Alle Beiträge von de Utkieker

„Ja“ sagen – zum Leben als Christ und zur Konfirmation

Festgottesdienst am 19. September in der Inselkirche
„Say Yes – sag ja!“ Das war der Leitgedanke, den Inselpastor Christian Neumann an diesem Sonntagvormittag über alles gestellt hatte. Denn darum geht es schließlich bei der Konfirmation: Es ist das bewusste „Ja“ zum christlichen Glauben, das junge Menschen geben. Das, was bei der Taufe noch passiv stattfand, findet hier seine persönliche Bestätigung. Sechs Jugendliche waren es insgesamt, die ein Jahr lang aktiv ihren Glauben gelebt, jede Woche den Konfirmandenunterricht besucht und den Katechismus gelernt haben. Am 19. September war es dann soweit: Die evangelisch-lutherische Gemeinde von Langeoog feierte zusammen mit den Eltern und Taufpaten ihren Eintritt ins kirchliche Erwachsenenleben und die Zulassung zum christlichen Abendmahl.
Victoria Baller, Smilla Frech, Hanno Janßen, Jannik Pflaum, Riccardo Pinto und Mareike Peters wurden in einem festlichen Got­tesdienst gesegnet und mit einem Konfirmationspruch bedacht, der sie nun ihr Leben lang als Christ und Christin begleiten wird. Dem feierlichen Ritual stellte Pastor Neumann eine Predigt voran, die entlang einer zentralen Passage aus dem ersten Buch der Bibel, der Genesis, die Geschichte Jakobs erzählte, der mit Gott kämpft und von ihm fordert: „Ich lasse dich erst los, wenn Du mich gesegnet hast.“
Warum diese Stelle auch zentral für den Konfirmationsunterricht ist, erläuterte der Inselpastor sogleich: „Im optimalen Fall ermöglicht die Konfi-Zeit auch so ein Ringen. Ein Ringen mit Gott. Denn im besten Fall habt ihr euch euren Gott, euren Glauben errungen. Ihn euch begreiflich und erfassbar gemacht. Und wenn es gut gelaufen ist, haben wir als Gemeinde dazu Hilfestellung geleistet. Haben Fragen angestoßen und gemeinsam Antworten entwickelt, mit denen ihr was anfangen konntet.“
Wie in der biblischen Geschichte ist die Zeit des Ringens nun für die Langeooger Konfirmanden vorbei. Mit dem „Ja zum Segen“ sei für Gott und Jakob der Kampf, ihre gemeinsame Zeit zu ­Ende gewesen. „So ist das auch heute bei uns“. Doch dieser ­Lebensabschnitt ende laut Neumann mit tiefem Vertrauen und Fürsorge für sechs „großartige Menschen“. Diesem stimmte die Gemeinde mit einem kräftigen „Ja“ zu und schickte damit die Konfirmandinnen und Konfirmanden auf ihren zukünftigen Weg als Christen.
Die Lesungen zum Gottesdienst wurden von Kirchenvorsteherin Andrea Lueg und Kirchenpraktikantin Finja Schult vorgetragen. Kantorin Noémi Rohloff begleitete an der Kirchenorgel und dem E-Piano und ließ den Langeooger Gospelchor mehrfach stimmgewaltig erklingen. Eine Kollekte am Ausgang ging auch an das Konfirmationsprojekt des diesjährigen Jahrgangs, an ein Mutter-Kind-Krankenhaus im Jemen von „Ärzte ohne Grenzen“. Wie schon im letzten Jahr fand die Konfirmation nicht wie üblich im Frühjahr, sondern im frühen Herbst und nur im Familienkreis statt. Auch die Fahrt der Konfirmanden musste in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. -Petra Wochnik-

„Doppeltes Tastenflüstern“

Klavierabend mit Hauke Kranz am 13. Oktober im HDI
„Wenn Tasten flüstern könnten, was würden sie erzählen?“ In ihren Soloabenden mit eigenen Klavierkompositionen geht die Pianistin Hauke Kranz aus Syke bei Bremen dieser Frage auf den Grund. „Poetic Piano“ nennt sie ihren Musikstil, der die Stimmung der Klaviermusik der Romantik aufgreift und mit Elementen von Film- und Entspannungsmusik im Stil von Ludovico Einaudi und Yann Tiersen kombiniert. Mit virtuosem Spiel und raffinierter Klanggestaltung nimmt die klassisch ausgebildete Pianistin ihre Hörer mit auf eine musikalische Seelenreise voller Kraft und Zärtlichkeit. Warme umhüllende Harmonien „mitten aus Herz und Bauch“ und leuchtende Melodien im Erzählton schaffen Momente zum Ankommen. Mit kleinen Geschichten skizziert sie die Stimmung der einzelnen Piano-Songs und zeigt sich ihrem Publikum ungeschminkt und nah. Berührend und poetisch entfalten sich die Melodien, die sie auf dem Klavier lebendig werden lässt. Als „Tastenflüsterin“ öffnet sie Räume, in denen die Zuhörer entspannen und träumen können.
Bereits mit vier Jahren hat Hauke Kranz die Magie des Klavierspiels für sich entdeckt. Aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus ging sie den klassischen Weg mit intensivem Klavierunterricht bis zum Studium an der Hochschule für Künste in Bremen. Es folgten viele Jahre mit Solo- und Kammermusikprogrammen im In- und Ausland. Ende 2015 gab sie erste Konzerte mit eigenen Kompositionen. Jetzt ist sie im norddeutschen Raum mit ihrem aktuellen Programm „Open Skies“ und dem an Coronabedingungen angepasstem Konzertkonzept „Doppeltes  Tastenflüstern“ unterwegs.
Der Klavierabend am Mittwoch, 13. Oktober im „Haus der Insel“ beginnt um 20 Uhr. Karten: 16,– /10,– Euro, sind erhältlich bei der Tourist-Info im Haus der Insel oder online. -ut-

„Sollt ich meinem Gott nicht spielen?“

Konzert für Orgel und Klarinette mit Gert Lueken am 26. Oktober in St. Nikolaus
Gert Lueken aus Bremen ist schon oftmals auf Langeoog als Klarinettist und Saxophonist zusammen mit Orgel aufgetreten. Da er auch viele Jahre als nebenamtlicher Kirchenmusiker tätig war, hat er nun ein neues   Solo-Programm entwickelt, in dem er an der Orgel und auf der Klarinette zu hören ist.
Das Programm besteht aus kleineren Orgelwerken verschiedener Epochen im Wechsel mit eigenen Choralvariationen für Klarinette-Solo, die im Laufe seiner kirchenmusikalischen Tätigkeit entstanden sind. Seine besondere Vorliebe gilt der Klezmermusik und dem Jazz, das lädt dazu ein, mit Klarinette und Orgel-Fußbass beide Instrumente zu kombinieren … Lassen Sie sich überraschen!
Gert Lueken studierte Klarinette und Klavier sowie Musikpädagogik an der Hochschule für Musik in Bremen und ist Schulleiter der Kreismusikschule Rotenburg. Er hat in vielen Bereichen der klassischen Musik, der Jazz- und Rockmusik und als Schauspielmusiker gearbeitet. Seit vielen Jahren ist er als Kammermusiker mit Klarinette und als Saxophonist mit Orgel musikalisch unterwegs.
Das Konzert „Sollt ich meinem Gott nicht spielen?“ beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten. -ut-

Traditionelle und neue Gospels

Langeooger Gospelchor konzertiert am 28. Oktober in der Inselkirche
Der Langeooger Gospelchor präsentiert am Donnerstag, 28. Oktober zwei kleine Konzerte in der Inselkirche. Das erste beginnt um 19.00 Uhr, das zweite um 20.30 Uhr. Damit nutzt die Gruppe die aktuelle chorfreundliche Verordnung des Landes Niedersachsen.
Nach anderthalbjähriger Pause sind die Chormitglieder erstmals Anfang August wieder zusammengekommen, um dieses Konzert vorzubereiten. Für die Zuhörer haben sie bekannte Lieder aus ihrem Repertoire, afrikanische Melodien sowie traditionelle, neue und deutsche Gospels vorbereitet. Die musikalische Leitung liegt bei Inselkantorin Noémi Rohloff, die die Sängerinnen und Sänger auch instrumental mit dem E-Piano unterstützt. Der Chor mag durch die Abstände klein erscheinen. Aber durch die kleinere Besetzung entsteht ein überraschender Klangeffekt … Allzu viel soll hier aber nicht verraten werden – lassen Sie sich bei Ihrem Konzertbesuch überraschen und hören Sie selbst.
Karten sind für 10,– Euro im Vorverkauf am Dienstag, 26. Oktober von 11.30 bis 13.00 Uhr in der Inselkirche erhältlich. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Aus dem Erlös wird die       Finanzierung der Kantorinnenstelle unterstützt. -ut-

Die Nordsee, unser Meer

Spektakulärer Kinofilm am 28. Oktober im HDI
Die Nordsee und ihre vielgestaltige Küstenlandschaft mit Steilküste, Sanddünen und Fjorden erstreckt sich von den Halligen über Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland bis nach Schottland und Norwegen. Sie bietet zahlreichen Tierarten über und unter Wasser Lebensraum und überrascht durch ihre Artenvielfalt und die bemerkenswerten Naturschönheiten.
Die Filmemacher beobachten an über 2.000 Drehtagen u.a. Kegelrobben in Helgoland, gigantische Riesenhaie an der Kreideküste von Dover oder große Tintenfische im holländischen Oosterschelde, ebenso spaßige Papageientaucher oder fliegende Basstölpel. Über Helikopter- und Unterwasserkameras fangen sie Flora und Fauna aus allen möglichen Perspektiven ein. Sie lassen den Zuschauer das Meer regelrecht erspüren und erschaffen durch eine spannende Montage der unterschiedlichen Perspektiven einen stimmigen Rhythmus. Die Robben scheinen die Nähe des Menschen zu suchen, während die Buckelwale am Ende der Nordsee majestätisch von einem Meer ins andere gleiten. Das Verhältnis des Menschen zu „seiner“ See bleibt nicht außen vor, ist aber keinesfalls zentrales Thema des Films. Viel mehr geht es um die Natur selbst und um deren Bewohner, die, wie beispielsweise der Moschusochse und der Walhai, jeglicher Zeit entrückt scheinen. Der trockene Humor des Nordens spiegelt sich im Kommentar von Axel Prahl wider und weckt so auch im jüngeren Publikum das Interesse und die Faszination für die atemberaubende Schönheit dieses Weltnaturerbes. Die bildgewaltige Dokumentation aus der Schmiede von Doclights, NDR Naturfilm und polyband Medien will und kann nicht alles zeigen. Doch mit seiner gelungenen Auswahl macht der Film neugierig auf eine Begegnung mit einem Naturwunder, welches sich zu entdecken lohnt. Beginn am Donnerstag, 28. Oktober ist um 17.00 Uhr. Karten (8,– Euro / 5,– Euro) bei der Tourist-Info im „Haus der Insel“ oder online.       -ut-

Unsere Ozeane

Faszinierender Dokumentarfilm am 18. Oktober und 3. November im HDI
Nach den guten Publikumserfolgen „Nomaden der Lüfte“ und „Mikrokosmos“ begeben sich die Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud mit ihrer Dokumentation auf eine Entdeckungsreise in die noch weitgehend unerforschte und faszinierende Welt der Ozeane. Bis heute sind die Meere für den Menschen eine Welt voller Geheimnisse und Schönheit geblieben. Jenseits der Meeresoberfläche und bis in unberührte Tiefen hinein entführt „Unsere Ozeane“ in eine Welt der Vielfalt und Harmonie des Lebens. Von den majestätischen Walen über die schillernden Heringsschwärme bis hin zu den bizarr geformten Lebewesen der Tiefsee folgt diese außergewöhnliche Naturdokumentation den Bewohnern der Weltmeere: denjenigen, die wir kennen, denjenigen, über die wir bislang nur wenig wissen, und den vielen, die wir nun erst entdecken. Der Film macht die Unterwasserwelt aus einer Perspektive erlebbar, die bislang unzugänglich war und öffnet den Blick für die grossen Zusammenhänge des Lebens. Und gerade angesichts der Schönheit dieser geheimnisvollen Welt bleibt auch die Frage zu stellen, welchen Schutz und welche Pflege wir ihr angedeihen lassen.
Eine faszinierende Dokumentation mit atemberaubenden Bildern über das Innenleben der Ozeane, den größten und artenreichsten Lebensraum des Planeten Erde.
Beginn dieses sinnlichen und besonders emotionalen Film-erlebnisses ist jeweils um    17 Uhr. Dauer: 90 Minuten. Karten (8,– Euro / 5,– Euro) erhalten Sie in der Tourist-  Info im „Haus der Insel“ oder online. Bitte checken Sie sich vor Veranstaltungsbeginn über die LUCA-App ein. -ut-

Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel

Atemberaubender Dokumentarfilm mit der Stimme von
Rufus Beck am 5. und am 27. Oktober im HDI
Der Sternenhimmel fasziniert die Menschheit seit Anbeginn der Zeit. Der ungetrübte Blick in den Sternenhimmel ist im Zeitalter extensiver Beleuchtung und zunehmender Luftverschmutzung nur noch in den entlegensten Gegenden möglich. Die international renommierten Astrofotografen Christian Schidlowski, Rohan Fernando, Sebastian Kentner, Johannes Backes und Hannah Leonie Prinzler zieht es an Orte, an denen das Licht unserer Zivilisation die Sterne nicht verblassen lässt: Sie gehen auf die Jagd nach Meteoritenschauern in den australischen Outbacks, sie reisen auf der Iceroad zu den Polarlichtern Nordkanadas, in die Atacama Wüste und auf die Hochebenen bis über 5000 Meter nach Chile. Weitere Expeditionen führen sie ins winterliche Norwegen auf der Suche nach geheimnisvollen Lichtern und zur totalen Sonnenfinsternis auf die indonesischen Molukken. Auf ihren Reisen treffen die Fotografen auf die Ureinwohner der Regionen und erfahren viel über die Bedeutung des Sternenhimmels in deren Kultur, müssen aber auch immer wieder mit vielen Hindernissen und Widrigkeiten kämpfen und verbringen Nächte in der Wildnis. Belohnt werden die Sternenjäger mit unglaublich schönen Landschaften und den atemberaubenden Himmelsbildern, die sie mit ihren Kameras einfangen. Der Sprecher dieser  einzigartigen Reise durch die Nacht ist Rufus Beck.
Beginn des 90-minütigen Dokumentarfilms am Dienstag, 5. Oktober und am Mittwoch, 27. Oktober ist jeweils um 17 Uhr. Karten (8,– Euro / 5,– Euro) erhalten Sie in der Tourist-Info im „Haus der Insel“ oder online. Bitte tragen Sie Ihren Mund-Nase-Schutz, bis Sie Ihren Sitzplatz eingenommen haben und achten Sie auf den Mindestabstand. -ut-

Treffsicheres Pokalschießen

Langeooger Wanderpokal 2021: Mara Willmer von der
Meierei „Beste Schützin“, Hegering „Beste Mannschaft“
Einen Teilnahmerekord verbuchte der „Schießverein Langeoog e.V. von 1971“ in seinem 50. Jubiläumsjahr: In den vergangenen Wochen nahmen 18 Langeooger Gruppen und Vereine mit insgesamt 149 Schützinnen und Schützen am Wettbewerb um den begehrten Wanderpokal teil. Insgesamt wurde auf 172 Karten geschossen. Manch Teilnehmer war mit drei oder sogar vier Gruppen dabei. Wie beliebt das Wanderpokalschießen bei Jung und Alt ist, zeigte sich an einer Insulanerfamilie, die mit drei Generationen vertreten war.
Die festliche Proklamation im Rahmen einer kleinen Feier am Samstag, 18. September fand wieder draußen auf dem Bogenschießstand statt. Ein prasselndes Feuer sorgte für eine gemüt-liche Atmosphäre. Bevor es zur spannenden Auswertung kam, konnte der kleine Hunger mit leckeren Frikadellen und Schnitzeln gestillt werden. Der Vorsitzende Matthias Richter rief bei der Begrüßung jede Gruppe einzeln auf. Er freute sich über die rege Beteiligung und die vielen neu teilnehmenden Gruppen.
Die jüngste Teilnehmerin Mara Willmer (17 Jahre jung) von der Meierei konnte sich gegen ihre Mitstreiter durchsetzen. Mit 27 Ringen wurde sie beste Schützin des Wanderpokals. Den Pokal nahm stellvertretend Dagmar Falke von der Meierei glücklich und stolz entgegen. Einen Doppelsieg, wie ihn voriges Jahr der Reit- und Fahrverein schaffte, gab es diesmal nicht. Den Wanderpokal „Beste Gruppe“ erkämpfte sich der Hegering Langeoog. Matthias Richter überreichte diesen an seine freudestrahlenden Hegering-Kollegen Oliver Rodiek und Bernd Spies. Mit durchschnittlich sehr guten 21,41 Ringen siegten sie knapp vor dem Angelverein (20,3 Ringe). Stephan „Fritz“ Freimuth konnte sich nicht nur über seinen Gruppensieg bei der „Vatertagsrunde“ freuen. Er erzielte auch die „Beste 10“ des Turniers.
Nebenstehend nun die jeweiligen „Top Five“:
Bester Schütze:
1. Mara Willmer / Meierei (27=10,9,8)
2. Rainer Adelmund / De Insulaner von 1979 (26=10,9,7)
3. Eva Füßer / Rathaus-Team (26=10,9,7)
4. Heiko Sommer / Freiwillige Feuerwehr (26=10,8,8)
5. Daniel Gümbel / Angelverein (26=9,9,8)
Beste Gruppe:
1. Hegering (Durchschnitt: 21,41)
2. Angelverein (Durchschnitt: 20,3)
3. De Insulaner von 1979 (Durchschnitt: 19,22)
4. Freiwillige Feuerwehr (Durchschnitt: 19,21)
5. Rotary Club (Durchschnitt: 18,77)
Die kompletten Platzierungen und Fotos vom Proklamationsabend können auf www.schiessverein-langeoog.de eingesehen werden.
Ein wunderschöner gemütlicher Abend unter Insulanern endete mit der Vorfreude aufs neue Jahr, wenn es heißt: Auf zum „Wanderpokal 2022“. An dieser Stelle dankt der Schießverein nochmals herzlich allen teilnehmenden Gruppen und Vereinen. Gut Schuss – bis zum nächsten Mal! -ut/köp-

Der Kampf auf der Matte

TSV-Judosparte: Heini Matzies seit 20 Jahren „guter 
Judogeist“ im Verein – Weißgurtgruppe für Erwachsene
steht in den Startlöchern
Die Fallschule, Werfen, Bodentechniken und das richtige Fallen – das sind die vier Grundelemente des Judo, das an Faszination bis heute nichts verloren hat. Dabei liegt der Schwerpunkt der japanischen Kampfsportart, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ beziehungsweise „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“ ist, heutzutage in der sportlichen Ertüchtigung und nicht unbedingt in der Selbstverteidigung. Judo wird in Deutschland in einzelnen Vereinen bereits für Kinder ab drei Jahren angeboten. Der spielerische Übergang zu judospezifischen Formen ist dabei fließend. Wegen seines Facettenreichtums kann Judo bis ins hohe Alter aktiv praktiziert werden – so sind selbst Judoka mit über 80 Jahren keine Seltenheit.
Auf Langeoog gibt es seit vielen Jahren im TSV Langeoog eine aktive Judo-Gemeinschaft. Ein Baustein ist die Judo-AG der Inselschule, die Heinrich „Heini“ Matzies in Zusammenarbeit mit dem TSV anbietet. Trainiert wird in den verschiedenen Gruppen jeweils montags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags zwischen 18 und 20 Uhr. „Im Augenblick nehmen 17 Kinder am Unterricht teil“, sagt Matzies. „Die Jüngsten sind dabei gerade einmal im Kindergartenalter, die Ältesten hören so bei 16 Jahren auf“ – auch weil sich die Interessen in der Jugend veränderten und mehr Zeit auf dem Festland verbracht werde.
Koch und Kämpfer
Der 71-jährige Gastronom und Hotelier Heini Matzies hat seine Kindheit in Dortmund verbracht, wohnte im sogenannten Pestalozzidorf. Mit sieben Jahren kam er das erste Mal mit Judo in Kontakt. Im Laufe der Zeit erlernte der Dortmunder Schritt für Schritt die japanische Kampftechnik, fand Gefallen an dem Sport. Doch dann kam der Bruch. Durch die Kochlehre war keine Zeit mehr für Judo.
Mit 17 kam der junge Koch dann nach Langeoog, baute ab 1977 seinen eigenen Betrieb Restaurant und Pension „Landhaus am Schniederdamm“ auf. Später kam der Jahrtausendwechsel, als ein Stammkunde in seinem Restaurant wieder von Judo zu schwärmen anfing. Schnell war es um Heini Matzies geschehen. Er knüpfte Kontakt zur damaligen Judo-Gruppe des TSV und als der Trainer die Insel in Richtung Festland verließ, packte er die Chance beim Schopfe. Seit 2001 zunächst als Ansprechpartner und seit 2006 als Trainer und Spartenleiter engagiert sich der „gute Judogeist“ im Verein.
Dem ist er bis heute treu geblieben und kann erfreut auf zahlreiche Erfolge seiner Schützlinge zurückblicken – und auf seinen ganz persönlichen Glücksmoment. Der war im Sommer 2019, als der damals 68-Jährige die Prüfung zum 1. Kyu-Grad erfolgreich absolvierte. Damit war Matzies der braune Gürtel sicher. Darüber folgt nur noch der schwarze Gürtel, den man aber nur durch perfekte Technikbeherrschung bei einem Meisterschafts­turnier erlangen kann. Dies ist jedoch in dem „hohen Alter“ zu schwer und zu langwierig – und dauert circa vier Jahre.
Erwachsenengruppe in Planung
Rund 100 Kinder hat Heini Matzies in seiner Trainerkarriere bereits betreut. Mit vielen von ihnen ging er zu Turnieren, gewann zahlreiche Pokale und Auszeichnungen. „Wenn wir zu Wettkämpfen fahren, spricht man schon ehrfürchtig von ,Die Langeooger kommen‘.“ Auch auf Langeoog zeigte die Judosparte ihr Können, etwa bei den TSV-Pfingstfesten auf dem Sportplatz.
Und da sich das Interesse auch auf die ältere Generation jenseits der Jugend ausgebreitet hat, ist für die kommende Zeit die Gründung einer Erwachsenengruppe im Judo geplant. Diese sollte längst schon am Start sein, jedoch brachte die Corona-Pandemie den Zeitplan ordentlich durcheinander und verhinderte den Beginn dieser neuen Trainingseinheit. Das ist aber längst kein Grund für Heini Matzies, der von seiner Ehefrau Tilli und seinen Töchtern Wiebke und Mareikje beim Training unterstützt wird, den Kopf in den Sand zu stecken. „Ich lebe Judo und will das noch einige Jahre fortführen.“
Weitere Informationen für Interessierte gibt es beim TSV Langeoog http://www.tsv-langeoog.com/Angebot/Judo/ oder direkt bei Heini Matzies, Telefon: 04972 / 527. -utk-

Urlaub in familiärer Atmosphäre

Hotel garni „De Insulåner“ im Vormann-Otten-Weg 
vor fünf Jahren eröffnet – (Stamm-)Gäste lieben besonderes Flair 
Eigentlich mag Denise Kuppi es gar nicht glauben: fünf Jahre – wie im Flug vergangen. Denn seit fünfeinhalb Jahren steht es für Langeooger Gastlichkeit: das Hotel „de Insulåner“ am Vormann-Otten-Weg. Im Frühjahr 2016 wurde es eröffnet – mit Denise Kuppi als Geschäftsführerin. Das Hotel garni besticht durch individuellen Charme: Zum wohligen Langeoog-Aufenthalt laden ein Einzel-, vier Doppelzimmer und sieben Suiten ein.
Frühstück gibt es ab 8.30 Uhr, das Buffet ist reichhaltig und frisch zubereitet. Auch besondere Wünsche werden immer gern berücksichtigt. Zum Frühstück ist Denise Kuppi persönlich für ­ihre Hotelgäste da, nachmittags dürfen sie sich auf Vertrauensbasis an der Bar und der Kaffeespezialitätenmaschine selbst bedienen. „Ich habe sehr entspannte Gäste, die dieses Konzept sehr schätzen“, freut sich die Geschäftsführerin. Selbstverständlich werden die jeweils aktuellen Corona-Regeln eingehalten: „Auch hier darf ich unsere Gäste loben: Alle machen gut mit.“
Überhaupt verlaufe die Gästekommunikation bestens, und zwar bereits im Vorfeld, wenn es um die Anreise gehe: „Die Gäs­te geben ihre voraussichtliche Ankunftszeit vorab durch, wir empfangen persönlich jeden Gast“, erläutert Denise Kuppi, die für ihre Gäste immer erreichbar ist, und für die sie jetzt die Saison ausweitet: „Normalerweise gehen wir im November in Betriebsferien. Dieses Jahr bleibt das Hotel aber aufgrund der großen Nachfrage bis in den Dezember hinein auf“, teilt Denise Kuppi mit. Danach habe man ab dem 27. Dezember über Silves­ter geöffnet
Den Start vor fünf Jahren …
bezeichnet Denise Kuppi als gelungen: „In relativ kurzer Zeit konnten zahlreiche Stammgäste gewonnen werden. Viele kommen seit 2016 regelmäßig, zum Teil mehrmals im Jahr.“ Einige überraschen die Geschäftsführerin dann mit Mitbringseln aus deren alter Heimat: „Ich stamme aus der schönsten Stadt am Rhein: aus Düsseldorf!“, verrät Denise Kuppi mit einem Lächeln. Nach dem Abitur 1997 in ihrer Heimatstadt besuchte sie die höhere Handelsschule, die sie mit dem IHK-Abschluss für Fremdsprachenkorrespondenz in Englisch und Französisch verließ. Einem BWL-Studium schlossen sich zwölf Jahre Tätigkeit in einer namhaften Düsseldorfer Anwaltssozietät an: „Das war auch eine gute Schule für den Umgang mit anspruchsvollen Gästen.“ 2010 begann sie nebenher ein Psychologie-Fernstudium, das durch die Geburt des ersten Sohnes unterbrochen wurde: „Ein Abschluss ist aber immer noch angestrebt, es fehlen eigentlich nur noch zwei Semester zum Bachelor of Science.“
Ihren Lebenspartner, den Insulaner Onnen Schreiber, hatte sie schon in jungen Jahren als Urlauberin auf Langeoog kennen­gelernt. 2013 zog das Paar mit dem ersten Sohn Hugo nach Langeoog.
Ab 2014 war Denise Kuppi bei der Caritas Mutter-Kind-Klinik Langeoog tätig, bis sich der zweite Sohn Marlon ankündigte. „In der Elternzeit ergab sich dann das Hotel“, berichtet sie. Aus dem früheren Hotel „La Villa“ der Familie Blank wurde das „Hotel De Insulåner“, dessen Geschäftsleitung sie im November 2015 übernahm. „Da begannen wir mit dem Umbau. Und an Grün­donnerstag 2016 konnten wir die ersten Gäste begrüßen.“
Seitdem sitzt beim Personal jeder Handgriff: „Wir sind ein eingespieltes Team. Und was die Stimmung und den Umgang miteinander so besonders und entspannt macht: Es gibt keine große Hierarchie“, erklärt Denise Kuppi. Vom Aufbau des Frühstücksbuffets über Küchendienst und Service beim Frühstück bis zur Zimmerpflege „macht jeder alles“ (auch die Geschäftsführerin). Seit dem Beginn 2016 dabei ist Mitarbeiter Delvis Gonzales Rosales. Im Mai 2018 hinzu kam Biljana Bogdanić, die aktuell mit Sohn David in Elternzeit ist. Im vorigen Juli stieß Octavian Bogatiuc („Er war unsere große Rettung im Pandemiejahr 2020“, so Denise Kuppi) zum Team, das seit Juli 2021 durch Octavians Ehefrau Violina Mazureac als Hausdame komplettiert wird.
Gibt es ein „Geheimrezept“?
Das Coronajahr 2020 wird wohl in die Hotelchronik eingehen: „Nach dem ersten Lockdown hatten wir von Ende Mai bis Anfang November 2020 geöffnet, dann kam der ‚Lockdown light‘ bis Juni 2021.“ In dieser Zeit hatte Denise Kuppi das Hotel phasenweise nahezu im Alleingang betrieben. Das ist nun anders: „Dank der kompetenten und zuverlässigen Verstärkung im Team kann ich mir jetzt den ‚persönlichen Luxus‘ leisten und mich wieder stärker um meine Familie kümmern.“
Schließlich wollen auch die Söhne Hugo (8), Marlon (6) und Piet (4), die zur Schule oder in den Kindergarten gehen, versorgt sein. „Das klappt – dank der Ganztagsangebote in den Einrichtungen. Dort weiß ich die Kinder gut versorgt“, lobt Denise Kuppi sowohl die Kindertagesstätte „Wichtelnüst“ als auch die Inselschule Langeoog.
Buchungen, Anreisen, Organisation und Verwaltung des Hotels – um all das kümmert sie sich selbst. Als Geschäftsführerin eine Quereinsteigerin, waren Denise Kuppi aber durch ihre berufliche Tätigkeit in Düsseldorf die (auch in einem Hotel anfallenden) Verwaltungsaufgaben bereits vertraut. Und der Umgang mit den Gästen fällt der 43-Jährigen gleichfalls leicht. Sogar die Homepage www.hotel-de-insulaner.de pflegt sie selbst: „Ich arbeite sehr gern am Rechner.“
Wenn also der Nachwuchs im Bett liegt, fährt Denise Kuppi den PC hoch, um die Anfragen des Tages zu beantworten, Büro­arbeiten zu erledigen und die Website zu betreuen. Die demnächst anstehende ruhige Winterzeit wird sie nutzen, um – von Anschaffungen über Marketing bis Renovierung – die Saison 2022 vorzubereiten.
Gibt es ein „Geheimrezept“ für den Erfolg des „Insulåners“? „Nein“, lacht Denise Kuppi, „nur ein paar Grundregeln: Im Hotel sollte es möglichst ruhig sein, der Gast soll gut schlafen können, die Zimmer müssen sauber sein und ein tolles Frühstück ist selbstredend – den Rest macht die Insel.“ Wenn es ein Geheimrezept gebe, dann sei dies wohl Langeoog selbst. Und natürlich seine Insulaner … -köp-