwiesen auf die rund 770 in der Handwerksrolle eingetragenen Betriebe, die etwa 5.000 Mitarbeiter beschäftigen. Sie alle tragen zum wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand im Harlingerland bei. Die Region zwischen Carolinensiel, Friedeburg und Westerholt ist durch Tourismus, Landwirtschaft, als Bundeswehrstandort und einige große Firmen wie Rehau und den Kavernenanlagen in Etzel geprägt. Aber auch kleine und mittelständische Unternehmen, allen voran das Handwerk, nehmen eine wichtige Wirtschaftsrolle ein, waren sich die Gesprächspartner einig.
Die meist familiengeführten Betriebe sicherten Arbeitsplätze in jeder globalen Krise, erklärte Lienemann. So zählt das Handwerk mit rund 130 Ausbildungsbetrieben und derzeit um die 240 Lehrlinge im Landkreis als größter Ausbilder. „Damit nimmt der Wirtschaftszweig eine breite gesellschaftliche Verantwortung wahr, in dem es auch über den eigenen Bedarf ausbildet“, so der Präsident weiter. Die Betriebe seien unverzichtbar für Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Ideen und Innovationen, Qualität und Know-how sowie Tradition und Fortschritt.
Landrat Heymann sprach die enge Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsförderkreis Harlingerland an, durch die die Verwaltung engen Kontakt zu den Unternehmen pflegt. „Uns ist es wichtig, die Betriebe zu unterstützen, wenn es um zügige Genehmigungen oder einer funktionierenden Infrastruktur geht“, sagte er. Dabei verwies der Landrat auf die derzeitigen strukturellen Veränderungen in Ostfriesland. Der Wegfall von Arbeitsplätzen in den größten Industrieunternehmen Volkswagenwerk Emden und dem Windkraftanlagenhersteller Enercon in Aurich hinterließen auch im Landkreis Wittmund Spuren, so Heymann. „Ich hätte mir gewünscht, dass sich Deutschland zur Energiewende bekennt. Die Entwicklung in der Windkraftbranche ist sehr bedauerlich“, kommentierte er die Lage.
Vor diesem Hintergrund warb der Landrat für die Bewerbung beim Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ und stieß auf offene Türen. Die Handwerkskammer hatte bereits ihre Unterstützung zugesagt. Das Bundesbildungsministerium will damit Regionen bei der Entwicklung von Strukturwandel-Konzepten finanziell fördern. In den Vorhaben haben sich die Landkreise Aurich, Leer, Wittmund, die Stadt Emden, die Hochschule Emden/Leer sowie die hiesigen Kammern zu Bündnispartnern zusammengeschlossen. Gemeinsam soll der Stand-ort als Drehscheibe für die Energiewende, aber auch in Sachen Mobilitätswirtschaft, maritimer Wirtschaft und Logistik vorangebracht werden. „Letztendlich ist jeder Euro, der bei uns ankommt, wertvoll“, resümierte Heymann. -ut-

„Fairer Rosenmontag“ ist Auftakt

Aktionen 2020 der AG Fairtrade-Insel Langeoog
Sind an Rosenmontag in den Karnevalshochburgen bekanntlich die Jecken los, hat der „heimliche Feiertag der Rheinländer“ auf  Langeoog in diesem Jahr eine völlig neue Bedeutung bekommen. Die Mitglieder der AG Fairtrade Insel Langeoog nahmen  den Rosenmontag wörtlich und verteilten hier im Rahmen der Fairtrade Deutschland-Aktion „Flower Power – Frauenrechte stärken“ auf der Insel 150 fair produzierte und gehandelte Rosen, um auf die weltweite Situation von Frauen in der Blumenproduktion aufmerksam zu machen. „In zwei Stunden hatten wir alle Rosen locker verteilt“, sagt AG-Sprecher Frank Niemeier. Der „Faire Rosenmontag“ soll nun zur guten Tradition werden. Die Aktion wurde durch das Blumenhaus Peters und Fairtrade Deutschland unterstützt.
„Wir haben uns dieses Jahr bewusst für eine andere Aktion als in den Vorjahren entschieden“, betont Frank Niemeier. Bisher seien in erster Linie Langeoogs Fairtrade Partnerbetriebe, Institutionen und Einrichtungen mit Rosen bedacht worden. Anlässe waren schon der Weltfrauentag, Muttertag oder das alljährliche Insulanertreffen „Insulaner unner sück“. „Wir sehen die Aktion in erster Linie als Aufklärung und Werbung für fairen Handel an“, weist Frank Niemeier auf die Arbeiterinnen hin, die auf den Blumenplantagen für einen miserablen Lohn ausgebeutet werden und durch Pestizideinsatz zudem noch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.
Jahresprogramm
Zu den weiteren Aktivitäten der AG zählt die „Fashion Revolution Week“. Die Aktion, die bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in der Textilbranche fordert, wurde nach dem schweren Unglück in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 ins Leben gerufen. Bei dem Fabrikeinsturz starben mehr als 1.100 Menschen, 2.500 wurden verletzt. Auf Langeoog ist eine besondere Plakataktion mit dem Slogan: „Mein Lieblingsstück – Ich will’s fair“ in Vorbereitung. „AG-Mitglieder und Partner lichten sich mit ihrer Lieblingsklamotte aus der Fairtrade-Produktion ab“, erläutert Niemeier. Wann die Plakate druckfertig sein werden, ist jedoch ungewiss, da das Foto-Shooting wegen des Coronavirus bisher nicht stattfinden konnte.
Vom 1. bis 3. Mai findet laut Plan die jährliche „Mango-Aktion“ der evangelisch-lutherischen Inselkirche statt, die Partner der  AG Fairtrade Insel Langeoog ist. „Auch dieser Termin hängt vom Verlauf der Coronavirus-Epidemie ab“, sagt Frank Niemeier. Von einer kleinen Verkaufs-Aktion mit „vielen hundert Mangos“ nur für Inselbewohner bis hin zur Absage der Aktion sei alles möglich. Mit dem Erlös wird die Handwerkerschule CPET in Kondougou, Burkina Faso unterstützt.
Am 6. Juni plant die AG das „Faire Frühstück“. Die „Faire Woche“ findet vom 11. bis 25. September statt.
Zurzeit wird der „Fairtrade-Führer“ aktualisiert. Darüber hinaus kreieren die Mitglieder gemeinsam mit der bayerischen Schokoladenmanufaktur „Biehler-Schokoladen“ eine neue Variante für die Langeooger „Bio-Fairtrade-Schokolade“. Die Initiatoren möchten das Meersalz des Nordens mit fair gehandelter Schokolade vereinen und zu einem neuen Geschmackserlebnis machen. -reh-

„de Flinthörners“liegen (noch) vor Anker

Premiere des Langeooger Shantychors verschoben –
Shantyfestival auf Langeoog geplant
Noch immer liegen „de Flinthörners“ auf ihrer Dreimastbark „Hoffnung“ im Hafen fest. Dabei wollte der Langeooger Shantychor längst schon Kurs auf sein Publikum nehmen. Doch die für den 30. März angesetzte Premiere musste ebenso ausfallen wie das geplante Osterkonzert am 13. April.
„Zum Ausgleich hatten wir schon ein Konzert vor leerem Saal geplant, das live im Internet übertragen werden sollte“, berichtet Gerrit Agena, Vizevorsitzender der „Flinthörners“. Doch das ­wegen der Corona-Pandemie ausgesprochene Versammlungsverbot machte den Plan zunichte. Auch gemeinsame Proben können vorläufig nicht stattfinden. „Unsere Chorleiterin ‚Puppa‘ Peters hat uns angehalten, einzeln daheim zu üben.“
Da ist Disziplin gefragt. Doch die bringen die „Flintis“ gerne auf. Wissen sie doch: Das beste Mittel gegen Ansteckung ist die NPI (Nicht-Pharmazeutische Intervention), sprich: vorerst zu Hause bleiben. Denn eines steht fest, auch wenn der Termin noch nicht feststeht: „Eine Premiere soll es auf jeden Fall geben.“
Ihren ersten Auftritt 2020 …
hatten „de Flinthörners“ übrigens schon am 5. Januar, auf dem Neujahrsempfang der Inselgemeinde. Hier erfreuten sie Langeoogs neue Bürgermeisterin Heike Horn mit einer spontanen Umdichtung des Evergreens „Kap Horn“, als sie im Refrain „und dann sailen wir so langsam mit Frau Horn …“ sangen. Kurz darauf unternahmen die singenden Seebären ihre obligate Jahresfahrt, die sie am 17. und 18. Januar in das westfälische Münster führte.
Viel zu besprechen gab es auf der Generalversammlung am 20. Januar: Für den Sommer ist ein Besuch beim befreundeten Shantychor von Langesund in Norwegen geplant, außerdem soll Ende Oktober das 1. Langeooger Shanty-Festival stattfinden. Zu dem hat sich ein rundes Dutzend Chöre und Gruppen angesagt, darunter auch einige aus den Niederlanden. „Zu Gehör kommen nur echte Shantys“, erklärt Chorleiterin „Puppa“ Peters, „also weder ‚La Paloma‘ noch ‚Auf der Reeperbahn‘.“ Vorbereitet wird das Shanty-Großereignis vom Flinthörners-Vorstand mit dem 1. Vorsitzenden Raimund Buss, Vizevorsitzenden Gerrit Agena, Kassenwart Torsten Meyer und Schriftführer Klaus Kremer. Man darf sich schon auf den Herbst freuen. -ut-

eyer und Schriftführer Klaus Kremer. Man darf sich schon auf den Herbst freuen. -ut-

Neues aus dem Kur- und Wellness-Center

Egal, wie das Wetter wird: Dieser Frühling lässt die Herzen nur bedingt lächeln. Vieles, auf das man sich gefreut hat, muss ausfallen. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie hat nur eines Priorität: unser aller Gesundheit. Dies gilt in besonderem Maße für das Kur- und Wellness-Center (KWC), dessen Aufgabe es ist, das Wohlbefinden seiner Gäste zu aktivieren und zu steigern. Dazu haben der therapeutische Leiter Michael Thannberger und sein qualifiziertes Team ein umfassendes Thalasso-Programm entwickelt.
Kenntnisstand bei Redaktionsschluss war, dass alle Veranstaltungen zunächst bis einschließlich Samstag, 18. April ausfallen müssen. Aktuelle Infos erfolgen über die Aushänge des Tourismus-Service und die Langeoog-App. Auch in schwieriger Zeit wünscht das KWC-Team allen „Utkieker“-Leserinnen und Lesern ein frohes – und vor allem gesundes – Osterfest 2020.
Therapiebecken: Boden neu verfliest
Von Mitte Januar bis Mitte Februar 2020 blieb das Therapiebecken im Kur- und Wellness-Center geschlossen. Grund waren zunächst die üblichen Wartungsarbeiten. In deren Verlauf stellte sich heraus, dass der Beckenboden erneuert werden musste: „Zunächst sah es so aus, als wären nur ein paar Fliesen auszutauschen. Doch schnell sahen wir, dass das nicht ausreicht“, berichtet Michael Thannberger. Flugs wurden die Kacheln komplett entfernt und der Boden neu verfliest – in Hellblau statt Weiß. Seit dem 18. Februar ist das Therapiebecken wieder betriebs­bereit für die beliebten Aqua-Kurse im 32 °C warmen Meerwasser. Wann Aqua-Fitness, Aqua Power und Aqua-Cycling wieder angeboten werden, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Hier bitte die Hinweise des Tourismus-Service beachten.
Thalasso-Fortbildung auf Norderney
Das Thema Thalasso ist an der Küste von zentraler Bedeutung. Immer mehr Menschen gönnen sich eine Thalasso-Auszeit (griech. thálassa: Meer), sprich: Sie nutzen die Heilkraft der Nordsee. Das Kur- und Wellness-Center hat Thalasso-Angebote schon seit Jahren fest in sein Programm integriert. 2014 folgte die Zertifizierung zur „geprüften Thalasso-Einrichtung“, zugleich wurde Langeoog gemeinsam mit Norderney als Thalasso-Nordseeheilbad klassifiziert. Die Inseln waren die ersten Orte in Deutschland, die mit dem Gütesiegel ausgezeichnet wurden.
Doch weil sich auch Gutes noch verbessern lässt, nimmt Langeoog regelmäßig an Fortbildungen zum Thema teil. Wichtig sind die Thalasso-Fachseminare, die die Staatsbad Norderney GmbH seit einigen Jahren für Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen und Gesundheitstourismus abhält. Unter reger Beteiligung fand vom 28. Februar bis 1. März 2020 das 13. Seminar statt. „Mit rund 45 Teilnehmern von den Ostfriesischen Inseln und der Küste zählte das diesjährige Seminar zu den größten seiner Art“, berichtet Michael Thannberger, der die Kurse seit Anbeginn besucht. Mit dabei waren Gisela Albrecht und Chiara Lengdobler vom KWC-Team.
Die wissenschaftliche Leitung hatte der Norderneyer Privat­dozent Dr. Friedhart Raschke. Weitere Referenten aus Norderney waren Chefarzt Florian Knöpfel und M.A. Anja Raschke (beide Seeklinik), Heiko Wenzig (Leiter Badehaus) und Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Karin Rass. Aus Westerstede kam Dr. med. Wibke Oswald, Oberärztin der Ammerland-Klinik. In 16 Unterrichtseinheiten brachten sie den Teilnehmer/innen die „Thalassotherapie in Theorie und Praxis“ nahe. Das Themenfeld reichte von der „Physiologie der Entschleunigung“ über „Auswirkungen maritimer Ernährung auf das Mikrobiom des Darms“ bis zur „Bewegungstherapie im Meer und am Strand“.
„Es ist uns wichtig, unser Team immer auf dem neuesten Stand zu halten“, erläutert Michael Thannberger die Bedeutung dieser Fortbildung. Wertvoll sei auch der Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern. „Außerdem können wir aus den aktuellen wissenschaftlichen Fakten neue Ideen und Angebote schöpfen.“ Man darf gespannt sein. -köp-

Kur(z) und bündig

Neues vom Tourismus-Service Langeoog

› TV-Tipp: SOKO Wismar am 8. April
Mörderisches Langeoog: Am Mittwoch, 8. April zeigt das ZDF ein Special seiner Serie „SOKO Wismar“, das auf der Nordseeinsel spielt. „Nach der Ebbe kommt der Tod“ heißt die Episode im Spielfilmformat (Drehbuch: Anke Klemm, Regie: Steffi Doehlemann), die um 20.15 Uhr beginnt.
Zur Handlung: Eigentlich sind Hauptkommissar Jan Reuter (Udo Kroschwald) und Gerichtsmedizinerin Helene Sturbeck (Katharina Blaschke) im wohlverdienten Urlaub auf Langeoog. Aber dann entdeckt Helene eine Leiche in den Dünen: Ella, die Tochter des Fischers Eike Lüders. Vor einem Jahr verschwand sie nach einem Streit mit ihrem Vater. Inselpolizistin Karine Jaspers (Hanna Plaß), mit dem Fall überfordert, nimmt dankbar die Hilfe des SOKO-Duos an. Doch die Ermittlungen versetzen die Insel in Unruhe, denn die Zahl der Verdächtigen nimmt zu …
Im Mai und Juni 2019 drehte die „Cinecentrum Berlin Film­produktion“ auf Langeoog das 90-minütige Special. Der Arbeits­titel lautete damals noch „Unter Sand“. Am Dreh, der sich über die gesamte Insel verteilte, waren vor und hinter der Kamera bis zu 50 Personen beschäftigt. Zahlreiche Insulanerinnen und Insulaner wirkten als Komparsen mit. Die Langeoog-Fans unter den Zuschauern werden vermutlich einiges wiedererkennen. So dienten unter anderem das Seglerheim am Hafen und das TSV-Vereinsheim (das zum FSV-Heim wurde) als Kulisse.
SOKO Wismar ist eine deutsche Kriminalserie. Sie wird seit 2004 im ZDF ausgestrahlt und läuft mittwochs im Vorabendprogramm. Mittlerweile wird die 17. Staffel ausgestrahlt. „Nach der Ebbe kommt der Tod“ ist das vierte 90-minütige Serien-Special in Spielfilmlänge nach „Nasser Tod“ (2007), „Das dritte Feuer“ (2009) und „Bittere Weihnacht“ (2017). – Auf Langeoog war ­geplant, den Krimi live auf Großbildleinwand im „Haus der Insel“ zu übertragen. Die Veranstaltung muss wegen der Corona-Krise ausfallen. Wenigstens bleibt nun das spannungsgeladene TV-Vergnügen daheim.
› Strandverlegung nach den Winterfluten
Sie sind die wahren Architekten des Strandes: Winterstürme. Die eisigen Naturgewalten mit ihren Sturmfluten verändern – wie zuletzt Sturmtief „Sabine“ – das Strandprofil oft nachhaltig. Damit stellen sie den Tourismus-Service Langeoog und sein Strandteam jedes Jahr vor neue Herausforderungen. Diesmal hat es am Oststrand massive Abbrüche gegeben: „Hier können kaum Strandkörbe aufgestellt werden“, berichtet Axel Schlemann, Leiter des Tourismusmanagements. Zudem musste dort der Übergang an der ehemaligen Seenotstation gesperrt werden, da er derzeit nicht mehr passierbar ist.
Doch braucht niemand zu befürchten, keinen Strandkorb nutzen zu können. Insgesamt rund 1.400 Exemplare wird das Team auf die Badestrände von West nach Ost verteilen. Dabei ist geplant, den Sportstrand vom Hauptbad in Richtung Osten zu verlegen, zum Strandübergang „Seekrug“. Dort liegt er in direkter Nachbarschaft zum Sporthus und der Tischtennishalle. Außerdem wird so am Hauptbad mehr Platz für Strandkörbe geschaffen. Östlich von Gerk-sin-Spoor und am Übergang Hunpad im Wes­ten liegen die Hundestrände, auch zwei Nichtraucherstrände sind wieder an Ost- und Weststrand angesiedelt. Einzelheiten zu den aktuellen Strandabschnitten verzeichnet ein neuer Ortsplan, der zum April aufgelegt werden soll.
Nach wie vor gilt: Das Betreten der vorgelagerten Sandbank ist lebensgefährlich und daher unbedingt zu vermeiden. Immer wieder geschieht es, dass Gäste beim Spaziergang von der Flut überrascht werden oder in einem Schlickfeld bedrohlich steckenbleiben. Bitte unbedingt die Hinweistafeln am Strand beachten!
› Neugestaltung westlicher Rathauspark
Lange Zeit diente er als Baustellenlager, jetzt nimmt der westliche Rathauspark neue Gestalt an. Der Zugang wird durch Auffüllung der tief liegenden Parkfläche barrierefrei zugänglich gemacht und an alle angrenzenden Straßen und Wege behindertengerecht angebunden. „Der neu geschaffene Raum wird sich als ein großzügig gestalteter grüner Treffpunkt im Dorfzentrum mit verschiedenen Nutzungen für Inselbewohner, Tagesgäste und Urlauber darstellen“, erklärt die Inselgemeinde als Bauherrin. Er könne auch als attraktiver Treff- und Ausgangspunkt für Führungen und Wanderungen genutzt werden.
Dieser multifunktionale Raum soll einerseits dem Verweilen, ­etwa dem Sonnen und Relaxen dienen, andererseits aber auch vielfältige Aktivitäten wie kleinere Veranstaltungen im Freien ­ermöglichen – von Spielen über Flohmärkte und Musik bis zu Maibaumfest und Weihnachtsmarkt.
Geplant ist eine Fläche, die teilweise erhöhtem Nutzungsdruck standhält, aber auch weniger benutzte grüne Ruhebereiche aufweist. An der West- und Nordseite wird der grüne Platz mit Linden bepflanzt. Rotbuchenhecken bieten ganzjährig zusätzlichen Sicht- und Windschutz. Im Osten geht der Park in einen Vorplatz über, der an das Rathaus angrenzt. Locker gewachsene Baumreihen aus Stieleichen gliedern den Vorplatz und lassen ganzseitig offene Verbindungen zu. Die großen, alten Kastanienbäume bleiben bestehen. Vom Süden, der Hauptstraße her, wirkt die freie Sicht auf den Platz einladend offen. Die Rasenfläche kann mit sich selbst aussäendem Elfenkrokus und Schneeglöckchen bestückt werden und einen attraktiven Frühlingsaspekt bieten.
Grundsätzlich werden das in der Dorferneuerung verwendete Material und die Farbgebung aufgenommen und in der Planung berücksichtigt. Die rund 1.200 Quadratmeter große Platzfläche erhält großflächig Rasen und kleinflächig Pflaster. Ein etwa 2,40 Meter breiter Klinkerweg führt von der Hauptstraße direkt zum Vormann-Otten-Weg als wichtige Wegeverbindung zur Barkhausenstraße. Im vorderen Platzbereich wird eine Teilfläche mit Betonpflaster ausgeführt, die intensive Belastungen zulässt.
Ausstattung: Im gut besonnten hinteren Platzbereich wird ein Holzpodest mit drei eleganten Drehsesseln platziert, das Magnetwirkung ausüben soll. Die Sessel sind abnehmbar geplant, um die erhöht liegende Fläche als Bühne nutzen zu können. Weitere Sitzgelegenheiten als Bänke (Typ Langeoog) werden unter der westlichen Baumreihe und an der westlichen Rathausfassade stehen. Für diese Bänke ist an ein Sponsoring gedacht, das bereits sehr erfolgreich auf Langeoog praktiziert wird. Eine „Wassersäule für jeden“ ergänzt das Angebot.
Die Fertigstellung des neuen Rathausparks ist, Wind und Wetter vorbehalten, für Mai angedacht, wobei die Rasenfläche voraussichtlich noch nicht betretbar sein wird. Einen Termin für die offizielle Einweihung gibt die Inselgemeinde beizeiten bekannt.
› LangeoogApp nutzen 
Sie hat sich längst etabliert und ist zurzeit wichtiger denn je: die LangeoogApp für mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet. Im Mai 2018 gestartet, wies sie zunächst auf Schiffsausfälle und Verzögerungen hin. Inzwischen bietet die kostenlose App – über Fahrplanänderungen hinaus – zahlreiche aktuelle Informationen. Ebbe und Flut können hier ebenso abgefragt werden wie Veranstaltungen, Webcams oder das Wetter.
Während der momentan herrschenden Corona-Krise wurden und werden auch dringende Mitteilungen der Inselgemeinde über diesen Kanal verbreitet: „Viele Gründe, die für die App sprechen. Bitte machen Sie Gebrauch von ihr“, empfiehlt der Tourismus-Service Langeoog. Wer die LangeoogApp bislang noch nicht hat, kann sie hier schnell und einfach über den nebenstehenden QR-Code aufs Smartphone laden. -köp/ut-

Gemeinde-Rat und Tat

Neues von der Inselgemeinde Langeoog
Langeoog in Zeiten des Corona-Virus
Das hatte bis vor Kurzem niemand auf dem Zettel: dass eine neuartige Viruskrankheit das Leben und seine Qualität weltweit erschweren und lähmen würde. Behörden von Bund über Land und Kreis bis zur Kommune mussten strikte Verfügungen erlassen. Empfindlich treffen diese auch Langeoog, das – zunächst einmal – bis zum 18. April vor allem eines ist: eine Urlaubsinsel ohne Urlauber.
Vorübergehend für Publikumsverkehr geschlossen, ist im Rathaus dennoch viel zu tun. Krisensitzungen, Telefonkonferenzen mit dem Landkreis, die Umsetzung aktueller Verfügungen: Bürgermeisterin Heike Horn und Team sind täglich neu gefordert, oft bis spät in die Nacht. Denn täglich werden Erlasse geändert, kommen neue hinzu. Langeoog hatte im Landkreis Wittmund den ersten Corona-Fall, der inzwischen zum Glück wieder auskuriert ist. Zu den derzeitigen Beschränkungen zählen Versammlungsverbote und Betriebsschließungen sowie Einschnitte im Fährverkehr. So werden seit dem 24. März – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur noch Personen nach Langeoog befördert, die ihren ersten Wohnsitz auf der Insel haben. „Diese und weitere Maßnahmen dienen einzig der Verzögerung der Ausbreitung des Coronavirus und dem Schutz der Gesundheit aller“, appelliert Heike Horn an die Einsicht der Betroffenen. „Die Regelungen für das Leben auf der Insel haben natürlich gravierende Folgen. Wir, die wir alle vom Tourismus leben, sind hier zu besonderer Solidarität aufgerufen und ich hoffe hier auf viel Kreativität und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.“
Ratssitzungen im HDI
Das politische Leben indes geht weiter: Wichtige Sitzungen des Gemeinderats, die der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit dienen, finden im „Haus der Insel“ statt. Dazu gehört etwa die Verabschiedung von Satzungen ebenso wie die Entscheidung über die Zukunft von KWC und HDI. Sitzungsort ist der große Saal, sodass der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden kann. Eingeschränkt wird die Personenanzahl, denn ­„Sicherheit hat Vorrang!“, so Bürgermeisterin Heike Horn. „Dafür bitten wir schon an dieser Stelle um Verständnis!“ Das grundsätzliche Versammlungsverbot wird nur aufgehoben, wenn es sich um Sitzungen handelt, wo gemäß gesetzlicher Vorgabe die Bürger dabei sein dürfen und sollten. – Aktuelle Nachrichten und Termine verbreitet die Inselgemeinde auch über die LangeoogApp (nähere Infos sowie Download per QR-Code im „Kurz und bündig“ dieser Ausgabe).
Erste Bürgerversammlung im Februar
Am Mittwoch, 5. Februar 2020 fand um 19.30 Uhr im großen Saal des HDI die erste Bürgerversammlung statt, zu der die neue Bürgermeisterin namens der Inselgemeinde eingeladen hatte. Rund 280 Langeooger/innen, darunter den Gemeinderat,  begrüßte Bürgermeisterin Horn, die zunächst auf ihre ersten 100 Tage im Amt blickte.
Mit denen sei sie „absolut zufrieden“, so Heike Horn, auch wenn einiges zu verbessern sei, wie Amtsstruktur, Kommunikation und Kunden­orientierung. Personell sei Langeoog gut aufgestellt: „Ich erlebe viele engagierte Mitarbeiter mit guten Ideen.“ Ein „dicker Brocken“ seien die ­Finanzen: Durch den Nichtverkauf von HDI und KWC fehlten sieben Millionen Euro, die bereits im Haushalt eingeplant waren. Eine Zwangsverwaltung durch den Landkreis, mit dem man ­Gespräche führe, sei die schlechteste Option. Zu den Zielen von 2020/21 nannte Horn eine Paketlösung für KWC und HDI, die Steigerung der positiven Außen- und Innendarstellung, forcierten Mietwohnungsbau, ein restriktives Finanzmanagement („Alles kann auf den Prüfstand kommen“) und eine Antikorruptionsrichtlinie mit einem neutralen Ombudsmann.
Im zweiten Teil des Abends konnten die Anwesenden – auch anonym – schriftlich eingereichte Fragen an Heike Horn, Kämmerin Cornelia Baller, den Allgemeinen Vertreter Ralf Heimes und den neuen Tourismusmanager Axel Schlemann richten. Unternehmensberaterin Dr. Daniela Bravin moderierte die Runde, unterstützt wurde sie von den Rathausmitarbeitern Katja Heimes und Wilko Hinrichs. Aus dem breiten Fragenspektrum von Erlebnisbad bis Straßenbau brannten den Anwesenden folgende Themenfelder besonders auf den Nägeln. Der Tourismus, speziell die Zahl der Tagesgäste, die oft als sehr hoch empfunden wird / die unklare Lage von KWC und HDI / der angespannte Wohnungsmarkt, den die Gemeinde durch Mietwohnungsbau auf dem früheren Internatsgelände entlasten will / die dort schon Wohngenossenschaft „Uns Oog“, die 31 Wohnungen schafft / die Vergrößerung der Kita und der Fortbestand der Inselschule / die finanzielle Situation der Inselgemeinde, die ohne einen Sparkurs, verbunden mit Gebühren- und Beitragserhöhungen nicht in den Griff zu bekommen sei. Keine Frage fiel unter den Tisch, ­sodass die Versammlung bis 22.30 Uhr dauerte.
Abschließend wurden drei Kompetenzteams gebildet, in denen die Bürger ihre Ideen zu folgenden Themen einbringen können: 1. Zukunft HDI KWC, 2. Wieviel und welchen Tourismus verträgt Langeoog? und 3. Wohnraum – alternative Lösungen. Jedes Team trifft sich drei Mal, die Ergebnisse werden in einer weiteren Bürgerversammlung präsentiert. Termine für die Kompetenzteams und den zweiten Bürgerabend waren bereits anberaumt, konnten aber im Zug der Corona-Krise nicht mehr stattfinden. „Sobald wir absehen können, dass Versammlungen wieder möglich sind, werden wir neue Termine finden, um die wichtigen Fragen der Zukunftsgestaltung zu behandeln“, erklärt Heike Horn. „Welche Entscheidungsspielräume für die Gestaltung noch möglich sind, ist jetzt noch nicht beurteilbar.“
Neue Leitung im Tourismusmanagement
Ende einer fast 16-monatigen Vakanz: Seit diesem Jahr hat der Tourismus-Service Langeoog einen neuen Leiter. Am 13. Januar 2020 trat Axel Schlemann seinen Dienst an. Für die vielfältige Aufgabe bringt der 52-jährige Lüneburger ebenso vielseitige Voraussetzungen mit: Der Kulturwissenschaftler M.A. war als Museumsmanager in Lüneburg ebenso aktiv wie als Marketingchef der Bio-sphaerium Elbtalaue GmbH oder als Touristik-Leiter beim ADAC Hansa. Auf der Bürgerversammlung am 5. Februar stellte sich Axel Schlemann der Langeooger Öffentlichkeit vor und stand den Publikumsfragen Rede und Antwort.
„Es war ein Sprung ins kalte Wasser“, umreißt der neue Tourismus-Chef seinen Einstand, der in stürmischen Zeiten erfolgte: Winterorkane verursachten Fährausfälle und Strandverluste, dann griff die Corona-Krise in die touristische Struktur ein. Aber: „In allen Bereichen habe ich Kollegen und Mitarbeiter vorgefunden, die sich mit ihrer Tätigkeit sehr identifizieren.“ Gemeinsam gelte es, Perspektiven im Tourismus langfristig zu entwickeln und dabei sowohl die Einzigartigkeit der Insel als auch den Blickwinkel der Gäste im Auge zu behalten. – Ein ausführliches Portrait von Axel Schlemann folgt im nächsten „Utkieker“.
Sturmschäden am Strand
Orkantief „Sabine“, das am zweiten Februarwochenende weite Teile des öffentlichen Lebens in Deutschland lahmlegte, verursachte auch auf den Ostfriesischen Inseln zahlreiche Schäden. Auf Langeoog besonders betroffen war der Strandbereich vor dem Pirolatal, das für die Trinkwasserversorgung der Insel essenziell ist. Zudem wurden dort Relikte einer Flakstellung aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Im Strandabschnitt finden sich zahlreiche Beton- und Mauerreste. Mitte Februar gab der ­NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz) als zuständige Behörde eine erste Bestandsaufnahme heraus.
Danach verzeichnete die NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney infolge fünf aufeinanderfolgender Sturmfluten auf allen ­Inseln Strandverluste und streckenweise Dünenabbrüche. Schäden an den Dünen entstanden dabei unter anderem auf den ­Inseln Norderney (Bereich Kugelbake östlich des Buhnensys­tems) und Langeoog (Pirolatal). Sie traten damit in Bereichen auf, in denen die Experten sie angesichts des Verlaufs der Sturmfluten auch erwartet hatten. Zunächst für diese Abschnitte wurde aktuell eine hochgenaue Vermessung veranlasst. Auf ­deren Basis erfolgt eine dezidiertere Lageeinschätzung und Bewertung der Dünensituation sowie eine Abschätzung eventuell erforderlicher Küstenschutzmaßnahmen, etwa einer Strand­aufspülung. Dabei sollen auch die Überreste der Flakstellung wieder mit Sand bedeckt werden.
In einem Treffen mit den sieben Inselbürgermeistern am 26. Februar betonte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies die Wichtigkeit, die Inseln vor dem Winter mittels Küstenschutz zu sichern. „Solche präventiven Maßnahmen sorgen dafür, dass selbst schwerste Sturmfluten keine Gefahr für die Inseln selbst bedeuten.“ Mit den Bürgermeistern verständigte sich der Umweltminister auf ein Bündel von Maßnahmen – „nicht nur für heute, sondern für die nächsten Jahrzehnte“, so Lies: „Denn der Schutz unserer Küste und die Abwehr von Gefahrenlagen für unsere Ostfriesischen Inseln dürfen keine Frage des Geldes sein.“
Derzeit arbeitet der NLWKN an der Prioritätensetzung für mögliche Einzelmaßnahmen. Schwerpunkt weiterer Untersuchungen sind Langeoog, Wangerooge und Juist. Eine abschließende ­Bewertung der Situation erfolgt nach Ende der sturmflutgefährdeten Zeit im April. -köp/ut-